Entnazifizierung (Saalfelden): Unterschied zwischen den Versionen

Saalfelden2910 (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
K linkfix
Zeile 23: Zeile 23:
„''[...] Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass ich die ganze Zeit hindurch auch nicht eine Sekunde lang Nazi gewesen oder mit diesen sympathisiert habe und daher auch von diesem Gesichtspunkte aus berücksichtigt werden sollte. Es wäre bedauerlich, wenn man ehemaligen 100%igen Nazis als Dankbarkeit für ihre zahlreichen Schandtaten den Vorzug gäbe, indem man sie aus ihrer jetzigen Wohnstätte herausnimmt und sie in bessere und schönere hineinsetzt, während man verlässliche Leute, die die Nazis früher mit den Worten abspeisten ‚Zuerst kommen unsere verdienten Leute dran’, auch jetzt wieder völlig übergeht.''“
„''[...] Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass ich die ganze Zeit hindurch auch nicht eine Sekunde lang Nazi gewesen oder mit diesen sympathisiert habe und daher auch von diesem Gesichtspunkte aus berücksichtigt werden sollte. Es wäre bedauerlich, wenn man ehemaligen 100%igen Nazis als Dankbarkeit für ihre zahlreichen Schandtaten den Vorzug gäbe, indem man sie aus ihrer jetzigen Wohnstätte herausnimmt und sie in bessere und schönere hineinsetzt, während man verlässliche Leute, die die Nazis früher mit den Worten abspeisten ‚Zuerst kommen unsere verdienten Leute dran’, auch jetzt wieder völlig übergeht.''“


Im Jahr 1945 unterlag der Entnazifizierungsprozess den Alliierten. Unmittelbare Ansprechpartner vor Ort waren in der Gemeinde Saalfelden die Mitglieder des „Politischen Sechserausschusses“, der sich aus jeweils zwei Vertretern der Volkspartei ([[ÖVP]]), der damaligen Sozialistischen Partei ([[SPÖ]]) sowie der Kommunistischen Partei ([[KPÖ]]) zusammensetzte. Die Mitglieder hatten unter den strengen Augen der Alliierten die Aufgaben, mit den Besatzern Verhandlungen zu führen, um die politischen Verhältnisse wiederum zu konsolidieren, Ämter neu zu besetzen und die verschiedenen Parteiorganisationen neu aufzubauen. Der Ausschuss erstellte jedoch auch für die Saalfeldener Bevölkerung politische Gutachten. Auf Grundlage der resultierenden politischen Einschätzungen lieferte der „Sechserausschuss“ damit grundsätzliche Informationen zur Beurteilung von Nationalsozialisten. Diese Beurteilungen wurden beispielsweise bei den ersten freien Gemeinderatswahlen im Jahr 1945 als Grundlage für die Wahlberechtigung herangezogen. Dabei entschied der „Sechserausschuss“ in strittigen Fällen, welche Personen in Saalfelden an den Wahlen teilnehmen durften und welche davon aufgrund ehemaliger NS-Betätigung ausgeschlossen waren.  
Im Jahr 1945 unterlag der Entnazifizierungsprozess den Alliierten. Unmittelbare Ansprechpartner vor Ort waren in der Gemeinde Saalfelden die Mitglieder des „Politischen Sechserausschusses“, der sich aus jeweils zwei Vertretern der Volkspartei ([[ÖVP]]), der damaligen Sozialistischen Partei ([[SPÖ]]) sowie der Kommunistischen Partei ([[KPÖ]]) zusammensetzte. Die Mitglieder hatten unter den strengen Augen der Alliierten die Aufgaben, mit den Besatzern Verhandlungen zu führen, um die politischen Verhältnisse wiederum zu konsolidieren, Ämter neu zu besetzen und die verschiedenen Parteiorganisationen neu aufzubauen. Der Ausschuss erstellte jedoch auch für die Saalfeldener Bevölkerung politische Gutachten. Auf Grundlage der resultierenden politischen Einschätzungen lieferte der „Sechserausschuss“ damit grundsätzliche Informationen zur Beurteilung von Nationalsozialisten. Diese Beurteilungen wurden beispielsweise bei den ersten freien [[Gemeinderatswahlen]] im Jahr [[1945]] als Grundlage für die Wahlberechtigung herangezogen. Dabei entschied der „Sechserausschuss“ in strittigen Fällen, welche Personen in Saalfelden an den Wahlen teilnehmen durften und welche davon aufgrund ehemaliger NS-Betätigung ausgeschlossen waren.  


== Die Meldestelle ==
== Die Meldestelle ==