Königreich der Niederlande: Unterschied zwischen den Versionen

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In historischer Zeit war „Niederlande“ die Bezeichnung für ein Konglomerat von Ländern (daher die Mehrzahlform „[die] Niederlande“), dessen Gebiet dem der heutigen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg entspricht. Diese Länder gelangten im Spätmittelalter nach und nach unter die Herrschaft der Herzöge von Burgund und durch das Aussterben des Herzogsgeschlechts sowie die „Burgundische Heirat“ – Maximilian I. und Maria von Burgund – an die Habsburger, und zwar mit Maximilians Enkel, Kaiser Karl V., an deren spanische Linie. Unter Karl V. bestanden die Niederlande aus 17 Provinzen. Unter seinem Sohn, dem spanischen König Philipp II., revoltierten die sieben nördlichen, großteils protestantischen Provinzen Holland, Seeland, Groningen, Utrecht, Friesland, Gelderland und Overijssel gegen die spanische Herrschaft und gründeten 1581 die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen – die Keimzelle der heutigen Niederlande.
In historischer Zeit war „Niederlande“ die Bezeichnung für ein Konglomerat von Ländern (daher die Mehrzahlform „[die] Niederlande“), dessen Gebiet dem der heutigen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg entspricht. Diese Länder gelangten im Spätmittelalter nach und nach unter die Herrschaft der Herzöge von Burgund und durch das Aussterben des Herzogsgeschlechts sowie die „Burgundische Heirat“ – Maximilian I. und Maria von Burgund – an die Habsburger, und zwar mit Maximilians Enkel, Kaiser Karl V., an deren spanische Linie. Unter Karl V. bestanden die Niederlande aus 17 Provinzen. Unter seinem Sohn, dem spanischen König Philipp II., revoltierten die sieben nördlichen, großteils protestantischen Provinzen Holland, Seeland, Groningen, Utrecht, Friesland, Gelderland und Overijssel gegen die spanische Herrschaft und gründeten 1581 die Republik der Sieben Vereinigten Provinzen – die Keimzelle der heutigen Niederlande.


Die südlichen Provinzen Brabant, Limburg, Luxemburg, Flandern, Artois, Hennegau, Namur, Zütphen und Mecheln blieben Spanien treu (das in dem folgenden Krieg noch Teile von Flandern, Brabant, Geldern und Limburg an die nördlichen Niederlande abtreten musste).
Die südlichen Provinzen Brabant, Limburg, Luxemburg, Flandern, Artois, Hennegau, Namur, Zütphen und Mecheln blieben [[Spanien]] treu (das in dem folgenden Krieg noch Teile von Flandern, Brabant, Geldern und Limburg an die nördlichen Niederlande abtreten musste).


Bis zur Loslösung der nördlichen Niederlande lagen die wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Niederlande – Antwerpen, Brügge, Brüssel, Gent, Mecheln ua. – in den südlichen Provinzen. Wenn daher historisch von „Niederländischen Schulen“ der Musik und der Malerei gesprochen wird, bezieht sich diese Bezeichnung oft auf die südlichen Niederlande, also das heutige Belgien. Auch sind es die Belgier, die Kaiser Karl V. – der im Süden der Niederlande aufgewachsen war und Französisch als Muttersprache hatte – als ihren Landsmann reklamieren können.
Bis zur Loslösung der nördlichen Niederlande lagen die wirtschaftlichen und kulturellen Zentren der Niederlande – Antwerpen, Brügge, Brüssel, Gent, Mecheln ua. – in den südlichen Provinzen. Wenn daher historisch von „Niederländischen Schulen“ der Musik und der Malerei gesprochen wird, bezieht sich diese Bezeichnung oft auf die südlichen Niederlande, also das heutige Belgien. Auch sind es die Belgier, die Kaiser Karl V. – der im Süden der Niederlande aufgewachsen war und Französisch als Muttersprache hatte – als ihren Landsmann reklamieren können.