Kobler-Spängler-Briefe von 1870: Unterschied zwischen den Versionen
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==== Brief vom 5. Mai 1870 von Otto Spängler an den Bruder Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling und an die Mutter Antonia Spängler ==== | ==== Brief vom 5. Mai 1870 von Otto Spängler an den Bruder Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling und an die Mutter Antonia Spängler ==== | ||
Ein Bogen (Bilder 1 bis 4) Briefpapier "L S" [Luise/Louise Spängler] von [[Otto Spängler]] an den Bruder [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], Brief vom 5. Mai 1870:<br /> | Ein Bogen (Bilder 1 bis 4) Briefpapier "L S" [Luise/Louise Spängler] von [[Otto Spängler]] an den Bruder [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]], Brief vom 5. Mai 1870:<br /> | ||
''Lieber Franz! Ich wollte dir schon lange schreiben, allein ich hatte wirklich so viel zu thun, dß ich mit dem beßten Willen noch nicht dazu kam. Für deinen lezten Brief danke ich dir vielmals; es freute mich sehr, aus demselben, sowie aus dem an Anna Laufer entnehmen zu können, dß du dich mit der Zeit an deinen neuen Aufenthaltsort u. die neuen Verhältnisse gewöhnst.<ref>Seit April 1870 ist Franz Spängler Adjunkt am Bezirksgericht in Mödling.</ref> Wenn einmal die Wienersommerpartien werden nach Mödling gekommen sein, so wird es mal viel amüsanter u. lebendiger werden. Von mir kann ich dir nur berichten, daß [mit "a"!] ich in meiner Stellung als Gemeinderath noch gar nichts zu thun hatte, weil Biebl<ref>wohl [[Rudolf Biebl]], seit 1858 im [[Salzburger Gemeinderat]], später Bürgermeister</ref> ablehnte, und bis zur Vornahme der Nachwa[h]l<ref>auch im Folgenden zumeist ohne "h" heutiger Rechtschreibung, ebenso in anderen Wörtern</ref> (Sternbä[cke]r [[Johann Haager|Haager]])<ref>Der Sternbäcker [[Johann Haager]], [[Getreidegasse]] 29, war von 1870 bis zu seinem Ableben 1886<!--?--> Salzburger Gemeinderat.</ref> u. dessen Wahlverification [mit "h"!] so viele Zeit verging, dß wir erst am 16. Mai zur erster. Sizung [!] werden zusamen tretten [!]; ich werde dir das Resultat derselben sogleich mittheilen; im übrigen ist die Wiederwal des [[Heinrich Ritter von Mertens|Mertens]] außer allem Zweifel; nur sehr fraglich dürfte die Wal der beiden Vicebürgermeister, wenigstens des einen sein; der andere wird wol wieder [[Leopold Scheibl|Scheibl]] werden. Ich werde dir jene Salzburgerzeitung, in welcher die constituirende Gemeinderathssizung enthalten sein wird, unter Couvert senden. Meine Stellung bei der Forstbank macht mir wol einiges, aber nicht sehr viel zu thun, und ist die Arbeit anfangs jedenfalls mehr, als später.'' | ''Lieber Franz! Ich wollte dir schon lange schreiben, allein ich hatte wirklich so viel zu thun, dß ich mit dem beßten Willen noch nicht dazu kam. Für deinen lezten Brief danke ich dir vielmals; es freute mich sehr, aus demselben, sowie aus dem an Anna Laufer entnehmen zu können, dß du dich mit der Zeit an deinen neuen Aufenthaltsort u. die neuen Verhältnisse gewöhnst.<ref>Seit April 1870 ist Franz Spängler Adjunkt am Bezirksgericht in Mödling.</ref> Wenn einmal die Wienersommerpartien werden nach Mödling gekommen sein, so wird es mal viel amüsanter u. lebendiger werden. Von mir kann ich dir nur berichten, daß [mit "a"!] ich in meiner Stellung als Gemeinderath noch gar nichts zu thun hatte, weil Biebl<ref>wohl [[Rudolf Biebl (Bürgermeister)|Rudolf Biebl]], seit 1858 im [[Salzburger Gemeinderat]], später Bürgermeister</ref> ablehnte, und bis zur Vornahme der Nachwa[h]l<ref>auch im Folgenden zumeist ohne "h" heutiger Rechtschreibung, ebenso in anderen Wörtern</ref> (Sternbä[cke]r [[Johann Haager|Haager]])<ref>Der Sternbäcker [[Johann Haager]], [[Getreidegasse]] 29, war von 1870 bis zu seinem Ableben 1886<!--?--> Salzburger Gemeinderat.</ref> u. dessen Wahlverification [mit "h"!] so viele Zeit verging, dß wir erst am 16. Mai zur erster. Sizung [!] werden zusamen tretten [!]; ich werde dir das Resultat derselben sogleich mittheilen; im übrigen ist die Wiederwal des [[Heinrich Ritter von Mertens|Mertens]] außer allem Zweifel; nur sehr fraglich dürfte die Wal der beiden Vicebürgermeister, wenigstens des einen sein; der andere wird wol wieder [[Leopold Scheibl|Scheibl]] werden. Ich werde dir jene Salzburgerzeitung, in welcher die constituirende Gemeinderathssizung enthalten sein wird, unter Couvert senden. Meine Stellung bei der Forstbank macht mir wol einiges, aber nicht sehr viel zu thun, und ist die Arbeit anfangs jedenfalls mehr, als später.'' | ||
''An Gehalt habe ich mir für 22 Tage (9–30 April)'' | ''An Gehalt habe ich mir für 22 Tage (9–30 April)'' | ||