Morzg: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Der Stadtteil entwickelte sich, vom historischen Siedlungskern in Morzg ausgehend, zur [[Morzger Straße]] hinunter und stadteinwärts nach Norden entlang der [[Gneiser Straße]]. Morzg zugehörig ist [[Kleingmain]], ein | + | Der Stadtteil entwickelte sich, vom historischen Siedlungskern in Morzg ausgehend, zur [[Morzger Straße]] hinunter und stadteinwärts nach Norden entlang der [[Gneiser Straße]]. Morzg zugehörig ist [[Kleingmain]], ein Ortsteil, der entlang der [[Nonntaler Hauptstraße]] und der [[Hofhaymer-Allee]] an den Stadtteil [[Nonntal]] angrenzt. Im Osten des Siedlungskernes von Morzg liegen das [[Landschaftsschutzgebiet Hellbrunner Allee|Landschaftsschutzgebiet]] der [[Hellbrunner Allee]], an deren Ende im Süden das [[Schloss Hellbrunn]] und der [[Schlosspark Hellbrunn|Landschaftsgarten]] von [[Hellbrunn]] liegen. Nördlich an Morzg anschließend befindet sich der [[Salzburger Kommunalfriedhof]]. Das Gebiet südlich davon - bereits in Morzg - sind Wiesen und Äcker, die als Friedhoferweiterungsgebiet geplant sind. Im Süden von Morzg liegen die [[Morzger Hügel]] und der [[Morzger Eichetwald]], die eine natürliche Grenze zu den außerhalb der Stadtgrenze liegenden Gemeinden [[Anif]] und [[Grödig]] bilden. |
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| − | Als [[Kleingmain]] wird heute ein kleiner Siedlungskern bezeichnet, der im Westen von der [[Nonntaler Hauptstraße]], im Norden von der [[Hofhaymer-Allee]] und im Osten und im Süden von der [[Hellbrunner Allee]] und den die Allee umgebenden freien Wiesen (als Teil des Hellbrunner | + | Als [[Kleingmain]] wird heute ein kleiner Siedlungskern bezeichnet, der im Westen von der [[Nonntaler Hauptstraße]], im Norden von der [[Hofhaymer-Allee]] und im Osten und im Süden von der [[Hellbrunner Allee]] und den die Allee umgebenden freien Wiesen (als Teil des [[Landschaftsraum Hellbrunn|Hellbrunner Landschaftstraumes]]) begrenzt wird. |
| − | Der Name "Gmain" (althochdeutsch gimeini) bedeutet "allgemeiner wechselnder (gemeinschaftlicher) Besitz". In Kleingmain befanden sich (abseits der Hellbrunner Allee) einst jene freien Wiesen, auf denen die Bürger der Stadt Salzburg das Privileg besaßen, ihr Vieh gemeinsam weiden zu lassen. | + | Der Name "Gmain" (althochdeutsch ''gimeini'') bedeutet "allgemeiner wechselnder (gemeinschaftlicher) Besitz". In Kleingmain befanden sich (abseits der Hellbrunner Allee) einst jene freien Wiesen, auf denen die [[Bürger der Stadt Salzburg]] das Privileg besaßen, ihr Vieh gemeinsam weiden zu lassen. |
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| + | Am [[19. Juli]] [[1906]] wird der einzige Nachweis einer [[Archips crataegana]] (Schmetterlingsart) aus der [[Stadt Salzburg]] in Morzg von [[Karl Philipp Mitterberger]] erbracht. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen ''marciaco'' und bedeutet „Siedlung des Marcius“. Der Ort wurde erstmals [[790]] urkundlich erwähnt, als der [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzog]] [[Theodebert]] dem [[Benediktinenstift Nonnberg]] "Marciago" schenkte. | Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen ''marciaco'' und bedeutet „Siedlung des Marcius“. Der Ort wurde erstmals [[790]] urkundlich erwähnt, als der [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzog]] [[Theodebert]] dem [[Benediktinenstift Nonnberg]] "Marciago" schenkte. | ||
