Konrad Lorenz (Verhaltensforscher): Unterschied zwischen den Versionen

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== Bedeutung ==
== Bedeutung ==
Lorenz war einer der Hauptvertreter der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Zusammen mit [[Rupert Riedl]] und Gerhard Vollmer gilt er als Hauptvertreter der Evolutionären Erkenntnistheorie. 1973 erhielt er gemeinsam mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „''für ihre Entdeckungen betreffend den Aufbau und die Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern“.
Lorenz war einer der Hauptvertreter der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Zusammen mit [[Rupert Riedl]] und Gerhard Vollmer gilt er als Hauptvertreter der Evolutionären Erkenntnistheorie. 1973 erhielt er gemeinsam mit Karl von Frisch und Nikolaas Tinbergen den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „''für ihre Entdeckungen betreffend den Aufbau und die Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern''“.


Im hohen Alter trat er als zivilisatorisch-ökologischer Gesellschaftskritiker auf und wurde zu einer Leitfigur der österreichischen [[Grüne]]n-Bewegung.
Im hohen Alter trat er als zivilisatorisch-ökologischer Gesellschaftskritiker auf und wurde zu einer Leitfigur der österreichischen [[Grüne]]n-Bewegung.


== Unversität Salzburg ==
== Universität Salzburg ==
Im Dezember 2015 widerrief die Unversität Salzburg die im Jahr 1983 erfolgte Verleihung der Ehrrendoktorwürde an den Wissenschafter. Im Verfahren zur Verleihung des Ehrendoktorates sei die aktive Verbreitung [[NS|nationalsozialistischer]] Ideologie verschwiegen worden. Lorenz habe sich im Jahr [[1938]] in seinem Gesuch um Aufnahme in die [[NSDAP]] als besonders engagierter Nationalsozialist dargestellt. Weiters habe er insbesonder in einer Publikation des Jahres [[1940]] unter dem Titel "''Durch Domestikation verursachte Störungen arteigenen Verhaltens''" wesentliche Elemente der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus verbreitet.
Im Jahr 1983 verlieh die [[Universität Salzburg]] dem Nobelpreisträger ihre [[Ehrendoktorat der Universität Salzburg|Ehrendoktorwürde]].


Dieser Widerruf war Ergebnis einer in den Jahren 2014 bis 2016 durchgeführten Überprüfung der „''Tabula Honorum''“ der Universität hinsichtlich möglicher nationalsozialistischer Belastungen geehrter Persönlichkeiten. Weitere Widerrufe betrafen [[Eduard Paul Tratz]], den ehemaligen Leiter des [[Haus der Natur|Hauses der Natur]], sowie den Wirtschaftsrechtler [[Wolfgang Hefermehl]].
Im Dezember 2015 widerrief sie diese Ehrung. Im Verfahren zur Verleihung des Ehrendoktorates sei die aktive Verbreitung [[NS|nationalsozialistischer]] Ideologie verschwiegen worden. Lorenz habe sich im Jahr [[1938]] in seinem Gesuch um Aufnahme in die [[NSDAP]] als besonders engagierter Nationalsozialist dargestellt. Weiters habe er insbesondere in einer Publikation des Jahres [[1940]] unter dem Titel "''Durch Domestikation verursachte Störungen arteigenen Verhaltens''" wesentliche Elemente der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus verbreitet. Dieser Widerruf war Ergebnis einer in den Jahren 2014 bis 2016 durchgeführten Überprüfung der „''Tabula Honorum''“ der Universität hinsichtlich möglicher nationalsozialistischer Belastungen geehrter Persönlichkeiten. Weitere Widerrufe betrafen [[Eduard Paul Tratz]], den ehemaligen Leiter des [[Haus der Natur|Hauses der Natur]], sowie den Wirtschaftsrechtler [[Wolfgang Hefermehl]].


Die Aberkennung des Ehrendoktorats wurde vom Österreichischen Naturschutzbund, dessen langjähriger Ehrenpräsident Konrad Lorenz gewesen war, scharf kritisiert. Konrad Lorenz habe die Ehrendoktorwürde nicht erschlichen, sondern die Universität Salzburg habe ihn damals auf Initiative der Naturwissenschaftlichen Fakultät mehr oder weniger gebeten, die Ehrendoktorwürde anzunehmen. Die Aberkennung sei ein geradezu lächerlicher Versuch, einen weltweit geschätzten, von vielen Universitäten ausgezeichneten österreichischen Wissenschafter und Nobelpreisträger zu disqualifizieren.
Die Aberkennung des Ehrendoktorats wurde vom [[Salzburger Naturschutzbund|Österreichischen Naturschutzbund]], dessen langjähriger Ehrenpräsident Konrad Lorenz gewesen war, scharf kritisiert. Konrad Lorenz habe die Ehrendoktorwürde nicht erschlichen, sondern die Universität Salzburg habe ihn damals auf Initiative der [[Naturwissenschaftliche Fakultät|Naturwissenschaftlichen Fakultät]] mehr oder weniger gebeten, die Ehrendoktorwürde anzunehmen. Die Aberkennung sei ein geradezu lächerlicher Versuch, einen weltweit geschätzten, von vielen Universitäten ausgezeichneten österreichischen Wissenschafter und Nobelpreisträger zu disqualifizieren.


== Quellen ==
== Quellen ==