Veit Stoß: Unterschied zwischen den Versionen
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Veit Stoß wurde wahrscheinlich 1450, vielleicht auch bereits 1438 in Horb am Neckar geboren. Seine Ausbildung erhielt er vermutlich an einer oberdeutschen Bauhütte, etwa in Straßburg oder in Ulm. | Veit Stoß wurde wahrscheinlich 1450, vielleicht auch bereits 1438 in Horb am Neckar geboren. Seine Ausbildung erhielt er vermutlich an einer oberdeutschen Bauhütte, etwa in Straßburg oder in Ulm. | ||
| − | Um 1473 lebt er als anerkannter Bürger in Nürnberg und heiratete dort die Gastwirtstochter Barbara Hertz. 1477 gab sein Nürnberger Bürgerrecht wieder auf und übersiedelte nach Krakau. Hier sollte er einen neuen Hochaltar für die Marienkirche, die Pfarrkirche der Stadt gestalten. Dieser prachtvolle und einzigartige spätgotische Altar zum bekanntesten Werk von Stoß. Im Jahr 1496 kehrt er nach neunzehn Jahren wieder als angesehener Bürger nach Nürnberg zurück. Von einem Spekulationsgeschäft wird er wirtschaftlich arg getroffen und versucht Belege dafür, die ihm offenbar gestohlen wurden durch Fälschungen zu ersetzen. Er wird verurteilt und entkommt - durch einflussreiche Fürsprecher - der Todesstraße, wird aber gebrandmarkt und verliert damit alle bürgerlichen Rechte. Trotzdem schafft er als bekannter Künstler weiter zahlreiche Kunstwerke, die er bis nach Salzburg und Italien verkauft. Auch arbeitete er am Grabmal Kaiser Maximilians I mit und stirbt 1533 in Nürnberg. | + | |
| + | Um 1473 lebt er als anerkannter Bürger in Nürnberg und heiratete dort die Gastwirtstochter Barbara Hertz. 1477 gab sein Nürnberger Bürgerrecht wieder auf und übersiedelte nach Krakau. Hier sollte er einen neuen Hochaltar für die Marienkirche, die Pfarrkirche der Stadt, gestalten. Dieser prachtvolle und einzigartige [[Gotik|spätgotische]] Altar zum bekanntesten Werk von Stoß. Im Jahr 1496 kehrt er nach neunzehn Jahren wieder als angesehener Bürger nach Nürnberg zurück. | ||
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Version vom 23. November 2018, 17:45 Uhr
Veit Stoß (* um 1447 in Horb am Neckar [Deutschland]; † 1533 in Nürnberg) war einer der bedeutendsten Bildhauer und -schnitzer der Spätgotik.
Lebenslauf
Veit Stoß wurde wahrscheinlich 1450, vielleicht auch bereits 1438 in Horb am Neckar geboren. Seine Ausbildung erhielt er vermutlich an einer oberdeutschen Bauhütte, etwa in Straßburg oder in Ulm.
Um 1473 lebt er als anerkannter Bürger in Nürnberg und heiratete dort die Gastwirtstochter Barbara Hertz. 1477 gab sein Nürnberger Bürgerrecht wieder auf und übersiedelte nach Krakau. Hier sollte er einen neuen Hochaltar für die Marienkirche, die Pfarrkirche der Stadt, gestalten. Dieser prachtvolle und einzigartige spätgotische Altar zum bekanntesten Werk von Stoß. Im Jahr 1496 kehrt er nach neunzehn Jahren wieder als angesehener Bürger nach Nürnberg zurück.
Von einem Spekulationsgeschäft wird er wirtschaftlich arg getroffen und versucht Belege dafür, die ihm offenbar gestohlen wurden, durch Fälschungen zu ersetzen. Er wird verurteilt und entkommt - durch einflussreiche Fürsprecher - der Todesstraße, wird aber gebrandmarkt und verliert damit alle bürgerlichen Rechte. Trotzdem schafft er als bekannter Künstler weiter zahlreiche Kunstwerke, die er bis nach Salzburg und Italien verkauft. Auch arbeitete er am Grabmal Kaiser Maximilians I. mit und stirbt 1533 in Nürnberg.
Salzburgbezug
Der kostbare geschnitzte gotische Flügelaltar aus dem Jahr 1498, der für den Salzburger Münster angefertigt worden war und sich heute in der Johanneskapelle des Benediktinenstifts Nonnberg befindet, stammt vermutlich von Veit Stoß bzw. seiner Werkstatt und wurde wohl in Nürnberg angefertigt.
Quelle
- Karl Heinz Ritschel: Rechtsgelehrter und Staatsmann. In: Von Salzburg und Salzburgern. Verlag Alfred Winter, Salzburg 1984, ISBN 3-85380-045-9, S. 48 ff [50]