| − | Die ältesten Fundstätten der heutigen [[Katastralgemeinde]] | + | Die ältesten Fundstätten der heutigen [[Katastralgemeinde Morzg]] liegen am Hangfuß des [[Hellbrunner Berg]]es und zählen zu den bedeutendsten Fundstätten im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]]. Auch der Raum des heutigen Siedlungskernes von Morzg war jungsteinzeitlich, vor allem aber in der [[Bronzezeit]] und auch in der [[Römer]]zeit (Gut Marciago) teilweise besiedelt, wie zahlreiche Funde belegen. Der Ort entwickelte sich aus einem bäuerlichen Haufendorf. |
| − | Das alte Herrengut [[Montforter Hof|Montfort]] (Golser Hof) | + | Das alte Herrengut [[Montforter Hof|Montfort]] (Golser Hof) im Süden von Morzg und südlich an den Morzger Hügel angrenzend, wird urkundlich seit [[1334]] genannt. |
| − | [[1825]] wurde Morzg vom Landschaftsmaler [[Johann Michael Sattler]] auf dessen [[Sattler-Panorama|Salzburg-Panorama]] dargestellt <ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Sattler-Panorama#/media/File:Sattler_panorama_sued_gross.jpg Johann Michael Sattler / Salzburg-Panorama / Blick nach Süden]</ref>. | + | [[1825]] wurde Morzg vom Landschaftsmaler [[Johann Michael Sattler]] auf dessen [[Sattler-Panorama|Salzburg-Panorama]] dargestellt<ref>[https://de.wikipedia.org/wiki/Sattler-Panorama#/media/File:Sattler_panorama_sued_gross.jpg Johann Michael Sattler / Salzburg-Panorama / Blick nach Süden]</ref>. |
| − | [[1902]] Ansichtskarte von Morzg mit [[Rote Elektrische]]<ref>[http://www.ebay.at/itm/tolle-Kunstler-AK-Franz-Kulstrunk-Morzg-Gesamtansicht-mit-Kleinbahn-/311520402005?hash=item4888101a55 eBay.de]</ref> | + | [[1902]] - Ansichtskarte von Morzg mit [[Rote Elektrische]]<ref>[http://www.ebay.at/itm/tolle-Kunstler-AK-Franz-Kulstrunk-Morzg-Gesamtansicht-mit-Kleinbahn-/311520402005?hash=item4888101a55 eBay.de]</ref> |
[[1915]] Ansichtskarte von Cafe & Restaurant Karl Geissler in Morzg <ref>[http://www.ebay.at/itm/alte-Kunstler-AK-Franz-Kulstrunk-Morzg-Cafe-Restaurant-Karl-Geissler-1915-/301854465174?hash=item4647ed9c96 eBay.de]</ref> | [[1915]] Ansichtskarte von Cafe & Restaurant Karl Geissler in Morzg <ref>[http://www.ebay.at/itm/alte-Kunstler-AK-Franz-Kulstrunk-Morzg-Cafe-Restaurant-Karl-Geissler-1915-/301854465174?hash=item4647ed9c96 eBay.de]</ref> | ||
| − | [[1935]] wurde die selbständige Gemeinde Morzg in kleinen Teilen, in ihren wesentlichen Teilen aber mit [[1. Jänner]] [[1939]] in das Stadtgebiet von Salzburg [[Eingemeindungen#Stadt Salzburg|eingemeindet]]. Zur | + | [[1935]] wurde die selbständige Gemeinde Morzg in kleinen Teilen, in ihren wesentlichen Teilen aber mit [[1. Jänner]] [[1939]] in das Stadtgebiet von Salzburg [[Eingemeindungen#Stadt Salzburg|eingemeindet]]. Zur Katastralgemeinde Morzg gehören die einst weitläufigen Auwaldflächen, deren Namen (Grafenau, Herrenau) noch an ehemalige Herrensitze erinnern. Sie sind heute großteils als Gewerbegebiet genutzt und von der [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]] aufgeschlossen. Dieser salzachnahe Siedlungsraum hat sich dabei heute zum eigenen Stadtteil [[Salzburg Süd]] weiterentwickelt. |
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Version vom 4. November 2016, 17:59 Uhr
vlnr. Hellbrunn, Keltenallee, Morzger Eichetwald, Hellbrunner Allee, Morzg, Flurwegsiedlung, Gneis; Ansicht: Ost nach West
Morzg ist ein Stadtteil im Süden von Salzburg.
