Ferleiten Tauernhaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Es war eine der ältesten Fremdenherbergen in den [[Alpen]]. Schon zur [[Römer]]zeit führte ein Weg über den [[Fuscher Tauern]], dessen Spuren bei der [[Großglockner Hochalpenstraße Baugeschichte|Trassierung]] der [[Großglockner Hochalpenstraße]] gefunden wurden. Im [[Mittelalter]] ermöglichte ein in den Urkunden aus dem [[10. Jahrhundert]] erwähnter [[Saumweg]] einen regen Verkehr über den [[Tauern]], der insbesondere dem [[Handel (historisch)#Handel mit Venedig - Friaul|Handel mit Venedig]] diente. Dass dieser sehr lebhaft war, geht daraus hervor, dass König Adolf im Jahre [[1296]] dem [[Erzbischof]] [[Konrad IV. von Fohnsdorf]] die Mautgefälle am Fuscher Tauern als Entschädigung für die Maut am [[Radstädter Tauern]] überließ. | Es war eine der ältesten Fremdenherbergen in den [[Alpen]]. Schon zur [[Römer]]zeit führte ein Weg über den [[Fuscher Tauern]], dessen Spuren bei der [[Großglockner Hochalpenstraße Baugeschichte|Trassierung]] der [[Großglockner Hochalpenstraße]] gefunden wurden. Im [[Mittelalter]] ermöglichte ein in den Urkunden aus dem [[10. Jahrhundert]] erwähnter [[Saumweg]] einen regen Verkehr über den [[Tauern]], der insbesondere dem [[Handel (historisch)#Handel mit Venedig - Friaul|Handel mit Venedig]] diente. Dass dieser sehr lebhaft war, geht daraus hervor, dass König Adolf im Jahre [[1296]] dem [[Erzbischof]] [[Konrad IV. von Fohnsdorf]] die Mautgefälle am Fuscher Tauern als Entschädigung für die Maut am [[Radstädter Tauern]] überließ. | ||
Sehr früh wurde an diesen Saumwegen ein Tauernhaus erbaut. Urkundlich wird das Fuscher Tauernhaus (Taferne) im erzbischöflichen Urbar im Jahre [[1327]] zu ersten Mal genannt. Es war mit einer großen [[Almwirtschaft]] verbunden, dem Erzbischof dienstpflichtig und hatte aus seiner Alpwirtschaft an den [[Salzburger Fürstenhof]] alljährlich 600 Laib Käse, zwei Böcke, zwei Ziegen und zwei Schafe zu liefern. Ferner war der Besitzer verpflichtet, den Weg auf den Fuscher Tauern einerseits bis zum [[Mittertörl]] und anderseits talwärts bis Wölflern (Weixengut) zu erhalten und mit Schneestangen zu versehen. Weiters musste er die über den Tauern führenden armen Reisenden unentgeltlich beherbergen und verpflegen und ihnen auf ihrer Wanderung behilflich sein. Für diese Verpflichtung bezog das Tauernhaus jährlich aus dem Getreidekasten zu [[Zell am See|Zell]] vier Metzen Roggen und zehn Metzen Hafer. Im obersten Stockwerk des Zeller [[Vogt- oder Kastnerturm|Vogtturms]] befand sich eine Zeit lang das Getreidemagazin. Man sieht, dass den Tauernhausbesitzern eine ähnliche Aufgabe zukam wie etwa den Brüdern am St. Bernhard in der Schweiz und anderen Alpenübergängen. | Sehr früh wurde an diesen Saumwegen ein Tauernhaus erbaut. Urkundlich wird das Fuscher Tauernhaus (Taferne) im erzbischöflichen Urbar im Jahre [[1327]] zu ersten Mal genannt. Es war mit einer großen [[Almwirtschaft]] verbunden, dem Erzbischof dienstpflichtig und hatte aus seiner Alpwirtschaft an den [[Salzburger Fürstenhof]] alljährlich 600 Laib Käse, zwei Böcke, zwei Ziegen und zwei Schafe zu liefern. Ferner war der Besitzer verpflichtet, den Weg auf den Fuscher Tauern einerseits bis zum [[Mittertörl]] und anderseits talwärts bis Wölflern (Weixengut) zu erhalten und mit Schneestangen zu versehen. Weiters musste er die über den Tauern führenden armen Reisenden unentgeltlich beherbergen und verpflegen und ihnen auf ihrer Wanderung behilflich sein. Für diese Verpflichtung bezog das Tauernhaus jährlich aus dem [[Getreidekasten]] zu [[Zell am See|Zell]] vier Metzen Roggen und zehn Metzen Hafer. Im obersten Stockwerk des Zeller [[Vogt- oder Kastnerturm|Vogtturms]] befand sich eine Zeit lang das Getreidemagazin. Man sieht, dass den Tauernhausbesitzern eine ähnliche Aufgabe zukam wie etwa den Brüdern am St. Bernhard in der Schweiz und anderen Alpenübergängen. | ||
Interessant ist, dass anlässlich der Einhebung der ersten allgemeinen Reichssteuer im Jahre [[1497]] ein gewisser Georg Pfandl als Besitzer des uralten Schwaighofes in Ferleiten genannt wird, von dem die „[[Pfandlscharte]]“, wie der bekannte Geschichtsschreiber [[Hans Widmann]] behauptet, ihren Namen erhalten haben soll. | Interessant ist, dass anlässlich der Einhebung der ersten allgemeinen Reichssteuer im Jahre [[1497]] ein gewisser Georg Pfandl als Besitzer des uralten Schwaighofes in Ferleiten genannt wird, von dem die „[[Pfandlscharte]]“, wie der bekannte Geschichtsschreiber [[Hans Widmann]] behauptet, ihren Namen erhalten haben soll. | ||