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== Geografie ==
 
== Geografie ==
Der Kapuzinerberg erhebt sich im Osten der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]]. Er erstreckt sich in West-Ost-Richtung von der [[Linzer Gasse]] in der rechtsufrigen Altstadt bis nach [[Parsch|Inneres Parsch]] im Osten  und [[Schallmoos Ost]] im Nordosten. Seinen höchsten Punkt hat der Stadtberg mit 637 [[m ü. A.]] unmittelbar westlich des [[Franziski-Schlössl]]s, im Bereich des [[Platzl]]s beginnt seine Erhebung um 430 m ü. A. (Salzach 414 m ü. A.). Neben dem Weg vom [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]] zu den Häusern um die [[Villa Spaur|Spaur-Villa]] kommt man an vier kleinen Teichen vorbei, den sogenannten [[Kapuzinerteiche]]n.  
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Der Kapuzinerberg erhebt sich im Osten der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]]. Er erstreckt sich in West-Ost-Richtung von der [[Linzer Gasse]] in der rechtsufrigen Altstadt bis nach [[Parsch|Inneres Parsch]] im Osten  und [[Schallmoos Ost]] im Nordosten. Seinen höchsten Punkt hat der Stadtberg mit 636&nbsp;[[m&nbsp;ü.&nbsp;A.]]<ref>[https://maps.bev.gv.at/#/center/13.0607,47.8042/zoom/15.9 AMap], aktualisierter Datenstand 23. Mai 2025</ref> unmittelbar westlich des [[Franziski-Schlössl]]s, im Bereich des [[Platzl]]s beginnt seine Erhebung um 423&nbsp;m&nbsp;ü.&nbsp;A. (Salzach 414&nbsp;m&nbsp;ü&nbsp;A.). Neben dem Weg vom [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]] zu den Häusern um die [[Villa Spaur|Spaur-Villa]] kommt man an vier kleinen Teichen vorbei, den sogenannten [[Kapuzinerteiche]]n.
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Sein Gipfel ist ein [[trigonometrischer Punkt]].
    
=== Wasserspeicher ===
 
=== Wasserspeicher ===
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==== Wald und Grünraum ====
 
==== Wald und Grünraum ====
Der Kapuzinerberg ist abgesehen von den kleinen Gärten, den Häusern - vor allem am Hangfuß - und den Felsen heute bereits fast durchwegs mit Wald bewachsen. Die gesamte Waldfläche auf dem Kapuzinerberg ist etwa 80 ha groß, 60 ha davon befinden sich im Eigentum der Stadt.<ref>[https://sbg.lko.at/baumbergungen-per-hubschrauber-am-kapuzinerberg+2500+2714864 Salzburger Landwirtschaftskammer, 19.03.2018]</ref> Der Wald ist als Schutzwald ausgewiesen. Vorherrschend sind auf dem Plauteau [[Rotbuche]]nwälder, in den kühlen Nordabhängen besitzt der Bergwald einen höherer [[Fichte]]nanteil, im Süden sind wärmeliebende Edelholzbestände prägend. Vereinzelt kommen auf dem Berg auch die Rotkiefer, Winter[[linde]], [[Eiche]], Hain[[buche]], Bergulme und Eibe vor. Im Bereich der historischen Aussichten und der alten Stadtmauer führen sichtbehindernde Gehölze zu einem Verlust an Erlebniswert.
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Der Kapuzinerberg ist abgesehen von den kleinen Gärten, den Häusern - vor allem am Hangfuß - und den Felsen heute bereits fast durchwegs mit Wald bewachsen. Die gesamte Waldfläche auf dem Kapuzinerberg ist etwa 80&nbsp;ha groß, 60&nbsp;ha davon befinden sich im Eigentum der Stadt.<ref>[https://sbg.lko.at/baumbergungen-per-hubschrauber-am-kapuzinerberg+2500+2714864 Salzburger Landwirtschaftskammer, 19.03.2018]</ref> Der Wald ist als Schutzwald ausgewiesen. Vorherrschend sind auf dem Plateau [[Rotbuche]]nwälder, in den kühlen Nordabhängen besitzt der Bergwald einen höherer [[Fichte]]nanteil, im Süden sind wärmeliebende Edelholzbestände prägend. Vereinzelt kommen auf dem Berg auch die Rotkiefer, Winter[[linde]], [[Eiche]], Hain[[buche]], Bergulme und Eibe vor. Im Bereich der historischen Aussichten und der alten Stadtmauer führen sichtbehindernde Gehölze zu einem Verlust an Erlebniswert.
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[[Datei:Kapuzinerbergteiche.jpg|thumb|Kapuzinerteiche]]
 
