| Zeile 68: |
Zeile 68: |
| | | | |
| | === Ereignisse === | | === Ereignisse === |
| − | ==== 2024: Ein ÖBB-railjet-Lokführer in Neumarkt am Wallersee zu halten ==== | + | ==== 2024: Ein ÖBB-railjet-Triebfahrzeugführer vergisst in Neumarkt am Wallersee zu halten ==== |
| − | Am [[18. April]] [[2024]] vergaß ein ÖBB-railjet-Lokführer in Neumarkt am Wallersee zu halten.<br /> | + | Am [[18. April]] [[2024]] vergaß ein ÖBB‑railjet‑Lokführer in Neumarkt am Wallersee zu halten. Laut Telefonaten mit Reisenden war der Halt im Zug ordnungsgemäß angesagt worden, dennoch fuhr der Triebfahrzeugführer ohne Halt durch. Die Passagiere, die in Neumarkt a. W. aussteigen wollten, mussten bis zum nächsten Halt, dem [[Hauptbahnhof Salzburg]], weiterfahren. Umsteigepassagiere auf die [[Mattigtalbahn]] nach [[Braunau am Inn]] mussten eine rund eine Stunde längere Bahnfahrt in Kauf nehmen. |
| − | 20:30 Uhr ... die Lautsprecheransage kündigt den Halt des railjets von Wien kommend im Bahnhof Neumarkt am Wallersee an.<br />
| |
| − | 20:31 Uhr ... mit voller Geschwindigkeit rauscht der railjet durch den Bahnhof weiter nach Salzburg.<br />
| |
| | | | |
| − | Aufgrund von Telefonaten mit im Zug Reisenden wurde bekannt, dass im Zug der Halt angesagt worden war. Der Triebfahrzeugführer hielt jedoch nicht im Bahnhof. Die Passagiere, die in Neumarkt a. W. aussteigen wollten, mussten bis zum nächsten Halt des railjets, dem [[Hauptbahnhof Salzburg]], fahren. Diesen erreichten sie um 20:48 Uhr und konnten noch in den Zug nach Neumarkt zurück um 20:55 Uhr (Ankunft 21:18 Uhr) einsteigen. Die Reisende unter den Passagieren des railjets hätten in Neumarkt um 20:38 Uhr einen Anschluss nach Braunau am Inn gehabt, den sie nun erst um 21:38 Uhr hatten.
| + | Am [[19. April]] 2024 erhielt [[Peter Krackowizer]], der den Vorfall persönlich erlebt hatte, auf Anfrage die Stellungnahme der ÖBB‑Presseabteilung Salzburg, Mag. [[Robert Mosser]], Pressesprecher Salzburg Konzernkommunikation/Newsroom Media Relations<ref>E-Mail an Admin. Peter am 19. April 2024</ref>: |
| | + | <blockquote>''Der RJ744 ist am 18.04. in Neumarkt am Wallersee bedauerlicherweise ohne Halt durchgefahren, da der Triebfahrzeugführer den Halt im Buchfahrplan zu spät beachtet hat. Der nächste Streckenabschnitt Richtung Salzburg war zu diesem Zeitpunkt bereits frei – somit zeigte auch das Lichtsignal auf der Strecke grün und damit freie Fahrt an. Durch den entfallenen Halt ist es zu keinem Zeitpunkt zu einer sicherheitsrelevanten Situation gekommen. Wir möchten uns bei den betroffenen Fahrgästen aufrichtig entschuldigen.''</blockquote> |
| | | | |
| − | Am [[19. April]] 2024 erhielt auf Anfrage von [[Peter Krackowizer]], der den Vorfall persönlich erlebt hatte, die Stellungnahme der ÖBB Presseabteilung Salzburg<ref>Mag.[Robert Mosser, Pressesprecher Salzburg Konzernkommunikation/Newsroom Media Relations, E-Mail an Admin. Peter am 19. April 2024</ref>: <blockquote>''Der RJ744 ist am 18.04. in Neumarkt am Wallersee bedauerlicherweise ohne Halt durchgefahren, da der Triebfahrzeugführer den Halt im Buchfahrplan zu spät beachtet hat. Der nächste Streckenabschnitt Richtung Salzburg war zu diesem Zeitpunkt bereits frei – somit zeigte auch das Lichtsignal auf der Strecke grün und damit freie Fahrt an. Durch den entfallenen Halt ist es zu keinem Zeitpunkt zu einer sicherheitsrelevanten Situation gekommen. Wir möchten uns bei den betroffenen Fahrgästen aufrichtig entschuldigen.</blockquote>
