Sigmund-Haffner-Gasse: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K (Textersetzung - „““ durch „"“)
K
Zeile 4: Zeile 4:
 
[[Datei:Sigmund_Haffner_Gasse_Salzburg_2020.jpg|thumb|Blick von Norden nach Süden.]]
 
[[Datei:Sigmund_Haffner_Gasse_Salzburg_2020.jpg|thumb|Blick von Norden nach Süden.]]
 
[[Datei:Gedenktafel_Adolf_Kolping_Gesellenverein.jpg|thumb|Gedenktafel für [[Adolph Kolping]] am [[Hotel Elefant]].]]
 
[[Datei:Gedenktafel_Adolf_Kolping_Gesellenverein.jpg|thumb|Gedenktafel für [[Adolph Kolping]] am [[Hotel Elefant]].]]
Die '''Sigmund-Haffner-Gasse''' befindet sich zwischen dem [[Salzburger Rathaus]] und dem [[Franziskanerkloster]] in der [[Altstadt]] von der [[Stadt Salzburg]].  
+
Die '''Sigmund-Haffner-Gasse''' befindet sich zwischen dem [[Salzburger Rathaus]] und dem [[Franziskanerkloster]] in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]].  
 
   
 
   
 
== Namensgeschichte ==
 
== Namensgeschichte ==
 
Die Sigmund-Haffner-Gasse ist eine der ältesten Gassen in der Altstadt. Sie ist nach dem gleichnamigen [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] von Salzburg, [[Sigmund Haffner]] (* [[1699]], † [[1772]]), benannt, der im Haus Nr. 6 wohnte.   
 
Die Sigmund-Haffner-Gasse ist eine der ältesten Gassen in der Altstadt. Sie ist nach dem gleichnamigen [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] von Salzburg, [[Sigmund Haffner]] (* [[1699]], † [[1772]]), benannt, der im Haus Nr. 6 wohnte.   
  
Der obere, der südliche Teil dieser Gasse (erste urkundliche Erwähnung [[1285]]), bisweilen die ganze Gasse, hieß seinerzeit ''Abtsgasse'' (nach dem [[Abt der Benediktiner-Erzabtei St. Peter]]), im 18. und 19. Jahrhundert ''Kirch-'' oder ''Pfarrgasse'', da die [[Franziskanerkirche]] lange Zeit Stadtpfarrkirche war.
+
Der obere, der südliche Teil dieser Gasse (erste urkundliche Erwähnung [[1285]]), bisweilen die ganze Gasse, hieß seinerzeit ''Abtsgasse'' (nach dem [[Abt der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt von St. Peter]]), im 18. und 19. Jahrhundert ''Kirch-'' oder ''Pfarrgasse'', da die [[Franziskanerkirche]] lange Zeit Stadtpfarrkirche war.
  
Der untere, der nördliche Teil hatte in älterer Zeit den Namen ''Habermarkt'' vom [[Ritzerbogen]] und der [[Churfürststraße]] abwärts oder ''Milchmarkt'' oder ''Milchgasse'' in der Hälfte zwischen Ritzerbogen und [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]].<ref> Quelle [https://archive.org/details/bub_gb_M5MJAAAAIAAJ/page/n191 Franz Valentin Zillner: "Alte Straßnamen"]</ref>
+
Der untere, der nördliche Teil hatte in älterer Zeit den Namen ''Habermarkt'' vom [[Ritzerbogen]] und der [[Churfürststraße]] abwärts − bzw. ''Milchmarkt'' oder ''Milchgasse'' in der Hälfte zwischen Ritzerbogen und [[Rathaus (Stadt Salzburg)|Rathaus]].<ref> Quelle [https://archive.org/details/bub_gb_M5MJAAAAIAAJ/page/n191 Franz Valentin Zillner: "Alte Straßnamen"]</ref>
  
 
Der heutige Name wurde im Jahr [[1873]] festgelegt.
 