Bevölkerung
In Morzg leben etwa 2 200 Bewohner.[1]
Geografie
Morzg
Der Stadtteil entwickelte sich, vom historischen Siedlungskern in Morzg ausgehend, zur Morzger Straße hinunter und stadteinwärts nach Norden entlang der Gneiser Straße. Morzg zugehörig ist Kleingmain, ein Ortsteil, der entlang der Nonntaler Hauptstraße und der Hofhaymer-Allee an den Stadtteil Nonntal angrenzt. Im Osten des Siedlungskernes von Morzg liegen das Landschaftsschutzgebiet der Hellbrunner Allee, an deren Ende im Süden das Schloss Hellbrunn und der Landschaftsgarten von Hellbrunn liegen. Nördlich an Morzg anschließend befindet sich der Salzburger Kommunalfriedhof. Das Gebiet südlich davon - bereits in Morzg - sind Wiesen und Äcker, die als Friedhoferweiterungsgebiet geplant sind. Im Süden von Morzg liegen die Morzger Hügel und der Morzger Eichetwald, die eine natürliche Grenze zu den außerhalb der Stadtgrenze liegenden Gemeinden Anif und Grödig bilden.
Kleingmain
- Hauptartikel: Kleingmain
Als Kleingmain wird heute ein kleiner Siedlungskern bezeichnet, der im Westen von der Nonntaler Hauptstraße, im Norden von der Hofhaymer-Allee und im Osten und im Süden von der Hellbrunner Allee und den die Allee umgebenden freien Wiesen (als Teil des Hellbrunner Landschaftstraumes) begrenzt wird.
Der Name "Gmain" (althochdeutsch gimeini) bedeutet "allgemeiner wechselnder (gemeinschaftlicher) Besitz". In Kleingmain befanden sich (abseits der Hellbrunner Allee) einst jene freien Wiesen, auf denen die Bürger der Stadt Salzburg das Privileg besaßen, ihr Vieh gemeinsam weiden zu lassen.
Nonnberghof Wiesen
- Hauptartikel: Nonnberghof Wiesen
Das Gebiet Nonnberghof Wiesen erstreckt sich zwischen der Morzger Straße im Osten und der Gneiser Straße im Westen.
Landschaftsräume, Naturdenkmäler
- Morzger Eichetwald
- Linden beim Montforterhof
- Hellbrunner Allee
- Eichenreihe bei Hellbrunn
- Naturdenkmal Eiche am Flurweg
Gewässer
- Eschenbach, heute verlandet
- Hellbrunner Bach
- Zellerbach
Fauna
Am 19. Juli 1906 wird der einzige Nachweis einer Archips crataegana (Schmetterlingsart) aus der Stadt Salzburg in Morzg von Karl Philipp Mitterberger erbracht.
Geschichte
Der Name Morzg kommt aus dem lateinischen marciaco und bedeutet „Siedlung des Marcius“. Der Ort wurde erstmals 790 urkundlich erwähnt, als der Bayernherzog Theodebert dem Benediktinenstift Nonnberg "Marciago" schenkte.
Die ältesten Fundstätten der heutigen Katastralgemeinde Morzg liegen am Hangfuß des Hellbrunner Berges und zählen zu den bedeutendsten Fundstätten im Land Salzburg. Auch der Raum des heutigen Siedlungskernes von Morzg war jungsteinzeitlich, vor allem aber in der Bronzezeit und auch in der Römerzeit (Gut Marciago) teilweise besiedelt, wie zahlreiche Funde belegen. Der Ort entwickelte sich aus einem bäuerlichen Haufendorf.
Das alte Herrengut Montfort (Golser Hof) im Süden von Morzg und südlich an den Morzger Hügel angrenzend, wird urkundlich seit 1334 genannt.
1825 wurde Morzg vom Landschaftsmaler Johann Michael Sattler auf dessen Salzburg-Panorama dargestellt[2].
1902 - Ansichtskarte von Morzg mit Rote Elektrische[3]
1915 Ansichtskarte von Cafe & Restaurant Karl Geissler in Morzg [4]
1935 wurde die selbständige Gemeinde Morzg in kleinen Teilen, in ihren wesentlichen Teilen aber mit 1. Jänner 1939 in das Stadtgebiet von Salzburg eingemeindet. Zur Katastralgemeinde Morzg gehören die einst weitläufigen Auwaldflächen, deren Namen (Grafenau, Herrenau) noch an ehemalige Herrensitze erinnern. Sie sind heute großteils als Gewerbegebiet genutzt und von der Alpenstraße aufgeschlossen. Dieser salzachnahe Siedlungsraum hat sich dabei heute zum eigenen Stadtteil Salzburg Süd weiterentwickelt.
