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== Die Wiener Linie im 20. Jahrhundert ==
 
== Die Wiener Linie im 20. Jahrhundert ==
Simon (III.) Baron von Hagenauer war in seiner Jugend ein begeisterter Jäger, Segler und Reiter und besaß später auch Rennpferde. Er wurde wie sein Vater Jurist und war vorerst als Amtsleiter in der Bezirkshauptmannschaft Windischgraz, dann als Bezirkskommisär bei der Landeshauptmannschaft in Graz tätig. 1922 wechselte er in die Burgenländische Landeshauptmannschaft in Eisenstadt. Im Jahr [[1924]] hatte er die ebenfalls aus sehr religiösem Haus stammende Steirerin Berta Ritter in Graz geheiratet. 1925 kam ihr Sohn Wolfgang (VI.) in Wien auf die Welt, wobei Ludwig Freiherr von Cornaro Pate wurde. Zwischen 1921 und 1926 war der inzwischen zum wirkl. Hofrath ernannte Verfassungsjurist Dr. Hagenauer in der burgenländischen Landes-Hauptmannschaft mit der Ausarbeitung der Gesetze für das jüngst zur Republik Österreich hinzugekommene Bundesland Burgenland betraut worden. Anlässlich des Anschlusses Burgenlands an Österreich 1922 war unter den Verfassungs-Gesetzen Burgenlands das Adelsaufhebungsgesetz jedoch nicht aufgezählt worden, da man aus realpolitischen Gründen die burgenländischen Adeligen pro-österreichisch stimmen wollte. Im Jahr [[1929]] war auch die päpstliche Baronie der Hagenauer durch die Lateranverträge, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien abgeschlossen wurden, als italienischer Adel anerkannt worden. Per königlichem Dekret Viktor Emanuel III. wurde der Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Simon (III.) de Hagenauer auf alle ehelichen Nachkommen als ''"Baroni de Hagenauer"'' ausgeweitet und bestätigt. In dieser Zeit war Berta Baronin von Hagenauer als Leiterin des katholischen Frauenreferates und des Mutterschutzwerkes im Burgenland aktiv und hatte intensive freundschaftliche Kontakte zu anderen politsch und sozial aktiven Frauen, wie zu Franziska Fürstin von Starhemberg (Fanny Starhemberg) oder Leopoldine Miklas (Frau des österreichischen Bundespräsidenten). In der NS-Zeit sollte Baronin Berta Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden.  
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Simon (III.) Baron von Hagenauer war in seiner Jugend ein begeisterter Jäger, Segler und Reiter und besaß später auch Rennpferde. Er wurde wie sein Vater Jurist und war vorerst als Amtsleiter in der Bezirkshauptmannschaft Windischgraz, dann als Bezirkskommisär bei der Landeshauptmannschaft in Graz tätig. 1922 wechselte er in die Burgenländische Landeshauptmannschaft in Eisenstadt. Im Jahr [[1924]] hatte er die ebenfalls aus sehr religiösem Haus stammende Steirerin Berta Ritter in Graz geheiratet. 1925 kam ihr Sohn Wolfgang (VI.) in Wien auf die Welt, wobei sein Onkel Ludwig Freiherr von Cornaro Pate wurde. Zwischen 1921 und 1926 war der inzwischen zum wirkl. Hofrath ernannte Verfassungsjurist Dr. Hagenauer in der burgenländischen Landes-Hauptmannschaft mit der Ausarbeitung der Gesetze für das jüngst zur Republik Österreich hinzugekommene Bundesland Burgenland betraut worden. Anlässlich des Anschlusses Burgenlands an Österreich 1922 war unter den Verfassungs-Gesetzen Burgenlands das Adelsaufhebungsgesetz jedoch nicht aufgezählt worden, da man aus realpolitischen Gründen die burgenländischen Adeligen pro-österreichisch stimmen wollte. Im Jahr [[1929]] war auch die päpstliche Baronie der Hagenauer durch die Lateranverträge, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Königreich Italien abgeschlossen wurden, als italienischer Adel anerkannt worden. Per königlichem Dekret Viktor Emanuel III. wurde der Freiherrenstand des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Simon (III.) de Hagenauer auf alle ehelichen Nachkommen als ''"Baroni de Hagenauer"'' ausgeweitet und bestätigt. In dieser Zeit war Berta Baronin von Hagenauer als Leiterin des katholischen Frauenreferates und des Mutterschutzwerkes im Burgenland aktiv und hatte intensive freundschaftliche Kontakte zu anderen politsch und sozial aktiven Frauen, wie zu Franziska Fürstin von Starhemberg (Fanny Starhemberg) oder Leopoldine Miklas (Frau des österreichischen Bundespräsidenten). In der NS-Zeit sollte Baronin Berta Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime werden.  
    
[[1938]] wurde der Verfassungsjurist Baron Simon III., für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren Gesinnung" seines Amtes enthoben und ohne Pensionsanspruch aus dem  Staatsdienst entlassen. Er kehrte mit seiner Familie nach Wien zurück und starb bereits im Jahr [[1940]]. In Wien waren das Akademische Gymnasium sowie die Theresianische Akademie kurz nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten teilweise oder ganz geschlossen worden. 1940 sandte man daher Baron Wolfgang VI. in die Schweiz auf das St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg", um ihn dem Wunsch seines verstorbenen Vaters entsprechend der NS-Propaganda zu entziehen. Während eines Urlaubs im Dezember 1943 in Wien war Baron Wolfgang VI. auf Grund eines nach Berlin gesandten Spitzelberichtes, ''"Hagenauers politische Einstellung entspräche nicht nationalsozialistischen Intentionen und er verkehre in St. Gallen mit Juden"'', die Ausreise aus dem "Deutschen Reichsgebiet" verboten worden. Kurz darauf erhielt er die Einberufung zur Stellung. Nachdem somit seine Rückreise in das schweizer Internat unmöglich geworden war, legte Wolfgang die Matura gezwungenermaßen auf "deutschem Boden" im Benediktinergymnasium des Klosters Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab.  
 
[[1938]] wurde der Verfassungsjurist Baron Simon III., für den eine führende Stelle beim Obersten Gerichtshofs (OGH) vorgesehen gewesen war, nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich auf Grund seiner "untragbaren Gesinnung" seines Amtes enthoben und ohne Pensionsanspruch aus dem  Staatsdienst entlassen. Er kehrte mit seiner Familie nach Wien zurück und starb bereits im Jahr [[1940]]. In Wien waren das Akademische Gymnasium sowie die Theresianische Akademie kurz nach dem "Anschluss" im Jahr 1938 von den Nationalsozialisten teilweise oder ganz geschlossen worden. 1940 sandte man daher Baron Wolfgang VI. in die Schweiz auf das St. Gallener Internat "Institut auf dem Rosenberg", um ihn dem Wunsch seines verstorbenen Vaters entsprechend der NS-Propaganda zu entziehen. Während eines Urlaubs im Dezember 1943 in Wien war Baron Wolfgang VI. auf Grund eines nach Berlin gesandten Spitzelberichtes, ''"Hagenauers politische Einstellung entspräche nicht nationalsozialistischen Intentionen und er verkehre in St. Gallen mit Juden"'', die Ausreise aus dem "Deutschen Reichsgebiet" verboten worden. Kurz darauf erhielt er die Einberufung zur Stellung. Nachdem somit seine Rückreise in das schweizer Internat unmöglich geworden war, legte Wolfgang die Matura gezwungenermaßen auf "deutschem Boden" im Benediktinergymnasium des Klosters Ettal (Garmisch-Partenkirchen, Bayern) ab.  
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