Französische Republik: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | '''Frankreich''' war Anfang des [[19. Jahrhundert]]s kurz Herrscher über das [[Land Salzburg]]. | + | '''Frankreich''' ist ein westeuropäischer Staat und war Anfang des [[19. Jahrhundert]]s kurz Herrscher über das [[Land Salzburg]]. |
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| − | Der Name Frankreich leitet sich vom Volksstamm der Franken ab, die im [[5. Jahrhundert]] die [[Römer|römische]] Herrschaft über Gallien beendeten | + | Der Name ''Frankreich'' leitet sich vom Volksstamm der Franken ab, die im [[5. Jahrhundert]] die [[Römer|römische]] Herrschaft über Gallien beendeten. |
| − | == | + | == Staat == |
| − | + | ===Verfassung und politisches System=== | |
| + | Frankreich ist eine Republik - Verfassung von 1958 (mit starker Stellung des Präsidenten, der für 7 Jahre direkt gewählt wird und den Regierungschef ernennt); Änderungen 1962 und Juni 1992 - Parlament aus 2 Kammern: Senat mit 321 Mitgliedern (davon 13 aus den Übersee-Ländern von Frankreich und 12 von den Auslandsfranzosen) und Nationalversammlung mit 577 Mitgliedern für 9 Jahre bzw. 5 Jahre gewählt. | ||
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| + | Nationalfeiertag ist der 14. Juli | ||
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| + | Präsident: Nicolas Sarkozy,<br/> | ||
| + | Premierminister: François Fillon | ||
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| + | ===Fläche und Bevölkerung=== | ||
| + | Frankreich besteht aus dem europäischen Mutterland („France métropolitaine“, kurz „Métropole“) und den Überseegebieten<ref>Die französischen Überseegebiete haben staatsrechtlich einen unterschiedlichen Status. Zum Teil sind sie als Übersee-Départements (Französisch-Guayana [Südamerika], Guadeloupe [Karibik], Martinique [Karibik], Réunion [Indischer Ozean], Mayotte [Indischer Ozean, seit 2011]) – den Départements des Mutterlandes völlig gleichgestellt, zum Teil haben sie einen Sonderstatus wie zB Saint-Pierre und Miquelon, Französisch-Polynesien und Neukaledonien. Der Großteil der Bevölkerung der Überseegebiete lebt in den Übersee-Départements (rund 2 Millionen Einwohner).</ref> („France d’outre-mer“, kurz „Outre-mer“). | ||
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| + | Es hat (2010) eine Fläche von 674.843 km² und eine Bevölkerungszahl von rund 65,5 Millionen Einwohnern, wovon 547.026 km² und 62,8 Millionen Einwohner auf das Mutterland entfallen. | ||
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| + | Die Bevölkerungsdichte liegt demnach bei 93 Einwohnern pro Quadratkilometer. | ||
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| + | Ethnische Gruppen sind: Franzosen (94 Prozent), Algerier, Portugiesen, Marokkaner, Italiener und weitere kleine Minderheiten; <br/> | ||
| + | Sprachen: Französisch (Amtssprache), regionale Dialekte und Sprachen sind u. a. Provençalisch, Bretonisch, Korsisch, Baskisch, Flämisch; <br/> | ||
| + | Religionszugehörigkeit: Katholiken 90 Prozent, Protestanten zwei Prozent; Juden ein Prozent, Muslime ein Prozent und religionslos sechs Prozent. | ||
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| + | ===Politische Einteilung=== | ||
| + | Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2011) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zur Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2011) 26<ref>Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.</ref>zusammengefasst, während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften, wie zB Bretagne, (Haute- und Basse-)Normandie, Picardie, Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine), Elsass (Alsace), Burgund (Bourgogne), Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund), Aquitanien (Aquitaine, Hauptstadt Bordeaux), Auvergne, zum Teil erscheinen sie als künstliche Gebilde (Centre, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence-Alpes-Côte d’Azur („PACA“, Hauptstadt Marseille), Rhône-Alpes (Hauptstadt Lyon); letztere Region umfasst auch die historische Region Savoyen (Départements Haute-Savoie und Savoie), die erst 1860 zu Frankreich kam (Vgl [[Italien#Das_Ende Österreichs_in_Italien|Italien,Geschichte]]). | ||
== Größere Städte == | == Größere Städte == | ||
| − | Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten: Paris 2,1 Mio., Marseille 808.000, Lyon 445.000, Toulouse 390.000, Nizza 343.000, Straßburg 264.000, Nantes 270.000 (die | + | Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten: Paris 2,1 Mio., Marseille 808.000, Lyon 445.000, Toulouse 390.000, Nizza 343.000, Straßburg 264.000, Nantes 270.000 (die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Kerngebiete der Städte, mit ihren Umlandgemeinden ergibt sich folgendes Bild: Paris rund 10 Mio., Lyon 1,3 Mio., Marseille 1,3 Mio., Toulouse 608.000, Lille 950.000, Bordeaux 685.000, Dijon 226.000). |
| − | == | + | ===Paris=== |
| − | + | Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Das administrativ zur Stadt Paris gehörende Gebiet hat gut 2 Millionen Einwohner, in der städtischen Siedlungszone (Unité urbaine) leben mehr als 10 Millionen Menschen. | |
| + | ====Salzburgbezug==== | ||
| + | Eine seiner zahlreichen Reisen führte den jungen [[Wolfgang Amadeus Mozart]] nach Paris, wo seine ihn begleitende Mutter starb. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
| − | "Gallia est omnis divisa in partes tres" - so beginnt Cäsars Bericht "De bello Callico" über die Eroberung Galliens von 58 bis 51 v. Chr. Nach dem Krieg gab es diese 3 Teile Galliens nicht mehr, das Land war vereinigt. Es wäre übertrieben, darin die Geburtsstunde der französischen Nation zu sehen, aber immerhin gab es nun in etwa die Grenzen, die durch Jahrhunderte Frankreich markieren sollten. Im 5. Jahrhundert strömten zahlreiche Stämme aus Germanien ein und vermischten sich mit den Bewohnern. Der Franke Chlodwig I. begründete das Fränkische Reich und nahm um 500 das Christentum an. Karl Martell vollbrachte eine für die Zukunft Europas entscheidende Tat, als er 732 bei Tours und Poitiers die Araber so vernichtend schlug, dass sie sich letztlich hinter die Pyrenäen zurückzogen und diese nie wieder überschritten. | + | ===Überblick=== |
