Infektionskrankheit Covid-19: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Verhaltensregeln Corona Virus Grafik.jpg|thumb|600px|Verhaltensregeln gegen eine Ausbreitung der Infektionskrankheit Covid-19.]] | [[Datei:Verhaltensregeln Corona Virus Grafik.jpg|thumb|600px|Verhaltensregeln gegen eine Ausbreitung der Infektionskrankheit Covid-19.]] | ||
Die '''Infektionskrankheit Covid-19''', auch SARS-CoV-2 bezeichnet und umgangssprachlich Corona-Virus genannt, ist eine Krankheit, die Ende [[2019]] in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen war. Ein Ereignis wie die Corona-Pandemie trete "''statistisch in der Regel einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren''" ein.<ref>[[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/politik/weltpolitik/hat-die-deutsche-regierung-die-pandemie-vorhergesehen-85582948 30. März 2020]</ref> | Die '''Infektionskrankheit Covid-19''', auch als SARS-CoV-2 bezeichnet und umgangssprachlich Corona-Virus genannt, ist eine Krankheit, die Ende [[2019]] in der [[China|chinesischen]] Stadt Wuhan ausgebrochen war. Ein Ereignis wie die Corona-Pandemie trete "''statistisch in der Regel einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren''" ein.<ref>[[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/politik/weltpolitik/hat-die-deutsche-regierung-die-pandemie-vorhergesehen-85582948 30. März 2020]</ref> | ||
== Beschreibung == | == Beschreibung == | ||
Das Virus befällt die unteren Atemwege und kann eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Soweit der Stand der Kenntnisse ist (24. Februar 2020), wurde das Virus ursprünglich in China durch Tiere<ref>[https://science.orf.at/stories/3200448 science.orf.at] Gestresste Fledermäuse übertrugen das Virus</ref> auf den Menschen und von diesem durch Tröpfcheninfektion (z. B. hustende Infizierte) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Der Krankheitsverlauf zeigt sich in grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Unwohlsein), Husten bis hin zu Atemnot und Lungenentzündung, wobei besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind. | |||
Mitte März konnte man sagen, dass der Verlauf der Infektionskrankheit vor allem | Mitte März konnte man sagen, dass der Verlauf der Infektionskrankheit vor allem bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen zum Tod führte. | ||
Die Verbreitungswege des Corona-Virus wurden weltweit untersucht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über Trinkwasser/Leitungswasser infiziert haben. Ein Eintrag des Erregers in Quell- oder Brunnenwasser kann derzeit ausgeschlossen werden, da das Virus durch die Bodenpassage inaktiviert wird, versicherte die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach. | Die Verbreitungswege des Corona-Virus wurden weltweit untersucht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über Trinkwasser/Leitungswasser infiziert haben. Ein Eintrag des Erregers in Quell- oder Brunnenwasser kann derzeit ausgeschlossen werden, da das Virus durch die Bodenpassage inaktiviert wird, versicherte die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach. | ||
=== Berechnung: Fast 25 Tage Spitalsaufenthalt notwendig === | === Berechnung: Fast 25 Tage Spitalsaufenthalt notwendig === | ||
'''1. April''': Bei tödlich verlaufenden Covid-19-Erkrankungen dauert es im Mittel 17,8 Tage vom Auftauchen der ersten Symptome bis zum Ableben des Betroffenen. Die Dauer des Spitalsaufenthaltes von schwer Erkrankten liegt bei 24,7 Tagen. Dies haben britische Experten anhand von Daten aus China und aus internationalen Quellen berechnet. Bei der Auswertung der Informationen von 70 117 Covid-19-Patienten aus China kamen die Wissenschafter auf eine Sterblichkeitsrate von 1,38 Prozent der Patienten. Bei Unter-60-Jährigen lag sie nur bei 0,38 Prozent, in der Altersgruppe darüber bei 6,4 Prozent. Covid-19-Patienten im Alter über 80 | '''1. April''': Bei tödlich