Zwergelgarten: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Zwergelgarten''', ursprünglicher Name "''Pigatlgarten''", ist ein Teil des [[Mirabellgarten]]s in der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen]] [[Altstadt]] von [[Salzburg]].  
 
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'''Die Restaurierung 2017/2018'''  
 
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Im Winter 2017/2018 wurden die mehr als 300 Jahre alten Zwerge vier Monate lang vom Steinmetzmeister und Restaurator [[Erich Reichl]] und seinem Team einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Mit schonendem Mikrodampfstrahl und Partikelstrahlen wurde in der Werkstatt in [[Hallein]]-[[Gamp]] der oberflächliche Biofilm abgetötet. Aufgrund der schonenden Vorgehensweise sind einzelne dunkle Flecken nach wie vor zu sehen. Kleine Fehlstellen wurden ergänzt. Wie Reichl erklärte, war nicht allzu viel Arbeit nötig und die Zwerge befanden sich in gutem Zustand. Der Untersberger Marmor, aus dem die Zwerge gefertigt wurden, weist nur vereinzelte Gefügeauflockerungen auf."<ref name="SN"></ref>  Ein Zwerg im Zwergelgarten (der Mäher) ist ein Abguss und besteht aus Kunststein.  Nach der "Kur" blieb eine Rest-Patina erhalten. Erich Reichl: "Das harmonische Gesamtbild steht im Vordergrund, man darf den Zwerge ihr Alter schon ansehen". Die Stadt Salzburg hat sich die Kur für die Zwerge mehrere Zehntausend Euro kosten lassen. Um die ältesten Gartenzwerge Europas bestmöglich zu erhalten, werden sie im Mirabellgarten in Zukunft im Winter mit einem Holzverschlag geschützt. Trotzdem ist die derzeitige Aufstellung vielfach im Schatten umgebender alten Kastanien denkmalpflegerisch nicht optimal, weil dadurch die Veralgung gefördert wird. Nach wie vor bleibt es ein wichtiges Ziel, den originalen Zwergelgarten wieder am originalen Standort aufzustellen und den ältesten Zwergengarten Europas als unersetzlichen Teil des von Fischer von Erlach geschaffenen Gesamtkunstwerkes "Mirabellgarten" in würdiger Form und möglichst originalgetreu wieder zu beleben. Die derzeitige Aufstellung bleibt ein vorübergehendes Provisorium.   
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Im Winter 2017/2018 wurden die mehr als 300 Jahre alten Zwerge vier Monate lang vom Steinmetzmeister und Restaurator [[Erich Reichl]] und seinem Team einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Mit schonendem Mikrodampfstrahl und Partikelstrahlen wurde in der Werkstatt in [[Hallein]]-[[Gamp]] der oberflächliche Biofilm abgetötet. Aufgrund der schonenden Vorgehensweise sind einzelne dunkle Flecken nach wie vor zu sehen. Kleine Fehlstellen wurden ergänzt. Wie Reichl erklärte, war nicht allzu viel Arbeit nötig und die Zwerge befanden sich in gutem Zustand. Der Untersberger Marmor, aus dem die Zwerge gefertigt wurden, weist nur vereinzelte Gefügeauflockerungen auf."<ref name="SN"></ref>  Ein Zwerg im Zwergelgarten (der Mäher) ist ein Abguss und besteht aus Kunststein.  Nach der "Kur" blieb eine Rest-Patina erhalten. Erich Reichl: "Das harmonische Gesamtbild steht im Vordergrund, man darf den Zwerge ihr Alter schon ansehen". Die Stadt Salzburg hat sich die Kur für die Zwerge mehrere Zehntausend Euro kosten lassen. Um die ältesten Gartenzwerge Europas bestmöglich zu erhalten, werden sie im Mirabellgarten in Zukunft im Winter mit einem Holzverschlag geschützt.   
  
