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[[Datei:Rainer-Regiments-Museum 07.jpg|thumb|[[Rainer-Regiments-Museum]] im [[Hoher Stock|Hohen Stock]] auf der [[Festung Hohensalzburg]]; Bild von Karl Reisenbichler, [[1918]]]]
 
[[Datei:Rainer-Regiments-Museum 07.jpg|thumb|[[Rainer-Regiments-Museum]] im [[Hoher Stock|Hohen Stock]] auf der [[Festung Hohensalzburg]]; Bild von Karl Reisenbichler, [[1918]]]]
=====Bürgerstuben, Bürgerhäuser, Bürgerstolz=====
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===Bürgerstuben, Bürgerhäuser, Bürgerstolz===  
 
In der Bürgerstube des Salzburger [[Sternbräu]]s spiegelt sich die Geschichte der Bürgerkultur dieser Stadt. Wer den großangelegten Bilderzyklus des Malers Karl Reisenbichler um [[1924]] betrachtet, kann die Geschichte des [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistums Salzburg]] wie in einem aufgeschlagenen Bilderbuch ablesen. In der wirtschaftlich sehr schlechten Zwischenkriegszeit erhielt der Maler Karl Reisenbichler um 1924 den Auftrag, "einen wandbedeckenden Ölbilderzyklus" für den neugebauten "Bürgersaal" im [[Sternbräu]] zu gestalten. "Für Kost und Quartier" schuf er "Acht Historienbilder über die [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Bauernaufstände]], die [[Salzburger Dult]], den Zug der Kaufleute über den [[Radstädter Tauern]], und die Verbrennung einer Hexe auf dem [[Kapuzinerberg]]".     
 
In der Bürgerstube des Salzburger [[Sternbräu]]s spiegelt sich die Geschichte der Bürgerkultur dieser Stadt. Wer den großangelegten Bilderzyklus des Malers Karl Reisenbichler um [[1924]] betrachtet, kann die Geschichte des [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistums Salzburg]] wie in einem aufgeschlagenen Bilderbuch ablesen. In der wirtschaftlich sehr schlechten Zwischenkriegszeit erhielt der Maler Karl Reisenbichler um 1924 den Auftrag, "einen wandbedeckenden Ölbilderzyklus" für den neugebauten "Bürgersaal" im [[Sternbräu]] zu gestalten. "Für Kost und Quartier" schuf er "Acht Historienbilder über die [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Bauernaufstände]], die [[Salzburger Dult]], den Zug der Kaufleute über den [[Radstädter Tauern]], und die Verbrennung einer Hexe auf dem [[Kapuzinerberg]]".     
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Die [[1926]] für den "Platzlkeller" entstandenen Salzburger Wandbilder Reisenbichlers befinden sich nun zusammengeschnitten in den Stuben des Sternbräus, Eingang [[Griesgasse]]. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] war Reisenbichler als Kriegsfreiwilliger in [[Russland]], ab [[1916]] Kriegsmaler beim [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59]]. Einige Kriegs- und Todesallegoriebilder, über die Verwüstungen des Krieges, das Elend der Krüppel und die Präsenz des Todes, die ihn in den Bann schlugen, befinden sich im [[Rainer-Regiments-Museum]] auf der [[Festung Hohensalzburg]].     
 
Die [[1926]] für den "Platzlkeller" entstandenen Salzburger Wandbilder Reisenbichlers befinden sich nun zusammengeschnitten in den Stuben des Sternbräus, Eingang [[Griesgasse]]. Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]] war Reisenbichler als Kriegsfreiwilliger in [[Russland]], ab [[1916]] Kriegsmaler beim [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59]]. Einige Kriegs- und Todesallegoriebilder, über die Verwüstungen des Krieges, das Elend der Krüppel und die Präsenz des Todes, die ihn in den Bann schlugen, befinden sich im [[Rainer-Regiments-Museum]] auf der [[Festung Hohensalzburg]].     
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=====Notgeldentwürfe=====
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===Notgeldentwürfe===  
 
Nach den schwierigen Nachkriegsjahren, durch die Einbrüche für das Kunstinteresse, denen bittere Not, Elend und Arbeitslosigkeit vorausgingen, hielt sich der Maler mit Entwürfen für Künstlerpostkarten, Exlibris, Radierungen, und später Tusch-Zeichnungen der "Salzburger Mappen" über Wasser. Eine gute Einnahmequelle für Reisenbichler waren die Entwürfe für das [[Notgeld]] – Die Marktgemeinde [[St. Wolfgang]] leistete sich diesen Künstler der "Neukunstgruppe" und des "[[Wassermann]]" für die Raritäten der Österreichischen Währungsgeschichte um [[1920]], die kurz nach der Auflage ein begehrtes Sammelobjekt waren: 10, 20, 50 Heller, Vorder- und Rückseite nach Original-Radierungen des Malers Karl Reisenbichler, aus dem [[Anton Faistauer|Faistauerkreis]], hergestellt im [[Salzburger Verlagshaus Kiesel|Druckhaus Kiesel Salzburg]] am [[15. August]] [[1920]]. Weder vor noch nach der Notgeldperiode hat es bildlich so schöne Geldscheine gegeben wie gerade zu dieser Zeit. Durch seine Geburt am [[Attersee]] fühlte sich Karl Reisenbichler dem [[Salzkammergut]] in einer besonderen Weise verbunden. Seine Heimatkunst, Darstellungen der bäuerlichen Bevölkerung, Landschaftsmalerei, der Tracht und volkskundlichen Themen blieb er durch kräftige Farbgebung ein Leben lang treu.
 
