Georg Hagenauer I.: Unterschied zwischen den Versionen
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Georg Hagenauer de Hagenau (* vor 1546 in Allershausen, † nach 1585 in Ainring) war ein Nachkomme des bayrischen Zweiges der Edelfreien [[Hagenauer|Herren von Hagenau]] und Stifter der Salzburger Linie der Hagenauer. | Georg Hagenauer de Hagenau (* vor 1546 in Allershausen, † nach 1585 in Ainring) war ein Nachkomme des bayrischen Zweiges der Edelfreien [[Hagenauer|Herren von Hagenau]] und Stifter der Salzburger Linie der Hagenauer. | ||
| − | Mit seinem Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen verließ Georg als Kleinkind um [[1546]] Allershausen (Bayern) und kam über das Pflegschaftsgericht Teisendorf in das sichere katholische [[Erzbistum Salzburg]] (Frf. Marianne Hauser). Die Gründe | + | Mit seinem Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen verließ Georg als Kleinkind um [[1546]] Allershausen (Bayern) und kam über das Pflegschaftsgericht Teisendorf in das sichere katholische [[Erzbistum Salzburg]] (Frf. Marianne Hauser). Die Gründe der Auswanderung aus der bayrischen Heimat offenbaren sich bei genauerer Betrachtung der bisherigen Familiengeschichte und der historischen Ereignisse in Bayern Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Hagenauer waren bereits in den Jahrzehnten davor wirtschaftlich tief gefallen, die meisten Güter verkauft und der ehemals reich begüterte Clan verarmt. Ebenso war die ehemals stark verzweigte Sippe im Begriff auszusterben. Das immer spärlichere Vorkommen in den Urkunden ist ein untrügliches Zeichen für beides. [[1484]] hatte Georgs Urgroßonkel, "Stephan Hagenauer zu Allershausen, der Ehrbare" den bayrischen Stammsitz der Familie verkauft (Indersdorfer Urkunde). Georgs Urgroßvater Ulrich Hagenauer von Allershausen besaß noch ein Gut in unmittelbarer Nähe des alten Stammsitzes. Dieses Gut übernahm sein Großvater Georg und danach wahrscheinlich noch kurzfristig sein Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen (der später als Sebastian Hagenauer de Ainring genannt wurde). |
Das Hagenauer-Gut lag bei Schrobenhausen in Bayern, dort wo im Jahr [[1546]] im Zuge dieses Schmalkaldischen Krieges mehrere zehntausend Landsknechte plündernd und brandschatzend durch die Gegend zogen. Kaiser Karl V. versuchte mit Waffengewalt die reichsrechtliche Anerkennung des Protestantismus zu verhindern und die Macht der Reichsstände im Heiligen Römischen Reich einzuschränken. Dabei zog er gegen den Schmalkaldischen Bund (ein Bündnis protestantischer Landesfürsten und Städte) wobei der Krieg zunächst in Süddeutschland 1546 ausbrach. Höchstwahrscheinlich wurde dabei auch das Hagenauer-Gut ein Opfer des Krieges. Offensichtlich scheint auch Georgs Mutter bereits bei seiner Geburt (oder kurz darauf) gestorben zu sein. Zumindest tauchen weder seine Mutter noch irgendwelche anderen Geschwister Georgs zwischen 1546 (Verlassen des Gutes) und 1554 (erste Erwähnung des Vaters Sebastian in Salzburg) respektive 1568 (erste Erwähnung Georgs in Salzburg) in Indersdorfer oder Salzburger Urkunden auf. | Das Hagenauer-Gut lag bei Schrobenhausen in Bayern, dort wo im Jahr [[1546]] im Zuge dieses Schmalkaldischen Krieges mehrere zehntausend Landsknechte plündernd und brandschatzend durch die Gegend zogen. Kaiser Karl V. versuchte mit Waffengewalt die reichsrechtliche Anerkennung des Protestantismus zu verhindern und die Macht der Reichsstände im Heiligen Römischen Reich einzuschränken. Dabei zog er gegen den Schmalkaldischen Bund (ein Bündnis protestantischer Landesfürsten und Städte) wobei der Krieg zunächst in Süddeutschland 1546 ausbrach. Höchstwahrscheinlich wurde dabei auch das Hagenauer-Gut ein Opfer des Krieges. Offensichtlich scheint auch Georgs Mutter bereits bei seiner Geburt (oder kurz darauf) gestorben zu sein. Zumindest tauchen weder seine Mutter noch irgendwelche anderen Geschwister Georgs zwischen 1546 (Verlassen des Gutes) und 1554 (erste Erwähnung des Vaters Sebastian in Salzburg) respektive 1568 (erste Erwähnung Georgs in Salzburg) in Indersdorfer oder Salzburger Urkunden auf. | ||