 
In Abstimmung mit dem [[Bundesdenkmalamt]] hat die Gartenhistorikerin [[Barbara Bacher]] lange an der derzeitigen Neugestaltung gearbeitet. Die Gestaltung besteht im Wesentlichen in der Darstellung des bekannten Jahreskreises der Monatszwerge als sichtbaren Kreis, d.h. aus einer mittleren kreisförigen Rasenfläche, die von zwei bodengleichen Ringen aus Stein umgeben ist. Auf dem inneren Ring befinden sich die Monatszwerge, außerhalb desselben im geschotterten Bereich die Theaterzwerge. Sechs Sockel um den neuen kreisförimgen Rasen wurden leer gelassen, falls die Stadt den einen oder anderen Zwerg erwerben, oder diese sechs Zwerge abgießen und als Kopie aufstellen sollte. Darauf hofft auch [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]] ([[ÖVP]]).<ref>Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/sie-hat-ein-herz-fuer-zwergerl-28113337 www.sn.at/salzburg/chronik], online, abgefragt am 20. Mai 2018</ref>   
 
In Abstimmung mit dem [[Bundesdenkmalamt]] hat die Gartenhistorikerin [[Barbara Bacher]] lange an der derzeitigen Neugestaltung gearbeitet. Die Gestaltung besteht im Wesentlichen in der Darstellung des bekannten Jahreskreises der Monatszwerge als sichtbaren Kreis, d.h. aus einer mittleren kreisförigen Rasenfläche, die von zwei bodengleichen Ringen aus Stein umgeben ist. Auf dem inneren Ring befinden sich die Monatszwerge, außerhalb desselben im geschotterten Bereich die Theaterzwerge. Sechs Sockel um den neuen kreisförimgen Rasen wurden leer gelassen, falls die Stadt den einen oder anderen Zwerg erwerben, oder diese sechs Zwerge abgießen und als Kopie aufstellen sollte. Darauf hofft auch [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]] ([[ÖVP]]).<ref>Quelle [https://www.sn.at/salzburg/chronik/sie-hat-ein-herz-fuer-zwergerl-28113337 www.sn.at/salzburg/chronik], online, abgefragt am 20. Mai 2018</ref>   
  
Am [[25. Mai]] [[2018]] wurde der neu arrangierte Zwergelgarten mit einem "Zwergerlfest" wieder eröffnet, die fachliche Erläuterung der einzelnen Zwerge erfolgte durch Dr. [[Reinhard Medicus]].<ref name="SN"></ref> <ref>[https://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/altstadt_und_tourismus/schloss_mirabell_areal/zwergelgarten_bastionsgarten_wasserbastei/zwergerlgarten_neu_angelegt_468174.htm www.stadt-salzburg.at]</ref> Erkennbare nähere Bezüge zur ursprünglichen barocken Gestaltung des Bastionsgartens sind in der derzeitigen Gartenzwergeausstellung nicht zu erkennen, die Gestaltung der Wasserbastei als große Schotterfläche mit einer sterilen mittigen Rasenfläche ist nur bedingt als "Garten" ansprechbar. Auch hier bleibt mittelfristig ein Handlungsbedarf bestehen.
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Am [[25. Mai]] [[2018]] wurde der neu arrangierte Zwergelgarten mit einem "Zwergerlfest" wieder eröffnet, die fachliche Erläuterung der einzelnen Zwerge erfolgte durch Dr. [[Reinhard Medicus]].<ref name="SN"></ref> <ref>[https://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/altstadt_und_tourismus/schloss_mirabell_areal/zwergelgarten_bastionsgarten_wasserbastei/zwergerlgarten_neu_angelegt_468174.htm www.stadt-salzburg.at]</ref> Erkennbare nähere Bezüge zur ursprünglichen barocken Gestaltung des Bastionsgartens sind in der derzeitigen Gartenzwergeausstellung kaum zu erkennen, die Gestaltung der Wasserbastei als große Schotterfläche mit einer sterilen mittigen Rasenfläche ist nur bedingt als "Garten" ansprechbar. Auch hier bleibt mittelfristig ein Handlungsbedarf bestehen.
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== Künftige Gestaltung ==
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Die derzeitige Aufstellung im Bationsgarten liegt großteils im Schatten umgebender alten Kastanienbäume, die um 1900 dort gepflanzt worden waren. Die aufstellugn an diesem Ort ist denkmalpflegerisch  nicht optimal. Die Beschattung und der Eintrag von organischerm Material fördert den Bewuchs mit Bakterien, Algen und in der Folge auch von Moosen. Die Skulpturne werden unansehnlich und verwittern deutlich rascher. Auch ist - etwa bei Sturmerreignissen - eine Beschädigung der Skulpturen dutch Äste nie ausgeschlossen. Schon 1919 hat der Gemeinderat der Stadt Salzurg beschlossen, die Figruen des Zwergelgartens am ursprünglichen Zwergelgarten wieder aufzustellen und auch den historisdhen Zwergelgartne wieder zu errichten. Nachdem die aufgestellten Zwerge wegen eines am gleichen Ort vorhandenen Kinderspielplatzes aber immer wieder gefährdet waren, übersiedelten die Zwerge provisorisch auf den Bastionsgarten, wo sie bis heute stehen.
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Nach wie vor bleibt es daher ein wichtiges Ziel, den originalen Zwergelgarten  wieder am originalen Standort aufzustellen und den ältesten Zwergengarten Europas als unersetzlichen Teil des von Fischer von Erlach geschaffenen Gesamtkunstwerkes "Mirabellgarten" in würdiger Form und möglichst originalgetreu wieder zu beleben. 
  
