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== Landschaftsgarten, den Schlosspark umgebend == | == Landschaftsgarten, den Schlosspark umgebend == | ||
Version vom 7. Juni 2018, 18:23 Uhr
Der Schlosspark Hellbrunn umgibt das Schloss Hellbrunn in Hellbrunn im Süden der Stadt Salzburg. Der Schlosspark Hellbrunn steht seit dem Jahr 2014 wegen seiner geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung unter Denkmalschutz.[1]
Allgemeines
Der Schlosspark Hellbrunn hat in etwa eine Breite von 500 Metern in West-Ost-Richtung und eine Länge von etwa 1 400 Metern in Nord-Süd-Richtung; sein Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 580 000 Quadratmetern oder 58 Hektar.
Der Schlosspark Hellbrunn ist von einer Schlossmauer umgeben, die etwa 3,9 Kilometer lang, etwa drei Meter hoch und im Mittel etwa 50 cm stark ist, aus Naturstein besteht bzw. überwiegend aus Konglomeratgestein errichtet wurde.
Der Schlosspark ist frei zugänglich.
Die Figuren im Schlosspark Hellbrunn stammen vom Bildhauer Hans Waldburger selbst oder sind seiner Werkstätte zuzurechnen.
Bereiche und Teile der Parkanlage
Der Schlosspark wurde im Laufe der Zeit verändert und gliedert sich heute in folgende Bereiche:
- der manieristische Garten im sog. Wasserparterre, zu dem auch die Wasserspiele gehören, mit den Weihern und barocken Ornamenten aus Pflanzen und Blumen.
- der Landschaftsgarten im englischen Stil
- der Naturpark, in dem sich ein Spielplatz für Kinder, eine große Liegewiese und ein Fitness-Parcours befinden; hier können zahlreiche Sportmöglichkeiten (Laufen, Nordic Walking, Yoga, Frisbee, Federball) ausgeübt werden und im Winter beginnt hier eine Langlaufloipe zur kostenlosen Benutzung
- dem Hellbrunner Berg, auf dem sich das Steintheater und das Monatsschlössl mit dem Volkskunde Museum befinden;
- an seiner Westseite, in einen Teil im ehemaligen sakralen Park, liegt der Zoo Salzburg
- die große Wiesen und die Eichenreihe an der Ostseite, die bis 1800 ein Teil des fürsterzbischöflichen Jagdgatters (historischer Tiergarten) waren und heute zum Spazieren, Wandern oder Sport allgemein genutzt wird.
Parkteile im Detail
Manieristischer Garten
Der manieristische Garten mit dem Wasserparterre ist die große barock geprägte Gartenanlage vor dem Schloss Hellbrunn, die sich in südöstlicher Richtung erstreckt. Der barocke Ziergarten bildet mit der Allee aus Fichten eine Sicht- und Landschaftsachse in südöstlicher Richtung, die über die Salzach auf das Schloss Goldenstein bzw. zur aufgehenden Sonne hin ausgerichtet ist.
Den Mittelpunkt des Ziergartens bildet der geometrisch gestaltete große Weiher mit einer rechteckigen, künstlichen Insel darin, auf der sich in der Mitte ursprünglich im 17. Jahrhundert ein Hügel mit Erdbeeren erhob. Das Manieristische sind die kunstvoll in Kastenform geschnittenen drei Alleen aus Winterlinden, der Schmuck mit verschiedenen Skulpturen, die Einhörner und Obelisken, sowie auch die früher einmal mit Buchs und Blumen bepflanzten ornamentalen Rasenflächen. Flankiert wird das Wasserparterre von zwei weiteren, symmetrisch angeordneten Wasserbecken (Fischweihern), in denen die Salzburger Fürsterzbischöfe einst Äschen, Forellen, Saiblinge und Karpfen hielten. Noch heute werden darin Karpfen gehalten und in einem Becken auch Störe.
Um 1750 wurde die Anlage und ihr damaliges Aussehen von Anton Danreiter in einem kolorierten Kupferstich dargestellt[2].
Landschaftsgarten im englischen Stil
Beginnend bei der Orangerie nach Osten, im Zwickel von Schlosszufahrt und Manieristischen Garten, liegt der Landschaftsgarten im englischen Stil. Dort stehen exotische Bäume, wie z.B. amerikanischer Riesen-Mammutbaum (Sequoia), Zeder, Akazie, Pinie, Blutbuche.