verlaufenden Covid-19-Erkrankungen dauert es im Mittel 17,8 Tage vom Auftauchen der ersten Symptome bis zum Ableben des Betroffenen. Die Dauer des Spitalsaufenthaltes von schwer Erkrankten liegt bei 24,7 Tagen. Dies haben britische Experten anhand von Daten aus China und aus internationalen Quellen berechnet. Bei der Auswertung der Informationen von 70 117 Covid-19-Patienten aus China kamen die Wissenschafter auf eine Sterblichkeitsrate von 1,38 Prozent der Patienten. Bei Unter-60-Jährigen lag sie nur bei 0,38 Prozent, in der Altersgruppe darüber bei 6,4 Prozent. Covid-19-Patienten im Alter über 80 Jahren zeigten eine Mortalität von 13,4 Prozent. | ||
== Name == | == Name == | ||
„Corona“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Krone oder Kranz. Das Virus trägt den Namen wegen seines kranzförmigen Aussehens. Die heilige Maria mit dem Strahlenkranz wird oft als "''Coronata''" bezeichnet. Ein Detail am Rande: Die heilige Corona war eine frühchristliche Märtyrerin und gilt ausgerechnet als Schutzheilige gegen Seuchen. | |||
== Entwicklung von Dezember 2019 bis Ende Februar 2020 == | == Entwicklung von Dezember 2019 bis Ende Februar 2020 == | ||
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Bis 24. Februar 2020 zählte man rund 78 400 registrierte Erkrankungsfälle, davon rund 76 900 in [[China]]. Dabei gab es bisher 2 442 Todesfälle, 19 davon in anderen Ländern als China. | Bis 24. Februar 2020 zählte man rund 78 400 registrierte Erkrankungsfälle, davon rund 76 900 in [[China]]. Dabei gab es bisher 2 442 Todesfälle, 19 davon in anderen Ländern als China. | ||
Am Wochenende [[22. Februar|22.]]-[[23. Februar]] 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den | Am Wochenende [[22. Februar|22.]]-[[23. Februar]] 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den ober[[italien]]ischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und [[Venetien]] auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registriert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Wie sich herausstellte, waren die beiden aber bereits in Verona ausgestiegen. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach [[München]] fortsetzen. | ||
== Österreich == | == Österreich == | ||
=== Übliche Influenza-Erkrankungen in Österreich === | === Übliche Influenza-Erkrankungen in Österreich === | ||
Die Österreichischen Agentur für Gesundheit und | Die Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) informiert auf ihrer Homepage, dass im Winterhalbjahr [[2019]]/2020 bis März 643 Todesfälle in Österreich auf die (alljährliche) Influenza zurückzuführen sind.<ref><[https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/grippe/mortalitaet/ www.ages.at ... mortalitaet]</ref> | ||
Die ''Kleine Zeitung'' berichtete in ihrer Ausgabe vom 13. November 2019, dass während der Influenzasaison [[2018]]/19 circa 140 000 bis 150 000 Personen an dieser Infektion erkrankten. Laut einer Berechnung der | Die ''Kleine Zeitung'' berichtete in ihrer Ausgabe vom 13. November 2019, dass während der Influenzasaison [[2018]]/19 circa 140 000 bis 150 000 Personen an dieser Infektion erkrankten. Laut einer Berechnung der AGES gemeinsam mit den Fachleuten des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien starben in Österreich etwa 1 400 Menschen an der Viruserkrankung. In der Saison [[2017]]/18 erkrankten über 400 000 Personen in Österreich an der Influenza. 2017/2018 waren es wegen einer stärkeren Influenzawelle um die 2 800 Opfer.<ref>Kleine Zeitung vom [https://www.kleinezeitung.at/oesterreich/5721242/1400-Tote-im-Vorjahr_Die-Grippe-ist-wieder-im-Anmarsch 13. November 2019]</ref> | ||
=== Ausbreitung === | === Ausbreitung === | ||
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=== 9. bis 15. März === | === 9. bis 15. März === | ||
<hr> | <hr> | ||