 
== Die Zwerge  und die Bedeutung derselben==
 
== Die Zwerge  und die Bedeutung derselben==

Version vom 31. Mai 2018, 05:55 Uhr

Datei:Zwergelgarten Mirabellgarten 02.jpg
Zwergelgarten - Neugestaltung 2017/2018
Karte
Zeichnung der Originalanlage: : rechts war der Gartenteil, in dem die Zwerge ursprünglich standen. Links oben ist der Gartenteil, in dem sie heute aufgestellt sind. Der ursprüngliche Gartenteil war nur über eine Treppe vom heutigen aus erreichbar. Ganz links verläuft die heutige Schwarzstraße

Der Zwergelgarten, ursprünglicher Name "Pigatlgarten", ist ein Teil des Mirabellgartens in der rechtsufrigen Altstadt von Salzburg.


Einleitung

Der Aufstellungsort der Zwerge auf der Wasserbastei ist nicht der ursprüngliche und es fehlen einige Zwerge. Ein originalgetreu wieder hergestellter Zwergelgarten wäre der größte und mit einer Unterbrechung von rund 200 Jahren die älteste Zwergensammlung der Welt. Eine Wiederherstellung nach den alten Plänen wäre unschwer möglich.

Geschichte

Der historische ursprüngliche Zwergelgarten befand sich südlich der Wasserbastei in einem Teil jener Gartenanlage, die Johann Ernst Graf Thun unter Leitung von Fischer von Erlach ausgestalten ließ. Die ersten Zwerge entstanden vermutlich um 1691/1692. Der Garten wurde um 1695 weitgehend fertig. Seine barocke Formgebung wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts zerstört, weil der maßgeblich von der Aristokratie Frankreichs mitbestimmte Barockstil damals als veraltet galt und er so einem englischen Landschaftsgarten weichen musste, der heute aber auch nicht mehr besteht. Die Zwerge des Gartens wurden 1811 entfernt. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt.

Ursprünglich bestand der historische Zwergelgarten aus 28 Skulpturen aus Untersberger Marmor (Untersberger Forelle). Jeder von ihnen wiegt etwa 300 bis 400 Kilogramm[1] Die Zwerge wurden vermutlich unter einem Künstlerkollektiv unter Leitung von Ottavio Mosto und Michael Bernhard Mandl geschaffen, in dem auch Sebastian Stumpfegger und Hans Schwäbl mitgearbeitet hatten. Verwachsene und kleinwüchsige Menschen wurden in der Barockzeit an vielen europäischen Fürstenhöfen angestellt; sie wurden ob ihrer Treue und Loyalität hoch geschätzt.

In der Zeit der Aufklärung gerieten die Figuren missgestalteter Menschen im Mirabellgarten immer mehr in Verruf. Dem aufgeklärten bayrischen Kronprinz Ludwig I. von Bayern missfielen während der kurzen bayrischen Regentschaft über Salzburg dem Zeitgeist entsprechend die hier aufgestellten Zwerge. Er wollte sie, Gerüchten zufolge, als Rohmaterial in einen Kalkofen werfen lassen. Die Figuren wurden im Jahr 1811 größtenteils um den sehr geringen Betrag von nur zwei Gulden je Stück versteigert. So waren die Salzburger Zwerge bald in alle Winde verstreut.