Der heutige Name wurde im Jahr [[1873]] festgelegt.
Zeile 19: Zeile 19:
  
 
=== Gebäude im unteren, nördlichen Teil ===
 
=== Gebäude im unteren, nördlichen Teil ===
'''Nr.&nbsp;1.''' "[[Hauptmautamt|Mauthaus]]", früher ''Landschadenhaus'', ''Grafendorferhaus'', dann eben ''fürstliches Mauthaus'' ([[1613]]), ''Hauptmaut'' ([[1775]]) und seit [[1802]] ''Hauptmautamt'', später Kaufhaus mit dem [[Sgraffito am Thalhammer-Haus von Karl Reisenbichler]].
+
'''Nr.&nbsp;1.''' "[[Hauptmautamt|Mauthaus]]", früher ''Landschadenhaus'', ''Grafendorferhaus'', dann eben ''fürstliches Mauthaus'' ([[1613]]), ''Hauptmaut'' ([[1775]]) und seit [[1802]] ''Hauptmautamt'', später Kaufhaus mit dem [[Sgraffito am Thalhammer-Haus von Karl Reisenbichler|Sgraffito von Karl Reisenbichler]].
  
 
'''Nr.&nbsp;4.''' Im [[Hotel Elefant]] gründete [[Adolph Kolping]] am [[12. Mai]] [[1852]] den ersten Salzburger katholischen Gesellenverein.
 
'''Nr.&nbsp;4.''' Im [[Hotel Elefant]] gründete [[Adolph Kolping]] am [[12. Mai]] [[1852]] den ersten Salzburger katholischen Gesellenverein.
Zeile 25: Zeile 25:
 
'''Nr.&nbsp;6.''' "Haffnerhaus". Das Gebäude, heute Durchgang zum [[Schatz-Durchhaus]], war der Sitz verschiedener Handelshäuser, so
 
'''Nr.&nbsp;6.''' "Haffnerhaus". Das Gebäude, heute Durchgang zum [[Schatz-Durchhaus]], war der Sitz verschiedener Handelshäuser, so
 
* der [[Ludwig Alt|Alt]] ([[Wilhelm Alt]], Vater der [[Salome Alt]], die in diesem Haus geboren wurde<ref>Franz Martin: ''99. Altenau'', MGSLK 84/85 (1944/45) S.&nbsp;63 = derselbe, ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' S.&nbsp;315.</ref>),
 
* der [[Ludwig Alt|Alt]] ([[Wilhelm Alt]], Vater der [[Salome Alt]], die in diesem Haus geboren wurde<ref>Franz Martin: ''99. Altenau'', MGSLK 84/85 (1944/45) S.&nbsp;63 = derselbe, ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' S.&nbsp;315.</ref>),
* der [[Laimprucher]] und [[Kaltenhauser]],
+
* der [[Laimprucher]] und [[Kaltenhauser]] sowie
 
* der [[Sigmund Haffner|Haffner]] und [[Triendl]].
 
* der [[Sigmund Haffner|Haffner]] und [[Triendl]].
  
'''Nr.&nbsp;7-9.''' "[[Elsenheimersche Haus]]", auch "Gusettihaus": In den Häusern Nr. 7 und 9, Ecke Churfürststraße, schräg gegenüber dem Ritzerbogen, waren der [[Gasthof zu den drei Kronen]] und später die [[Christlmayr'sche Handlung]]
+
'''Nr.&nbsp;7-9.''' "[[Elsenheimersche Haus]]", auch "Gusettihaus": In den Häusern Nr.n 7 und 9, Ecke Churfürststraße, schräg gegenüber dem Ritzerbogen, waren der [[Gasthof zu den drei Kronen]] und später die [[Christlmayr'sche Handlung]]
  