Nach den schwierigen Nachkriegsjahren, durch die Einbrüche für das Kunstinteresse, denen bittere Not, Elend und Arbeitslosigkeit vorausgingen, hielt sich der Maler mit Entwürfen für Künstlerpostkarten, Exlibris, Radierungen, und später Tusch-Zeichnungen der "Salzburger Mappen" über Wasser. Eine gute Einnahmequelle für Reisenbichler waren die Entwürfe für das [[Notgeld]] – Die Marktgemeinde [[St. Wolfgang]] leistete sich diesen Künstler der "Neukunstgruppe" und des "[[Wassermann]]" für die Raritäten der Österreichischen Währungsgeschichte um [[1920]], die kurz nach der Auflage ein begehrtes Sammelobjekt waren: 10, 20, 50 Heller, Vorder- und Rückseite nach Original-Radierungen des Malers Karl Reisenbichler, aus dem [[Anton Faistauer|Faistauerkreis]], hergestellt im [[Salzburger Verlagshaus Kiesel|Druckhaus Kiesel Salzburg]] am [[15. August]] [[1920]]. Weder vor noch nach der Notgeldperiode hat es bildlich so schöne Geldscheine gegeben wie gerade zu dieser Zeit. Durch seine Geburt am [[Attersee]] fühlte sich Karl Reisenbichler dem [[Salzkammergut]] in einer besonderen Weise verbunden. Seine Heimatkunst, Darstellungen der bäuerlichen Bevölkerung, Landschaftsmalerei, der Tracht und volkskundlichen Themen blieb er durch kräftige Farbgebung ein Leben lang treu.
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;'' Hauptartikel [[Sgraffito von Karl Reisenbichler]]''
 
;'' Hauptartikel [[Sgraffito von Karl Reisenbichler]]''
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=====Kaffeehaus Lohr=====
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====Kaffeehaus Lohr====  
 
[[Datei:Reisenbichler-Sgraffito, Auszug.jpg|thumb|„Gar mancher glaubt, was er gewonnen,<br/>Das sei von ewigem Bestand.“]]
 
[[Datei:Reisenbichler-Sgraffito, Auszug.jpg|thumb|„Gar mancher glaubt, was er gewonnen,<br/>Das sei von ewigem Bestand.“]]
 
Im Oktober desselben Jahres wurde Reisenbichler vom Besitzer des [[Café Lohr]] - Ecke [[Linzer Gasse]] / [[Dreifaltigkeitsgasse]], an der Stelle der alten [[Andräkirche]] - beauftragt, eine dem Stadtbild angepasste Fassade zu entwerfen. Heute befindet sich das ca 150 cm hohe, an die zwölf Meter lange, mit sechs Spielkartenbildern ausgeführte Zwölffarben-Sgraffito an der Außenfassade des [[Linzer_Gasse_1_%28Denkstein-Haus%29|Schuhhauses Denkstein]]. Diese für diese Zeit neue Technik der Tiefenwirkung und der feinen Musterung durch zwölf übereinander gelegten Farbschichten wäre bei der üblichen Kratztechnik nie möglich gewesen. Die einzelnen Spielkarten sind im Obergeschoss des Denksteingebäudes zu sehen, die Fensterreihe lässt dem Spruchband genügend Platz.     
 
Im Oktober desselben Jahres wurde Reisenbichler vom Besitzer des [[Café Lohr]] - Ecke [[Linzer Gasse]] / [[Dreifaltigkeitsgasse]], an der Stelle der alten [[Andräkirche]] - beauftragt, eine dem Stadtbild angepasste Fassade zu entwerfen. Heute befindet sich das ca 150 cm hohe, an die zwölf Meter lange, mit sechs Spielkartenbildern ausgeführte Zwölffarben-Sgraffito an der Außenfassade des [[Linzer_Gasse_1_%28Denkstein-Haus%29|Schuhhauses Denkstein]]. Diese für diese Zeit neue Technik der Tiefenwirkung und der feinen Musterung durch zwölf übereinander gelegten Farbschichten wäre bei der üblichen Kratztechnik nie möglich gewesen. Die einzelnen Spielkarten sind im Obergeschoss des Denksteingebäudes zu sehen, die Fensterreihe lässt dem Spruchband genügend Platz.     
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#Schellen und darunter die Signatur: K.REISENBICHLER 1927
 
#Schellen und darunter die Signatur: K.REISENBICHLER 1927
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=====Weitere Großaufträge=====
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===Weitere Großaufträge===
 
[[1928]] folgte der Auftrag für das [[Ankerhaus]] am [[Waagplatz]] mit genauen Vorgaben.
 
[[1928]] folgte der Auftrag für das [[Ankerhaus]] am [[Waagplatz]] mit genauen Vorgaben.
 
"Aussah<!--!?-->t und Ernte" (ca 7x9m) Ein Spruchband: "Der Anker- Allgemeine Versicherungs – Aktiengesellschaft" in blauer Farbe. Signatur: Karl Reisenbichler unter Mitarbeit der Gehilfen R. Brandstätter, [[Albin Müller-Rundegg]], F. Pichler; auch heute noch im Originalzustand zu besichtigen.     
 
"Aussah<!--!?-->t und Ernte" (ca 7x9m) Ein Spruchband: "Der Anker- Allgemeine Versicherungs – Aktiengesellschaft" in blauer Farbe. Signatur: Karl Reisenbichler unter Mitarbeit der Gehilfen R. Brandstätter, [[Albin Müller-Rundegg]], F. Pichler; auch heute noch im Originalzustand zu besichtigen.