[[Datei:Kapuzinerbergteiche.jpg|thumb|Kapuzinerteiche]]
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===== Basteiweg =====
 
===== Basteiweg =====
 
: ''Hauptartikel [[Basteiweg]]  
 
: ''Hauptartikel [[Basteiweg]]  
Der Basteiweg, der entlang der Wehrmauern und Wachtürme von Westen über Süden bis in den Osten des Berges verläuft, ist ein Steig, der angeblich Trittsicherheit erfordert und der im Winter nicht gestreut oder geräumt wird. Die Betreuung des Basteiweges erfolgt durch die [[Stadtgemeinde Salzburg]]. Der Basteiweg bietet sehr schöne Aussichtsmöglichkeiten auf die [[Altstadt]], aber auch nach Süden und Osten, deren Ausblicke jedoch nicht überall ausreichend frei geschnitten werden.
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Der Basteiweg, der entlang der Wehrmauern und Wachtürme von Westen über Süden bis in den Osten des Berges verläuft, ist ein Steig, der im oberen Teil Trittsicherheit erfordert<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/nach-sperre-basteiweg-kapuzinerberg-wanderer-178908937 www.sn.at], 23. Mai 2025: "Nach langer Sperre: Basteiweg auf dem Kapuzinerberg ist wieder für Wanderer begehbar"</ref> und der im [[Winter]] nicht gestreut oder geräumt wird. Die Betreuung des Basteiweges erfolgt durch die [[Stadtgemeinde Salzburg]]. Der Basteiweg bietet sehr schöne Aussichtsmöglichkeiten auf die [[Altstadt]], aber auch nach Süden und Osten, deren Ausblicke jedoch nicht überall ausreichend frei geschnitten werden.
    
== Geologie ==
 
== Geologie ==
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[[1816]] gelangte der Kapuzinerberg durch den Anschluss des Landes Salzburg an das [[Kaisertum Österreich]] mit Verwaltung von [[Oberösterreich]] und damit in den Besitz des Ärars der k.k. [[Habsburgermonarchie]]. Als militärisches Sperrgebiet war der Kapuzinerberg für Zivilisten etwa seit [[1630]] bis in die erste Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s hinein gesperrt oder durfte nur von wenigen Personen betreten werden. Im Jahr [[1860]] wurden das Statut der Gesamtstadt als Festung aufgehoben.  
 
[[1816]] gelangte der Kapuzinerberg durch den Anschluss des Landes Salzburg an das [[Kaisertum Österreich]] mit Verwaltung von [[Oberösterreich]] und damit in den Besitz des Ärars der k.k. [[Habsburgermonarchie]]. Als militärisches Sperrgebiet war der Kapuzinerberg für Zivilisten etwa seit [[1630]] bis in die erste Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s hinein gesperrt oder durfte nur von wenigen Personen betreten werden. Im Jahr [[1860]] wurden das Statut der Gesamtstadt als Festung aufgehoben.  
 
[[1869]] sollte der k.k. Staatsforst an die Wienerbank verkauft werden. Auf Betreiben vieler Bürger trat die [[Stadtgemeinde Salzburg]] mit mehrfachen Petitionen und Ansuchen an die ärarische Forstverwaltung und die k.k. Finanzdirektion sowie an die zuständige Ministerialkommission mit der Bitte des Überlassung des Kapuzinerberges an die Stadtgemeinde heran. In zähen Verhandlungen gelang es, einerseits die Wienerbank zur Zurücknahme ihres lukrativen Kaufangebotes zu bewegen und anderes die Ministerialkommission davon zu überzeugen, dass die Erhaltung des Berges für die Öffentlichkeit zweckmäßiger ist als eine private Nutzung des Holzvorrates.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690507&seite=2&query=%22kapuzinerberg%22 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 7. Mai 1869]</ref> <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690523&seite=2&query=%22kapuzinerberg%22 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 23. Mai 1869]</ref>  
 
