Helena von Meyendorff: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 5. Juli 2013, 20:36 Uhr

Baroness Helena von Meyendorff (* 1923) ist Gründerin des Zentrums Russischer Kultur in Salzburg, langjährige Chorleiterin der russisch-orthodoxen Kirche Salzburg.

Familie

Ihr Großvater, Baron Theophil von Meyendorff, war der Generaladjudant des letzten russischen Zaren Nikolaus II. Sein Vater hatte noch gegen Napoleon gekämpft. Als der letzte Zar in der Nacht auf den 17. Juli 1918 mit seiner Familie ermordet wurde[1], als Verwandte in Teppiche eingerollt, mit Benzin übergossen und angezündet wurden, entschloss sich die Familie von Meyendorff, aus Russland fliehen. Ihre Besitzungen in St. Petersburg und Moskau fielen an die Sowjets.

Über Istanbul (Türkei) und das damalige Jugoslawien gelangte die Familie nach Salzburg, wo sie sich 1945 niederließ.

Elenas Vater, Nikolaus von Meyendorff, hatte nach der Flucht ein Studium der Kunst in Paris, Frankreich, begonnen, und malte Kirchen aus. In Salzburg gibt es von ihm die Mosaiken im Mönchsbergaufzug und in der Kirche in Bürmoos. Er war auch für König Alexander von Jugoslawien[2] tätig.

Ihre Eltern, Nina und Nikolaus, starben in den 1970er Jahren in Salzburg.

Leben

Helena von Meyendorff war über 50 Jahre lang Chorleiterin der russisch-orthodoxen Kirche Salzburg, hatte ihre eigene Import-Export-Firma und managte Tenor Nicolai Gedda[3].

2008 erhielt Helena von Meyendorff den russischen Orden der Zarin Katharina II. für ihre Verdienste rund um wohltätige Aktionen und ihr Heimatland. In Salzburg gründete sie das Zentrum Russischer Kultur.

In der Wohnung Helena von Meyendorffs in Salzburg-Lehen berichten Orden und Auszeichnungen, die an den Wänden hängen, von ihrem Ruf als heimliche Botschafterin Russlands in Salzburg. So reist sie denn auch jedes Jahr auf Einladung der russischen Regierung nach Moskau. Sie hilft den Russen, die ihren schlechten Ruf verlieren möchten, dabei, indem sie ihnen rät, was sie besser machen können.

Seit 1991 organisiert sie für schlechter gestellte russische Kinder in den Sommermonaten Urlaube in Salzburg.

2008 rief sie eine zweite Aktion ins Leben: Sie veranstaltet in Sibirien einen Wettbewerb, bei dem die 30 besten Musiker nach Salzburg eingeladen werden.

Quelle

Salzburger Nachrichten 31. Dezember 2010 „Die heimliche russische Botschafterin“

Fußnoten