Jagdgarten
Im Osten des Hellbrunner Parks breiten sich größere Wiesen aus, die früher als Auwiesen zur Hellbrunner Au gehörten. Der Jagdgarten war einst für die Jagd auf Rotwild und Niederwild bestimmt. Heute wird der Stadt nahe gelegene nördliche Teil als Liegewiese und als Kinderspielplatz genutzt. Der südlichen Teil mit einer geschützten Eichenreihe wird extensiv genutzt.
Sakraler Park
Als Gegenpol zum fürstlich-prunkvollen Lustgarten (ganz im Norden des Parkes angelegt), errichteten die Fürsterzbischöfe im äußersten Süden des Schlossparks im Geiste des Kapuzinerordens des heiligen Franziskus und im Geiste seines Onkels, des heiligen Carlo Borromeo, einen sakralen Wildnis-Garten am Anifer Alterbach in Gestalt eines Kalvarienberges, in dem auch verschiedene Skulpturen von Einsiedlern (welche die Kalvarienbergkapellen andächtig bewunderten) und eine echte Einsiedelei zu finden waren. Die Wildnis als Gegensatz zum feudal-aufwändigen Lustgarten sollte die naturbelassene göttliche Schöpfung symbolisieren. Auch sollte die Andacht nicht durch weltlichen Prunk gestört werden. Von diesen sakralen Denkmälern sind heute nur wenige Fundamente erhalten. Erhalten blieb aber der sehr naturnah belassene Wildnisgarten um den Anifer Alterbach als selbständiger Teil des historischen Schlossparks. Dieses Areal gehört heute zum Tierpark.
Kurioses
Ungebautes Salzburg: Hans Poelzig (* 1869, † 1936) plante zwischen 1919 bis 1922 ein Festspielhaus für Salzburg mit Standort im Park von Hellbrunn. Das Projekt wurde jedoch nicht realisiert, obwohl ein Grundstein für das große Bauvorhaben 1922 mit viel Prominenz gelegt worden war.
Landschaftsgarten, den Schlosspark umgebend
Einzigartig ist auch der gut erhaltene Landschaftsraum der Hellbrunner Allee, die älteste erhaltene Allee Mitteleuropas (vermutlich sogar die weltweit älteste erhaltene Allee), die Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems 1614/1615 im Geiste der Spätrenaissance in der Achse zum Wasserschloss Freisaal hin anliegen ließ, verlängerte den hochfürstlichen Garten weit in die Landschaft hinaus und manifestierte den absoluten Herrschaftsanspruch des jungen Grafen.
Die alte Lindenallee zur Salzach, der Fürstenweg, markiert - ebenfalls weit in die Landschaft ausgreifend - die Achse des Schlossgebäudes und des Sternweihers.
Die Gartenachse beginnt bei einer Statue der Diana und verläuft als Achse über den ornamentalen Garten, über den Jagdgarten und dahinter über die Salzachauen bis zum Schloss Goldenstein jenseits der Salzach.
Anfahrt
Der Schlosspark von Hellbrunn ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Buslinie 25) zu erreichen. Es gibt mehrere gebührenpflichtige Parkplätze.
Bildergalerie
- Panoramabilder
- Schlosspark Hellbrunn Panorama 20170128.jpg
Schlosspark Hellbrunn im Jänner 2017, Ansicht: Ost nach West
- Schlosspark Hellbrunn Panorama 20160416 152829.jpg
Schlosspark Hellbrunn, April 2016, Ansicht: Süd nach Nord
- Ansichten allgemeiner Art
- Tritone 07 Schloss Hellbrunn.jpg
Tritone inmitten von Nebelschwaden
Bilder
Schlosspark Hellbrunn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Schlosspark Hellbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Fußnoten
- ↑ Quelle Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung (Denkmalschutzgesetz - DMSG) StF: BGBl. Nr. 533/1923 (NR: GP I 1513 AB 1703 S. 209.)
- ↑ austria-forum.org - Garten von Schloss Hellbrunn nach Osten, Anton Danreiter, 1750