Pyrgus serratulae: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Pyrgus serratulae''' (''Hesperia serratulae'' Rambur, 1839: Taf. 8, Fig. 9) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] ([[Schmetterling]]e), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Hesperiidae]] (Dickkopffalter).
'''Pyrgus serratulae''' (''Hesperia serratulae'' Rambur, 1839: Taf. 8, Fig. 9) ist eine [[Insekten|Insekt]]⁣en[[Glossar Biologie#A|art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Hesperiidae]] (Dickkopffalter).


==Diagnose==
==Diagnose==
Die hellen Flecken sind auf der Hinterflügeloberseite weitgehend reduziert (nur verschwommene helle Fleckchen), aber auch auf der Vorderflügeloberseite oft verkleinert. Die weißen Flecken auf der Hinterflügelunterseite sind aber mehr oder weniger deutlich und nahe der Basis am Vorderrand der Hinterflügelunterseite befindet sich ein ovaler weißer Fleck. Die Fühlerkolben sind dunkel (Stettmer et al. 2022).
Die hellen Flecken sind auf der Hinterflügeloberseite weitgehend reduziert (nur verschwommene helle Fleckchen), aber auch auf der Vorderflügeloberseite oft verkleinert. Die weißen Flecken auf der Hinterflügelunterseite sind aber mehr oder weniger deutlich und nahe der Basis am Vorderrand der Hinterflügelunterseite befindet sich ein ovaler weißer Fleck. Die Fühlerkolben sind dunkel (Stettmer et al. 2022).


Verbreitung, Lebensraum und Phänologie
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
''P. serratulae'' wurde in Salzburg nördlich der Kalkalpen (Zone II nach Embacher et al. 2025) nur ein einziges Mal in der Nähe von Hallwang gefunden, gilt hier aber als ausgestorben (Fund vom 18.05.1957 nach GBIF Austria 2026). In den Kalkalpen und südlich davon (Zonen III bis V) kommt die Art aber einigermaßen verbreitet, wenn auch meist einzeln vor. Die Höhenverbreitung ist allerdings recht groß und ist von rund 600 bis 2400 m dokumentiert, ausnahmsweise auch bis 2600 m. Der Fundort bei Hallwang liegt in nur rund 450 m Höhe. Lebensraum der Art sind alpine Magerwiesen, Magerweiden höherer Lagen, aber auch angrenzende Alpenrosenbestände, Zwergstrauchheiden und Hochstaudenfluren höherer Lagen (Kurz & Kurz 2026). Besonders die Raupen benötigen aber eine niedrige Vegetation mit ausreichender Sonneneinstrahlung wie felsdurchsetzte Magerrasen (Gros 1998). Die Falter fliegen in Salzburg in einer Generation von Ende Mai bis Anfang September, mit der Hauptflugzeit von Mitte Juni bis Mitte August (Gros 1998, Kurz & Kurz 2026).
''P. serratulae'' wurde in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] nördlich der [[Kalkalpen]] (Zone II nach Embacher et al. 2025) nur ein einziges Mal in der Nähe von [[Hallwang]] gefunden, gilt hier aber als ausgestorben (Fund vom [[18. Mai]] [[1957]] nach GBIF Austria 2026). In den Kalkalpen und südlich davon (Zonen III bis V) kommt die Art aber einigermaßen verbreitet, wenn auch meist einzeln vor. Die Höhenverbreitung ist allerdings recht groß und ist von rund 600 bis 2400 m dokumentiert, ausnahmsweise auch bis 2600 m. Der Fundort bei Hallwang liegt in nur rund 450 m Höhe. Lebensraum der Art sind alpine Magerwiesen, Magerweiden höherer Lagen, aber auch angrenzende Alpenrosenbestände, Zwergstrauchheiden und Hochstaudenfluren höherer Lagen (Kurz & Kurz 2026). Besonders die Raupen benötigen aber eine niedrige Vegetation mit ausreichender Sonneneinstrahlung wie felsdurchsetzte Magerrasen (Gros 1998). Die Falter fliegen in Salzburg in einer Generation von Ende Mai bis Anfang September, mit der Hauptflugzeit von Mitte Juni bis Mitte August (Gros 1998, Kurz & Kurz 2026).