[[1869]] sollte der k.k. Staatsforst an die Wienerbank verkauft werden. Auf Betreiben vieler Bürger trat die [[Stadtgemeinde Salzburg]] mit mehrfachen Petitionen und Ansuchen an die ärarische Forstverwaltung und die k.k. Finanzdirektion sowie an die zuständige Ministerialkommission mit der Bitte des Überlassung des Kapuzinerberges an die Stadtgemeinde heran. In zähen Verhandlungen gelang es, einerseits die Wienerbank zur Zurücknahme ihres lukrativen Kaufangebotes zu bewegen und anderes die Ministerialkommission davon zu überzeugen, dass die Erhaltung des Berges für die Öffentlichkeit zweckmäßiger ist als eine private Nutzung des Holzvorrates.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690507&seite=2&query=%22kapuzinerberg%22 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 7. Mai 1869]</ref> <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18690523&seite=2&query=%22kapuzinerberg%22 anno.onb.ac.at/Salzburger Zeitung, 23. Mai 1869]</ref>  
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[[Datei:Kapuzinerberg ehemaliges Mauthaus.jpg|thumb|Das [[Wachestöckl]], ehemaliges Mauthaus.]]
 
[[Datei:Kapuzinerberg ehemaliges Mauthaus.jpg|thumb|Das [[Wachestöckl]], ehemaliges Mauthaus.]]
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Mit Kaufvertrag vom [[9. Februar]] [[1870]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18740225&query=%22kapuzinerberg%22+%22kaufschilling%22&seite=2 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 25. Februar 1874]</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18860402&query=%22kapuzinerberg%22&seite=1 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 2. April 1886]</ref> und faktischer Übergabe am [[10. Februar]] gingen der Kapuzinerberg, das [[Schloss Mirabell]] und anderer ärarischer Besitz<ref>es wurde übergeben mit diesem Vertrage: 1. Das Schloss Mirabell, 2. die Kapuzinerberg-Waldung, 3. das Franziski-Schlössl, 4. das [[Wachestöckl|Torwärterhaus]], 5. das Blockhaus, 6. der Zwinger, 7. das Grenier-Stöckl, 8. der Kalkofen, 9. die Brunnzisterne (3 bis 9 auf dem Kapuzinerberge), 10. das Monika Hornwerk am Mönchsberge, 11. die Bergabhänge und Felseskarpen am Festungsberge, Mönchsberge und Kapuzinerberge.</ref> in das Eigentum der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] über.
 
Mit Kaufvertrag vom [[9. Februar]] [[1870]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18740225&query=%22kapuzinerberg%22+%22kaufschilling%22&seite=2 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 25. Februar 1874]</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18860402&query=%22kapuzinerberg%22&seite=1 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 2. April 1886]</ref> und faktischer Übergabe am [[10. Februar]] gingen der Kapuzinerberg, das [[Schloss Mirabell]] und anderer ärarischer Besitz<ref>es wurde übergeben mit diesem Vertrage: 1. Das Schloss Mirabell, 2. die Kapuzinerberg-Waldung, 3. das Franziski-Schlössl, 4. das [[Wachestöckl|Torwärterhaus]], 5. das Blockhaus, 6. der Zwinger, 7. das Grenier-Stöckl, 8. der Kalkofen, 9. die Brunnzisterne (3 bis 9 auf dem Kapuzinerberge), 10. das Monika Hornwerk am Mönchsberge, 11. die Bergabhänge und Felseskarpen am Festungsberge, Mönchsberge und Kapuzinerberge.</ref> in das Eigentum der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] über.
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[[Datei:Otto_Reitter_Otto_Strohmayr_Gauforum_Kapuzinerberg.jpg|thumb|[[Ungebautes Salzburg]]: [[Otto Reitter]], [[Otto Strohmayr]]: Gauforum am Kapuzinerberg.]]
 