 
'''Nr.&nbsp;8.''' "Lamberghaus", früher "Schloßganglhaus". Zu den Besitzern zählte [[Ludwig Alt|Ludwig (II.) Alt "der Älteste"]] (* ca. 1484, † 1554); später war der Besitz geschossweise aufgeteilt, zu den Besitzer gehörten zB 1813 die [[Triendl]]s, [[Schloßgangl von Edlenbach]], [[Schallhammer]]s und die [[Koflern|Koflerischen]] Schwestern.<ref> [[Franz Xaver Weilmeyr|Franz X. Weilmeyr]]: Salzburg, die Hauptstadt des Salzach-Kreises. Ein Hand- und Addreß-Buch für Jedermann. Salzburg 1813. In der Mayer’schen Buchhandlung [http://books.google.at/books?id=ZIwAAAAAcAAJ&pg=PA265&lpg=PA265&dq=Schlo%C3%9Fganglhaus&source=bl&ots=B9xGVpMlG9&sig=mBDbZ-HtRvjiWBXr_BJFFN4ZCPI&hl=de&ei=IM4xTaibI8j5sgbV6bCvCg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3&ved=0CCMQ6AEwAg#v=onepage&q=Schlo%C3%9Fganglhaus&f=false S.&nbsp;265;] Franz Martin aaO MGSLK 78 (1938) S. 158 (Koflern) und 162 (Schallhammer) = ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' S.&nbsp;201 u.206.</ref>
 
'''Nr.&nbsp;8.''' "Lamberghaus", früher "Schloßganglhaus". Zu den Besitzern zählte [[Ludwig Alt|Ludwig (II.) Alt "der Älteste"]] (* ca. 1484, † 1554); später war der Besitz geschossweise aufgeteilt, zu den Besitzer gehörten zB 1813 die [[Triendl]]s, [[Schloßgangl von Edlenbach]], [[Schallhammer]]s und die [[Koflern|Koflerischen]] Schwestern.<ref> [[Franz Xaver Weilmeyr|Franz X. Weilmeyr]]: Salzburg, die Hauptstadt des Salzach-Kreises. Ein Hand- und Addreß-Buch für Jedermann. Salzburg 1813. In der Mayer’schen Buchhandlung [http://books.google.at/books?id=ZIwAAAAAcAAJ&pg=PA265&lpg=PA265&dq=Schlo%C3%9Fganglhaus&source=bl&ots=B9xGVpMlG9&sig=mBDbZ-HtRvjiWBXr_BJFFN4ZCPI&hl=de&ei=IM4xTaibI8j5sgbV6bCvCg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3&ved=0CCMQ6AEwAg#v=onepage&q=Schlo%C3%9Fganglhaus&f=false S.&nbsp;265;] Franz Martin aaO MGSLK 78 (1938) S. 158 (Koflern) und 162 (Schallhammer) = ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' S.&nbsp;201 u.206.</ref>
Zeile 41: Zeile 41:
 
'''Nr.&nbsp;14.''' "Baron [[Pranckh|Prankh]]-Haus", [[1775]] auch ''Robinighaus'' genannt, 1813 Sigmund von Robinig, 1816 Eisenhändler von Robening, 1858 Karl Buchsbaum
 
'''Nr.&nbsp;14.''' "Baron [[Pranckh|Prankh]]-Haus", [[1775]] auch ''Robinighaus'' genannt, 1813 Sigmund von Robinig, 1816 Eisenhändler von Robening, 1858 Karl Buchsbaum
  
'''Nr.&nbsp;16.''' Es folgt der [[Langenhof]], da er der Familie von Fürsterzbischof [[Matthäus Lang]] gehörte. [[1670]] wurde er von der Familie der [[Kuenburger]] in die heutige Form umgebaut.  
+
'''Nr.&nbsp;16.''' Es folgt der [[Langenhof]], so benannt da er der Familie von Fürsterzbischof [[Matthäus Lang]] gehörte. [[1670]] wurde er von der Familie der [[Kuenburger]] in die heutige Form umgebaut.  
  
 
'''Nr.&nbsp;18.''' Universitätsgebäude, ehemaliges "[[Verlag_Anton_Pustet#.C3.84ra_Pustet|Pustet-Haus]]"; bekannte Bewohner war [[Joseph Freiherr von Weiß]], Politiker, Jurist und erster [[Landeshauptleute in Salzburg|Landeshauptmann]] von [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]].   
 