==Nachbarfaunen==
==Nachbarfaunen==
''P. serratulae'' ist in Österreich aus allen Bundesländern bekannt geworden (Huemer 2013). In Oberösterreich liegen aber alle Nachweise vor dem Jahr 2002 (GBIF Austria 2026), obwohl die Art früher in allen drei Landesteilen anzutreffen war (Kusdas & Reichl 1973, GBIF Austria 2026). Nördlich der Donau, im Mühlviertel, sind überhaupt nur zwei Funde aus den Jahren 1899 und 1941 bekannt (GBIF Austria 2026). In Bayern dagegen ist ''P. serratulae'' mit Ausnahme des ostbayerischen Grundgebirges auch noch nach der Jahrtausendwende in allen Landesteilen gefunden worden (Haslberger & Segerer 2021).
''P. serratulae'' ist in Österreich aus allen Bundesländern bekannt geworden (Huemer 2013). In [[Oberösterreich]] liegen aber alle Nachweise vor dem Jahr 2002 (GBIF Austria 2026), obwohl die Art früher in allen drei Landesteilen anzutreffen war (Kusdas & Reichl 1973, GBIF Austria 2026). Nördlich der Donau, im Mühlviertel, sind überhaupt nur zwei Funde aus den Jahren 1899 und 1941 bekannt (GBIF Austria 2026). In [[Bayern]] dagegen ist ''P. serratulae'' mit Ausnahme des ostbayerischen Grundgebirges auch noch nach der Jahrtausendwende in allen Landesteilen gefunden worden (Haslberger & Segerer 2021).


==Biologie und Gefährdung==
==Biologie und Gefährdung==
Die tageszeitliche Aktivität der Imagines ist nur in wenigen Fällen zwischen 10 Uhr und 15 Uhr MEZ belegt (Flugaktivität und Nahrungsaufnahme). Die Nektaraufnahme wurde an ''[[Adenostyles alliariae]]'' und ''[[Cirsium palustre]]'' beobachtet, wobei eine gegenseitige Beeinflussung durch Ressourcennutzung durch ''[[Erebia cassioides]]'', ''[[Erebia eriphyle]]'' und ''[[Zygaena exulans]]'' dokumentiert wurde. Das Eiablageverhalten wurde von Gros (1998) beschrieben: Die Weibchen setzen sich auf ein Blatt, krümmen den Hinterleib unter das Blatt und legen ein einzelnes Ei ab, wobei der gesamte Vorgang sehr rasch erfolgt. Als Nahrungspflanze der Raupe wird dabei ''[[Potentilla pusilla]]'' genannt. Nach Lepiforum (2026) werden aber aucbh weitere Potentilla-Arten sowie ''[[Sibbaldia procumbens]]'', ''[[Geum montanum]]'' und ''[[Geum reptans]]'' mit Eiern belegt.
Die tageszeitliche Aktivität der [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines ist nur in wenigen Fällen zwischen 10 Uhr und 15 Uhr MEZ belegt (Flugaktivität und Nahrungsaufnahme). Die Nektaraufnahme wurde an ''[[Adenostyles alliariae]]'' (Grauer Alpendost) und ''[[Cirsium palustre]]'' (Sumpf-Kratzdistel) beobachtet, wobei eine gegenseitige Beeinflussung durch Ressourcennutzung durch ''[[Erebia cassioides]]'', ''[[Erebia eriphyle]]'' und ''[[Zygaena exulans]]'' dokumentiert wurde. Das Eiablageverhalten wurde von Gros (1998) beschrieben: Die Weibchen setzen sich auf ein Blatt, krümmen den Hinterleib unter das Blatt und legen ein einzelnes Ei ab, wobei der gesamte Vorgang sehr rasch erfolgt. Als Nahrungspflanze der Raupe wird dabei ''[[Potentilla pusilla]]'' (Sternhaariges Frühlings-Fingerkraut, Grauflaumiges Fingerkraut, Flaum-Fingerkraut) genannt. Nach Lepiforum (2026) werden aber auch weitere ''Potentilla''-(Fingerkraut&#8209;)Arten sowie ''[[Sibbaldia procumbens]]'' (Gelbling), ''[[Berg-Nelkenwurz|Geum montanum]]'' (Berg-Nelkenwurz) und ''[[Kriech-Nelkenwurz|Geum reptans]]'' (Kriech-Nelkenwurz) mit Eiern belegt.


''P. serratulae'' gilt in Salzburg im Alpenvorland und im Salzburger Becken als ausgestorben (Einstufung RE nach Gros 2023), in der Beurteilung für das gesamte Bundesland als potentiell bedroht (Einstufung NT nach Embacher et al. 2025).
''P. serratulae'' gilt in Salzburg im [[Alpenvorland]] und im [[Salzburger Becken]] als ausgestorben (Einstufung RE nach Gros 2023), in der Beurteilung für das gesamte Bundesland als potentiell bedroht (Einstufung NT nach Embacher et al. 2025).


==Weiterführende Informationen==
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