[[Datei:Otto_Reitter_Otto_Strohmayr_Gauforum_Kapuzinerberg.jpg|thumb|[[Ungebautes Salzburg]]: [[Otto Reitter]], [[Otto Strohmayr]]: Gauforum am Kapuzinerberg.]]
 
* ''Siehe auch [[Ungebautes Salzburg]]
 
* ''Siehe auch [[Ungebautes Salzburg]]
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In der Geschichte gab es verschiedene bauliche Projekte auf dem Kapuzinerberg. Nach 1800 war hier der Bau eines kurfürstlichen Palais geplant, nach 1810 der Bau einer "Walhalla", nach 1820 der Bau eines 150 m langen Wehr- und Kasernenbaues auf dem Kapuzinerbergplateau, aber auch der Ausbau der Oberen Gnigler Kavaliers zu einer großen Gefechtsstellung.  
 
In der Geschichte gab es verschiedene bauliche Projekte auf dem Kapuzinerberg. Nach 1800 war hier der Bau eines kurfürstlichen Palais geplant, nach 1810 der Bau einer "Walhalla", nach 1820 der Bau eines 150 m langen Wehr- und Kasernenbaues auf dem Kapuzinerbergplateau, aber auch der Ausbau der Oberen Gnigler Kavaliers zu einer großen Gefechtsstellung.  
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== Bauten ==
 
== Bauten ==
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[[Datei:St. Johannes am Imberg.jpg|thumb|[[St. Johannes am Imberg]].]]
 
[[Datei:St. Johannes am Imberg.jpg|thumb|[[St. Johannes am Imberg]].]]
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=== St. Johannes am Imberg, Kapuzinerkloster und Franziski-Schlössl ===
 
=== St. Johannes am Imberg, Kapuzinerkloster und Franziski-Schlössl ===
* ''Die Kirche [[St. Johannes am Imberg]]  
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* Die Kirche [[St. Johannes am Imberg]]  
 
Die kleine Kirche, gelegen an der Imbergstiege, ist ein schlichter Bau. Die Kirche ist im Kern [[Romanik|romanisch]] und wurde erstmals [[1319]] erwähnt. 1681 wurde die einschiffige Kirche unter [[Fürsterzbischof]] [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] [[barock]]isiert, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm.
 
Die kleine Kirche, gelegen an der Imbergstiege, ist ein schlichter Bau. Die Kirche ist im Kern [[Romanik|romanisch]] und wurde erstmals [[1319]] erwähnt. 1681 wurde die einschiffige Kirche unter [[Fürsterzbischof]] [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]] [[barock]]isiert, durch Kapellen erweitert und bekam einen Zwiebelturm.
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* ''Das [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]] mit der [[Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura]]''
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* Das [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]] mit der [[Klosterkirche zu den Heiligen Franziskus und Bonaventura]]
 
Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] holte [[1596]] die [[Kapuzinerorden|Kapuziner]] nach Salzburg und ließ das [[Trompeterschlössl]] zum Kapuzinerkloster umbauen, dessen Fertigstellung [[1599]] erfolgte. Auf dem Weg von der [[Linzer Gasse]] zum Kloster finden sich die im franziskanischen Geist geschaffenen und von den Kapuzinern initiierten elf [[Kalvarienbergkapellen auf dem Kapuzinerberg|Kalvarienbergkapellen]] samt zwei erhaltenen Begleitkapellen, die zwischen [[1736]] und [[1744]] erbaut worden sind, und ein [[Mozart-Denkmal am Kapuzinerberg|Denkmal]] für [[Wolfgang Amadé Mozart]].
 
Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] holte [[1596]] die [[Kapuzinerorden|Kapuziner]] nach Salzburg und ließ das [[Trompeterschlössl]] zum Kapuzinerkloster umbauen, dessen Fertigstellung [[1599]] erfolgte. Auf dem Weg von der [[Linzer Gasse]] zum Kloster finden sich die im franziskanischen Geist geschaffenen und von den Kapuzinern initiierten elf [[Kalvarienbergkapellen auf dem Kapuzinerberg|Kalvarienbergkapellen]] samt zwei erhaltenen Begleitkapellen, die zwischen [[1736]] und [[1744]] erbaut worden sind, und ein [[Mozart-Denkmal am Kapuzinerberg|Denkmal]] für [[Wolfgang Amadé Mozart]].
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* ''Das [[Franziski-Schlössl]]  
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* Das [[Franziski-Schlössl]]  
 
Auf der Kuppe im Osten des Berges - unweit der höchsten Stelle - steht das wehrhafte [[Franziski-Schlössl]]. Es wurde [[1629]] errichtet und wird heute als Gasthaus genutzt.  
 
