Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „Bergknappen“ durch „Bergknappen“ |
K Linkfix |
||
| Zeile 44: | Zeile 44: | ||
Max Gandolf sah den Protestantismus im Land als Gefahr für den katholischen Glauben an. Unter seiner Regierung brach ein neuer [[Protestantenvertreibung|Verfolgungssturm]] gegen die [[Protestanten]] im Lande aus. | Max Gandolf sah den Protestantismus im Land als Gefahr für den katholischen Glauben an. Unter seiner Regierung brach ein neuer [[Protestantenvertreibung|Verfolgungssturm]] gegen die [[Protestanten]] im Lande aus. | ||
Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Kirche zu stärken. Nachdem "Bekehrungsversuche" im heute [[Osttirol]]ischen damals aber salzburgischen [[ | Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Kirche zu stärken. Nachdem "Bekehrungsversuche" im heute [[Osttirol]]ischen damals aber salzburgischen [[Defereggental]] und bei den [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberg]]er [[Bergknappen]] erfolglos geblieben waren, schritt der Fürsterzbischof ohne Berücksichtigung der Rechtsnormen des Westfälischen Friedens zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 [[Protestanten]] wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. In den Jahren [[1685]] und [[1686]] wurden auch die von [[Joseph Schaitberger]] angeführten Dürrnberger [[Bergknappen]] schließlich zum [[Protestantenvertreibung#Der Auszug der Protestanten|unverzüglichen Verlassen des Landes]] gezwungen. | ||
Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur [[Galeerenstrafe]] in [[Venedig]] verurteilt. (Die Eltern mussten soweit möglich durch Einbehaltung von Gütern für den künftigen Unterhalt der weggenommenen Kinder aufkommen.) Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688) ermöglichte es Jahre später einzelnen Kindern, ihren Eltern nachzufolgen. | Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur [[Galeerenstrafe]] in [[Venedig]] verurteilt. (Die Eltern mussten soweit möglich durch Einbehaltung von Gütern für den künftigen Unterhalt der weggenommenen Kinder aufkommen.) Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688) ermöglichte es Jahre später einzelnen Kindern, ihren Eltern nachzufolgen. | ||