Die Zwerge gerieten dann für mehr fast hundert Jahre in Vergessenheit. Am 20. Oktober 1919 fasste der Salzburger Gemeinderat den Beschluss, den einzigartigen Garten am ursprünglichen Standort originalgetreu wieder zu errichten. Zuvor hatte sich der Salzburger Verschönerungsverein, der heutige Salzburger Stadtverein, unermüdlich darum bemüht, dieses wichtige Stück Salzburger Kulturgeschichte wieder erlebbar zu machen. Auf Antrag des Vereines stellte die Stadt Salzburg die neun damals wieder im Besitz des Stadtvereines befindlichen Zwerge an ihrem angestammten Platz im Zwergelgarten auf. Wegen der dort zahlreich spielenden Kinder musste zum Schutz der Skulpturen aber bald ein Platz in der Nähe des alten Gartens gefunden werden. Damals suchte vor allem der Verschönerungsverein mit Nachdruck nach Spuren der verlorenen alten Zwerge und fand sie in Salzburger Hausgärten, aber auch in Bayern, im oberösterreichischen Hausruck und im Pongau. Heute findet man 17[2] der ursprünglich 28 Zwerge wieder auf der Wasserbastei.

Zwei Zwerge befinden sich in der Stadt Salzburg an der Reichenhaller Straße und der Sinnhubstraße in Privatbesitz. Vier weitere Zwerge waren bis vor wenigen Jahren im Eigentum eines bayrischen Gartenbesitzers in Traunstein. Fünf Zwerge sind unbekannten Aufenthaltes. Es bleibt zu hoffen, dass es gelingt, 100 Jahre nach dem Beschluss von 1919 den weltweit einzigartigen Teil des vielschichtigen Gartens Fischer von Erlachs bald wieder originalgetreu zu errichten.

Die Restaurierung 2017/2018

Im Winter 2017/2018 wurden die mehr als 300 Jahre alten Zwerge vier Monate lang vom Steinmetzmeister und Restaurator Erich Reichl und seinem Team einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Mit schonendem Mikrodampfstrahl und Partikelstrahlen wurde in der Werkstatt in Hallein-Gamp der oberflächliche Biofilm abgetötet. Aufgrund der schonenden Vorgehensweise sind einzelne dunkle Flecken nach wie vor zu sehen. Kleine Fehlstellen wurden ergänzt. Wie Reichl erklärte, war nicht allzu viel Arbeit nötig und die Zwerge befanden sich in gutem Zustand. Der Untersberger Marmor, aus dem die Zwerge gefertigt wurden, weist nur vereinzelte Gefügeauflockerungen auf."[1] Ein Zwerg im Zwergelgarten (der Mäher) ist ein Abguss und besteht aus Kunststein. Nach der "Kur" blieb eine Rest-Patina erhalten. Erich Reichl: "Das harmonische Gesamtbild steht im Vordergrund, man darf den Zwerge ihr Alter schon ansehen". Die Stadt Salzburg hat sich die Kur für die Zwerge mehrere Zehntausend Euro kosten lassen. Um die ältesten Gartenzwerge Europas bestmöglich zu erhalten, werden sie im Mirabellgarten in Zukunft im Winter mit einem Holzverschlag geschützt.

In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt hat die Gartenhistorikerin Barbara Bacher lange an der derzeitigen Neugestaltung gearbeitet. Die Gestaltung besteht im Wesentlichen in der Darstellung des bekannten Jahreskreises der Monatszwerge als sichtbaren Kreis, d.h. aus einer mittleren kreisförigen Rasenfläche, die von zwei bodengleichen Ringen aus Stein umgeben ist. Auf dem inneren Ring befinden sich die Monatszwerge, außerhalb desselben im geschotterten Bereich die Theaterzwerge. Sechs Sockel um den neuen kreisförimgen Rasen wurden leer gelassen, falls die Stadt den einen oder anderen Zwerg erwerben, oder diese sechs Zwerge abgießen und als Kopie aufstellen sollte. Darauf hofft auch Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP).[3]

Am 25. Mai 2018 wurde der neu arrangierte Zwergelgarten mit einem "Zwergerlfest" wieder eröffnet, die fachliche Erläuterung der einzelnen Zwerge erfolgte durch Dr. Reinhard Medicus.[1] [4] Erkennbare nähere Bezüge zur ursprünglichen barocken Gestaltung des Bastionsgartens sind in der derzeitigen Gartenzwergeausstellung kaum zu erkennen, die Gestaltung der Wasserbastei als große Schotterfläche mit einer sterilen mittigen Rasenfläche ist nur bedingt als "Garten" ansprechbar. Auch hier bleibt mittelfristig ein Handlungsbedarf bestehen.