| + | Als Staat ging Frankreich, ebenso wie [[Deutschland]] aus dem Frankenreich hervor. | ||
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| + | Die historische Periodisierung scheidet Frankreich vom vorangehenden Westfränkischen Reich mit dem Übergang von der Dynastie der Karolinger auf die der Kapetinger im Jahr 987. Die französischen Könige verstanden sich aber ebenso wie die deutschen als Nachfolger de fränkischen Könige (so werden die fränkischen Könige Karl der Große und Ludwig der Fromme von beiden als Karl I. und Ludwig I. gezählt). Die Dynastie der Kapetinger regierte, zum Teil in Nebenlinien mit eigenen Namen - Haus Valois 1328-1598, Haus Bourbon (Heinrich IV. und Ludwig XIII. bis Ludwig XVI.) 1598-1792 – bis zur Ausrufung der Republik. | ||
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| + | Die aus dem weltgeschichtlichen Ereignis der Französischen Revolution (1789) hervorgegangene 1. Französische Republik hatte sich in langwierigen Kriegen gegen die anderen europäischen Großmächte zu behaupten. Der erfolgreiche General [[Napoleon|Napoleon Bonaparte]] (* 1769, † 1821) ergriff die Macht und begründete 1804 das erste französische Kaiserreich, das nach weiteren siegreichen Kriegen 1814 und 1815 den verbündeten gegnerischen Mächten erlag, die das bourbonische Königtum restaurierten. Es folgte von 1848 (Februarrevolution) bis 1852 die Zweite Republik, von 1852 bis 1870 das Zweite Kaiserreich (einziger Kaiser: Napoleon III.), von 1870 bis 1940 (Untergang im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] die Dritte Republik, 1940-1944 der ''État français '' (''Vichy-Regime ''), 1946-1960 die Vierte Republik und von 1960 bis heute die (durch ihre neue Verfassung mit starkem Präsidenten von der vorigen geschiedene) Fünfte Republik. | ||
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| + | ===Altertum und Mittelalter=== | ||
| + | "Gallia est omnis divisa in partes tres" - so beginnt Cäsars Bericht "De bello Callico" über die Eroberung Galliens von 58 bis 51 v. Chr. Nach dem Krieg gab es diese 3 Teile Galliens nicht mehr, das Land war vereinigt. Es wäre übertrieben, darin die Geburtsstunde der französischen Nation zu sehen, aber immerhin gab es nun in etwa die Grenzen, die durch Jahrhunderte Frankreich markieren sollten. Im 5. Jahrhundert strömten zahlreiche Stämme aus Germanien ein und vermischten sich mit den Bewohnern. Der Franke Chlodwig I. begründete das Fränkische Reich und nahm um 500 das Christentum an. Karl Martell vollbrachte eine für die Zukunft Europas entscheidende Tat, als er 732 bei Tours und Poitiers die Araber so vernichtend schlug, dass sie sich letztlich hinter die Pyrenäen zurückzogen und diese nie wieder überschritten. | ||
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| + | Pippin der Jüngere begründete 751 die Dynastie der Karolinger. Sein Sohn Karl - den die Deutschen Karl den Großen und die Franzosen Charlemagne nennen - vergrößerte das Frankenreich um Sachsen, Bayern und Oberitalien. Anno 800 ließ er sich vom Papst zum Kaiser krönen. Unter Karls Enkeln wurde das Reich wieder geteilt. Noch bevor die Karolinger 987 ausstarben, brachen für Frankreich unruhige Zeiten an, einzelne Herzogtümer und Grafschaften gingen eigene Wege. Die Wikinger verunsicherten die Küsten Westeuropas und eroberten im Norden die Normandie; Eleonore, die Herzogin von Aquitanien, heiratete den späteren englischen König Heinrich II. und verstärkte so den Einfluss der Engländer im Land. Der Aufstieg der Kapetinger war verbunden mit einem kulturellen Höhenflug. | ||
| − | + | Hinzu kamen religiöse Erneuerungsbewegungen. Den größten Zulauf hatten die Katharer. Sie drohten, die Kirche zu spalten, so dass der Papst schließlich zum Kreuzzug gegen sie aufrief. Sie wurden weitgehend zerschlagen, alle Quellen gezielt zerstört. Ähnlich wie den Katharern erging es 100 Jahre später den Tempelrittern. Philip der Schöne, König von Frankreich, benötigte viel Geld und warf deshalb ein Auge auf den reichen Orden. Er beschuldigte dessen Mitglieder der Unzucht und Blasphemie. Sie wurden verurteilt, viele verbrannt und das Vermögen eingezogen. Hartnäckigster Gegner Frankreichs waren die Engländer. Neben der Pest, die schrecklich wütete, war der Hundertjährige Krieg (1339 - 1453) gegen England die zweite Geißel im Lande. Da schien nur noch ein Wunder zu helfen. Es ereignete sich in Gestalt eines Mädchens aus Lothringen: Jeanne d'Arc oder Johanna von Orleans. Schön und keuch - so wollte sie Frankreich retten und den Dauphin krönen. Beides gelang ihr. Dass sie danach der Ketzerei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, ist der menschliche Teil der Legende. An ihrem Ruhm und der späteren Heiligsprechung änderte das nichts. Jeanne d'Arc ist bis heute eine der Lichtgestalten Frankreichs. | |
| − | + | ===Neuzeit=== | |
| + | Unter Ludwig XI. blühte das Land auf. Doch neues Unheil drohte. diesmal kam es aus Deutschland und nannte sich Reformation. Der Glaube spaltete das Land, er spaltete Familien. Schreckliche Metzeleien ("Bartholomäusnacht" in Paris) waren die Folge. Der Protestant Heinrich IV. musste katholisch werden, um den Thron besteigen zu können ("Paris ist eine Messe wert"). Doch ihm gelang es schließlich, die Religionskriege zu beenden. Die Nachfolger Heinrichs stärkten das Königtum weiter, gelenkt von den Kardinälen Richelieu und Mazarin. Frankreich wurde von Paris aus zentral verwaltet, alle Macht lag beim König, das Zeitalter des Absolutismus brach an. Den Höhepunkt erreichte der Absolutismus unter Ludwig XIV., dem "Sonnenkönig". Er verlegte den Hof ins prunkvolle Versailles und begann Händel mit den Hugenotten. Die antworteten mit einer Massenflucht ins protestantische Ausland. Die kostspieligen Kriege hatten das Land erschöpft und die Staatsfinanzen zerrüttet. Die Bauern und Arbeiter waren verarmt, das Bürgertum wollte mehr Mitbestimmung, die Monarchie hatte ihre Faszination verloren. Es kam zu Unruhen. | ||
