Kaspar Karl Moser: Unterschied zwischen den Versionen
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Er war der Sohn des Henndorfer Brauherrn und Gastwirts [[Caspar Ferdinand Moser]], dem er [[1875]] als Brauherr und Besitzer des [[Caspar-Moser-Bräu]]s sowie des dazugehörigen Gutsbetriebes folgte. | Er war der Sohn des Henndorfer Brauherrn und Gastwirts [[Caspar Ferdinand Moser]], dem er [[1875]] als Brauherr und Besitzer des [[Caspar-Moser-Bräu]]s sowie des dazugehörigen Gutsbetriebes folgte. | ||
Als Bürgermeister stand er in den Jahren [[1882]] bis [[1888]] der Gemeinde Henndorf vor. | Als [[Bürgermeister der Gemeinde Henndorf am Wallersee|Bürgermeister]] stand er in den Jahren [[1882]] bis [[1888]] der Gemeinde Henndorf vor. | ||
Auch als Bauherr hinterließ er Spuren: Durch den Salzburger Baumeister [[Valentin Ceconi]] ließ er [[1876]][[1877|/77]] ein Nebengebäude der Brauerei, das ehemals hochfürstliche Branntweinhaus, zu einer gründerzeitlichen Villa im Neorenaissancestil umgestalten (heute Moser-Villa, Hauptstraße Nr. 55). Der [[Caspar-Moser-Br%C3%A4u|Bräugasthof]] musste nach dem Brand von [[1893]] wieder aufgebaut werden. Die Sommervilla (heute Hauptstraße Nr. 60), eine spätgründerzeitliche Villa im Landhausstil, entstand nach der Jahrhundertwende. | Auch als Bauherr hinterließ er Spuren: Durch den Salzburger Baumeister [[Valentin Ceconi]] ließ er [[1876]][[1877|/77]] ein Nebengebäude der Brauerei, das ehemals hochfürstliche Branntweinhaus, zu einer gründerzeitlichen Villa im Neorenaissancestil umgestalten (heute Moser-Villa, [[Hauptstraße (Henndorf am Wallersee)|Hauptstraße]] Nr. 55). Der [[Caspar-Moser-Br%C3%A4u|Bräugasthof]] musste nach dem Brand von [[1893]] wieder aufgebaut werden. Die Sommervilla (heute Hauptstraße Nr. 60), eine spätgründerzeitliche Villa im Landhausstil, entstand nach der Jahrhundertwende. | ||
Caspar Moser blieb unverheiratet, scharte aber gerne seine Neffen und Nichten, darunter [[Richard Mayr|Richard]] und [[Carl Mayr]], um sich. | Caspar Moser blieb unverheiratet, scharte aber gerne seine Neffen und Nichten aus den Familien [[Moser (Henndorf)]], Kurer, [[Irresberger]] und [[Mayr (Gastwirt)|Mayr]], darunter [[Richard Mayr|Richard]] und [[Carl Mayr]], um sich. | ||
Sein Gasthof war auch ein Zentrum der [[Sommerfrischler]]. | Sein Gasthof war auch ein Zentrum der [[Sommerfrische|Sommerfrischler]]. | ||
[[1899]] übergab Caspar Moser einen Teil seines Besitzes, darunter die Brauerei, seinem Neffen Karl Guido Kurer ([[1869]] | [[1899]] übergab Caspar Moser einen Teil seines Besitzes, darunter die Brauerei, seinem Neffen Karl Guido Kurer (* [[1869]], † [[1906]]). Dieser ließ [[1905]]/[[1906|06]] das neue Brauhaus errichten. Er starb bereits [[1906]], und der Besitz fiel an Caspar Moser zurück. | ||
Nach Kaspars Tod [[1909]] erbten alle Neffen und Nichten, 24 Personen, den Besitz. Von diesen taten sich 14 zu einer Gesellschaft zusammen. Die Brauerei wurde freilich schon [[1915]] an das Unternehmen | Nach Kaspars Tod [[1909]] erbten alle Neffen und Nichten, 24 Personen, den Besitz. Von diesen taten sich 14 zu einer Gesellschaft zusammen. Die Brauerei wurde freilich schon [[1915]] an das Unternehmen „Salzburger Brauereien“ verkauft und von diesem [[1916]] stillgelegt – ein herber Schlag für Henndorfs Wirtschaftsleben. Den Bräugasthof erwarben [[1915]] Caspars Neffen Richard und Carl Mayr, verkauften ihn jedoch [[1930]] wieder. [[1919]] erstanden die [[Gebr%C3%BCder_Woerle_GmbH|Gebrüder Woerle]] das neue Brauhaus für ihre Käseerzeugung. [[1926]] veräußerte die Erbengemeinschaft auch den Gutsbesitz, sodass innerhalb weniger Jahre der Mosersche Besitz in alle Winde zerstreut wurde. | ||
Der Bräuwirt Caspar Moser jedoch wurde in Henndorf zur „Legende“, in deren Bild sich Kunst- und Prachtliebe, Großzügigkeit und Schalkhaftigkeit mischten. [[Carl Zuckmayer]] setzte ihm in seiner Erzählung „Der Seelenbräu“ in der Gestalt des „Leibesbräu“, des Köstendorfer Brauherrn Mathias Hochleitner, ein literarisches Denkmal. | Der Bräuwirt Caspar Moser jedoch wurde in Henndorf zur „Legende“, in deren Bild sich Kunst- und Prachtliebe, Großzügigkeit und Schalkhaftigkeit mischten. [[Carl Zuckmayer]] setzte ihm in seiner Erzählung „Der Seelenbräu“ in der Gestalt des „Leibesbräu“, des Köstendorfer Brauherrn Mathias Hochleitner, ein literarisches Denkmal. | ||
Seine sterblichen Überreste ruhen in der [[Caspar Ferdinand Moser|Moserschen Grabstätte]] im Eingang der [[ | Seine sterblichen Überreste ruhen in der [[Caspar Ferdinand Moser|Moserschen Grabstätte]] im Eingang der [[Pfarrkirche zum hl. Vitus|Henndorfer Pfarrkirche]]. | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
* * [[Walburg Schobersberger]], ''Carl Mayr und sein Umkreis'', in: ''Henndorf am Wallersee.'' Herausgegeben von [[Alfred Stefan Weiß]], [[Karl Ehrenfellner]] und [[Sabine Veits-Falk|Sabine Falk]]. Eigenverlag der Gemeinde Henndorf am Wallersee 1992. S. 351 ff. | * * [[Walburg Schobersberger]], ''Carl Mayr und sein Umkreis'', in: ''Henndorf am Wallersee.'' Herausgegeben von [[Alfred Stefan Weiß]], [[Karl Ehrenfellner]] und [[Sabine Veits-Falk|Sabine Falk]]. Eigenverlag der Gemeinde Henndorf am Wallersee 1992. S. 351 ff. | ||
* Otto Kunz: Richard Mayr. Weihe, Herz und Humor im Baßschlüssel. Verlag Das | * Otto Kunz: ''Richard Mayr. Weihe, Herz und Humor im Baßschlüssel''. [[Verlag "Das Bergland-Buch"]] Graz—Leipzig—Berlin 1933. Zu Caspar Moser S. 43 ff. | ||
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[[Kategorie:Bürgermeister (Flachgau)|Moser, Kaspar Karl]] | [[Kategorie:Bürgermeister (Flachgau)|Moser, Kaspar Karl]] | ||
[[Kategorie:Bürgermeister der Gemeinde Henndorf am Wallersee|Moser, Kaspar Karl]] | |||