Künftige Gestaltung

Die derzeitige Aufstellung im Bationsgarten liegt großteils im Schatten umgebender alten Kastanienbäume, die um 1900 dort gepflanzt worden waren. Die aufstellugn an diesem Ort ist denkmalpflegerisch nicht optimal. Die Beschattung und der Eintrag von organischerm Material fördert den Bewuchs mit Bakterien, Algen und in der Folge auch von Moosen. Die Skulpturne werden unansehnlich und verwittern deutlich rascher. Auch ist - etwa bei Sturmerreignissen - eine Beschädigung der Skulpturen dutch Äste nie ausgeschlossen. Schon 1919 hat der Gemeinderat der Stadt Salzurg beschlossen, die Figruen des Zwergelgartens am ursprünglichen Zwergelgarten wieder aufzustellen und auch den historisdhen Zwergelgartne wieder zu errichten. Nachdem die aufgestellten Zwerge wegen eines am gleichen Ort vorhandenen Kinderspielplatzes aber immer wieder gefährdet waren, übersiedelten die Zwerge provisorisch auf den Bastionsgarten, wo sie bis heute stehen.

Nach wie vor bleibt es daher ein wichtiges Ziel, den originalen Zwergelgarten wieder am originalen Standort aufzustellen und den ältesten Zwergengarten Europas als unersetzlichen Teil des von Fischer von Erlach geschaffenen Gesamtkunstwerkes "Mirabellgarten" in würdiger Form und möglichst originalgetreu wieder zu beleben.

Die Zwerge und die Bedeutung derselben

  • die "Sonderzwerge":
    • der Türkenzwerg mit dem Turban.
    • (der fehlende zweite Türkenzwerg ist verschollen)
    • der Zwerg mit dem "Pallone"-Ball, am Eingang zum Zwergelgarten
    • der Zwerg mit dem Stachelärmel, am Eingang zum Zwergelgarten.
  • Die zwölf Monatszwerge:
    • Der Zwerg mit dem Huhn (Jänner).
      Das Huhn steht für die regsame Hausarbeit am Anfang des neuen Jahres.
    • Zwerg fehlend (Februar).
      Die Zwergin mit dem ausgeschnittenen Mieder befindet sich in Traunstein und stellt eine Fastnachtstänzerin dar.
    • Der Zwerg mit dem Spaten (März).
      In diesen Monat fällt vielfach der Beginn der Gartenarbeit, wobei zuerst der Boden umzustechen und aufzubereiten ist.
    • Der Zwerg mit der Gartenvase (April).
      Im April werden die eingewinterten Topfpflanzen, früher vor allem die etwa 500 Zitrusbäumchen, wieder ins Freie gesetzt.
    • Der Zwerg mit der Rettichtasche (Mai).
      Im Mai wurde als erste Fruchte des Gartens vielfach der weiße Bierrettich geerntet.
    • Der Zwerg mit dem Grabscheit (Juni), auch als träumender Gärtner bekannt.
      Er ruht sich, gestützt auf seine Gartenhaue, von der Arbeit aus.
    • Der Zwerg mit der Sense (Juli).
      Er symbolisiert durch die (fehlende) Sense und dem Wetzstein, den Juli, in dem in früherer Zeit der erste Schnitt der Wiesen erfolgte. Der Juli trug früher auch den Namen "Heumond".
    • Die Zwergin mit dem Zwiebelbund (August).
      Die freundlich blickende Zwergin bietet Wasser aus einer Kanne und zusätzlich als Gesundheitssymbol und Heilpflanze einen Bund mit Zwiebeln.
    • Die Zwergin mit der Obstschürze steht für den September, in dem auch die Obsternte beginnt.
    • Zwerg fehlend (Oktober).
      Der mutmaßliche "Jägerzwerg" ist verschollen.
    • Zwerg fehlend: (November).
      Der Zwerg mit der (Martini)-Gans befindet sich in Traunstein.
    • Der Zwerg mit dem Nockentopf (Dezember).
      Der Dezember ist ein Monat ohne Gartenarbeit. Es war die Zeit der Ruhe und zum Verzehr von köstlichen Nocken.
  • die zwölf Theaterzwerge aus dem Umfeld der Commedia dell arte.
    • Der Zwerg mit Dolch und Degen fehlt; er befindet sich in einem Garten in der Reichenhaller Straße. Er nimmt Bezug auf Vorlagen Callots und auf von Zwergenschauspielern gespielte Duellszenen.
    • Der Zwerg mit dem Strohtaschenhut gehört mit seiner grotesken Kopfbedeckung ebenfalls zu den duellierenden Zwergen.
    • Der Zwerg mit dem Holzbein ist ebenfalls eine Callotfigur. Trotz seiner Versehrtheit bleibt der Zwerg fröhlich und verteilt symbolisch Früchte aus seinem Obstkorb.
    • Der Zwerg mit dem Degen fehlt; dieser duellierende Zwerg befindet sich in Traunstein.
    • Der Zwerg mit den Kastagnetten ist eine Leihgabe. Der tanzende Zwerg gehört ebenfalls zu den typischen Figuren Callots.
    • Der Zwerg mit der Butte zeigt mit der seinerzeit dafür typischen Kopfbedeckung den braven Diener. Sein verschlagenes "Gegenstück" befindet sich in Traunstein.
    • Der Zwerg mit der Feldfasche fehlt. Der Brighella-Zwerg, das Gegenstück zum braven Diener befindet sich in Traunstein.
    • Der Zwerg mit der Löffelkappe fehlt ebenfalls. Dieser "Dottore" (Doktor) mit seinem typischen Ziegenbart und der Gürteltasche befindet sich in Traunstein.
    • Der Zwerg mit dem Zwicker. Der Tartaglia-Zwerg sorgte wohl durch stotternde Wortverdrehungen für Heiterkeit. Er konnte stotternd Wahrheiten andeuten, ohne von einer Zensur erfasst zu werden.
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Mythen von Zwergen reichen tief in die Vorgeschichte. Schon im Altertum umgaben sich zur Unterhaltung Herrscher gerne mit kleinwüchsigen oder missgebildeten Menschen. Sie wurden in der Renaissance wieder häufig an Fürstenhöfen angestellt. Besonders geschätzt war etwa der Hofzwerg Kaiser Karls IV, Jakob Ries. In Salzburg war während der Regentschaften von Johann Ernst Graf von Thun, Franz Anton Fürst Harrach, Leopold Anton Freiherr von Firmian und Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn der Hofzwerg Josef Friedrich von Meichelböck (1687–1746) angesehen und beliebt.