| − | + | Am 14. Juli 1789 stürmte eine aufgebrachte Menge die Bastille, das Symbol der alten Willkürherrschaft. Die Revolution war da. Die siegreichen Revolutionäre - angetreten mit der Devise "Liberte, Egalite, Fraternite" krempelten alles um und führten eine neue Zeitrechnung ein, schafften die Religion ab, verpassten dem Land die Aufteilung in Departements und erfanden die Guillotine. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus der Befreiung eine Schreckensherrschaft. Der König mitsamt seiner Gattin Marie Antoinette wurde 1793 öffentlich hingerichtet. Doch 1799 mussten die Führer selbst, Danton und Robespierre, die Guillotine besteigen und ihr Leben lassen. Dem nachfolgenden fünfköpfigen Direktorium mangelte es an Persönlichkeiten, es verzettelte sich in äußeren Kämpfen und wurde am 9. November 1799 durch einen Staatsstreich vom Konsulat abgelöst. Erster Konsul: [[Napoleon Bonaparte]]. Als Feldherr hatte er sich bereits einen Namen gemacht, jetzt musste er sich als Staatsmann bewähren. | |
| − | + | Er baute zahlreiche Straßen, deren Verlauf noch heute gilt, und führte ein neues bürgerliches Gesetzbuch ("Code civil") ein, das ebenfalls noch heute gültig ist. 1804 krönte er sich zum Kaiser und schickte sich an, Westeuropa zu erobern, zunächst sehr erfolgreich. Gestoppt werden konnte Napoleon vor Moskau. Dann ging es Schlag auf Schlag: Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig, Verbannung nach Elba, Rückkehr von Elba und noch einmal der Versuch, die Macht zurück zu erobern, Niederlage bei Waterloo, Exil auf St. Helena, Tod. 1870, nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen, wurde der Kaiser Napoleon III. (ein Neffe Napoleon Bonapartes) abgesetzt und die Dritte Republik wurde ausgerufen. | |
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| − | Er baute zahlreiche Straßen, deren Verlauf noch heute gilt, und führte ein neues bürgerliches Gesetzbuch ("Code civil") ein, das ebenfalls noch heute gültig ist. 1804 krönte er sich zum Kaiser und schickte sich an, Westeuropa zu erobern, zunächst sehr erfolgreich. Gestoppt werden konnte Napoleon vor Moskau. Dann ging es Schlag auf Schlag: Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig, Verbannung nach Elba, Rückkehr von Elba und noch einmal der Versuch, die Macht zurück zu erobern, Niederlage bei Waterloo, Exil auf St. Helena, Tod. 1870, nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen, wurde der Kaiser Napoleon III. (ein Neffe Napoleon Bonapartes) abgesetzt und die Dritte Republik wurde ausgerufen. | ||
| − | In Europa hatten sich mittlerweile zwei Machtblöcke gebildet - einerseits der Dreierbund Deutschland, Italien und Österreich-Ungarn, andererseits die Triple-Entente aus Frankreich, Großbritannien und Russland. Es kam zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]], bei dem allein Frankreich 1,6 Millionen seiner Menschen verlor. Als Hitler seine Expansionsgelüste in die Tat umzusetzen begann, gehörte Frankreich zu den Mitunterzeichnern des Münchener Abkommens: Für die Franzosen war der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] nach knapp 11 Monaten vorüber - mit nur einem Drittel der Verluste des 1. Weltkrieges. Frankreich wurde zunächst im Norden, später ganz von deutschen Truppen besetzt. In Vichy regierte Marschall Phillippe Petain das Land - ein Regime von Hitlers Gnaden. Andere Franzosen gingen in den Untergrund und kämpften in der Resistance weiter. Charles de Gaulle vereinigte vom Londoner Exil Teile der Streitkräfte unter seiner Führung und beteiligte sich 1944 aktiv an der Befreiung des Landes. Als eine Reaktion auf Vichy und persönliche Machtfülle einzelner wurde nach dem Krieg die Vierte Republik geschaffen. Doch die Vielzahl der Regierungskrisen und die Teilnahme der stets gleichen Politiker an ständig neu- und umgebildeten Regierungen diskreditierten das Regime erheblich. Dazu kam, das die Kolonien ihre Unabhängigkeit anstrebten. 1954 verloren die Franzosen Indochina, 1956 wurden Marokko und Tunesien selbständig. | + | In Europa hatten sich mittlerweile zwei Machtblöcke gebildet - einerseits der Dreierbund Deutschland, Italien und Österreich-[[Ungarn]], andererseits die Triple-Entente aus Frankreich, Großbritannien und Russland. Es kam zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]], bei dem allein Frankreich 1,6 Millionen seiner Menschen verlor. Als Hitler seine Expansionsgelüste in die Tat umzusetzen begann, gehörte Frankreich zu den Mitunterzeichnern des Münchener Abkommens: Für die Franzosen war der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] nach knapp 11 Monaten vorüber - mit nur einem Drittel der Verluste des 1. Weltkrieges. Frankreich wurde zunächst im Norden, später ganz von deutschen Truppen besetzt. In Vichy regierte Marschall Phillippe Petain das Land - ein Regime von Hitlers Gnaden. Andere Franzosen gingen in den Untergrund und kämpften in der Resistance weiter. Charles de Gaulle vereinigte vom Londoner Exil Teile der Streitkräfte unter seiner Führung und beteiligte sich 1944 aktiv an der Befreiung des Landes. Als eine Reaktion auf Vichy und persönliche Machtfülle einzelner wurde nach dem Krieg die Vierte Republik geschaffen. Doch die Vielzahl der Regierungskrisen und die Teilnahme der stets gleichen Politiker an ständig neu- und umgebildeten Regierungen diskreditierten das Regime erheblich. Dazu kam, das die Kolonien ihre Unabhängigkeit anstrebten. 1954 verloren die Franzosen Indochina, 1956 wurden Marokko und Tunesien selbständig. |
| − | Und in Algerien, das als | + | Und in Algerien, das als Teil des Mutterlandes galt, entbrannte der Freiheitskampf der FLN. Wieder einmal war der Retter in der Not Charles de Gaulle. Mit Sondervollmachten für 6 Monate ausgestattet, führte er 1958 per Volksabstimmung eine neue Verfassung ein und beendete 4 Jahre später den Krieg in Algerien. Die Fünfte Republik war geschaffen. Erster Präsident war Charles de Gaulle. Im Frühjahr 1968 brachen in Paris Studentenunruhen aus, Arbeiter schlossen sich an. De Gaulle setzte Neuwahlen an und gewann noch einmal. Doch zehn Monate später verlor er eine Vertrauensabstimmung und zog sich aus der Politik zurück. Er starb 1970. |
