David Margules: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach dem Zerfall der [[Habsburgermonarchie|österreichisch-ungarischen Monarchie]] und der Angliederung des Kronlandes Galizien an Polen, heiratete Dr. Margules 35-jährig [[1920]] die 23-jährige Jüdin Rosa Zerline Leinwand aus Jaroslaw in Polen. Gemeinsam hatten sie zwei Töchter, Josefa Nina (* 16. Mai 1921 in Jaroslaw) und Gabriele Ella (* 30. Mai 1927 in Tachov, deutsch Tachau). Rosas Vater war in den [[1920er]]-Jahren Rabbiner des Bezirkes Tachau in der Nähe des böhmischen Kurorts Mariánské Láznì (Marienbad), heute [[Tschechien]]. | Nach dem Zerfall der [[Habsburgermonarchie|österreichisch-ungarischen Monarchie]] und der Angliederung des Kronlandes Galizien an Polen, heiratete Dr. Margules 35-jährig [[1920]] die 23-jährige Jüdin Rosa Zerline Leinwand aus Jaroslaw in Polen. Gemeinsam hatten sie zwei Töchter, Josefa Nina (* 16. Mai 1921 in Jaroslaw) und Gabriele Ella (* 30. Mai 1927 in Tachov, deutsch Tachau). Rosas Vater war in den [[1920er]]-Jahren Rabbiner des Bezirkes Tachau in der Nähe des böhmischen Kurorts Mariánské Láznì (Marienbad), heute [[Tschechien]]. | ||
In der [[Israelitische Kultusgemeinde Salzburg|Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg]] war | In der [[Israelitische Kultusgemeinde Salzburg|Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg]] war seit 1920 das Amt des Rabbiners seit dem Weggang Dr. [[Adolf Altmann]] verwaist. In der Zeit des immer offener zu Tage tretenden Antisemitismus blieben alle Bemühungen um eine dauerhafte Nachfolge erfolglos. Die Kultusgemeinde Stadt und Land Salzburg zählte gegen Ende der 1920er-Jahre nur noch 108 Mitglieder. Diese zahlten die Beiträge und waren in zwei Fraktionen mit gegensätzlichen Positionen geteilt. Bei der Wahl zum Kultusrat [[1929]] gewannen die Konservativen wieder die Mehrheit. Sie stellten daher den Präsidenten und seinen Stellvertreter. Die Zionisten waren durch das Mehrheitswahlrecht benachteiligt. Walter Schwarz, Geschäftsleiter des [[Kaufhaus Schwarz|Kaufhauses S. L. Schwarz]], war Obmann der Zionistischen Ortsgruppe Salzburg. | ||
Dr. Margules bewarb sich um das Amt des Rabbiners und besuchte am [[27. September]] [[1929]] die [[Synagoge]] an der [[Lasserstraße]] zum gegenseitigen Kennenlernen. Der Kultusrat wählte ihn danach einstimmig zum Landesrabbiner. Der Kultusrat betonte, dass Dr. Margules die Sympathien aller [[Juden in Salzburg|Juden Salzburgs]] besitze. Dies war umso bemerkenswerter angesichts der Spannungen zwischen Konservativen und Zionisten. Dr. Margules war religiöser Jude mit Distanz zur Politik. | Dr. Margules bewarb sich um das Amt des Rabbiners und besuchte am [[27. September]] [[1929]] die [[Synagoge]] an der [[Lasserstraße]] zum gegenseitigen Kennenlernen. Der Kultusrat wählte ihn danach einstimmig zum Landesrabbiner. Der Kultusrat betonte, dass Dr. Margules die Sympathien aller [[Juden in Salzburg|Juden Salzburgs]] besitze. Dies war umso bemerkenswerter angesichts der Spannungen zwischen Konservativen und Zionisten. Dr. Margules war religiöser Jude mit Distanz zur Politik. | ||