Ab [[11. März]] führte Österreich an allen Grenzübergängen zu Italien (Gesundheits)Grenzkontrollen durch. Es kam zu | Ab [[11. März]] führte Österreich an allen Grenzübergängen zu Italien (Gesundheits‑)Grenzkontrollen durch. Es kam zu kilometerlangen Staus in der Abfertigung von Lkw. Weiters wurde der Personenzugverkehr der [[ÖBB]] von und nach Italien eingestellt. | ||
Der '''erste Todesfall''' in Österreich wurde am [[12. März]] 2020 registriert. Es handelte sich um einen 69-jähriger Mann, Italien-Heimkehrer mit Vorerkrankungen, der im Wiener Kaiser Franz-Josef-Spital verstarb. Österreich hatte am Abend des 12. März alle Länder weltweit auf "Hohes Sicherheitsrisiko" (Sicherheitsstufe 4 von 6) gesetzt. "''Das ist ein außergewöhnlicher aber notwendiger Schritt, den wir heute Abend gesetzt haben''", sagte Außenminister Alexander Schallenberg.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]]</ref> | Der '''erste Todesfall''' in Österreich wurde am [[12. März]] 2020 registriert. Es handelte sich um einen 69-jähriger Mann, Italien-Heimkehrer mit Vorerkrankungen, der im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital verstarb. Österreich hatte am Abend des 12. März alle Länder weltweit auf "Hohes Sicherheitsrisiko" (Sicherheitsstufe 4 von 6) gesetzt. "''Das ist ein außergewöhnlicher, aber notwendiger Schritt, den wir heute Abend gesetzt haben''", sagte Außenminister Alexander Schallenberg.<ref>Quelle [[Salzburger Nachrichten]]</ref> | ||
Im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus schloss Österreich | Im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus schloss Österreich vom 13. auf den [[14. März]] ab Mitternacht 47 kleinere Grenzübergänge zu Italien, die sich mehrheitlich im Hochgebirge befinden. Die Verordnung sieht weiters vor, dass der Grenzverkehr auf der Bundesstraße bei Thörl-Maglern (Bezirk Villach-Land) nur noch zwischen 06 und 21 Uhr möglich sein wird. Geschlossen werden unter anderem der Nassfeldpass (1 530 [[Meter über Adria]]) und der Plöckenpass (1 357 m ü. A.) in Kärnten, der Staller Sattel (2 052 m ü. A.) in Osttirol oder das Timmelsjoch (2 474 m ü. A.) in Tirol. Ein großer Teil der nun geschlossenen Grenzübergänge, wie etwa der [[Krimmler Tauern]] in den [[Zillertaler Alpen]] oder das Zollnerthörl in den Karnischen Alpen, ist nur über Wanderwege erreichbar. Weiter offen sind somit die Grenzübergänge an Hauptverkehrsstraßen wie Reschenpass, Brenner, Sillian und Thörl-Maglern. | ||
Am Freitag, den [[13. März]], wurden das '''Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne''' gestellt (rund 9 500 Personen), am Samstag, den 14. März, folgte [[Heiligenblut]]. In allen Orten und Gebieten wurden die ausländischen Touristen zur Abreise in ihre Heimatländer aufgefordert und registriert, um bei weiteren Infektionen den Kontakt aufnehmen zu können. | Am Freitag, den [[13. März]], wurden das '''Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne''' gestellt (rund 9 500 Personen), am Samstag, den 14. März, folgte [[Heiligenblut]]. In allen Orten und Gebieten wurden die ausländischen Touristen zur Abreise in ihre Heimatländer aufgefordert und registriert, um bei weiteren Infektionen den Kontakt aufnehmen zu können. | ||
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Die '''Kirchen und Religionsgesellschaften''' in Österreich setzen ab Montag, den [[16. März]] 2020, öffentliche Gottesdienste und Versammlungen weitestgehend aus. Der Handel pausiert ab Montag, den 16. März, außer in versorgungsnotwendigen Bereichen wie Lebensmittelverkauf, Apotheken, Tankstellen und Trafiken. Restaurants, Bars und Kaffeehäuser dürfen gemäß Ankündigung der Regierung ab Montag nur noch bis 15 Uhr offen halten. | Die '''Kirchen und Religionsgesellschaften''' in Österreich setzen ab Montag, den [[16. März]] 2020, öffentliche Gottesdienste und Versammlungen weitestgehend aus. Der Handel pausiert ab Montag, den 16. März, außer in versorgungsnotwendigen Bereichen wie Lebensmittelverkauf, Apotheken, Tankstellen und Trafiken. Restaurants, Bars und Kaffeehäuser dürfen gemäß Ankündigung der Regierung ab Montag nur noch bis 15 Uhr offen halten. | ||