De Gaulles Nachfolger Georges Pompidou und Valerie Giscard d'Estaing setzten seine Politik fort. Eine neue Ära brach 1981 mit der Wahl von Francoise Mitterand an. An der französischen Außenpolitik änderte Mitterand wenig. Im Inneren wurde jedoch ein ganzes Bündel von Reformen eingeleitet, zahlreiche Großbetriebe und Banken wurden verstaatlicht. Angesichts der zunehmend problematischen wirtschaftlichen Situation sah sich die Regierung jedoch bald zu einer Kehrtwende gezwungen, viele Betriebe wurden wieder privatisiert. Die 80er Jahre waren geprägt vom Aufstieg des Front national unter Jean-Marie Le Pen und von der Schrittweisen Dezentralisierung des Landes. Im Mai 1995 wurde Chirac Präsident. Es folgten unruhige Zeiten: Eine Serie von Terroranschlägen islamischer Fundamentalisten in Paris verunsicherte die Bevölkerung, lange dauernde Streiks zuerst der Staatsbediensteten, dann der Fernfahrer, legten fast das gesamte Land lahm und beeinträchtigten auch die Wirtschaft in den Nachbarländern. Chirac glaubte klug zu handeln, als er die Nationalversammlung auflöste und 1998 Neuwahlen ausschrieb; er wollte ein klares Mandat für seinen unliebsamen Sparkurs. Die Franzosen spielten nicht mit und wählten die Sozialisten, die mit ihren Ansichten denen von Chirac entgegenstanden. | De Gaulles Nachfolger Georges Pompidou und Valerie Giscard d'Estaing setzten seine Politik fort. Eine neue Ära brach 1981 mit der Wahl von Francoise Mitterand an. An der französischen Außenpolitik änderte Mitterand wenig. Im Inneren wurde jedoch ein ganzes Bündel von Reformen eingeleitet, zahlreiche Großbetriebe und Banken wurden verstaatlicht. Angesichts der zunehmend problematischen wirtschaftlichen Situation sah sich die Regierung jedoch bald zu einer Kehrtwende gezwungen, viele Betriebe wurden wieder privatisiert. Die 80er Jahre waren geprägt vom Aufstieg des Front national unter Jean-Marie Le Pen und von der Schrittweisen Dezentralisierung des Landes. Im Mai 1995 wurde Chirac Präsident. Es folgten unruhige Zeiten: Eine Serie von Terroranschlägen islamischer Fundamentalisten in Paris verunsicherte die Bevölkerung, lange dauernde Streiks zuerst der Staatsbediensteten, dann der Fernfahrer, legten fast das gesamte Land lahm und beeinträchtigten auch die Wirtschaft in den Nachbarländern. Chirac glaubte klug zu handeln, als er die Nationalversammlung auflöste und 1998 Neuwahlen ausschrieb; er wollte ein klares Mandat für seinen unliebsamen Sparkurs. Die Franzosen spielten nicht mit und wählten die Sozialisten, die mit ihren Ansichten denen von Chirac entgegenstanden. | ||
| − | Die korsischen Nationalisten fordern von der Pariser Regierung die Freilassung von 43 "politischen Häftlingen". Die von Premierminister Lionel Jospin in Gang gebrachte Aussöhnung sei vor allem wegen der Frage der Häftlinge "in Schwierigkeiten", sagte der Nationalistenführer Jean-Guy Talamoni bei den 20. Internationalen Tagen, zu denen sich am 4. und 5. August 2001 rund 300 Nationalisten in Corte im korsischen Hochland versammelten. Der französische Innenminister Daniel Vaillant bekräftigte indes, die Frage der Häftlinge stehe "nicht auf der Tagesordnung". Den 43 Häftlingen wird die Beteiligung an "terroristischen Aktivitäten" zur Last gelegt. Acht von ihnen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die übrigen 35 sitzen in Untersuchungshaft. Im Mai hatte die Pariser Nationalversammlung für Korsika eine größere Selbstständigkeit beschlossen. | + | ===Jetztzeit unter besonderer Berücksichtigung der korsischen Frage=== |
| + | Die korsischen Nationalisten fordern von der Pariser Regierung die Freilassung von 43 "politischen Häftlingen". Die von Premierminister Lionel Jospin in Gang gebrachte Aussöhnung sei vor allem wegen der Frage der Häftlinge "in Schwierigkeiten", sagte der Nationalistenführer Jean-Guy Talamoni bei den 20. Internationalen Tagen, zu denen sich am 4. und 5. August 2001 rund 300 Nationalisten in Corte im korsischen Hochland versammelten. Der französische Innenminister Daniel Vaillant bekräftigte indes, die Frage der Häftlinge stehe "nicht auf der Tagesordnung". Den 43 Häftlingen wird die Beteiligung an "terroristischen Aktivitäten" zur Last gelegt. Acht von ihnen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die übrigen 35 sitzen in Untersuchungshaft. Im Mai hatte die Pariser Nationalversammlung für Korsika eine größere Selbstständigkeit beschlossen. '' | ||
| − | Im Vorfeld der Internationalen Tage von Corte, an denen auch Delegationen aus dem Baskenland, Sardinien und der Bretagne teilnahmen, wurden auf der französischen Mittelmeerinsel mehrere Anschläge verübt. Die Befreiungsfront FLNC bekannte sich zu sieben Anschlägen, die geringe Schäden anrichteten, nicht jedoch zu zwei fehlgeschlagenen Briefbombenattentaten auf die Anwälte Jean-Guy Talamoni und | + | Im Vorfeld der Internationalen Tage von Corte, an denen auch Delegationen aus dem Baskenland, Sardinien und der Bretagne teilnahmen, wurden auf der französischen Mittelmeerinsel mehrere Anschläge verübt. Die Befreiungsfront FLNC bekannte sich zu sieben Anschlägen, die geringe Schäden anrichteten, nicht jedoch zu zwei fehlgeschlagenen Briefbombenattentaten auf die Anwälte Jean-Guy Talamoni und Marie-Hélène Mattei. Im Golf von Ajaccio wurde am Freitag ein Sprengsatz entschärft, der an der Urlaubsresidenz eines Firmenchefs aus der Pariser Region angebracht worden war. |
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| − | + | Das französische Super-Wahljahr beginnt am 21. April 2002 mit dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl. Die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten wurde auf den 5. Mai festgelegt, wie Abgeordnete der Pariser Nationalversammlung mitteilten. Für den 9. und 16. Juni sind die beiden Durchgänge der Parlamentswahl angesetzt. Der entscheidende Durchgang der Präsidentschaftswahl dürfte nach allen Umfragen eine Wiederauflage des Duells von 1995 bringen, bei dem sich Jacques Chirac knapp gegen den derzeitigen Premier Lionel Jospin durchsetzte. Auch jetzt liegt Chirac in der Wählergunst vorn. | |
