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| | ''Am kommenden Sonntag, 3. Februar, ist es wieder soweit: beim 60. Rupertiwinkelschnalzen in Siezenheim messen die besten Schnalzer der Region ihre Kunstfertigkeit beim besonderen Brauch des Aperschnalzens. Eine Woche vor dem Faschingssonntag findet jährlich das festlich gestaltete, große Rupertiwinkel-Preisschnalzen statt, an dem bis zu 1 600 Schnalzer aus Salzburg und Bayern teilnehmen.'' | | ''Am kommenden Sonntag, 3. Februar, ist es wieder soweit: beim 60. Rupertiwinkelschnalzen in Siezenheim messen die besten Schnalzer der Region ihre Kunstfertigkeit beim besonderen Brauch des Aperschnalzens. Eine Woche vor dem Faschingssonntag findet jährlich das festlich gestaltete, große Rupertiwinkel-Preisschnalzen statt, an dem bis zu 1 600 Schnalzer aus Salzburg und Bayern teilnehmen.'' |
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| − | ''[[Ernst Müller]] hat unter Mitarbeit von [[Ulrike Kammerhofer-Aggermann]] und [[Angelika Kromas]] Hintergründe des Aperschnalzens aufgezeichnet. Geschnalzt wird in den Ortschaften entlang der Grenzflüsse [[Saalach]] und [[Salzach]], im Salzburger [[Flachgau]] und im bayerischen [[Rupertiwinkel]]. Der Brauch des Aperschnalzens ist auf verschiedene Weise interpretiert worden. Im [[19. Jahrhundert]] suchte man darin Relikte eines Naturkultes, nationale Strömungen. Schließlich wollte die instrumentalisierte Wissenschaft der [[NS-Zeit]] darin Relikte einstiger Fruchtbarkeitskulte sehen. Davon distanzieren sich die heutigen Schnalzer. Das Aperschnalzen ist jedenfalls ein aus der kunstvollen Handhabung der Peitschen entstandener Brauch, der aus Zeiten stammt, in denen der Umgang mit Tieren den Alltag wesentlich bestimmte. Es gehört auf jeden Fall eine große Fertigkeit dazu, im schnellen Takt die Peitschen knallen zu lassen. Einen möglichen ersten Beleg des Aperschnalzens gibt es aus dem Jahr [[1730]] aus der Ortschaft [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]]. Urkundlich belegt ist, dass [[1829]] in [[Bayern]] ein richterliches Schnalzverbot wegen Ruhestörung erlassen wurde. Bestätigt ist auch, dass [[1911]] zu Ehren von Erzherzog Ludwig Viktor, Passen aus Siezenheim geschnalzt haben und dass die Viehhauser Schnalzer [[1924]] am Festzug in [[Bad Reichenhall]] teilgenommen haben. | + | ''Ernst Müller hat unter Mitarbeit von [[Ulrike Kammerhofer-Aggermann]] und Angelika Kromas Hintergründe des Aperschnalzens aufgezeichnet. Geschnalzt wird in den Ortschaften entlang der Grenzflüsse [[Saalach]] und [[Salzach]], im Salzburger [[Flachgau]] und im bayerischen [[Rupertiwinkel]]. Der Brauch des Aperschnalzens ist auf verschiedene Weise interpretiert worden. Im [[19. Jahrhundert]] suchte man darin Relikte eines Naturkultes, nationale Strömungen. Schließlich wollte die instrumentalisierte Wissenschaft der [[NS-Zeit]] darin Relikte einstiger Fruchtbarkeitskulte sehen. Davon distanzieren sich die heutigen Schnalzer. Das Aperschnalzen ist jedenfalls ein aus der kunstvollen Handhabung der Peitschen entstandener Brauch, der aus Zeiten stammt, in denen der Umgang mit Tieren den Alltag wesentlich bestimmte. Es gehört auf jeden Fall eine große Fertigkeit dazu, im schnellen Takt die Peitschen knallen zu lassen. Einen möglichen ersten Beleg des Aperschnalzens gibt es aus dem Jahr [[1730]] aus der Ortschaft [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]]. Urkundlich belegt ist, dass [[1829]] in [[Bayern]] ein richterliches Schnalzverbot wegen Ruhestörung erlassen wurde. Bestätigt ist auch, dass [[1911]] zu Ehren von Erzherzog Ludwig Viktor, Passen aus Siezenheim geschnalzt haben und dass die Viehhauser Schnalzer [[1924]] am Festzug in [[Bad Reichenhall]] teilgenommen haben. |