Ebenfalls ab Montag 20 Uhr galt das '''Betriebsverbot für alle gewerblichen Hotels und Beherbergungsbetriebe''' | Ebenfalls ab Montag 20 Uhr galt das '''Betriebsverbot für alle gewerblichen Hotels und Beherbergungsbetriebe''' – und zwar bis Ostermontag, [[13. April]] 2020. Weil die Schließung auf Basis des Epidemiegesetzes erfolgt, besteht für die Betriebe Anspruch auf eine Entschädigungsleistung vonseiten des Bundes. | ||
; 17. März | ; 17. März | ||
Die | Die Bundesregierung hatte am Sonntag, den 15. März, ein '''Versammlungsverbot, Spielplätze und Sportplätze ab Dienstag,''' [[17. März]], '''erlassen, ebenso alle Restaurants, Bars und Cafés''' geschlossen. Weiters hatte die Bundesregierung am Sonntag angekündigt, zur Bekämpfung der "Corona-Krise" Zivildiener der letzten fünf Jahre einzuberufen, die Erfahrungen als Sanitäter gesammelt haben. Derzeit dienende Zivildiener werden länger Zivildienst machen müssen. Die Rechtsgrundlage dafür bietet das Zivildienstgesetz, das die Möglichkeit eines "außerordentlichen Zivildiensts" (§21) für Unter-50-Jährige vorsieht. Mit Mai werden 3 000 Milizsoldaten mobilisiert. | ||
47 000 Österreicher befanden sich noch in rund 100 Staaten im Ausland, die mit der '''größten Rückholaktion der Geschichte Österreichs''' heimgebracht werden sollen. Konkret geplant sind am Mittwoch zwei Flüge nach Teneriffa | 47 000 Österreicher befanden sich noch in rund 100 Staaten im Ausland, die mit der '''größten Rückholaktion der Geschichte Österreichs''' heimgebracht werden sollen. Konkret geplant sind am Mittwoch zwei Flüge nach Teneriffa und je ein Flug nach Las Palmas und Hurghada, weil sich dort besonders viele Österreicher aufhalten. Geplant sind außerdem Flüge nach Kapstadt ([[Südafrika]]), Mauritius und den Malediven. Heute landete ein zweiter Flug aus Marrakesch, Marokko, in Wien. | ||
Die '''gesamte | Die '''gesamte [[Vorarlberg]]er Arlbergregion''' – die Gemeinden Lech, Klösterle, Warth und Schröcken – standen ab Mittag '''unter Quarantäne'''. Am Abend wurden dann die Ötztaler Tourismusgemeinde Sölden sowie St. Christoph am Arlberg unter Quarantäne gestellt.<ref>[https://orf.at/stories/3158542/ orf.at] Kongress am Arlberg: Coronavirus-Leichtsinn und seine Folgen, 20. März 2020</ref> | ||
Die Abreise der Gäste aus den | Die Abreise der Gäste aus den [[Tirol]]er Wintersportorten Ischgl sowie St. Anton kurz nach Verkündung der Unter-Quarantäne-Stellung am vergangenen Freitag wirft weiter Fragen auf und sorgte für scharfe Kritik. So habe laut dem Bericht Freitagabend eine Gruppe von 159 Urlaubern aus St. Anton in einem Hotel im Tiroler Oberland eingecheckt. Sie sollen eine Nacht geblieben sein, um am Samstag ihren Rückflug in Innsbruck anzutreten. Dem Hotel sollen dafür pauschal 3.000 Euro bezahlt worden sein. Von wem, sei bisher unklar.<ref>[https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_87525436/coronavirus-von-ischgl-verbreitete-sich-covid-19-in-ganz-europa.html www.t-online.de]</ref><ref>[https://kontrast.at/ischgl-sebastian-kurz-coronavirus-tirol/ kontrast.at] Message-Control statt Krisenmanagement: Warum Kurz nicht über Ischgl redet</ref> | ||
Über 45 Kilometer | Über 45 Kilometer lang war der Grenzstau in Nickelsdorf nach [[Ungarn]], der von heimreisenden Rumänen und Bulgaren herrührte. Ungarn hatte die Grenze dicht gemacht. In der Nacht öffnete sie jedoch diese wieder, um sie in der Früh abermals zu schließen. | ||
; 18. März | ; 18. März | ||