'''Nr.&nbsp;18.''' Universitätsgebäude, ehemaliges "[[Verlag_Anton_Pustet#.C3.84ra_Pustet|Pustet-Haus]]"; bekannte Bewohner war [[Joseph Freiherr von Weiß]], Politiker, Jurist und erster [[Landeshauptleute in Salzburg|Landeshauptmann]] von [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]].   
Zeile 47: Zeile 47:
 
'''Nr.&nbsp;20.''' [[Kapellhaus]], ehemalige Unterkunft und Schule der Kapellknaben (= Sängerknaben) des [[Dom]]s. An der Ostfassade das Wappen des Fürsterzbischofs [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]]. Seit 1964 ein Studentenheim mit Mensa im westlichen Parterre.
 
'''Nr.&nbsp;20.''' [[Kapellhaus]], ehemalige Unterkunft und Schule der Kapellknaben (= Sängerknaben) des [[Dom]]s. An der Ostfassade das Wappen des Fürsterzbischofs [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]]. Seit 1964 ein Studentenheim mit Mensa im westlichen Parterre.
  
'''Nr.&nbsp;22.'''  An der Ecke Sigmund-Haffner-Gasse - [[Franziskanergasse]] befindet sich das [[Rupertinum (Gebäude)|Gebäude]] des ehemaligen [[Collegium Rupertinum]], in dem heute das [[Museum Rupertinum]] untergebracht ist, ein Gebäude, das in der Länge bis zum [[Max-Reinhardt-Platz]] reicht. Es wurde von [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] erbaut und war ein Heim für Studenten der von ihm gegründeten [[Benediktineruniversität]] und das [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Salzburger Gymnasium]].
+
'''Nr.&nbsp;22.'''  An der Ecke Sigmund-Haffner-Gasse - [[Franziskanergasse]] befindet sich das [[Rupertinum (Gebäude)|Gebäude]] des ehemaligen [[Collegium Rupertinum]], in dem heute das [[Museum Rupertinum]] untergebracht ist, ein Gebäude, das in der Länge bis zum [[Max-Reinhardt-Platz]] reicht. Es wurde von [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] erbaut und war ein Heim für Studenten der von ihm gegründeten [[Benediktineruniversität]] und des [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Salzburger Gymnasium]]s.
  
Parallel, an der linken Gassenseite stehen der [[Toskanatrakt]] mit der [[Dietrichsruh]], gefolgt von der [[Franziskanerkirche]].
+
Parallel, an der linken Gassenseite, stehen der [[Toskanatrakt]] mit der [[Dietrichsruh]], gefolgt von der [[Franziskanerkirche]].
  
 
== Prominente Bewohner ==
 
== Prominente Bewohner ==
Zeile 63: Zeile 63:
 
'''Nr.&nbsp;12.''' Restaurant [[Zipfer Bierhaus]]  
 
'''Nr.&nbsp;12.''' Restaurant [[Zipfer Bierhaus]]  
  
'''Nr.&nbsp;16.''' In [[Scio's Specereyen]] wurden die original Venusbrüstchen nach altem Rezept angeboten. Die Praline galt bereits zu Mozarts Zeiten als Delikatesse. Die Familie [[Rigaud]] führte diese Tradition in Salzburg fort bis zur Schließung des Lokals im Herbst 2010 fort.
+
'''Nr.&nbsp;16.''' In [[Scio's Specereyen]] wurden die original Venusbrüstchen nach altem Rezept angeboten. Die Praline galt bereits zu Mozarts Zeiten als Delikatesse. Die Familie [[Rigaud]] führte diese Tradition in Salzburg bis zur Schließung des Lokals im Herbst 2010 fort.
  