| − | Die | + | Der umstrittene Korsika-Plan der französischen Regierung hat die letzte parlamentarische Hürde genommen. Die Pariser Nationalversammlung stimmte am 18.12.2001 in dritter Lesung für den Gesetzentwurf der Linksregierung von Premierminister Lionel Jospin. Das Reformwerk sieht mehr Autonomie für Korsika vor und soll den bewaffneten Konflikt mit den radikalen Nationalisten auf der Mittelmeerinsel beenden. |
| − | + | Die von der Nationalversammlung bestätigten Reformen ermöglichen es dem korsischen Regionalparlament, in Frankreich gültige Gesetze gemäß den Erfordernissen auf der Insel abzuändern. Zudem soll die korsische Sprache in Kindergärten und Schulen unterrichtet werden. Der Jospin-Plan ist der erste Versuch einer Regierung in Paris, den seit 25 Jahren andauernden bewaffneten Kampf der korsischen Nationalisten durch Zugeständnisse zu beenden. | |
| − | + | Im Mai 2007 gewann Nicolas Sarkozy, der Präsidentschaftskandidat der UMP, mit gut 53 % der Stimmen die Präsidentschaftswahl. Sarkozy folgte Jacques Chirac im Amt des französischen Staatspräsidenten. | |
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| − | + | ==Historische Salzburgbezüge== | |
| + | In nähere Berührung mit Frankreich kam das geistliche Reichsfürstentum Salzburg durch die expansive Politik Frankreichs. | ||
| − | + | Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das Fürsterzbistum Salzburg ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638, † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der [[Domherr]] [[Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim]] im Jahr 1689 wegen „Konspiration mit dem König von Frankreich“ seines Amtes entsetzt wurde. Im nächstfolgenden „Franzosenkrieg“, dem [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Der_spanische_Erbfolgekrieg|Spanischen Erbfolgekrieg]] (1700-1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Die_Schlacht_um_Freiburg_im_Breisgau|Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau]] ([[1714]]) zu bewähren hatte. | |
| − | [[ | + | Noch weit stärker geriet die Berührung in der Napoleonischen Zeit. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik: |
| + | * Im Ersten (1792–1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799–1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember 1800 griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am 10. Dezember verließ der letzte Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] [[1800]] kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - der [[Schlacht am Walserfeld]]. Dann errungenen Sieg über die österreichische Hauptarmee rückten die Franzosen in die Stadt Salzburg ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. | ||
| + | * Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten. | ||
| + | * Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayrisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. Napoleon ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französische Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs, Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich. | ||
| − | + | {{Mehr}} | |
| + | ==Fußnoten== | ||
| + | <references/> | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] | * [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]] | ||
| + | * [[Benutzer:Karl Irresberger|Karl Irresberger]] | ||
* Salzburgwiki-Beiträge | * Salzburgwiki-Beiträge | ||
Version vom 19. Dezember 2010, 23:52 Uhr
Frankreich ist ein westeuropäischer Staat und war Anfang des 19. Jahrhunderts kurz Herrscher über das Land Salzburg.
Name
Der Name Frankreich leitet sich vom Volksstamm der Franken ab, die im 5. Jahrhundert die römische Herrschaft über Gallien beendeten.
Staat
Verfassung und politisches System
Frankreich ist eine Republik - Verfassung von 1958 (mit starker Stellung des Präsidenten, der für 7 Jahre direkt gewählt wird und den Regierungschef ernennt); Änderungen 1962 und Juni 1992 - Parlament aus 2 Kammern: Senat mit 321 Mitgliedern (davon 13 aus den Übersee-Ländern von Frankreich und 12 von den Auslandsfranzosen) und Nationalversammlung mit 577 Mitgliedern für 9 Jahre bzw. 5 Jahre gewählt.
Nationalfeiertag ist der 14. Juli
Präsident: Nicolas Sarkozy,
Premierminister: François Fillon
Fläche und Bevölkerung
Frankreich besteht aus dem europäischen Mutterland („France métropolitaine“, kurz „Métropole“) und den Überseegebieten[1] („France d’outre-mer“, kurz „Outre-mer“).
Es hat (2010) eine Fläche von 674.843 km² und eine Bevölkerungszahl von rund 65,5 Millionen Einwohnern, wovon 547.026 km² und 62,8 Millionen Einwohner auf das Mutterland entfallen.
Die Bevölkerungsdichte liegt demnach bei 93 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Ethnische Gruppen sind: Franzosen (94 Prozent), Algerier, Portugiesen, Marokkaner, Italiener und weitere kleine Minderheiten;
Sprachen: Französisch (Amtssprache), regionale Dialekte und Sprachen sind u. a. Provençalisch, Bretonisch, Korsisch, Baskisch, Flämisch;
Religionszugehörigkeit: Katholiken 90 Prozent, Protestanten zwei Prozent; Juden ein Prozent, Muslime ein Prozent und religionslos sechs Prozent.
Politische Einteilung
Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2011) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zur Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2011) 26[2]zusammengefasst, während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften, wie zB Bretagne, (Haute- und Basse-)Normandie, Picardie, Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine), Elsass (Alsace), Burgund (Bourgogne), Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund), Aquitanien (Aquitaine, Hauptstadt Bordeaux), Auvergne, zum Teil erscheinen sie als künstliche Gebilde (Centre, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence-Alpes-Côte d’Azur („PACA“, Hauptstadt Marseille), Rhône-Alpes (Hauptstadt Lyon); letztere Region umfasst auch die historische Region Savoyen (Départements Haute-Savoie und Savoie), die erst 1860 zu Frankreich kam (Vgl Italien,Geschichte).