Die Regierung will '''38 Milliarden Euro für Wirtschaft''' zur Verfügung stellen, sagte am Mittwoch, den [[18. März]] Vizekanzler Werner Kogler. Diese Summe entspricht fast der Hälfte des 82-Milliarden-Budgets für 2020, das Finanzminister Gernot Blümel am Mittwoch vorgelegt hatte | Die Regierung will '''38 Milliarden Euro für Wirtschaft''' zur Verfügung stellen, sagte am Mittwoch, den [[18. März]], Vizekanzler Werner Kogler. Diese Summe entspricht fast der Hälfte des 82-Milliarden-Budgets für 2020, das Finanzminister Gernot Blümel am Mittwoch vorgelegt hatte und das aufgrund der gleichzeitig von der Bundesregierung zugesagten Wiederaufbau-Milliarden bereits Makulatur ist. Einige der Milliarden wird der Staat, wenn alles halbwegs gut geht, zurückerhalten. Denn neun der 38 Milliarden entfallen auf Garantien und Haftungen, die, wenn wir Glück haben, niemals fällig werden. Zehn weitere Milliarden entfallen auf die Stundung von Steuern, die vielleicht später nachgezahlt werden. 15 Milliarden sind als "Notfallhilfe" für besonders betroffene Unternehmen und Branchen vorgesehen. Und vier Milliarden kostet das Wirtschaftspaket, das Bundesregierung und Parlament bereits am Sonntag, den 15. März, beschlossen haben. | ||
; 19. März | ; 19. März | ||
Am Donnerstag, [[19. März]], stellten die [[Austrian Airlines]] ihren Flugbetrieb komplett ein, am Mittwoch, [[18. März]] hatte bereits die Wiener [[Ryanair]]-Tochter [[Laudamotion]] ihren Flugbetrieb in [[Wien]] eingestellt. Der letzte Flug | Am Donnerstag, [[19. März]], stellten die [[Austrian Airlines]] ihren Flugbetrieb komplett ein, am Mittwoch, [[18. März]] hatte bereits die Wiener [[Ryanair]]-Tochter [[Laudamotion]] ihren Flugbetrieb in [[Wien]] eingestellt. Der letzte Flug der AUA war am Donnerstag um 8:02 Uhr OS 066 aus Chicago mit 132 Passagieren in Wien gelandet.<ref>Salzburger Nachrichten vom [https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/die-aua-steht-still-wie-die-flugzeuge-trotzdem-warm-gehalten-werden-85078030 19. März 2020]</ref> | ||
Von Montag, 16. März, bis Donnerstag, 19. März, gab es 97 500 Arbeitslose mehr. | Von Montag, 16. März, bis Donnerstag, 19. März, gab es 97 500 Arbeitslose mehr. | ||
; 20. März | ; 20. März | ||
Am [[20. März]] teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz mit, dass die österreichweit geltenden '''Ausgangsbeschränkungen''' um drei Wochen bis zum [[13. April]] (Ostermontag) verlängert werden. | |||
; 21. März | ; 21. März | ||
Insgesamt sind bisher in Österreich über 18 545 Testungen bei 2 664 bestätigten Corona-Virus-Fälle durchgeführt worden (Stand 08:00 Uhr). In Österreich wird je nach Bundesland unterschiedlich oft auf das Coronavirus getestet, weswegen einige Experten die Aussagekraft der Angaben kritisieren, wie Ö1 Samstagfrüh berichtete. So habe es 5 700 Testungen bisher in [[Nordtirol]] gegeben, aber nur 3 500 Testungen in Wien und das, obwohl Wien in etwa zweieinhalb Mal so viele Einwohner habe wie Tirol. Man habe also in Wien viermal weniger getestet. | Insgesamt sind bisher in Österreich über 18 545 Testungen bei 2 664 bestätigten Corona-Virus-Fälle durchgeführt worden (Stand 08:00 Uhr). In Österreich wird je nach Bundesland unterschiedlich oft auf das Coronavirus getestet, weswegen einige Experten die Aussagekraft der Angaben kritisieren, wie Ö1 Samstagfrüh berichtete. So habe es 5 700 Testungen bisher in [[Nordtirol]] gegeben, aber nur 3 500 Testungen in Wien – und das, obwohl Wien in etwa zweieinhalb Mal so viele Einwohner habe wie Tirol. Man habe also in Wien viermal weniger getestet. | ||
; 22. März | ; 22. März | ||
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Seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen gibt es Montag bis Sonntag zusammengerechnet um 115 600 mehr registrierte Arbeitslose als noch am 15. März. 41 000 zusätzliche Arbeitslose gebe es im Bereich Gastronomie und Beherbergung, 14 000 am Bau und 11 000 aus dem Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, hauptsächlich aus der Leiharbeitsbranche. Ende Februar gab es in Österreich fast 400.000 Personen ohne Job, Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet. | Seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen gibt es Montag bis Sonntag zusammengerechnet um 115 600 mehr registrierte Arbeitslose als noch am 15. März. 41 000 zusätzliche Arbeitslose gebe es im Bereich Gastronomie und Beherbergung, 14 000 am Bau und 11 000 aus dem Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, hauptsächlich aus der Leiharbeitsbranche. Ende Februar gab es in Österreich fast 400.000 Personen ohne Job, Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet. | ||
