Fertiger: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Fertiger''' (auch Meister) waren freie Händler, die das [[Salz]] auf eigenes Risiko auf der [[Salzach]] transportierten.
'''Fertiger''' (auch Meister) waren freie Händler, die etwas fertigten oder herstellten (ein Hersteller von Gütern).  


==Geschichte==
== Salzfertiger ==
===Allgemein===
Salzfertiger waren freie Händler, cdie das [[Salz]] auf eigenes Risiko auf der [[Salzach]] transportierten.
Erstmals erwähnt wurden Fertiger um [[905]] in der [[Raffelstetter Zollordnung]]. Sie transportierten Salz auf eigenen Schiffen und waren auf eigene Kosten und eigenes Risiko tätig. Die Fertiger hielten sich bis ins [[16. Jahrhundert]].


Die Fertiger kauften in der [[Saline Hallein]] und teilweise auch im Salzstadel der [[Saline Schellenberg]] in [[Rif]] (Hallein) das Salz und führten die Ware entweder selbst oder durch von ihnen beauftragten Fachkräften an ihren Bestimmungsort. In der Schiffsherrnordnung von [[1267]] wurde bestimmt, dass sie bei der Fahrt "obenher" (Abschnitt von [[Hallein]] nach [[Laufen]]) Schiffe der Schiffsherrn verwenden mussten, während "untenhin" (Flussabschnitt von Laufen nach [[Passau]]) weiter eigene Schiffe verwendet werden durften. Als Gegenfracht transportierten sie Getreide nach Hallein und Rif, das die Versorgung der Bevölkerung sicherte.
Erstmals erwähnt wurden Salzfertiger um [[905]] in der [[Raffelstetter Zollordnung]]. Sie transportierten Salz auf eigenen Schiffen und waren auf eigene Kosten und eigenes Risiko tätig. Die Salzfertiger hielten sich bis ins [[16. Jahrhundert]].


Als Fertiger waren Bürger der Städte Hallein, [[Salzburg]], Laufen, [[Burghausen]], [[Schärding]] und Passau tätig. Um einer allzugroßen Konkurrenz unter den Fertigern vorzubeugen, wurde am Beginn der [[Neuzeit]] die Zahl der <nowiki>Fertiger</nowiki>[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|gerechtsame]] (Konzessionen) und das Transportvolumen genau festgesetzt. Das zugestandene Transportvolumen richtete sich dabei nach dem Gesamtvolumen des Salzhandels.
Die Salzfertiger kauften in der [[Saline Hallein]] und teilweise auch im Salzstadel der [[Saline Schellenberg]] in [[Rif]] (Hallein) das Salz und führten die Ware entweder selbst oder durch von ihnen beauftragten Fachkräften an ihren Bestimmungsort. In der Schiffsherrnordnung von [[1267]] wurde bestimmt, dass sie bei der Fahrt "obenher" (Abschnitt von [[Hallein]] nach [[Laufen]]) Schiffe der Schiffsherrn verwenden mussten, während "untenhin" (Flussabschnitt von Laufen nach [[Passau]]) weiter eigene Schiffe verwendet werden durften. Als Gegenfracht transportierten sie Getreide nach Hallein und Rif, das die Versorgung der Bevölkerung sicherte.
 
Als Salzfertiger waren Bürger der Städte Hallein, [[Salzburg]], Laufen, [[Burghausen]], [[Schärding]] und Passau tätig. Um einer allzu großen Konkurrenz unter den Fertigern vorzubeugen, wurde am Beginn der [[Neuzeit]] die Zahl der <nowiki>Salzfertiger</nowiki>[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|gerechtsame]] (Konzessionen) und das Transportvolumen genau festgesetzt. Das zugestandene Transportvolumen richtete sich dabei nach dem Gesamtvolumen des Salzhandels.


Insgesamt gab es [[1581]] 25 Gerechtsame, die sich wie folgt verteilten:
Insgesamt gab es [[1581]] 25 Gerechtsame, die sich wie folgt verteilten:
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*Hallein: sieben
*Hallein: sieben


===Das Ende der Fertiger===
===Das Ende der Salzfertiger ===
In der Mitte des 16. Jahrhunderts kam es zu Bestrebungen, den [[Salzhandel]] zu monopolisieren. Dieses Streben ging weniger von den Salzburger [[Fürsterzbischof|Fürsterzbischöfen]] sondern von den [[Herzogtum Bayern|bayrischen Herzögen]] aus. Im [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]er Salzhandel gelang ihnen das bereits in der Mitte des Jahrhunderts. Aus dem Halleiner Salzhandel konnten die Fertiger erst später verdrängt werden. Durch den Salzvertrag [[1594]] wurden die Fertiger aus Bayern sofort aus dem Handel ausgeschlossen, die Salzburger Fertiger durften nur mehr an den Herzog von Bayern Salz verkaufen. [[1611]] wurde der Vertrag dahingehend modifiziert, dass bei Ausscheiden eines Fertigers das Gerechtsame an den bayrischen Herzog fällt. Damit war auch der Halleiner Salzhandel zu Wasser in den Händen des Staates.
In der Mitte des 16. Jahrhunderts kam es zu Bestrebungen, den [[Salzhandel]] zu monopolisieren. Dieses Streben ging weniger von den Salzburger [[Fürsterzbischof|Fürsterzbischöfen]] sondern von den [[Herzogtum Bayern|bayrischen Herzögen]] aus. Im [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]er Salzhandel gelang ihnen das bereits in der Mitte des Jahrhunderts. Aus dem Halleiner Salzhandel konnten die Salzfertiger erst später verdrängt werden. Durch den Salzvertrag [[1594]] wurden die Salzfertiger aus Bayern sofort aus dem Handel ausgeschlossen, die Salzburger Salzfertiger durften nur mehr an den Herzog von Bayern Salz verkaufen. [[1611]] wurde der Vertrag dahingehend modifiziert, dass bei Ausscheiden eines Salzfertigers das Gerechtsame an den bayrischen Herzog fällt. Damit war auch der Halleiner Salzhandel zu Wasser in den Händen des Staates.


==Quelle==
==Quelle==