Größere Städte
Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten: Paris 2,1 Mio., Marseille 808.000, Lyon 445.000, Toulouse 390.000, Nizza 343.000, Straßburg 264.000, Nantes 270.000 (die Einwohnerangaben beziehen sich auf die Kerngebiete der Städte, mit ihren Umlandgemeinden ergibt sich folgendes Bild: Paris rund 10 Mio., Lyon 1,3 Mio., Marseille 1,3 Mio., Toulouse 608.000, Lille 950.000, Bordeaux 685.000, Dijon 226.000).
Paris
Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Das administrativ zur Stadt Paris gehörende Gebiet hat gut 2 Millionen Einwohner, in der städtischen Siedlungszone (Unité urbaine) leben mehr als 10 Millionen Menschen.
Salzburgbezug
Eine seiner zahlreichen Reisen führte den jungen Wolfgang Amadeus Mozart nach Paris, wo seine ihn begleitende Mutter starb.
Geschichte
Überblick
Als Staat ging Frankreich, ebenso wie Deutschland aus dem Frankenreich hervor.
Die historische Periodisierung scheidet Frankreich vom vorangehenden Westfränkischen Reich mit dem Übergang von der Dynastie der Karolinger auf die der Kapetinger im Jahr 987. Die französischen Könige verstanden sich aber ebenso wie die deutschen als Nachfolger de fränkischen Könige (so werden die fränkischen Könige Karl der Große und Ludwig der Fromme von beiden als Karl I. und Ludwig I. gezählt). Die Dynastie der Kapetinger regierte, zum Teil in Nebenlinien mit eigenen Namen - Haus Valois 1328-1598, Haus Bourbon (Heinrich IV. und Ludwig XIII. bis Ludwig XVI.) 1598-1792 – bis zur Ausrufung der Republik.
Die aus dem weltgeschichtlichen Ereignis der Französischen Revolution (1789) hervorgegangene 1. Französische Republik hatte sich in langwierigen Kriegen gegen die anderen europäischen Großmächte zu behaupten. Der erfolgreiche General Napoleon Bonaparte (* 1769, † 1821) ergriff die Macht und begründete 1804 das erste französische Kaiserreich, das nach weiteren siegreichen Kriegen 1814 und 1815 den verbündeten gegnerischen Mächten erlag, die das bourbonische Königtum restaurierten. Es folgte von 1848 (Februarrevolution) bis 1852 die Zweite Republik, von 1852 bis 1870 das Zweite Kaiserreich (einziger Kaiser: Napoleon III.), von 1870 bis 1940 (Untergang im Zweiten Weltkrieg die Dritte Republik, 1940-1944 der État français (Vichy-Regime ), 1946-1960 die Vierte Republik und von 1960 bis heute die (durch ihre neue Verfassung mit starkem Präsidenten von der vorigen geschiedene) Fünfte Republik.
Altertum und Mittelalter
"Gallia est omnis divisa in partes tres" - so beginnt Cäsars Bericht "De bello Callico" über die Eroberung Galliens von 58 bis 51 v. Chr. Nach dem Krieg gab es diese 3 Teile Galliens nicht mehr, das Land war vereinigt. Es wäre übertrieben, darin die Geburtsstunde der französischen Nation zu sehen, aber immerhin gab es nun in etwa die Grenzen, die durch Jahrhunderte Frankreich markieren sollten. Im 5. Jahrhundert strömten zahlreiche Stämme aus Germanien ein und vermischten sich mit den Bewohnern. Der Franke Chlodwig I. begründete das Fränkische Reich und nahm um 500 das Christentum an. Karl Martell vollbrachte eine für die Zukunft Europas entscheidende Tat, als er 732 bei Tours und Poitiers die Araber so vernichtend schlug, dass sie sich letztlich hinter die Pyrenäen zurückzogen und diese nie wieder überschritten.
Pippin der Jüngere begründete 751 die Dynastie der Karolinger. Sein Sohn Karl - den die Deutschen Karl den Großen und die Franzosen Charlemagne nennen - vergrößerte das Frankenreich um Sachsen, Bayern und Oberitalien. Anno 800 ließ er sich vom Papst zum Kaiser krönen. Unter Karls Enkeln wurde das Reich wieder geteilt. Noch bevor die Karolinger 987 ausstarben, brachen für Frankreich unruhige Zeiten an, einzelne Herzogtümer und Grafschaften gingen eigene Wege. Die Wikinger verunsicherten die Küsten Westeuropas und eroberten im Norden die Normandie; Eleonore, die Herzogin von Aquitanien, heiratete den späteren englischen König Heinrich II. und verstärkte so den Einfluss der Engländer im Land. Der Aufstieg der Kapetinger war verbunden mit einem kulturellen Höhenflug.
Hinzu kamen religiöse Erneuerungsbewegungen. Den größten Zulauf hatten die Katharer. Sie drohten, die Kirche zu spalten, so dass der Papst schließlich zum Kreuzzug gegen sie aufrief. Sie wurden weitgehend zerschlagen, alle Quellen gezielt zerstört. Ähnlich wie den Katharern erging es 100 Jahre später den Tempelrittern. Philip der Schöne, König von Frankreich, benötigte viel Geld und warf deshalb ein Auge auf den reichen Orden. Er beschuldigte dessen Mitglieder der Unzucht und Blasphemie. Sie wurden verurteilt, viele verbrannt und das Vermögen eingezogen. Hartnäckigster Gegner Frankreichs waren die Engländer. Neben der Pest, die schrecklich wütete, war der Hundertjährige Krieg (1339 - 1453) gegen England die zweite Geißel im Lande. Da schien nur noch ein Wunder zu helfen. Es ereignete sich in Gestalt eines Mädchens aus Lothringen: Jeanne d'Arc oder Johanna von Orleans. Schön und keuch - so wollte sie Frankreich retten und den Dauphin krönen. Beides gelang ihr. Dass sie danach der Ketzerei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, ist der menschliche Teil der Legende. An ihrem Ruhm und der späteren Heiligsprechung änderte das nichts. Jeanne d'Arc ist bis heute eine der Lichtgestalten Frankreichs.