Auf der Kuppe im Osten des Berges - unweit der höchsten Stelle - steht das wehrhafte [[Franziski-Schlössl]]. Es wurde [[1629]] errichtet und wird heute als Gasthaus genutzt.  
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[[Datei:Hettwer-Bastei Kapuzinerberg.JPG|thumb|Die [[Hettwer-Bastei]].]]
 
[[Datei:Hettwer-Bastei Kapuzinerberg.JPG|thumb|Die [[Hettwer-Bastei]].]]
 
[[Datei:Salzburg Spätherbst 2021 Festungsberg Kapuzinerberg Morzg.jpg|thumb|500px|Blick von der [[Friedhofsterrasse]] beim [[Kommunalfriedhof]] über [[Morzg]] in der [[Stadt Salzburg]] zum (links) [[Festungsberg|Festungs]]- und Kapuzinerberg.]]
 
[[Datei:Salzburg Spätherbst 2021 Festungsberg Kapuzinerberg Morzg.jpg|thumb|500px|Blick von der [[Friedhofsterrasse]] beim [[Kommunalfriedhof]] über [[Morzg]] in der [[Stadt Salzburg]] zum (links) [[Festungsberg|Festungs]]- und Kapuzinerberg.]]
[[1623]] wurden unter Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] die Wände des damaligen Imberges unersteigbar gemacht. Der obere Rand des Berges wurde in den Jahren [[1629]] bis [[1632]] an der West-, Süd- und Ostseite mit einer starken Wehrmauer versehen, in der bei allen ein und aus springenden Winkeln Wachhäuschen angelegt wurden. An der Nordseite wurden zwei übereinander liegende Kavaliere gebaut und der Berg gegen die Fahrstraße zum Kapuzinerkloster mit einer von Norden nach Süden reichenden hohen Quermauer abgeschlossen, in der sich bei der Fahrstraße ein Tor befand, dessen Wächter nur gegen Erlaubniszertifikat Einlass gewährte. Am Berge selbst baute man drei Pulvertürme, eine Stoßmühle, einen Futterstall und mehrere [[Zisterne bei der Gaffe über Schloss Elsenheim auf dem Kapuzinerberg|Zisternen]]. Diese Objekte haben sich bis auf die Zisterne nicht erhalten.<ref>[[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: ''Zum Dreihundertjährigen Bestande des Franziskischlössls'' [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19290413&query=%22Eder%22&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], 13. April 1929, Seite 4</ref>
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Die Basteien für Geschütze wurden rund um den Berg verteilt. Den Zugang auf den Berg schützt auch ein Wehrturm, die [[Felixpforte]]. Die auf den skarpierten Felsen aufgesetzten langen Wehrmauern mit ihren kleinen Wächterhäuschen ("Ausluge") sind größtenteils gut erhalten. Die große aus dem Fels herausgearbeitete Bastei im Norden, der [[Großer Linzertor-Kavalier|Große Linzertor-Kavalier]], ist derzeit nicht zugänglich, denn sie wird als Lagerplatz für Gamswild-Futterkrippen genutzt. Der [[Kleiner Linzertor-Kavalier|Kleine Linzertor-Kavalier]] ist