Weitum bekannt und berühmt wurden in der Folge die Karikaturen von Jacques Callot, dem Hofmaler von Cosimo II am Hofe in Florenz. Callot sah am Hof 1612 bis 1621 mehrfach Aufführungen der Zwergenkomödianten-Truppe. Der Künstler zeigt Musikanten, Bettler und Trinker mit Buckel oder dickem Bauch. Auch Figuren des Stegreiftheaters Commedia dell´arte werden aufgegriffen. Der Schöpfer der „varie figure gobbi“ wie er seine 24 Zwergengestalten nannte, wurde angeregt durch zahllose Feste, bei denen Turniere und Schauspiele von Kleinwüchsigen dargeboten wurden. Die Karikaturen Callots waren europaweit ein unglaublicher Erfolg.

Als Pigatlgarten, so der ursprüngliche Name des Zwergelgartens, wird seit der Barockzeit der Gartenteil südlich der Wasserbastion bezeichnet, auch wenn die Salzburger Zwerge derzeit auf dieser Bastion aufgestellt sind. Der Zwergelgarten besaß in der Mitte einen großen Springbrunnen, umgeben war von vier kleinen runden Brunnen, einst „Wasserstücke“ genannt. Die Wasserbecken waren umgeben von zwölf „Gartenstücken“ in reich ornamentaler Form, die von einer 60 bis 70 cm hohen Buchshecke eingerahmt waren.

Die Darstellung von Türken-Zwergenkarikaturen im Zwergelgarten ist sehr verständlich. Die Gestaltung des Mirabellgartens unter Johann Ernst Graf Thun folgte wenige Jahre nach dem Ende der letzten Türkenbelagerung Wiens im Jahr 1683. Im Ersatzheer kämpften damals 800 Salzburger Soldaten mit. Seit den Jahren nach 1470, d. h. über 200 Jahre hatten die Türken eine mehr oder minder ständige Gefahr für das Erzbistum dargestellt. Nun traute sich Fürsterzbischof Johann Ernst Graf Thun militärische Anlagen im Nahbereich des Mirabellgartens zu Gärten umzugestalten. Auch wurden damals etwa die Hornwerke vor den Bastionen nördlich des Mirabellgartens und die Wehranlagen im Osten des Kapuzinerberges aufgelassen.