| + | Einige Minuten vor der Durchfahrt des railjets mit voller Geschwindigkeit hatte ein langsam fahrender Güterzug den Bahnhof Neumarkt passiert. Hätte dadurch eine Gefahr bestanden? Mosser erklärte dazu, dass der railjet verpflichtend mit dem ETCS – dem ''European Train Control System'' – ausgestattet ist. Wäre das Signal auf "Halt" gestanden, hätte der Zug automatisch eine Zwangsbremsung eingeleitet und wäre rechtzeitig zum Stehen gekommen. Der Güterzug hatte den nächsten Blockabschnitt bereits verlassen – sonst wäre dem Lokführer und dem Zugbeeinflussungssystem nicht "Frei", sondern "Halt" signalisiert worden. |
| − | | |
| − | Ein paar Minuten vor der Durchfahrt des railjets mit voller Geschwindigkeit hatte ein langsam fahrender Güterzug den Bahnhof Neumarkt passiert. Hätte dadurch eine Gefahr für den railjet bestanden? Mag. [[Robert Mosser]] von der Pressestelle der ÖBB beruhigte und teilte dazu mit, dass der railjet verpflichtend mit dem sogenannten ETCS – dem ''European Train Control System'' – ausgestattet ist. Wäre das Signal auf "Halt" gestanden, hätte der Zug vollautomatisch eine Zwangsbremsung eingeleitet und wäre noch vor diesem Signal zum Stehen gekommen. Der Güterzug am Abend des 18. April hatte den nächsten Blockabschnitt bereits verlassen – sonst wäre dem Lokführer und damit auch dem automatischen Zugbeeinflussungssystem eben nicht "Frei" sondern "Halt" signalisiert worden.
| |
| − | | |
| − | ==== Erklärung der ÖBB, wie Verspätungen entstehen können ====
| |
| − | Anlassfall war am [[24. Juli]] 2024 eine 45minütige Verspätung eines railjets von [[Salzburg Hauptbahnhof]] nach Wien (planmäßige Abfahrt 09:11 Uhr) mit planmäßiger Abfahrt um 09:29 Uhr in Neumarkt am Wallersee. Zehn Minuten vor der planmäßigen Abfahrt gab es eine Lautsprecherdurchsage am Bahnhof Neumarkt, dass der railjet RJ549 nach Wien voraussichtlich zehn bis 20 Minuten verspätet sein wird. Fünf Minuten später – 09:24 Uhr – eine weitere Durchsage, dass der Zug voraussichtlich 40 bis 50 Minuten verspätet sein wird. Tatsächlich Abfahrt dann von Neumarkt um 10:14 Uhr. Der nächste Regelzug hatte bereits um 10:29 Uhr in Neumarkt Abfahrt.
| |
| − | | |
| − | Wie kam es zu dieser Verspätung? Peter Krackowizer hatte bei Mag. Robert Mosser, Pressesprecher ÖBB Salzburg nachgefragt:<ref>E-Mail am 25. Juli 2024 von Mag. Mosser an Peter Krackowizer</ref> Die Garnitur des RJ549 kommt planmäßig 22 Minuten vor der Abfahrt nach Wien um 08:49 Uhr am Salzburg Hauptbahnhof als RJ540 aus Wien an. Das ist in der Regel ausreichend für eine sogenannte Wende und die planmäßige Abfahrt nach Wien um 09:11 Uhr. Diese getakteten Umläufe ermöglichen den effizienten Einsatz der Zuggarnituren. Am 24. Juli 2024 war beim RJ540 im Bereich von [[Bahnhof Hallwang-Elixhausen]] eine technische Störung aufgetreten. Der Triebfahrzeugführer konnte diese beheben und erreichte den Salzburger Hauptbahnhof mit einer Verspätung von 31 Minuten um 09:20 Uhr. Mit einer möglichen, schnellen Wendezeit hätte die Garnitur dann als RJ549 mit ca. 15–20 Minuten Verspätung Salzburg wieder Richtung Wien verlassen. Leider wurde am Salzburger Hauptbahnhof festgestellt, dass die Lok wegen des vorher aufgetretenen Defekts umgespannt (ausgewechselt) werden musste. Dieser Vorgang benötigte trotz des bemühten Einsatzes der ÖBB-Mitarbeiter auch Zeit. Somit konnte die Garnitur den Salzburger Hauptbahnhof erst um 09:55 Uhr verlassen und hatte Neumarkt mit 45 Minuten Verspätung erreicht. Es ist nachvollziehbar, dass die Situation für Wartende am Bahnsteig aufgrund der sich erhöhenden Verspätung ärgerlich ist und die Durchsage "aufgrund einer Störung am Zug" nicht diese Details bieten kann. Wie Mag. Mosser weiters mitteilte, waren bisher im Juli 2024 durchschnittlich neun von zehn Railjets in Neumarkt pünktlich unterwegs.