Georgs Vater Sebastian (Wastl) Hagenauer wird in einer Salzburger Urkunde aus dem Jahr [[1554]] nördlich von Salzburg in [[Hammerau]] erwähnt. Dort stand seit dem Jahr [[1537]] das durch den damaligen Salzburger Erzbischof [[Matthäus Lang]] gegründete Eisenwerk Annahütte, in dem Sebastian in einer Urkunde genannt wird. Anscheinend hatten sie kein Vermögen aus Bayern retten können und waren finanziell am Boden. Jedoch sein Sohn "Georg Hagenauer de Ainring" (auch Georg Hagenauer de Hagenau), konnte wahrscheinlich auf Grund seiner Abstammung in einen Gutsbesitz einheiraten. Dies war zwar nicht standesgemäß aber entsprechend der Umstände das Beste was ihm passieren konnte. Georg besaß nun ein Gut in Ainring, für das er in einer Urkunde des Jahres [[1568]] vom Salzburger Domkapitel die Bewilligung für "etliches Zimmerholz am Högl zu vorhabenden Gepeuen" erhält. In dieser Urkunde wird nichts über seinen Stand geschrieben, jedoch ist anzunehmen, dass er Landwirt und Müller (die es oft zu beträchtlichem Wohlstand brachten) war. So ging es durch Georg I. mit den Hagenauern, die bald an Zahl und Bedeutung zunehmen sollten, wieder bergauf. Seine Nachkommen hatten in alteingesessene Familien des Rupertiwinkels eingeheiratet und wurden im 17. und 18. Jahrhundert einer der angesehensten und einflußreichsten Familien Salzburgs. Georg selbst hatte zwei urkundlich erwähnte Söhne, den "ehrbaren Wolf (Wolfgang) Hagenauer de Piding" (* ~ 1575 in Hagenau), Mayer des Seyfriedgut in [[Piding]], sowie den "ehrbaren Georg Hagenauer II. von Hagenau" (* 1585 in Hagenau), der als Bauer und Müller bei Hammerau genannt wurde. | Georgs Vater Sebastian (Wastl) Hagenauer wird in einer Salzburger Urkunde aus dem Jahr [[1554]] nördlich von Salzburg in [[Hammerau]] erwähnt. Dort stand seit dem Jahr [[1537]] das durch den damaligen Salzburger Erzbischof [[Matthäus Lang]] gegründete Eisenwerk Annahütte, in dem Sebastian in einer Urkunde genannt wird. Anscheinend hatten sie kein Vermögen aus Bayern retten können und waren finanziell am Boden. Jedoch sein Sohn "Georg Hagenauer de Ainring" (auch Georg Hagenauer de Hagenau), konnte wahrscheinlich auf Grund seiner Abstammung in einen Gutsbesitz einheiraten. Dies war zwar nicht standesgemäß aber entsprechend der Umstände das Beste was ihm passieren konnte. Georg besaß nun ein Gut in Ainring, für das er in einer Urkunde des Jahres [[1568]] vom Salzburger Domkapitel die Bewilligung für "etliches Zimmerholz am Högl zu vorhabenden Gepeuen" erhält. In dieser Urkunde wird nichts über seinen Stand geschrieben, jedoch ist anzunehmen, dass er Landwirt und Müller (die es oft zu beträchtlichem Wohlstand brachten) war. So ging es durch Georg I. mit den Hagenauern, die bald an Zahl und Bedeutung zunehmen sollten, wieder bergauf. Seine Nachkommen hatten in alteingesessene Familien des Rupertiwinkels eingeheiratet und wurden im 17. und 18. Jahrhundert einer der angesehensten und einflußreichsten Familien Salzburgs. Georg selbst hatte zwei urkundlich erwähnte Söhne, den "ehrbaren Wolf (Wolfgang) Hagenauer de Piding" (* ~ 1575 in Hagenau), Mayer des Seyfriedgut in [[Piding]], sowie den "ehrbaren Georg Hagenauer II. von Hagenau" (* 1585 in Hagenau), der als Bauer und Müller bei Hammerau genannt wurde. | ||
Version vom 18. September 2011, 11:34 Uhr
Georg Hagenauer de Hagenau (* vor 1546 in Allershausen, † nach 1585 in Ainring) war ein Nachkomme des bayrischen Zweiges der Edelfreien Herren von Hagenau und Stifter der Salzburger Linie der Hagenauer.