Medien meldeten eine Zunahme von 81 Prozent bei der Mobiltelefonnutzung. Und ORF-ZiB-Moderatoren zogen in Isolationsbereiche. | Medien meldeten eine Zunahme von 81 Prozent bei der Mobiltelefonnutzung. Und [[ORF]]-ZiB-Moderatoren zogen in Isolationsbereiche. | ||
'''Österreichs größtes Frühlings- und Trachtenfest, das | '''Österreichs größtes Frühlings- und Trachtenfest, das Gauderfest''' im Tiroler [[Zillertal]], hätte vom 20. April bis zum 3. Mai stattgefunden. Das Fest in [[Zell am Ziller]], das jährlich rund 30 000 Besucher zählt, soll erst im kommenden Jahr – von 28. April bis 2. Mai – wieder stattfinden, teilten die Verantwortlichen am Montag mit. | ||
Im Vergleichszeitraum zum letzten Montag ergab sich | Im Vergleichszeitraum zum letzten Montag ergab sich eine Steigerungsrate der nachgewiesenen Infizierten von 24,26 Prozent. | ||
; 24. März | ; 24. März | ||
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; Intensivbetten in Österreich | ; Intensivbetten in Österreich | ||
: IB = Anzahl der vorhandenen Intensivbetten | : IB = Anzahl der vorhandenen Intensivbetten | ||
: nf = noch frei für Corona Patienten, Angaben in Prozenten | : nf = noch frei für Corona-Patienten, Angaben in Prozenten | ||
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; 29. März | ; 29. März | ||
Die Zahl der Corona-Virus-Fälle in Österreich lag am heute Nachmittag (14 Uhr) bei 8 846. Davon mussten 931 Personen (Stand 10.00 Uhr) wegen der Lungenkrankheit Covid-19 in Spitälern behandelt werden, davon 187 auf Intensivstationen, berichtete das Gesundheitsministerium. 86 Menschen starben bisher an den Folgen einer Infektion, in Salzburg gab es den fünften Todesfall. Mindestens 479 Personen waren inzwischen wieder genesen. Bisher wurden in Österreich 46 441 Tests durchgeführt (Stand: Sonntag 08:00 Uhr). Im 24-Stunden-Vergleich der Zahlen | Die Zahl der Corona-Virus-Fälle in Österreich lag am heute Nachmittag (14 Uhr) bei 8 846. Davon mussten 931 Personen (Stand 10.00 Uhr) wegen der Lungenkrankheit Covid-19 in Spitälern behandelt werden, davon 187 auf Intensivstationen, berichtete das Gesundheitsministerium. 86 Menschen starben bisher an den Folgen einer Infektion, in Salzburg gab es den fünften Todesfall. Mindestens 479 Personen waren inzwischen wieder genesen. Bisher wurden in Österreich 46 441 Tests durchgeführt (Stand: Sonntag 08:00 Uhr). Im 24-Stunden-Vergleich der Zahlen – ebenfalls jeweils um 08:00 Uhr erfasst – legte die Zahl der Erkrankten bis Sonntagfrüh um 7,7 Prozent zu. Damit wurde die niedrigste tägliche Zuwachsrate in den vergangenen zwei Wochen erreicht. Am Samstag hatte dieser Wert eine Steigerung um 8,06 Prozent innerhalb von 24 Stunden gezeigt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober ([[Grüne]]) will die täglichen Zuwachszahlen dauerhaft in den niedrigen einstelligen Bereich drücken, hatte er am Freitag, 27. März, bekräftigt. | ||
839 Erkrankte befanden sich dem Krisenstab im Innenministerium zufolge am Samstag in einem Spital, davon 135 auf einer Intensivstation. Am Freitag hatten sich 800 Infizierte in Krankenhäusern befunden, davon 128 auf einer Intensivstation. Allerdings wurden am Samstag bereits 410 Personen als genesen ausgewiesen | 839 Erkrankte befanden sich dem Krisenstab im Innenministerium zufolge am Samstag in einem Spital, davon 135 auf einer Intensivstation. Am Freitag hatten sich 800 Infizierte in Krankenhäusern befunden, davon 128 auf einer Intensivstation. Allerdings wurden am Samstag bereits 410 Personen als genesen ausgewiesen – um 185 mehr als am Freitag. | ||