ebenso heute Aussichtsplatz wie er [[Oberer Gnigler Kavalier|obere Gnigler Kavalier]]. Auf dem [[Unterer Gnigler Kavalier|Unteren Gnigler Kavalier]] (heute Privatgarten) steht seit etwa 1920 das [[Schweizerhäusl]], ehemals ein beliebtes Ausflugsgasthaus, heute als Wohnhaus genutzt. Die äußere Geschützbastei südsüdöstlich des [[Franziski-Schlössl|Franziski-Schlössls]] verfällt zunehmend, eine Sanierung ist nicht in Sicht.
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[[1623]] wurden unter Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] die Wände des damaligen Imberges unersteigbar gemacht. Der obere Rand des Berges wurde in den Jahren [[1629]] bis [[1632]] an der West-, Süd- und Ostseite mit einer starken Wehrmauer versehen, in der bei allen ein und aus springenden Winkeln Wachhäuschen angelegt wurden. An der Nordseite wurden zwei übereinander liegende Kavaliere gebaut und der Berg gegen die Fahrstraße zum Kapuzinerkloster mit einer von Norden nach Süden reichenden hohen Quermauer abgeschlossen, in der sich bei der Fahrstraße ein Tor befand, dessen Wächter nur gegen Erlaubniszertifikat Einlass gewährte. Am Berge selbst baute man drei Pulvertürme, eine Stoßmühle, einen Futterstall und mehrere [[Zisterne bei der Gaffe über Schloss Elsenheim auf dem Kapuzinerberg|Zisternen]]. Diese Objekte haben sich bis auf die Zisterne nicht erhalten.<ref>[[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: ''Zum Dreihundertjährigen Bestande des Franziskischlössls'' [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19290413&query=%22Eder%22&seite=4 ANNO], "[[Salzburger Chronik]]", 13. April 1929, Seite 4</ref>
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Die Basteien für Geschütze wurden rund um den Berg verteilt. Den Zugang auf den Berg schützt auch ein Wehrturm, die [[Felixpforte]]. Die auf den skarpierten Felsen aufgesetzten langen Wehrmauern mit ihren kleinen Wächterhäuschen ("Ausluge") sind größtenteils gut erhalten. Die große aus dem Fels herausgearbeitete Bastei im Norden, der [[Großer Linzertor-Kavalier|Große Linzertor-Kavalier]], ist derzeit nicht zugänglich, denn sie wird als Lagerplatz für Gamswild-Futterkrippen genutzt. Der [[Kleiner Linzertor-Kavalier|Kleine Linzertor-Kavalier]] ist ebenso heute Aussichtsplatz wie er [[Oberer Gnigler Kavalier|obere Gnigler Kavalier]]. Auf dem [[Unterer Gnigler Kavalier|Unteren Gnigler Kavalier]] (heute Privatgarten) steht seit etwa [[1920]] das [[Schweizerhäusl]], ehemals ein beliebtes Ausflugsgasthaus, heute als Wohnhaus genutzt. Die äußere Geschützbastei südsüdöstlich des Franziski-Schlössls verfällt zunehmend, eine Sanierung ist nicht in Sicht.
    
