| Zeile 6: |
Zeile 6: |
| | | | |
| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | In einem Bericht vom [[11. November]] [[1695]] informiert der damalige Pfarrer von Marktschellenberg, Martin Sartorius, das Konsistorium in [[Berchtesgaden]] über die beginnende ''Wallfahrt auf dem Ödenperg'': ''..ein liebreiches Mariae bildt an eine großen Lindten baumb angehenckht in aller früe erfundten wordten...'', das Gnadenbild fand sich in der Nacht vom [[11. August|11.]] auf [[12. August]] 1695 an einem Lindenbaum. | + | In einem Bericht vom [[11. November]] [[1695]] informiert der damalige Pfarrer von Marktschellenberg, Martin Sartorius, das Konsistorium in [[Berchtesgaden]] über die beginnende ''Wallfahrt auf dem Ödenperg'': ''..ein liebreiches Mariae bildt an eine großen Lindten baumb angehenckht in aller früe erfundten wordten...'', das Gnadenbild fand sich in der Nacht vom [[11. August|11.]] auf [[12. August]] 1695 an einem [[Linde]]nbaum. |
| | | | |
| − | [[1696]] wurde dann eine kleine Kapelle um das Gnadenbild und die Linde errichtet. Zunächst mit einem kleinen Altar, bald schon mit drei Altären, was auf eine bereits blühende [[Wallfahrt]] hinwies. Die Errichtung einer Kirche wurde dann zur Zeit des [[Berchtesgaden]]er Fürstpropstes Julius Heinrich Freiherr von [[Rehlingen]] ([[1723]] - [[1732]]) nach einem Beschluss des Berchtesgadener Konsistoriums vom [[14. Jänner]] 1723 beschlossen. Sie entstand damit etwa zur gleichen Zeit wie die Marienheiligtümer [[Wallfahrtskirche Maria Gern]] und ''Maria am Kunterweg'' in der [[Ramsau bei Berchtesgaden|Ramsau]] (Wallfahrt schon seit 1696). | + | [[1696]] wurde eine kleine Kapelle um das Gnadenbild und die Linde errichtet. Zunächst mit einem kleinen Altar, bald schon mit drei Altären, was auf eine bereits blühende [[Wallfahrt]] hinwies. Die Errichtung einer Kirche wurde dann zur Zeit des [[Berchtesgaden]]er Fürstpropstes Julius Heinrich Freiherr von [[Rehlingen]] ([[1723]]−[[1732]]) nach einem Beschluss des Berchtesgadener Konsistoriums vom [[14. Jänner]] 1723 beschlossen. Sie entstand damit etwa zur gleichen Zeit wie die Marienheiligtümer [[Wallfahrtskirche Maria Gern]] und ''Maria am Kunterweg'' in der [[Ramsau bei Berchtesgaden|Ramsau]] (Wallfahrt schon seit 1696). |
| | | | |
| − | Das [[Patrozinium]] wird am [[2. Juli]] | + | Das [[Patrozinium]] wird am [[2. Juli]] begangen. |
| | | | |
| | ==Innenausstattung== | | ==Innenausstattung== |
| − | Im Inneren der weißgetünchte, spätbarocke Kirche ist das große und farbenfrohe Deckengemälde auffallend. Es zeigt zu Füßen des Gnadenthrons kniend, u. a. den Erbauer der Kirche, Fürstpropst von Rehlingen. Es stammt von Innozenz Anton Worath aus [[Burghausen]], [[Rupertiwinkel]], der auch das Altarbild malte. | + | Im Inneren der weißgetünchte, spätbarocke Kirche ist das große und farbenfrohe Deckengemälde auffallend. Es zeigt, zu Füßen des Gnadenthrons kniend, u. a. den Erbauer der Kirche, Fürstpropst von Rehlingen. Es stammt von Innozenz Anton Worath aus [[Burghausen]], [[Rupertiwinkel]], der auch das Altarbild malte. |
| | | | |