Mit seinem Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen verließ Georg als Kleinkind um 1546 Allershausen (Bayern) und kam über das Pflegschaftsgericht Teisendorf in das sichere katholische Erzbistum Salzburg (Frf. Marianne Hauser). Die Gründe der Auswanderung aus der bayrischen Heimat offenbaren sich bei genauerer Betrachtung der bisherigen Familiengeschichte und der historischen Ereignisse in Bayern Mitte des 16. Jahrhunderts. Die Hagenauer waren bereits in den Jahrzehnten davor wirtschaftlich tief gefallen, die meisten Güter verkauft und der ehemals reich begüterte Clan verarmt. Ebenso war die ehemals stark verzweigte Sippe im Begriff auszusterben. Das immer spärlichere Vorkommen in den Urkunden ist ein untrügliches Zeichen für beides. 1484 hatte Georgs Urgroßonkel, "Stephan Hagenauer zu Allershausen, der Ehrbare" den bayrischen Stammsitz der Familie verkauft (Indersdorfer Urkunde). Georgs Urgroßvater Ulrich Hagenauer von Allershausen besaß noch ein Gut in unmittelbarer Nähe des alten Stammsitzes. Dieses Gut übernahm sein Großvater Georg und danach wahrscheinlich noch kurzfristig sein Vater Sebastian Hagenauer de Allershausen (der später als Sebastian Hagenauer de Ainring genannt wurde).
Das Hagenauer-Gut lag bei Schrobenhausen in Bayern, dort wo im Jahr 1546 im Zuge dieses Schmalkaldischen Krieges mehrere zehntausend Landsknechte plündernd und brandschatzend durch die Gegend zogen. Kaiser Karl V. versuchte mit Waffengewalt die reichsrechtliche Anerkennung des Protestantismus zu verhindern und die Macht der Reichsstände im Heiligen Römischen Reich einzuschränken. Dabei zog er gegen den Schmalkaldischen Bund (ein Bündnis protestantischer Landesfürsten und Städte) wobei der Krieg zunächst in Süddeutschland 1546 ausbrach. Höchstwahrscheinlich wurde dabei auch das Hagenauer-Gut ein Opfer des Krieges. Offensichtlich scheint auch Georgs Mutter bereits bei seiner Geburt (oder kurz darauf) gestorben zu sein. Zumindest tauchen weder seine Mutter noch irgendwelche anderen Geschwister Georgs zwischen 1546 (Verlassen des Gutes) und 1554 (erste Erwähnung des Vaters Sebastian in Salzburg) respektive 1568 (erste Erwähnung Georgs in Salzburg) in Indersdorfer oder Salzburger Urkunden auf.
Georgs Vater Sebastian (Wastl) Hagenauer wird in einer Salzburger Urkunde aus dem Jahr 1554 nördlich von Salzburg in Hammerau erwähnt. Dort stand seit dem Jahr 1537 das durch den damaligen Salzburger Erzbischof Matthäus Lang gegründete Eisenwerk Annahütte, in dem Sebastian in einer Urkunde genannt wird. Anscheinend hatten sie kein Vermögen aus Bayern retten können und waren finanziell am Boden. Jedoch sein Sohn "Georg Hagenauer de Ainring" (auch Georg Hagenauer de Hagenau), konnte wahrscheinlich auf Grund seiner Abstammung in einen Gutsbesitz einheiraten. Dies war zwar nicht standesgemäß aber entsprechend der Umstände das Beste was ihm passieren konnte. Georg besaß nun ein Gut in Ainring, für das er in einer Urkunde des Jahres 1568 vom Salzburger Domkapitel die Bewilligung für "etliches Zimmerholz am Högl zu vorhabenden Gepeuen" erhält. In dieser Urkunde wird nichts über seinen Stand geschrieben, jedoch ist anzunehmen, dass er Landwirt und Müller (die es oft zu beträchtlichem Wohlstand brachten) war. So ging es durch Georg I. mit den Hagenauern, die bald an Zahl und Bedeutung zunehmen sollten, wieder bergauf. Seine Nachkommen hatten in alteingesessene Familien des Rupertiwinkels eingeheiratet und wurden im 17. und 18. Jahrhundert einer der angesehensten und einflußreichsten Familien Salzburgs. Georg selbst hatte zwei urkundlich erwähnte Söhne, den "ehrbaren Wolf (Wolfgang) Hagenauer de Piding" (* ~ 1575 in Hagenau), Mayer des Seyfriedgut in Piding, sowie den "ehrbaren Georg Hagenauer II. von Hagenau" (* 1585 in Hagenau), der als Bauer und Müller bei Hammerau genannt wurde.