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| − | Die [[Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e.V.]], [[1957]] im bayerischen [[Saaldorf]] gegründet, erkennt nur Schnalzergruppen aus dieser Region an. Die Vereinigung vertritt die Interessen aller Aperschnalzer aus Salzburg und Bayern. Wobei "Rupertiwinkel" eine relativ junge Bezeichnung für alte Salzburger Gebiete ist. Sie wurden nach dem Napoleonischen Krieg, von [[1816]] (bis 1972) zum bayerischen Landkreis [[Laufen an der Salzach]], [[Tittmoning]] und [[Waging am See]]. Der Name setzte sich erst in den Jahren des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] durch, als die Vereinigung "[[Heimatfreunde des Rupertiwinkels]]" gegründet wurde. Der Name bezieht sich auf den Patron Salzburgs, den Heiligen [[Rupert von Worms]], und bezeichnet jene gewachsene Kulturlandschaft links von Saalach und Salzach, die bis zu dessen Ende ([[Säkularisierung]]) zum [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] gehört hatte und beim Wiener Kongress, mit der Neugliederung Europas endgültig zu Bayern kam.'' | + | Die [[Schnalzervereinigung Rupertiwinkel e.V.]], [[1957]] im bayerischen [[Saaldorf-Surheim|Saaldorf]] gegründet, erkennt nur Schnalzergruppen aus dieser Region an. Die Vereinigung vertritt die Interessen aller Aperschnalzer aus Salzburg und Bayern. Wobei "Rupertiwinkel" eine relativ junge Bezeichnung für alte Salzburger Gebiete ist. Sie wurden nach dem [[Koalitionskriege (Überblick)|Napoleonischen Krieg]], von [[1816]] (bis 1972) zum bayerischen Landkreis [[Laufen an der Salzach]], [[Tittmoning]] und [[Waging am See]]. Der Name setzte sich erst in den Jahren des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] durch, als die Vereinigung "Heimatfreunde des Rupertiwinkels" gegründet wurde. Der Name bezieht sich auf den Patron Salzburgs, den Heiligen [[Rupert von Worms]], und bezeichnet jene gewachsene Kulturlandschaft links von Saalach und Salzach, die bis zu dessen Ende ([[Säkularisierung]]) zum [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] gehört hatte und beim Wiener Kongress, mit der Neugliederung Europas endgültig zu Bayern kam.'' |
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| | ''Geschnalzt wird nur zwischen [[Weihnachten]] ([[Stephanitag]]) und der Fastenzeit. Geschnalzt wird mit der "Goaßl", einem Holzstiel und einem bis zu 3,50 Meter langen Hanfseil, das sich verjüngt und mit Pech eingelassen ist. Am Ende der Goaßl ist der Bast befestigt, der bei einer schnellen Richtungsänderung (Überschallgeschwindigkeit) knallt. Geschnalzt wird in Passen, das sind Gruppen bis zu neun Personen; inzwischen gehören auch viele Mädchen und junge Frauen zu den Passen. Der vorne stehende Aufdreher leitet das Schnalzen ein mit dem Ruf "aufdrahi, oani, zwoa, drei, dahin geht’s". Es ist sehr schwierig und braucht viel Übung, bis alle Schnalzer im gleichen Takt schnalzen können, denn jeder Rhythmusfehler ist zu hören. Der perfekte Rhythmus, der gleichmäßige Takt und die Lautstärke sind die Grundlagen der preisrichterlichen Bewertung (sieben Preisrichter) der Schnalzer-Wettbewerbe, die in und zwischen den Ortschaften stattfinden.'' | | ''Geschnalzt wird nur zwischen [[Weihnachten]] ([[Stephanitag]]) und der Fastenzeit. Geschnalzt wird mit der "Goaßl", einem Holzstiel und einem bis zu 3,50 Meter langen Hanfseil, das sich verjüngt und mit Pech eingelassen ist. Am Ende der Goaßl ist der Bast befestigt, der bei einer schnellen Richtungsänderung (Überschallgeschwindigkeit) knallt. Geschnalzt wird in Passen, das sind Gruppen bis zu neun Personen; inzwischen gehören auch viele Mädchen und junge Frauen zu den Passen. Der vorne stehende Aufdreher leitet das Schnalzen ein mit dem Ruf "aufdrahi, oani, zwoa, drei, dahin geht’s". Es ist sehr schwierig und braucht viel Übung, bis alle Schnalzer im gleichen Takt schnalzen können, denn jeder Rhythmusfehler ist zu hören. Der perfekte Rhythmus, der gleichmäßige Takt und die Lautstärke sind die Grundlagen der preisrichterlichen Bewertung (sieben Preisrichter) der Schnalzer-Wettbewerbe, die in und zwischen den Ortschaften stattfinden.'' |
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| | * [http://www.schnalzen.de/pdf.php?bereich=gau&jahr=2013 Wettkampergebnis, 60. Rupertiwinkel-Preisschnalzen, PDF] | | * [http://www.schnalzen.de/pdf.php?bereich=gau&jahr=2013 Wettkampergebnis, 60. Rupertiwinkel-Preisschnalzen, PDF] |
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