; Corona-Virus bestätigte Neuinfektionen, täglicher Anstieg im Durchschnitt der letzten vier Tage | ; Corona-Virus bestätigte Neuinfektionen, täglicher Anstieg im Durchschnitt der letzten vier Tage | ||
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Rückholflugzeug brachte 71 Österreicher aus Peru zurück. Neben 71 Österreichern konnten Menschen aus 16 weiteren EU-Ländern und elf Drittstaaten die sichere Rückkehr nach Europa ermöglichen, stellte Außenminister Alexander Schallenberg fest. Der Notflug aus der peruanischen Hauptstadt war der mittlerweile 31. Repatriierungsflug im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Bisher wurden | Rückholflugzeug brachte 71 Österreicher aus Peru zurück. Neben 71 Österreichern konnten Menschen aus 16 weiteren EU-Ländern und elf Drittstaaten die sichere Rückkehr nach Europa ermöglichen, stellte Außenminister Alexander Schallenberg fest. Der Notflug aus der peruanischen Hauptstadt war der mittlerweile 31. Repatriierungsflug im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie. Bisher wurden – die Maschine aus Lima mit eingerechnet – rund 5 600 Menschen sicher zurück nach Österreich gebracht. Für die kommenden Tage sind weitere Heimhol-Flüge aus Indonesien, Malaysia, von den Philippinen, aus Vietnam, Chile, Argentinien und Australien geplant. | ||
Die mehrheitlich private [[WESTbahn]] drängt wegen eines massiven Umsatzeinbruchs in der Corona-Krise auf rasche Staatshilfen. Die Einnahmen seien um mehr als 90 Prozent gesunken, sagte WESTbahn-Chef Erich Forster im "''Kurier''" (Samstagsausgabe). Trotz Einsparungen und Kurzarbeit habe die Westbahn einen täglichen Verlust von 110.000 Euro, im Monat über drei Millionen Euro. Der fehlende Umsatz treffe die Westbahn viel härter als die [[ÖBB]], weil sie nicht mit Leistungsbestellungen für Nahverkehr aus öffentlichen Geldern ausgestattet sei. Die WESTbahn nutze die Kurzarbeit: Von den Crews seien 90 Prozent in Kurzarbeit, von den Lokführern 70 Prozent. Der Verkehr auf der [[Westbahn|Weststrecke]] sei ausgedünnt worden, werde aber aufrechterhalten. | Die mehrheitlich private [[WESTbahn]] drängt wegen eines massiven Umsatzeinbruchs in der Corona-Krise auf rasche Staatshilfen. Die Einnahmen seien um mehr als 90 Prozent gesunken, sagte WESTbahn-Chef Erich Forster im "''Kurier''" (Samstagsausgabe). Trotz Einsparungen und Kurzarbeit habe die Westbahn einen täglichen Verlust von 110.000 Euro, im Monat über drei Millionen Euro. Der fehlende Umsatz treffe die Westbahn viel härter als die [[ÖBB]], weil sie nicht mit Leistungsbestellungen für Nahverkehr aus öffentlichen Geldern ausgestattet sei. Die WESTbahn nutze die Kurzarbeit: Von den Crews seien 90 Prozent in Kurzarbeit, von den Lokführern 70 Prozent. Der Verkehr auf der [[Westbahn|Weststrecke]] sei ausgedünnt worden, werde aber aufrechterhalten. | ||
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Ab Mittwoch, [[1. April]], sollen in den Supermärkten Masken gegen Gebühr für all jene ausgehändigt werden, die einkaufen gehen. Zum weiteren Fahrplan: Schulen und Universitäten sollen in jedem Fall erst nach den Geschäfte geöffnet werden. Sie haben einen Wirkungszeitraum von vier Stunden. "''Die Verdoppelungsrate bei den Erkrankungsfällen habe sich zwar von 2,5 Tage vor drei Wochen auf aktuell 5,9 Tage erhöht. Doch auch das ist noch zu hoch.''" sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz der Regierung. | Ab Mittwoch, [[1. April]], sollen in den Supermärkten Masken gegen Gebühr für all jene ausgehändigt werden, die einkaufen gehen. Zum weiteren Fahrplan: Schulen und Universitäten sollen in jedem Fall erst nach den Geschäfte geöffnet werden. Sie haben einen Wirkungszeitraum von vier Stunden. "''Die Verdoppelungsrate bei den Erkrankungsfällen habe sich zwar von 2,5 Tage vor drei Wochen auf aktuell 5,9 Tage erhöht. Doch auch das ist noch zu hoch.''" sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz der Regierung. | ||
