Armenbadspital in Wildbadgastein: Unterschied zwischen den Versionen

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[[1350]] wird das Armenbadspital erstmals erwähnt, ab der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s ist ein regulärer Badebetrieb nachweisbar - damals erlebte auch der [[Goldbergbau|Gold]]- und [[Silberbergbau]] im [[Gasteinertal]] seinen Aufschwung.
[[1350]] wird das Armenbadspital erstmals erwähnt, ab der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s ist ein regulärer Badebetrieb nachweisbar - damals erlebte auch der [[Goldbergbau|Gold]]- und [[Silberbergbau]] im [[Gasteinertal]] seinen Aufschwung.


Als [[Konrad Strochner]], [[Pfleger]] auf [[Klammstein]], Landrichter und Wechsler in Gastein, am [[25. Februar]] [[1489]] unverheiratet und kinderlos starb, bestimmte er in seinem Testament ein Vermögen von 1.300 [[Gulden]] zur Errichtung eines „''Armenpadt''“ in Gastein. Die drei Testamentskuratoren, darunter sein jüngerer Bruder [[Hans Strochner]], Pfleger in Gastein, bewilligte - wie später im [[Stiftungsurkunde für das Armenbadspital in Bad Gastein|Stiftsbrief]] [[1496]] dargelegt – weitere 1.300 Gulden und sie kauften im Jahre [[1489]] zunächst um 380 Gulden die ''Mitterwirt-Taferne'' am [[Mühlbachgraben]] mit dem darunter gelegenen „Mitterbad“. Diese Gebäude bildeten das erste „''Armenpadt''“, etwas nördlich der [[Pfarrkirche Hll. Primus und Felizian|Preimskirche]].  
Als [[Konrad Strochner]], [[Pfleger]] auf [[Klammstein]], Landrichter und Wechsler in Gastein, am [[25. Februar]] [[1489]] unverheiratet und kinderlos starb, bestimmte er in seinem Testament ein Vermögen von 1.300 [[Gulden]] zur Errichtung eines "''Armenpadt''“ in Gastein. Die drei Testamentskuratoren, darunter sein jüngerer Bruder [[Hans Strochner]], Pfleger in Gastein, bewilligte - wie später im [[Stiftungsurkunde für das Armenbadspital in Bad Gastein|Stiftsbrief]] [[1496]] dargelegt – weitere 1.300 Gulden und sie kauften im Jahre [[1489]] zunächst um 380 Gulden die ''Mitterwirt-Taferne'' am [[Mühlbachgraben]] mit dem darunter gelegenen "Mitterbad“. Diese Gebäude bildeten das erste "''Armenpadt''“, etwas nördlich der [[Pfarrkirche Hll. Primus und Felizian|Preimskirche]].  


Alle diese Gebäude, sämtliche in Holzbauweise, sind auf der ältesten Darstellung von ''Wildbadgastein'' (historische Bezeichnung des heutigen Bad Gastein) in der [[Historia Salisburgensis]] von [[Josef Metzger]]<ref> entstanden [[1692]], auf einem Kupferstich von [[Johann Friedrich Pereth]] um [[1690]], dargestellt, der im [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], Inv.Nr. 2043/49</ref> zu sehen. Der Untertitel zur Darstellung lautet "''Eigentliche Abbildung und Prospect des weitberühmbt=auch haylsam= und warmen Gasteiner=Wild=Bads im Ertz=Stüfft Salzburg''".<ref>vergleiche Tafel 71 in "''Salzburg in alten Ansichten - Das Land''", [[Franz Fuhrmann]] zusammen mit Hrsg. [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], [[Residenz Verlag]], Salzburg-Wien, 1980, 236 Bildwiedergaben (davon 64 Farbtafeln, 36 Schwarzweißtafeln, 120 Abbildungen und 12 Figuren), 380 Seiten, ISBN 3-7017-0234-9, [http://data.onb.ac.at/rec/AC02092238 | Österreichische Nationalbibliothek, ONB-Katalog, AC02092238]</ref>
Alle diese Gebäude, sämtliche in Holzbauweise, sind auf der ältesten Darstellung von ''Wildbadgastein'' (historische Bezeichnung des heutigen Bad Gastein) in der [[Historia Salisburgensis]] von [[Josef Metzger]]<ref> entstanden [[1692]], auf einem Kupferstich von [[Johann Friedrich Pereth]] um [[1690]], dargestellt, der im [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], Inv.Nr. 2043/49</ref> zu sehen. Der Untertitel zur Darstellung lautet "''Eigentliche Abbildung und Prospect des weitberühmbt=auch haylsam= und warmen Gasteiner=Wild=Bads im Ertz=Stüfft Salzburg''".<ref>vergleiche Tafel 71 in "''Salzburg in alten Ansichten - Das Land''", [[Franz Fuhrmann]] zusammen mit Hrsg. [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]], [[Residenz Verlag]], Salzburg-Wien, 1980, 236 Bildwiedergaben (davon 64 Farbtafeln, 36 Schwarzweißtafeln, 120 Abbildungen und 12 Figuren), 380 Seiten, ISBN 3-7017-0234-9, [http://data.onb.ac.at/rec/AC02092238 | Österreichische Nationalbibliothek, ONB-Katalog, AC02092238]</ref>


