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| − | Matthias Schönberger kam im Alter von sechs Jahren nach Wagrain. Obwohl er ein sehr guter Schüler war und der Dechant meinte, er solle studieren, war er als ältester Sohn dazu bestimmt den Schuhmacherbetrieb seines Vaters zu übernehmen. Neben der Schule begann bereits mit 10 Jahren die Lehre. | + | Matthias Schönberger kam im Alter von sechs Jahren nach Wagrain. Obwohl er ein sehr guter Schüler war und der Dechant meinte, er solle studieren, war er als ältester Sohn dazu bestimmt, den Schuhmacherbetrieb seines Vaters zu übernehmen. Neben der Schule begann bereits mit 10 Jahren die Lehre. |
| − | Da sein Vater früh verstarb, musste er schon im Alter | + | Da sein Vater früh verstarb, musste er schon im Alter von 21 Jahren den Betrieb übernehmen und Mutter und Schwester erhalten. |
Neben der Arbeit erlernte Matthias Schönberger Stenographie und kaufte sich ein großes Fremdwörter- und ein Lateinwörterbuch. Er bildete sich in Geschichte, Psychologie sowie Philosophie über das Christentum. Schönberger eignete sich eine gründliche Gesetzeskenntnis an, welche gerne von den Bauern in Anspruch genommen wurde. Er stand mit verschiedenen Gelehrten in Verbindung und verfasste volkskundliche Aufzeichnungen. | Neben der Arbeit erlernte Matthias Schönberger Stenographie und kaufte sich ein großes Fremdwörter- und ein Lateinwörterbuch. Er bildete sich in Geschichte, Psychologie sowie Philosophie über das Christentum. Schönberger eignete sich eine gründliche Gesetzeskenntnis an, welche gerne von den Bauern in Anspruch genommen wurde. Er stand mit verschiedenen Gelehrten in Verbindung und verfasste volkskundliche Aufzeichnungen. | ||
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| − | [[1903]] erwarb er das Schütthaus mit Krämerei und Ausschank. Zehn Jahre später verkaufte er dieses und kaufte das Untergerichtslehen mit Landwirtschaft, wo er bis zu seinem Tod | + | [[1903]] erwarb er das Schütthaus mit Krämerei und Ausschank. Zehn Jahre später verkaufte er dieses und kaufte das Untergerichtslehen mit Landwirtschaft, wo er bis zu seinem Tod wohnte. Er war verheiratet und hatte acht Kinder. |
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| − | * ''Die Zeichenwelt im Kleinarltal und Umgebung'' | + | *In den [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK): |
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| − | * ''Bevölkerungsstatistik eines Salzburger Gebirgstales [[1621]] bis [[1920]] | + | ** ''„Bis Stegen“. Ein Beitrag zur ältesten Geschichte des [[Pongau]]s'', in: [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19260003&zoom=2&seite=00000063 MGSLK 66, 1926, S. 63-80] |
| + | * ''Bevölkerungsstatistik eines Salzburger Gebirgstales [[1621]] bis [[1920]]. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien 56, 1926, S. 271-278. | ||
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Version vom 29. Juli 2012, 00:32 Uhr
Matthias Schönberger (* 1. November 1868 in Embach, † 16. Oktober 1953 in Wagrain) war Chronist in der Pongauer Gemeinde Wagrain.
Leben
Matthias Schönberger kam im Alter von sechs Jahren nach Wagrain. Obwohl er ein sehr guter Schüler war und der Dechant meinte, er solle studieren, war er als ältester Sohn dazu bestimmt, den Schuhmacherbetrieb seines Vaters zu übernehmen. Neben der Schule begann bereits mit 10 Jahren die Lehre.
Da sein Vater früh verstarb, musste er schon im Alter von 21 Jahren den Betrieb übernehmen und Mutter und Schwester erhalten.
Neben der Arbeit erlernte Matthias Schönberger Stenographie und kaufte sich ein großes Fremdwörter- und ein Lateinwörterbuch. Er bildete sich in Geschichte, Psychologie sowie Philosophie über das Christentum. Schönberger eignete sich eine gründliche Gesetzeskenntnis an, welche gerne von den Bauern in Anspruch genommen wurde. Er stand mit verschiedenen Gelehrten in Verbindung und verfasste volkskundliche Aufzeichnungen.
1902 wurde ihm die Stelle des Gemeindesekretärs angeboten, die er gerne annahm. Den Schuhmacherbetrieb übergab er in die Hände seines jüngeren Bruders.
1903 erwarb er das Schütthaus mit Krämerei und Ausschank. Zehn Jahre später verkaufte er dieses und kaufte das Untergerichtslehen mit Landwirtschaft, wo er bis zu seinem Tod wohnte. Er war verheiratet und hatte acht Kinder.
Aktivitäten
Matthias Schönberger war Gemeindesekretär der Markt- und Landgemeinde Wagrain, er war 55 Jahre aktives Mitglied der Feuerwehr, Mitglied der Musikkapelle, Ortsschulratsmitglied, Verwalter des Altenheimes und Aufsichtsrat der Raiffeisenkasse.
Wissenschaftliche Publikationen
- In den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK):
- Die Zeichenwelt im Kleinarltale und Umgebung, in: MGSLK 64, 1924, S. 65-96
- „Bis Stegen“. Ein Beitrag zur ältesten Geschichte des Pongaus, in: MGSLK 66, 1926, S. 63-80
- Bevölkerungsstatistik eines Salzburger Gebirgstales 1621 bis 1920. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien 56, 1926, S. 271-278.
Quelle
- Ortschronik der Gemeinde Wagrain, Band I