Weitere Beiträge zu Wehrmauern und Basteien siehe
 
Weitere Beiträge zu Wehrmauern und Basteien siehe
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* [[Paschingerschlössl]]  
 
* [[Paschingerschlössl]]  
 
* [[Villa Spaur]] mit Nebengebäuden
 
* [[Villa Spaur]] mit Nebengebäuden
* [[Wachestöckl]]
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* [[Wachestöckl auf dem Kapuzinerberg]]
    
== Persönlichkeiten mit Bezügen zum Kapuzinerberg ==
 
== Persönlichkeiten mit Bezügen zum Kapuzinerberg ==
* [[Stefan Zweig]] kaufte [[1918]] das [[Paschingerschlössl]] (Kapuzinerberg 5) und lebte dort von [[1919]] bis [[1934]]
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* [[Stefan Zweig]] kaufte [[1918]] das [[Paschingerschlössl]] (Kapuzinerberg 5) und lebte dort von [[1919]] bis [[1934]].
 
* Papst Johannes Paul VI. wohnte im Kapuzinerkloster anlässlich seines ersten [[Papstbesuch]]es [[1988]] in Salzburg und besuchte damals auch die Bewohner des Wehrturmers "Felixpforte" auf dem Kapuzinerberg.
 
* Papst Johannes Paul VI. wohnte im Kapuzinerkloster anlässlich seines ersten [[Papstbesuch]]es [[1988]] in Salzburg und besuchte damals auch die Bewohner des Wehrturmers "Felixpforte" auf dem Kapuzinerberg.
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== Literatur und Quellen ==
 
== Literatur und Quellen ==
 
* [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021  
 
* [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021  
* Medicus, Reinhard: ''Über den Wald auf dem Kapuzinerberg'' In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 61. Jahrgang 1. Folge, S. 19-24, Salzburg 2011
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* Medicus, Reinhard: ''Über den Wald auf dem Kapuzinerberg'' In: [[Die Bastei]] - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 61. Jahrgang 1. Folge, S. 19–24, Salzburg 2011
* Medicus, Reinhard: ''Der Kapuzinerberg als Erholungsraum'' In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 60. Jahrgang 3. Folge, S. 11-17, Salzburg 2010
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* Medicus, Reinhard: ''Der Kapuzinerberg als Erholungsraum'' In: Die Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 60. Jahrgang 3. Folge, S. 11–17, Salzburg 2010
* Medicus, Reinhard: Die Wehrbauten Paris Lodrons am Kapuzinerberg, 1. und 2. Teil.'' In: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 58. Jahrgang, 1. Folge, S. 11−17,  und 2. Folge, S. 25-19, Salzburg [[2008]]  
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* Medicus, Reinhard: Die Wehrbauten Paris Lodrons am Kapuzinerberg, 1. und 2. Teil.'' In: Die Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 58. Jahrgang, 1. Folge, S. 11–17,  und 2. Folge, S. 25–19, Salzburg [[2008]]  
* Medicus, Reinhard: ''Gutshöfe und Steinbrüche am Kapuzinerberg'' In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 58. Jahrgang 4. Folge, Salzburg 2008
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* Medicus, Reinhard: ''Gutshöfe und Steinbrüche am Kapuzinerberg'' In: Die Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 58. Jahrgang 4. Folge, Salzburg 2008
* Medicus, Reinhard: ''Der Imberg und sein Wasser'' In: Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 59. Jahrgang 1. Folge, Salzburg 2008
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* Medicus, Reinhard: ''Der Imberg und sein Wasser'' In: Die Bastei - Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg, 59. Jahrgang 1. Folge, Salzburg 2008
* Medicus, Reinhard: ''Der Kalvarienberg und die Mozart-Gedenkstätte auf dem Kapuzinerberg.'' In: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 55. Jahrgang, 2. Folge, S. 14−20, Salzburg [[2006]]
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* Medicus, Reinhard: ''Der Kalvarienberg und die Mozart-Gedenkstätte auf dem Kapuzinerberg.'' In: Die Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 55. Jahrgang, 2. Folge, S. 14–20, Salzburg [[2006]]
 
* Medicus, Reinhard: ''Der Imberg, heute auch Kapuzinerberg genannt, in Natur- und Kulturgeschichte.'' In: Der Gardist − Jahresschrift der Bürgergarde der Stadt Salzburg, 26. Jahrgang, Salzburg [[2006]]
 
* Medicus, Reinhard: ''Der Imberg, heute auch Kapuzinerberg genannt, in Natur- und Kulturgeschichte.'' In: Der Gardist − Jahresschrift der Bürgergarde der Stadt Salzburg, 26. Jahrgang, Salzburg [[2006]]
* Medicus, Reinhard: ''Die einstigen Stadttore der Linzergasse und die Nordfelsen des Kapuzinerberges.'' In: [[Bastei]] − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54. Jahrgang, 4. Folge, S. 10−16, Salzburg [[2005]]
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* Medicus, Reinhard: ''Die einstigen Stadttore der Linzergasse und die Nordfelsen des Kapuzinerberges.'' In: Die Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54. Jahrgang, 4. Folge, S. 10–16, Salzburg [[2005]]
 
* ''Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg'', [[Verlag St. Peter]], [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]], Salzburg, 2. überarbeitete Auflage 2001
 
* ''Kapuzinerkloster am Kapuzinerberg'', [[Verlag St. Peter]], [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]], Salzburg, 2. überarbeitete Auflage 2001
 
* Schautafeln auf dem Kapuzinerberg
 
* Schautafeln auf dem Kapuzinerberg