Neuzeit
Unter Ludwig XI. blühte das Land auf. Doch neues Unheil drohte. diesmal kam es aus Deutschland und nannte sich Reformation. Der Glaube spaltete das Land, er spaltete Familien. Schreckliche Metzeleien ("Bartholomäusnacht" in Paris) waren die Folge. Der Protestant Heinrich IV. musste katholisch werden, um den Thron besteigen zu können ("Paris ist eine Messe wert"). Doch ihm gelang es schließlich, die Religionskriege zu beenden. Die Nachfolger Heinrichs stärkten das Königtum weiter, gelenkt von den Kardinälen Richelieu und Mazarin. Frankreich wurde von Paris aus zentral verwaltet, alle Macht lag beim König, das Zeitalter des Absolutismus brach an. Den Höhepunkt erreichte der Absolutismus unter Ludwig XIV., dem "Sonnenkönig". Er verlegte den Hof ins prunkvolle Versailles und begann Händel mit den Hugenotten. Die antworteten mit einer Massenflucht ins protestantische Ausland. Die kostspieligen Kriege hatten das Land erschöpft und die Staatsfinanzen zerrüttet. Die Bauern und Arbeiter waren verarmt, das Bürgertum wollte mehr Mitbestimmung, die Monarchie hatte ihre Faszination verloren. Es kam zu Unruhen.
Am 14. Juli 1789 stürmte eine aufgebrachte Menge die Bastille, das Symbol der alten Willkürherrschaft. Die Revolution war da. Die siegreichen Revolutionäre - angetreten mit der Devise "Liberte, Egalite, Fraternite" krempelten alles um und führten eine neue Zeitrechnung ein, schafften die Religion ab, verpassten dem Land die Aufteilung in Departements und erfanden die Guillotine. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus der Befreiung eine Schreckensherrschaft. Der König mitsamt seiner Gattin Marie Antoinette wurde 1793 öffentlich hingerichtet. Doch 1799 mussten die Führer selbst, Danton und Robespierre, die Guillotine besteigen und ihr Leben lassen. Dem nachfolgenden fünfköpfigen Direktorium mangelte es an Persönlichkeiten, es verzettelte sich in äußeren Kämpfen und wurde am 9. November 1799 durch einen Staatsstreich vom Konsulat abgelöst. Erster Konsul: Napoleon Bonaparte. Als Feldherr hatte er sich bereits einen Namen gemacht, jetzt musste er sich als Staatsmann bewähren.
Er baute zahlreiche Straßen, deren Verlauf noch heute gilt, und führte ein neues bürgerliches Gesetzbuch ("Code civil") ein, das ebenfalls noch heute gültig ist. 1804 krönte er sich zum Kaiser und schickte sich an, Westeuropa zu erobern, zunächst sehr erfolgreich. Gestoppt werden konnte Napoleon vor Moskau. Dann ging es Schlag auf Schlag: Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig, Verbannung nach Elba, Rückkehr von Elba und noch einmal der Versuch, die Macht zurück zu erobern, Niederlage bei Waterloo, Exil auf St. Helena, Tod. 1870, nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen, wurde der Kaiser Napoleon III. (ein Neffe Napoleon Bonapartes) abgesetzt und die Dritte Republik wurde ausgerufen.
In Europa hatten sich mittlerweile zwei Machtblöcke gebildet - einerseits der Dreierbund Deutschland, Italien und Österreich-Ungarn, andererseits die Triple-Entente aus Frankreich, Großbritannien und Russland. Es kam zum Ersten Weltkrieg, bei dem allein Frankreich 1,6 Millionen seiner Menschen verlor. Als Hitler seine Expansionsgelüste in die Tat umzusetzen begann, gehörte Frankreich zu den Mitunterzeichnern des Münchener Abkommens: Für die Franzosen war der Zweite Weltkrieg nach knapp 11 Monaten vorüber - mit nur einem Drittel der Verluste des 1. Weltkrieges. Frankreich wurde zunächst im Norden, später ganz von deutschen Truppen besetzt. In Vichy regierte Marschall Phillippe Petain das Land - ein Regime von Hitlers Gnaden. Andere Franzosen gingen in den Untergrund und kämpften in der Resistance weiter. Charles de Gaulle vereinigte vom Londoner Exil Teile der Streitkräfte unter seiner Führung und beteiligte sich 1944 aktiv an der Befreiung des Landes. Als eine Reaktion auf Vichy und persönliche Machtfülle einzelner wurde nach dem Krieg die Vierte Republik geschaffen. Doch die Vielzahl der Regierungskrisen und die Teilnahme der stets gleichen Politiker an ständig neu- und umgebildeten Regierungen diskreditierten das Regime erheblich. Dazu kam, das die Kolonien ihre Unabhängigkeit anstrebten. 1954 verloren die Franzosen Indochina, 1956 wurden Marokko und Tunesien selbständig.
Und in Algerien, das als Teil des Mutterlandes galt, entbrannte der Freiheitskampf der FLN. Wieder einmal war der Retter in der Not Charles de Gaulle. Mit Sondervollmachten für 6 Monate ausgestattet, führte er 1958 per Volksabstimmung eine neue Verfassung ein und beendete 4 Jahre später den Krieg in Algerien. Die Fünfte Republik war geschaffen. Erster Präsident war Charles de Gaulle. Im Frühjahr 1968 brachen in Paris Studentenunruhen aus, Arbeiter schlossen sich an. De Gaulle setzte Neuwahlen an und gewann noch einmal. Doch zehn Monate später verlor er eine Vertrauensabstimmung und zog sich aus der Politik zurück. Er starb 1970.
De Gaulles Nachfolger Georges Pompidou und Valerie Giscard d'Estaing setzten seine Politik fort. Eine neue Ära brach 1981 mit der Wahl von Francoise Mitterand an. An der französischen Außenpolitik änderte Mitterand wenig. Im Inneren wurde jedoch ein ganzes Bündel von Reformen eingeleitet, zahlreiche Großbetriebe und Banken wurden verstaatlicht. Angesichts der zunehmend problematischen wirtschaftlichen Situation sah sich die Regierung jedoch bald zu einer Kehrtwende gezwungen, viele Betriebe wurden wieder privatisiert. Die 80er Jahre waren geprägt vom Aufstieg des Front national unter Jean-Marie Le Pen und von der Schrittweisen Dezentralisierung des Landes. Im Mai 1995 wurde Chirac Präsident. Es folgten unruhige Zeiten: Eine Serie von Terroranschlägen islamischer Fundamentalisten in Paris verunsicherte die Bevölkerung, lange dauernde Streiks zuerst der Staatsbediensteten, dann der Fernfahrer, legten fast das gesamte Land lahm und beeinträchtigten auch die Wirtschaft in den Nachbarländern. Chirac glaubte klug zu handeln, als er die Nationalversammlung auflöste und 1998 Neuwahlen ausschrieb; er wollte ein klares Mandat für seinen unliebsamen Sparkurs. Die Franzosen spielten nicht mit und wählten die Sozialisten, die mit ihren Ansichten denen von Chirac entgegenstanden.