| |
| − | | |
| − | Als umfassender Mobilitäts- und Logistikdienstleister hatten die ÖBB [[2023]] insgesamt 494 Millionen Fahrgäste und mehr als 78 Millionen Tonnen Güter klimaschonend und umweltfreundlich an ihr Ziel gebracht. Auf der [[Westbahnstrecke]] im Bereich von Neumarkt am Wallersee waren täglich durchschnittlich 300 Personen- und Güterzüge unterwegs. Durch den seit Jahren sehr erfreulichen – teils auch durch steigendes Umweltbewusstsein und die Einführung des Klimatickets zu erklärenden – starken Anstieg der Fahrgäste und die damit erhöhte Zahl an Verbindungen wird die Infrastruktur immer stärker ausgelastet. Je stärker aber eine Infrastruktur ausgelastet wird, desto höher sind die Auswirkungen kleiner Störungen auf die Pünktlichkeit.
| |
| | | | |
| | ==== Starkregenfälle und Schneefall Mitte September 2024: railjet-Halte fielen aus ==== | | ==== Starkregenfälle und Schneefall Mitte September 2024: railjet-Halte fielen aus ==== |
| − | [[Starkregenfälle und Schneefall Mitte September 2024]] führten dazu, dass die ÖBB zwischen Wien Hbf und [[Salzburg Hauptbahnhof (Bahnhof)|Salzburg Hbf]] die [[railjet]]-Züge kurzfristig nur mit Doppelgarnituren führten, um mehr Kapazität bieten zu können. Die Halte in [[Vöcklabruck]] und [[Neumarkt am Wallersee]] (Flachgau) mussten daher wegen zu kurzer Bahnsteige entfallen. Auf der Weststrecke konnte in [[Niederösterreich]] nur ein Gleis befahren werden. In Niederösterreich stand abschnittschnittsweise nur ein Gleis zur Verfügung und zumindest noch am [[20. September]] standen Bahnhöfe und Tunnelbereiche entlang der Westbahnstrecke in Niederösterreich bis zu einem Meter unter Wasser.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/oebb-weststrecke-nach-hochwasser-weiter-nur-eingeschraenkt-befahrbar-165373168 20. September 2024]</ref> Alle Züge mussten über die alte, nicht hochgeschwindigkeitsgeeignete Trasse der Westbahn im Bereich St. Pölten - Wien fahren, was zu einer Fahrzeitverlängerung von rund einer halben Stunde führte. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 konnte dann aber wieder der normale Fahrplan auf der normalen Westbahnstrecke hergestellt werden. | + | [[Starkregenfälle und Schneefall Mitte September 2024]] führten dazu, dass die ÖBB zwischen Wien Hbf und [[Salzburg Hauptbahnhof (Bahnhof)|Salzburg Hbf]] die [[railjet]]-Züge kurzfristig nur mit Doppelgarnituren führten, um mehr Kapazität bieten zu können. Die Halte in [[Vöcklabruck]] und [[Neumarkt am Wallersee]] (Flachgau) mussten daher wegen zu kurzer Bahnsteige entfallen. Auf der Weststrecke konnte in [[Niederösterreich]] abschnittsweise nur ein Gleis befahren werden, und zumindest noch am [[20. September]] standen Bahnhöfe und Tunnelbereiche entlang der Westbahnstrecke in Niederösterreich bis zu einem Meter unter Wasser.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/oebb-weststrecke-nach-hochwasser-weiter-nur-eingeschraenkt-befahrbar-165373168 20. September 2024]</ref> Alle Züge mussten über die alte, nicht hochgeschwindigkeitsgeeignete Trasse der Westbahn im Bereich St. Pölten – Wien fahren, was zu einer Fahrzeitverlängerung von rund einer halben Stunde führte. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 konnte dann aber wieder der normale Fahrplan auf der normalen Westbahnstrecke hergestellt werden. |
| | | | |
| | == Bilder == | | == Bilder == |