Der erste Beleg für den Bestand eines Zwergengartens in Salzburg liegt erst in den Jahren nach 1710 vor. Aus dieser Zeit gibt es aber keinerlei Hinweise auf eine Gartenneugestaltung. Zahlreiche Indizien lassen eine Entstehung im Rahmen des Gesamtkonzeptes Fischer von Erlachs schon kurz nach 1690 überaus schlüssig erscheinen:

  • Die 28 marmornen Götter- und Heldenfiguren (ohne den später entfernten acht kleinen Tritonen) im Mirabellgarten stehen 28 Zwerge im Zwergelgarten gegenüber.
  • Die Zwerge bilden das Gegenstück zur antiken Götterwelt des Mirabellgartens und auch zum Riesen Anthäus, den Herkules bezwingt.
  • Die Theaterzwerge konnten das Spiel der Komödianten des direkt südlich anschließenden Heckentheaters weiterführen.
  • Die Marmorvase des Aprilzwerges ist in einfacher Form aus der Formenfülle der Vasen Fischer von Erlachs entnommen.
  • Im heiteren Garten des (Fürst)-Erzbischofs Johann Ernst Graf Thun durfte die Erinnerung an die Vergänglichkeit aller Dinge nicht fehlen. Dies sollte in den allegorischen Darstellungen der einzelnen Monate deutlich werden.

Die Figuren zeigen, dass Größe und Kleinheit relativ ist: Nachdem die Zwerge auf Sockeln von einem Meter Höhe standen, mussten die Besucher zu den Köpfen der kleinen Barockfiguren aufschauen. Die Kleinheit der Figuren wurde dann betont, wenn man sie von den hohen Bastionsmauern aus betrachtete, die einst noch höher wirkten als im heutigen Zustand mit der großflächig 1,5 m eingeschütteten Wehrmauerbasis. Die Gartenzwerge sollten gemäß dem Volksglauben symbolisch alles Böse fernhalten.

Duplikate, Nachahmungen und Verfilmung

Zwei Duplikate der Mirabellgartenzwerge - der Zwerg mit dem Spaten und die Zwergin mit der Obstschürze - sind neueren Ursprunges und stehen an der Südseite des Gebäude des ehemaligen Café Corsos am Giselakai neben dem Mozartsteg (Stand 2018).

Zwei heitere Weiterentwicklungen - der Zwerg mit dem Bierkrug und die Zwergin mit der Bierbretzel - befinden sich im Gastgarten des Stieglkellers in der Festungsgasse (Stand 2017).

Mit der Geschichte des Zwergelgartens beschäftigt sich der Film "Der Zwergengarten von Mirabell - Skurrile Meisterwerke aus Stein".

Bilder

Zwerge am Eingang des Kleinen Bastionsgartens

Zwerge im Kleinen Bastionsgarten

Die Bilder sind in Reihenfolge der Aufstellung der Zwerge, links beginnend im Uhrzeigersinn. Die Zwerge sollten in der Regel nicht von oben sondern von schräg unten aufgenommen werden, weil die Sockel historisch deutlich höher waren als heute. Wir sollen und wollen zu den Zwergen aufschauen, nicht herunterschauen.

  • die 'Komödiantenzwerge'; die Szenen aus dem Stegreiftheater darstellen

Zwerge, die an anderen Orten aufgestellt sind

  • Der Zwerg in Kampfstellung (Salzburg-Riedenburg, Reichenhaller Straße)
  • Der Zwerg mit Schlapphut (Salzburg-Riedenburg, Reichenhaller Straße)
  • Der Zwerg mit der Feldflasche (Traunstein, Crailsheimerstraße)
  • Der Zwerg mit der Gans (Traunstein, Crailsheimerstraße)
  • Die freizügige Zwergin (Traunstein, Crailsheimerstraße)
  • Der Zwerg mit der Löffelkappe (Traunstein, Crailsheimerstraße)

weitere Bilder

 Zwergelgarten – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Zwergelgarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Quelle www.sn.at, Restaurierung 2018, abgefragt am 14. März 2018
  2. Quelle "Neu auf'gstellt, guat aus'gstellt", eine Broschüre des Informationszentrums, herausgegeben anlässlich der Neuaufstellung Mai 2018
  3. Quelle www.sn.at/salzburg/chronik, online, abgefragt am 20. Mai 2018
  4. www.stadt-salzburg.at
  5. data.onb.ac.at /Salzburger Zwerge