Öffentliche Einrichtungen
Sehenswürdigkeiten
Stadtpfarrkirche Morzg
- Hauptartikel: Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus
Die Stadtpfarrkirche Morzg ist urkundlich erstmals 1139 erwähnt. An die Stelle des ursprünglichen romanischen trat später ein gotischer Kirchenbau mit dem erhaltenen polygonalen Chorabschluss. 1683 wurde diese Kirche zu einer barocken Staffelkirche umgebaut. Der Zwiebelturm stammt von 1764. Die Kirche ist heute mit bemerkenswerten Fresken geschmückt, die Anton Faistauer 1922/1923 − teilweise mit Hilfe von Mitarbeitern, darunter auch Wilhelm Kaufmann − schuf und die heute einen besonderen Anziehungspunkt darstellen. Der gotische Flügelaltar stammt von1480. Die Außenwand der Kirche schmückt ein römischer Grabstein mit der Skulptur eines Delphins, der aus dem 2./3. Jahrhundert stammt.
Bauten
- (alphabetisch)
Bliemhof (landwirtschaftlicher Gutshof, später Gasthaus, heute Privathaus), Davidenhof, Gwandhaus (früher Schloss Lasserhof) und Kayserburg, Lainerhof, Maria Theresien Schlössl, Schloss Montfort, Morzgerhof, Pfarrhof Morzg, Stadtpfarrkirche Morzg;
Wohnsiedlungen
Verkehr
Straßen
wichtige Straßen
Morzger Straße, Gneiser Straße, Kleingmainer Gasse, Dossenweg und Dr.-Sylvester-Straße;
alle Straßen und Wege
(alphabetisch)
Angerweg, Benevolistraße, Bernardigasse, Biberngasse, Bliemhofweg, Buchholzhofstraße, Caldarastraße, Diabellistraße, Dossenweg, Dr.-Sylvester-Straße, Dr.-Viehauser-Straße, Flurweg, Gneiser Straße, Hellbrunner Allee, Ignaz-Eigenherr-Weg, Jakob-Hacksteiner-Weg, Johnweg, Joseph-Wölfl-Straße, Keltenallee, Kleingmainer Gasse, Kreuzhofweg, Lasserhofweg, Malerweg, Montforterweg, Morzger Straße, Offingerweg, Quellenweg, Thierweg
Betriebe und Unternehmen
- Bäckerei Ketter, früher Gasthof Zur Einöd
- Erentrudishof (landwirtschaftlicher Gutshof)
- Offingergut
Gesellschaft und Soziales
- Turnverein Morzg
- Morzger Krampusse
- Tageshospiz Kleingmain
- Lebenshilfe Morzg
- Raphael Hospiz Salzburg
- Verein Einstieg im Annahof
Kultur
- Theatergruppe Die Kleingmainer
Persönlichkeiten
- Lebende:
- Fritz Egger, Kabaretist
- Harald Lettner, Rechtsanwalt, Bürgermeister der Stadt Salzburg a.D.
- Verstorbene:
- Franz Guggenberger, Pfarrer
- Martin Knoll, Baumeister
- Josef Rehrl, Lehrer, Landeshauptmann
- Alois Schmiedbauer, Kunsterzieher, Maler, Fotograf
Ehrenbürger
Aus der Zeit vor der Eingemeindung:
Politik
Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Morzg
- Hauptartikel: Bürgermeister der Gemeinde Morzg
Bildergalerie
- Luftbild Morzg Flurwegsiedlung 20160928 124703.jpg
Flurwegsiedlung, Luftbild vom 28.09.2016
weitere Bilder
Morzg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Morzg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Chronik auf der ehemaligen Homepage Gasthaus Bliemhof (nicht mehr existent)
- Salzburg Stadtteilnamen
- von Mag. Thomas Schmiedbauer aus Morzg wurden alle Straßen und Wege im Okt.u.Nov. 2015 überarbeitet und mit Fotos versehen.