| − | Die reichen Stuckarbeiten, weiß auf hellgrünem Grund, stammen vom Stukkateur Josef Höpp aus Burghausen, Bayern, der auch in [[Großgmain]] und im [[Innviertel]] bedeutende Werke schuf. Neben weiteren Wandbilder und vielen Votivbilder, die hinter dem Altar zu sehen sind, ist noch die mit über vier Meter Höhe ungewöhnlich große Schnitzfigur des Hl. Christopherus aus dem [[17. Jahrhundert]] oben auf der Orgelempore erwähnenswert. Im Chorraum hängt auch eine Kopie des Gnadenbildes von [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain|Maria Plain]]. | + | Die reichen Stuckarbeiten, weiß auf hellgrünem Grund, stammen vom Stukkateur Josef Höpp aus Burghausen, Bayern, der auch in [[Großgmain]] und im [[Innviertel]] bedeutende Werke schuf. Neben weiteren Wandbilder und vielen Votivbilder, die hinter dem Altar zu sehen sind, ist noch die mit über vier Meter Höhe ungewöhnlich große Schnitzfigur des Hl. Christophorus aus dem [[17. Jahrhundert]] oben auf der Orgelempore erwähnenswert. Im Chorraum hängt auch eine Kopie des Gnadenbildes von [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain|Maria Plain]]. |
| | | | |
| | Das Gnadenbild stand ursprünglich in einem Glaskasten mit Goldrahmen zwischen Tabernakel und Altarbild. Im [[19. Jahrhundert]] setzte man es nach Entfernung des Bildes in den heutigen Schrein und umgab es mit Putten. | | Das Gnadenbild stand ursprünglich in einem Glaskasten mit Goldrahmen zwischen Tabernakel und Altarbild. Im [[19. Jahrhundert]] setzte man es nach Entfernung des Bildes in den heutigen Schrein und umgab es mit Putten. |
| | | | |
| − | Ein großer Bombensplitter an der Wand rechts neben dem Altar, erinnert an den Bombenangriff der Amerikaner auf den nahen [[Obersalzberg]] am [[25. April]] [[1945]], bei dem einige Irrläufer Ettenberg trafen. | + | Ein großer Bombensplitter an der Wand rechts neben dem Altar erinnert an den Bombenangriff der Amerikaner auf den nahen [[Obersalzberg]] am [[25. April]] [[1945]], bei dem einige Irrläufer Ettenberg trafen. |
| | | | |
| − | Wallfahrer können auch, den im September [[1997]] eingeweihten Kreuzweg mit 14 Stationen, von Marktschellenberg aus bis zur Wallfahrtskirche Ettenberg pilgern. | + | Wallfahrer können auch den im September [[1997]] eingeweihten Kreuzweg mit 14 Stationen von Marktschellenberg aus bis zur Wallfahrtskirche Ettenberg pilgern. |
| | | | |
| − | Für den Wallfahrtsbetrieb nicht unwichtig, dass der Mesner Josef Prantner [[1727]] das Recht zum Bierausschank bekam. | + | Für den Wallfahrtsbetrieb ist nicht unwichtig, dass der Mesner Josef Prantner [[1727]] das Recht zum Bierausschank bekam. |
| | | | |
| | ==Erreichbarkeit== | | ==Erreichbarkeit== |
| − | Man kann auf einer kleinen Straße von Marktschellenberg hinauf fahren. Oder man durchwandert die [[Almbachklamm (Bayern)|Almbachklamm]]. Als dritte Möglichkeit bietet sich eine Wanderung von der Wallfahrtskirche Maria Gern aus an. Dauer etwa 90 min bis zwei Stunden (weil man trotz der kurzen Entfernung zunächst in die Almbachklamm absteigen muss, um am anderen Klammufer wieder steil aufzusteigen). | + | Man kann auf einer kleinen Straße von Marktschellenberg hinauffahren. Oder man durchwandert die [[Almbachklamm (Bayern)|Almbachklamm]]. Als dritte Möglichkeit bietet sich eine Wanderung von der Wallfahrtskirche Maria Gern aus an; Dauer etwa 90 min bis zwei Stunden (weil man trotz der kurzen Entfernung zunächst in die Almbachklamm absteigen muss, um am anderen Klammufer wieder steil aufzusteigen). |
| | [[Datei:Panorama-Ausblick zur Osterhorngruppe von Ettenberg-Marktschellenberg.jpg|thumb|left|600px|Panorama-Ausblick von der Wallfahrtskirche Maria Ettenberg zur Osterhorngruppe.]] | | [[Datei:Panorama-Ausblick zur Osterhorngruppe von Ettenberg-Marktschellenberg.jpg|thumb|left|600px|Panorama-Ausblick von der Wallfahrtskirche Maria Ettenberg zur Osterhorngruppe.]] |
| | ==Bilder== | | ==Bilder== |