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Vorblatt: ''1860 // Jänner – S. 1 // Februar – S. 15 // März – S. 26 // April – S. 42 // Mai – S. 69 // Juni – S. 88 // Juli – S. 114 / '' [unterstrichen:] ''1860 1. Begrüßt wurde dieß neue Jahr in angenehmer Gesellschaft bei der Pastete mit Punsch; bis zum Morgen dann mit Julius geschlafen. Unter Tags mehrere obligate (auch zum Theil langweilige) Visiten, Abends bei Zeirunger kurze Spiele, hierauf zum Abschiede von Lürzer Ernst'' [Familie, Anm.] ''am Bahnhof u. dann mit ihm etc. beim Punsch. So wäre der 1. Tag des neuen Jahres wenn auch nicht besonders'' [unterstrichen:] ''gut, doch lustig zugebracht. An andern Tagen dürfte ich wohl fleißiger sein! // 2. Vormittags Seelenmesse für Hr. v. Scheiger (R. i. p.) dann mit Solder Valli d[urc]h die Herrngasse'' [[Herrengasse]] '', promenni[e]rt (6 Grade.) So ist daß Leben – ein steter Wechsel, ein Gefühl drängt das andere, nur weniges ist beständig. Abends 1. Italienische Lection. // 3. Ein höchst gewöhnlicher, alltägl. Tag. Zaire wurde an demselben ausgelesen.<ref>"Zaïre" ist eine Tragödie in fünf Aufzügen von Voltaire.</ref> // 4. Mittwoch. Nicht viel anders. Vergeblich auf einen Brief gewartet. // 5. Donnerstag. Endlich ist der ersehnte Bogen von Lord Byron da!! Abends bei Hartmann, ziemlich gut unterhalten. // 6. Abermals ein Feiertag!! Und wieder mit Nichtsthun verbracht! Abends famose Unterhaltung bei Pla- / '' [Seite 2:] ''zer (Quadrille; Plazer Maria, Baroneß Pohlberg u. Emilie Berner). Uebrigens noch kein Brief!'' […]
 
Vorblatt: ''1860 // Jänner – S. 1 // Februar – S. 15 // März – S. 26 // April – S. 42 // Mai – S. 69 // Juni – S. 88 // Juli – S. 114 / '' [unterstrichen:] ''1860 1. Begrüßt wurde dieß neue Jahr in angenehmer Gesellschaft bei der Pastete mit Punsch; bis zum Morgen dann mit Julius geschlafen. Unter Tags mehrere obligate (auch zum Theil langweilige) Visiten, Abends bei Zeirunger kurze Spiele, hierauf zum Abschiede von Lürzer Ernst'' [Familie, Anm.] ''am Bahnhof u. dann mit ihm etc. beim Punsch. So wäre der 1. Tag des neuen Jahres wenn auch nicht besonders'' [unterstrichen:] ''gut, doch lustig zugebracht. An andern Tagen dürfte ich wohl fleißiger sein! // 2. Vormittags Seelenmesse für Hr. v. Scheiger (R. i. p.) dann mit Solder Valli d[urc]h die Herrngasse'' [[Herrengasse]] '', promenni[e]rt (6 Grade.) So ist daß Leben – ein steter Wechsel, ein Gefühl drängt das andere, nur weniges ist beständig. Abends 1. Italienische Lection. // 3. Ein höchst gewöhnlicher, alltägl. Tag. Zaire wurde an demselben ausgelesen.<ref>"Zaïre" ist eine Tragödie in fünf Aufzügen von Voltaire.</ref> // 4. Mittwoch. Nicht viel anders. Vergeblich auf einen Brief gewartet. // 5. Donnerstag. Endlich ist der ersehnte Bogen von Lord Byron da!! Abends bei Hartmann, ziemlich gut unterhalten. // 6. Abermals ein Feiertag!! Und wieder mit Nichtsthun verbracht! Abends famose Unterhaltung bei Pla- / '' [Seite 2:] ''zer (Quadrille; Plazer Maria, Baroneß Pohlberg u. Emilie Berner). Uebrigens noch kein Brief!'' […]
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''7. Endlich heute ein Brief doch nur von der Mutter.<ref>Briefe vom Jänner 1860 sind nicht erhalten geblieben.</ref> Otto''[ [[Otto Spängler]], sein Bruder; Anm.] ''hatte nicht Zeit!!? – '' [klein dazwischen:] ''Nach Tisch wurde der Brief beantwortet. Nachmittags hörte ich bei XXegger, d[a]ß die [[Landesregierung]] von Salzburg aufgehoben ist; nur mehr ein Landeshauptmann zugleich Bezirksvorsteher, u. Glied der Statthalterei in Linz steht an der Spi[t]ze. Dafür ist gesonderte Landesvertretung versprochen. Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren. 8. Die Nachricht steht schon in der Zeit[un]g. Ebenso d[a]ß endlich die Fesseln des Festungsrayons<ref>Vgl. [[Befestigung der Stadt Salzburg]]</ref> gesprengt sind! Gottlob! ist doch endlich freie Bewegung u. Entwicklung in Salzburg möglich. – Morgens war ich zur hl. Beicht u. Communion. Gott gebe gute Früchte davon!.'' [Seite 3:] […] [Seite 12:] […] ''23. Montag. Endlich wieder einmal unsere Fortsetzung der Rechtsgeschichte. Vormittags die Briefe expedi[e]rt. 24. Dienstag. Nichts bemerkenswerthes. Wie gestern einige Lenau’sche Gedichte gelesen. '' […] [Seite 13:] ''Abends brachte Guttenb[er]g Just. die Einlad[un]g zum Hausball'' […] [Seite 18:] […] ''8. Febr. Am Schluße des 3ten Tages, seitdem ich die le[t]zten Zeilen geschrieben, gibt es dennoch nur wenig zu bemerken. Das 1. Heft des canonischen Rechtes ist glücklich vollendet (zum Theil Vormittags in der Bibliothek.) Mittags war ich heute bei Pichler, wo ich zum erstenmal französisch sprechen mußte; zur Noth ging es eben; dieß brachte mir die Einlad[un]g ein, an Dienstagen manchmal auch sans être envité [!] zu Tische zu kommen.'' […]  
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''7. Endlich heute ein Brief doch nur von der Mutter.<ref>Briefe vom Jänner 1860 sind nicht erhalten geblieben.</ref> Otto'', [[Otto Spängler]], sein Bruder; Anm.] ''hatte nicht Zeit!!? – '' [klein dazwischen:] ''Nach Tisch wurde der Brief beantwortet. Nachmittags hörte ich bei XXegger, d[a]ß die [[Landesregierung]] von Salzburg aufgehoben ist; nur mehr ein Landeshauptmann zugleich Bezirksvorsteher, u. Glied der Statthalterei in Linz steht an der Spi[t]ze. Dafür ist gesonderte Landesvertretung versprochen. Aber warum?, nach welchem Prinzip? Die Zeit wird es lehren. 8. Die Nachricht steht schon in der Zeit[un]g. Ebenso d[a]ß endlich die Fesseln des Festungsrayons<ref>Vgl. [[Befestigung der Stadt Salzburg]]</ref> gesprengt sind! Gottlob! ist doch endlich freie Bewegung u. Entwicklung in Salzburg möglich. – Morgens war ich zur hl. Beicht u. Communion. Gott gebe gute Früchte davon!.'' [Seite 3:] […] [Seite 12:] […] ''23. Montag. Endlich wieder einmal unsere Fortsetzung der Rechtsgeschichte. Vormittags die Briefe expedi[e]rt. 24. Dienstag. Nichts bemerkenswerthes. Wie gestern einige Lenau’sche Gedichte gelesen. '' […] [Seite 13:] ''Abends brachte Guttenb[er]g Just. die Einlad[un]g zum Hausball'' […] [Seite 18:] […] ''8. Febr. Am Schluße des 3ten Tages, seitdem ich die le[t]zten Zeilen geschrieben, gibt es dennoch nur wenig zu bemerken. Das 1. Heft des canonischen Rechtes ist glücklich vollendet (zum Theil Vormittags in der Bibliothek.) Mittags war ich heute bei Pichler, wo ich zum erstenmal französisch sprechen mußte; zur Noth ging es eben; dieß brachte mir die Einlad[un]g ein, an Dienstagen manchmal auch sans être envité [!] zu Tische zu kommen.'' […]  
    