Jetztzeit unter besonderer Berücksichtigung der korsischen Frage
Die korsischen Nationalisten fordern von der Pariser Regierung die Freilassung von 43 "politischen Häftlingen". Die von Premierminister Lionel Jospin in Gang gebrachte Aussöhnung sei vor allem wegen der Frage der Häftlinge "in Schwierigkeiten", sagte der Nationalistenführer Jean-Guy Talamoni bei den 20. Internationalen Tagen, zu denen sich am 4. und 5. August 2001 rund 300 Nationalisten in Corte im korsischen Hochland versammelten. Der französische Innenminister Daniel Vaillant bekräftigte indes, die Frage der Häftlinge stehe "nicht auf der Tagesordnung". Den 43 Häftlingen wird die Beteiligung an "terroristischen Aktivitäten" zur Last gelegt. Acht von ihnen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die übrigen 35 sitzen in Untersuchungshaft. Im Mai hatte die Pariser Nationalversammlung für Korsika eine größere Selbstständigkeit beschlossen.
Im Vorfeld der Internationalen Tage von Corte, an denen auch Delegationen aus dem Baskenland, Sardinien und der Bretagne teilnahmen, wurden auf der französischen Mittelmeerinsel mehrere Anschläge verübt. Die Befreiungsfront FLNC bekannte sich zu sieben Anschlägen, die geringe Schäden anrichteten, nicht jedoch zu zwei fehlgeschlagenen Briefbombenattentaten auf die Anwälte Jean-Guy Talamoni und Marie-Hélène Mattei. Im Golf von Ajaccio wurde am Freitag ein Sprengsatz entschärft, der an der Urlaubsresidenz eines Firmenchefs aus der Pariser Region angebracht worden war.
Das französische Super-Wahljahr beginnt am 21. April 2002 mit dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl. Die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten wurde auf den 5. Mai festgelegt, wie Abgeordnete der Pariser Nationalversammlung mitteilten. Für den 9. und 16. Juni sind die beiden Durchgänge der Parlamentswahl angesetzt. Der entscheidende Durchgang der Präsidentschaftswahl dürfte nach allen Umfragen eine Wiederauflage des Duells von 1995 bringen, bei dem sich Jacques Chirac knapp gegen den derzeitigen Premier Lionel Jospin durchsetzte. Auch jetzt liegt Chirac in der Wählergunst vorn.
Der umstrittene Korsika-Plan der französischen Regierung hat die letzte parlamentarische Hürde genommen. Die Pariser Nationalversammlung stimmte am 18.12.2001 in dritter Lesung für den Gesetzentwurf der Linksregierung von Premierminister Lionel Jospin. Das Reformwerk sieht mehr Autonomie für Korsika vor und soll den bewaffneten Konflikt mit den radikalen Nationalisten auf der Mittelmeerinsel beenden.
Die von der Nationalversammlung bestätigten Reformen ermöglichen es dem korsischen Regionalparlament, in Frankreich gültige Gesetze gemäß den Erfordernissen auf der Insel abzuändern. Zudem soll die korsische Sprache in Kindergärten und Schulen unterrichtet werden. Der Jospin-Plan ist der erste Versuch einer Regierung in Paris, den seit 25 Jahren andauernden bewaffneten Kampf der korsischen Nationalisten durch Zugeständnisse zu beenden.
Im Mai 2007 gewann Nicolas Sarkozy, der Präsidentschaftskandidat der UMP, mit gut 53 % der Stimmen die Präsidentschaftswahl. Sarkozy folgte Jacques Chirac im Amt des französischen Staatspräsidenten.
Historische Salzburgbezüge
In nähere Berührung mit Frankreich kam das geistliche Reichsfürstentum Salzburg durch die expansive Politik Frankreichs.
Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das Fürsterzbistum Salzburg ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638, † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der Domherr Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim im Jahr 1689 wegen „Konspiration mit dem König von Frankreich“ seines Amtes entsetzt wurde. Im nächstfolgenden „Franzosenkrieg“, dem Spanischen Erbfolgekrieg (1700-1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau (1714) zu bewähren hatte.
Noch weit stärker geriet die Berührung in der Napoleonischen Zeit. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik:
- Im Ersten (1792–1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799–1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember 1800 griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am 10. Dezember verließ der letzte Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen 12. und 14. Dezember 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - der Schlacht am Walserfeld. Dann errungenen Sieg über die österreichische Hauptarmee rückten die Franzosen in die Stadt Salzburg ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht.
- Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches Kurfürstentum war, im Dritten Koalitionskrieg (1805). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das Herzogtum Salzburg. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
- Noch schlimmer kam es im Fünften Koalitionskrieg (1809): Am 29. April wurde die Stadt von Bayrisch-französischen Truppen unter Marschall François-Josephe Lefebvre besetzt. Napoleon ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französische Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und Intendant (Camille Périer) wurde eine General-Landesadministration (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 Gulden – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven Befreiungskämpfer niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters Joachim Haspinger, eines Gefährten des Tiroler Bauernführers Andreas Hofer, hatten auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den Pass Lueg zeichneten sich Joseph Struber, der Wirt vom Stegenwald, Anton Wallner aus Krimml und Johann Panzl aus Mühlbach im Pinzgau mit ihren Schützen besonders aus. Auch der Pass Strub war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste Kaiser Franz I. das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von Italien und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Oberkärnten als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs, Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne Matrei – an Bayern, das endlich am 30. September 1810 die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.
Weiterführend
Für Informationen zum Thema Französische Republik, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema.
Fußnoten
- ↑ Die französischen Überseegebiete haben staatsrechtlich einen unterschiedlichen Status. Zum Teil sind sie als Übersee-Départements (Französisch-Guayana [Südamerika], Guadeloupe [Karibik], Martinique [Karibik], Réunion [Indischer Ozean], Mayotte [Indischer Ozean, seit 2011]) – den Départements des Mutterlandes völlig gleichgestellt, zum Teil haben sie einen Sonderstatus wie zB Saint-Pierre und Miquelon, Französisch-Polynesien und Neukaledonien. Der Großteil der Bevölkerung der Überseegebiete lebt in den Übersee-Départements (rund 2 Millionen Einwohner).
- ↑ Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.
Quellen
- Peter Krackowizer
- Karl Irresberger
- Salzburgwiki-Beiträge