 
== Bilder ==
 
== Bilder ==
Zeile 72: Zeile 72:
 
*  [[Franz Martin|Martin, Franz]]: ''[[Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst#Die Ausgaben im Überblick|Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt]]'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], 1952
 
*  [[Franz Martin|Martin, Franz]]: ''[[Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst#Die Ausgaben im Überblick|Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt]]'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], 1952
 
* {{Quelle Heimatkunde Hübl}}
 
* {{Quelle Heimatkunde Hübl}}
* Franz Martin: ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) Band 78 (1938), 84/85 (1944/45)
+
* Franz Martin: ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) [[Mitteilungen_der_Gesellschaft_für_Salzburger_Landeskunde_1901-1940#MGSLK_78.2C_1938|Band 78]] (1938), [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1941-1979#MGSLK 84/85, 1944/45|Band 84/85 (1944/45)]]
 
* Franz Martin: ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg [[1946]]) S. 201, 206, 315.
 
* Franz Martin: ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg [[1946]]) S. 201, 206, 315.
 
* {{wikipedia-de}}
 
* {{wikipedia-de}}
* [[Franz Valentin Zillner]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg'', [https://archive.org/details/bub_gb_M5MJAAAAIAAJ/page/n351 Seite 337ff]
+
* [[Franz Valentin Zillner]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg'', [https://archive.org/details/bub_gb_M5MJAAAAIAAJ/page/n351 Seiten 337ff]
  
 
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==

Version vom 15. Juli 2024, 18:15 Uhr

Bild
Sigmund-Haffner-Gasse.jpg
Sigmund-Haffner-Gasse
Länge: ca. 235 m
Startpunkt: Getreidegasse
Endpunkt: Franziskanergasse
Karte: Googlemaps
Blick von Süden nach Norden in der Sigmund-Haffner-Gasse in der Salzburger Altstadt gegen das Salzburger Rathaus, im Bild auch einer der das Altstadtbild prägenden Fiaker.
Die Sigmund-Haffner-Gasse 1950.
Blick von Norden nach Süden.
Gedenktafel für Adolph Kolping am Hotel Elefant.

Die Sigmund-Haffner-Gasse befindet sich zwischen dem Salzburger Rathaus und dem Franziskanerkloster in der Altstadt der Stadt Salzburg.

Namensgeschichte

Die Sigmund-Haffner-Gasse ist eine der ältesten Gassen in der Altstadt. Sie ist nach dem gleichnamigen Bürgermeister von Salzburg, Sigmund Haffner (* 1699, † 1772), benannt, der im Haus Nr. 6 wohnte.

Der obere, der südliche Teil dieser Gasse (erste urkundliche Erwähnung 1285), bisweilen die ganze Gasse, hieß seinerzeit Abtsgasse (nach dem Abt von St. Peter), im 18. und 19. Jahrhundert Kirch- oder Pfarrgasse, da die Franziskanerkirche lange Zeit Stadtpfarrkirche war.

Der untere, der nördliche Teil hatte in älterer Zeit den Namen Habermarkt − vom Ritzerbogen und der Churfürststraße abwärts − bzw. Milchmarkt oder Milchgasse − in der Hälfte zwischen Ritzerbogen und Rathaus.[1]

Der heutige Name wurde im Jahr 1873 festgelegt.

Gebäude

Die ältesten Gebäude stammen aus dem 11. Jahrhundert.

Gebäude im unteren, nördlichen Teil

Nr. 1. "Mauthaus", früher Landschadenhaus, Grafendorferhaus, dann eben fürstliches Mauthaus (1613), Hauptmaut (1775) und seit 1802 Hauptmautamt, später Kaufhaus mit dem Sgraffito von Karl Reisenbichler.

Nr. 4. Im Hotel Elefant gründete Adolph Kolping am 12. Mai 1852 den ersten Salzburger katholischen Gesellenverein.

Nr. 6. "Haffnerhaus". Das Gebäude, heute Durchgang zum Schatz-Durchhaus, war der Sitz verschiedener Handelshäuser, so

Nr. 7-9. "Elsenheimersche Haus", auch "Gusettihaus": In den Häusern Nr.n 7 und 9, Ecke Churfürststraße, schräg gegenüber dem Ritzerbogen, waren der Gasthof zu den drei Kronen und später die Christlmayr'sche Handlung

Nr. 8. "Lamberghaus", früher "Schloßganglhaus". Zu den Besitzern zählte Ludwig (II.) Alt "der Älteste" (* ca. 1484, † 1554); später war der Besitz geschossweise aufgeteilt, zu den Besitzer gehörten zB 1813 die Triendls, Schloßgangl von Edlenbach, Schallhammers und die Koflerischen Schwestern.[3]

Nach Osten führt die Churfürststraße zum Alten Markt.