Er geht mit Julius [Spängler, Anm.] in die Kirche, bekommt Briefe von der Mutter und vom Bruder Otto, ist mit Julius unterwegs usw. […] [Seite 49:] […] [unterstrichen:] ''Ostersonntag 8. April Vormittags mit Julius in der Johanneumscapelle, welche ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Male sah. Hierauf ging ich fast den ganzen Vormittag mit Jul. u. theilw. Auch Rudolph spazieren; nur eine Zeitlang wurde mir zu Hause, um dem Wilhelm eine ordentliche Predigt zu halten bezüglich seiner Stubenho[c]kerei u. seines langweiligen Treibens hinsichtlich der Besuche bei Stiegler.'' [Stiegl? Anm.] […]. Zum Teil stenographische Schrift (Seite 102), auch z.B. ein Gedicht in winziger Schrift (Seite 127), nach 138 Seiten auf dem rückwärtigen Vorsatzblatt: ''Geendet Graz am 30 Juli 1860 um ½ 9 Uhr Vorm''.
 
Er geht mit Julius [Spängler, Anm.] in die Kirche, bekommt Briefe von der Mutter und vom Bruder Otto, ist mit Julius unterwegs usw. […] [Seite 49:] […] [unterstrichen:] ''Ostersonntag 8. April Vormittags mit Julius in der Johanneumscapelle, welche ich bei dieser Gelegenheit zum ersten Male sah. Hierauf ging ich fast den ganzen Vormittag mit Jul. u. theilw. Auch Rudolph spazieren; nur eine Zeitlang wurde mir zu Hause, um dem Wilhelm eine ordentliche Predigt zu halten bezüglich seiner Stubenho[c]kerei u. seines langweiligen Treibens hinsichtlich der Besuche bei Stiegler.'' [Stiegl? Anm.] […]. Zum Teil stenographische Schrift (Seite 102), auch z.B. ein Gedicht in winziger Schrift (Seite 127), nach 138 Seiten auf dem rückwärtigen Vorsatzblatt: ''Geendet Graz am 30 Juli 1860 um ½ 9 Uhr Vorm''.