[[1751]] wird das „''Armenpadt''“ in drei Geschossen mit je sieben Fenstern an gleicher Stelle neu errichtet. Diese neue ''Gebäude, in Steinbauweise und mit einem roten Ziegeldach'' (im Bild rechts), wurde um [[1793]] auf einem handkolorierten Radierung von [[Carl Hempel]] nach einer Zeichnung von [[August Franz Heinrich von Naumann]] dargestellt und ist im [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] zu sehen.<ref>Inv.Nr. 1812/49, vergleiche Tafel 73 in "''Salzburg in alten Ansichten - Das Land''", Franz Fuhrmann zusammen mit Hrsg.  Salzburger Museum Carolino Augusteum, Residenz Verlag, Salzburg-Wien, 1980, 236 Bildwiedergaben (davon 64 Farbtafeln, 36 Schwarzweißtafeln, 120 Abbildungen und 12 Figuren), 380 Seiten, ISBN 3-7017-0234-9, [http://data.onb.ac.at/rec/AC02092238 | Österreichische Nationalbibliothek, ONB-Katalog, AC02092238]</ref>
[[1751]] wird das "''Armenpadt''“ in drei Geschossen mit je sieben Fenstern an gleicher Stelle neu errichtet. Diese neue ''Gebäude, in Steinbauweise und mit einem roten Ziegeldach'' (im Bild rechts), wurde um [[1793]] auf einem handkolorierten Radierung von [[Carl Hempel]] nach einer Zeichnung von [[August Franz Heinrich von Naumann]] dargestellt und ist im [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] zu sehen.<ref>Inv.Nr. 1812/49, vergleiche Tafel 73 in "''Salzburg in alten Ansichten - Das Land''", Franz Fuhrmann zusammen mit Hrsg.  Salzburger Museum Carolino Augusteum, Residenz Verlag, Salzburg-Wien, 1980, 236 Bildwiedergaben (davon 64 Farbtafeln, 36 Schwarzweißtafeln, 120 Abbildungen und 12 Figuren), 380 Seiten, ISBN 3-7017-0234-9, [http://data.onb.ac.at/rec/AC02092238 | Österreichische Nationalbibliothek, ONB-Katalog, AC02092238]</ref>


Vor allem im [[18. Jahrhundert]] war der Andrang zum Bad groß. Das ist im 2015 erschienenen Bildband "[[Badehospiz Bad Gastein - Im Wandel der Zeit]]" nachzulesen. Während dieser Zeit sei das Tal von "''Vaganten''" und Bettlern überschwemmt worden. "''Erstes Selektionskriterium sollte die Armut sein, erst in zweiter Linie die Krankheit''", schreibt Gruber. "''Dies zielte gegen den aufgekommenen Brauch, dass sich wohlhabende Insassen des [[Bürgerspital St. Blasius|Bürgerspitals]] in Salzburg für das Gasteiner Badespital mitunter sogar durch Bestechung eine Einweisung erwirkten.''"
Vor allem im [[18. Jahrhundert]] war der Andrang zum Bad groß. Das ist im 2015 erschienenen Bildband "[[Badehospiz Bad Gastein - Im Wandel der Zeit]]" nachzulesen. Während dieser Zeit sei das Tal von "''Vaganten''" und Bettlern überschwemmt worden. "''Erstes Selektionskriterium sollte die Armut sein, erst in zweiter Linie die Krankheit''", schreibt Gruber. "''Dies zielte gegen den aufgekommenen Brauch, dass sich wohlhabende Insassen des [[Bürgerspital St. Blasius|Bürgerspitals]] in Salzburg für das Gasteiner Badespital mitunter sogar durch Bestechung eine Einweisung erwirkten.''"
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[[1883]] wird das Armenbadespital auf Beschluss des [[Landtag]]es unter Verwaltung des [[Herzogtum Salzburg]] gestellt und 1885 von der k.k. Landesregierung eine neue Vorschrift für das Armenbadspital in Wildbadgastein kundgemacht.<ref>vergleiche Satzung 1885, LGBL Nr. 12/1885 Armenbadspital Badgastein Vorschrift</ref>
[[1883]] wird das Armenbadespital auf Beschluss des [[Landtag]]es unter Verwaltung des [[Herzogtum Salzburg]] gestellt und 1885 von der k.k. Landesregierung eine neue Vorschrift für das Armenbadspital in Wildbadgastein kundgemacht.<ref>vergleiche Satzung 1885, LGBL Nr. 12/1885 Armenbadspital Badgastein Vorschrift</ref>
Das "Armenbadspital in Wildbadgastein“ war eine unter der Oberaufsicht der k.k. Landesregierung von Salzburg bestehende „''Wohlthätigkeits-Stiftung''“, welche vom [[Landtag]] verwaltet wurde. Diesem unterstand eine Spitalskommission zur Besorgung des laufenden Dienstbetriebes.
Das "Armenbadspital in Wildbadgastein“ war eine unter der Oberaufsicht der k.k. Landesregierung von Salzburg bestehende "''Wohlthätigkeits-Stiftung''“, welche vom [[Landtag]] verwaltet wurde. Diesem unterstand eine Spitalskommission zur Besorgung des laufenden Dienstbetriebes.


Ein Ausschuss befasste sich von etwa 1885 bis 1890 mit der Frage der Erweiterung oder eines Neubaus, und begann die nötigen Mittel zu beschaffen. Namhafte Spenden berühmter Persönlichkeiten, die Gastein verbunden sind – u. a. Kaiser [[Franz Joseph I.]] von Österreich, Kaiser [[Wilhelm I.]] von Deutschland, Königin Maria Pia von Portugal - flossen in das Baukapital.  
Ein Ausschuss befasste sich von etwa 1885 bis 1890 mit der Frage der Erweiterung oder eines Neubaus, und begann die nötigen Mittel zu beschaffen. Namhafte Spenden berühmter Persönlichkeiten, die Gastein verbunden sind – u. a. Kaiser [[Franz Joseph I.]] von Österreich, Kaiser [[Wilhelm I.]] von Deutschland, Königin Maria Pia von Portugal - flossen in das Baukapital.