Gebäude im oberen, südlichen Teil

Nr. 10. Das Ritzerbogenhaus mit dem Ritzerbogen.

Nr. 12. Das Steinhauserhaus, mit dem Zipfer Bierhaus

Nr. 14. "Baron Prankh-Haus", 1775 auch Robinighaus genannt, 1813 Sigmund von Robinig, 1816 Eisenhändler von Robening, 1858 Karl Buchsbaum

Nr. 16. Es folgt der Langenhof, so benannt da er der Familie von Fürsterzbischof Matthäus Lang gehörte. 1670 wurde er von der Familie der Kuenburger in die heutige Form umgebaut.

Nr. 18. Universitätsgebäude, ehemaliges "Pustet-Haus"; bekannte Bewohner war Joseph Freiherr von Weiß, Politiker, Jurist und erster Landeshauptmann von Salzburg.

Nr. 20. Kapellhaus, ehemalige Unterkunft und Schule der Kapellknaben (= Sängerknaben) des Doms. An der Ostfassade das Wappen des Fürsterzbischofs Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg. Seit 1964 ein Studentenheim mit Mensa im westlichen Parterre.

Nr. 22. An der Ecke Sigmund-Haffner-Gasse - Franziskanergasse befindet sich das Gebäude des ehemaligen Collegium Rupertinum, in dem heute das Museum Rupertinum untergebracht ist, ein Gebäude, das in der Länge bis zum Max-Reinhardt-Platz reicht. Es wurde von Fürsterzbischof Paris Graf Lodron erbaut und war ein Heim für Studenten der von ihm gegründeten Benediktineruniversität und des Salzburger Gymnasiums.

Parallel, an der linken Gassenseite, stehen der Toskanatrakt mit der Dietrichsruh, gefolgt von der Franziskanerkirche.

Prominente Bewohner

Prominente Bewohner der Sigmund-Haffner-Gasse waren etwa Wolf Dietrich von Raitenau (* 1559, † 1617 ), der von 1587 bis 1612 Fürsterzbischof von Salzburg war, seine Geliebte Salome Alt (* 1568, † 1663); (im Haus Sigmund-Haffner-Gasse 6) oder Heinrich Ignaz Franz Biber (* 1644, † 1704).

Geschäfte

Nr. 1. Am Beginn der Sigmund-Haffner-Gasse befand sich früher das bekannten Salzburger Textilhaus Thalhammer mit Eingang vom Rathausplatz.

Nr. 3. Das Geschäft J. Schiessendoppler Inh. Dr. B. Spitz, Besitzer Dipl. Kfm. Dr. Burkhard Spitz, existiert heute nicht mehr.

Nr. 10. Die traditionsreiche Buchhandlung Höllrigl.

Nr. 12. Restaurant Zipfer Bierhaus

Nr. 16. In Scio's Specereyen wurden die original Venusbrüstchen nach altem Rezept angeboten. Die Praline galt bereits zu Mozarts Zeiten als Delikatesse. Die Familie Rigaud führte diese Tradition in Salzburg bis zur Schließung des Lokals im Herbst 2010 fort.

Bilder

 Sigmund-Haffner-Gasse – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Franz Valentin Zillner: "Alte Straßnamen"
  2. Franz Martin: 99. Altenau, MGSLK 84/85 (1944/45) S. 63 = derselbe, Hundert Salzburger Familien S. 315.
  3. Franz X. Weilmeyr: Salzburg, die Hauptstadt des Salzach-Kreises. Ein Hand- und Addreß-Buch für Jedermann. Salzburg 1813. In der Mayer’schen Buchhandlung S. 265; Franz Martin aaO MGSLK 78 (1938) S. 158 (Koflern) und 162 (Schallhammer) = Hundert Salzburger Familien S. 201 u.206.