Die alles entscheidende Größe in der Epidemie ist der Replikationsfaktor 'R0'. Dieser gibt darüber Auskunft, wie viele Personen ein Infizierter im Durchschnitt wieder ansteckt. Ist der Replikationsfaktor kleiner als eins, klingt die Epidemie rasch ab, ist er größer als eins, verbreitet sich die Krankheit unweigerlich mit exponentieller Geschwindigkeit. Unter der realistischen Annahme eines Replikationsfaktors von 1,7 werde unser Gesundheitssystem Mitte April zusammenbrechen, betonen die Experten. Um dies zu verhindern, bleibe kaum Zeit. Im Fall von Covid-19 entspricht ein Replikationsfaktor von eins einem täglichen Zuwachs von etwa sieben Prozent | Die alles entscheidende Größe in der Epidemie ist der Replikationsfaktor 'R0'. Dieser gibt darüber Auskunft, wie viele Personen ein Infizierter im Durchschnitt wieder ansteckt. Ist der Replikationsfaktor kleiner als eins, klingt die Epidemie rasch ab, ist er größer als eins, verbreitet sich die Krankheit unweigerlich mit exponentieller Geschwindigkeit. Unter der realistischen Annahme eines Replikationsfaktors von 1,7 werde unser Gesundheitssystem Mitte April zusammenbrechen, betonen die Experten. Um dies zu verhindern, bleibe kaum Zeit. Im Fall von Covid-19 entspricht ein Replikationsfaktor von eins einem täglichen Zuwachs von etwa sieben Prozent – liegt der Zuwachs höher komme es zu einer exponentiellen Ausbreitung. Die derzeitige tägliche Zuwachsrate der Infizierten in Österreich wird von den Experten auf 14 Prozent geschätzt, am Anfang der Epidemie lag sie bei 30 Prozent. | ||
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Die Sommerfestspiele Erl, die von 9. Juli bis 2. August 2020 eingeplant waren, sind heute Abend von Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner abgesagt worden. | Die Sommerfestspiele Erl, die von 9. Juli bis 2. August 2020 eingeplant waren, sind heute Abend von Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner abgesagt worden. | ||
An den Schulen wird es "realistisch gesehen" keinen regulären Betrieb | An den Schulen wird es im April "realistisch gesehen" keinen regulären Betrieb geben. Das kündigte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz an. | ||
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Grippewelle in Österreich ebbt endlich ab. Waren in der vergangenen Woche noch 112 000 Menschen an Influenza erkrankt, zählte die AGES in dieser Woche nur mehr 59 000 Grippe-Patienten. | Grippewelle in Österreich ebbt endlich ab. Waren in der vergangenen Woche noch 112 000 Menschen an Influenza erkrankt, zählte die AGES in dieser Woche nur mehr 59 000 Grippe-Patienten. | ||
In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" laut Vorausmeldung vom Mittwoch hat sich Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) für Einschränkungen bei den Dividendenzahlungen ausgesprochen für Firmen, die Staatshilfen | In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" laut Vorausmeldung vom Mittwoch hat sich Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) für Einschränkungen bei den Dividendenzahlungen ausgesprochen für Firmen, die Staatshilfen – beispielsweise über Kurzarbeit – beziehen. | ||
;OÖ schränkt Parkmöglichkeit an Ausflugszielen ein | ;OÖ schränkt Parkmöglichkeit an Ausflugszielen ein | ||
Das Land [[Oberösterreich]] schränkt ab Donnerstag die Parkmöglichkeiten an beliebten Ausflugszielen im [[Salzkammergut]] und in der Pyhrn-Eisenwurzen-Region ein. Ansonsten befürchtet man, dass am kommenden frühlingshaften Wochenende zu viele Leute auf einmal dort herumflanieren. | Das Land [[Oberösterreich]] schränkt ab Donnerstag die Parkmöglichkeiten an beliebten Ausflugszielen im [[Salzkammergut]] und in der Pyhrn-Eisenwurzen-Region ein. Ansonsten befürchtet man, dass am kommenden frühlingshaften Wochenende zu viele Leute auf einmal dort herumflanieren. Einschränkungen gelten für Parkplätze am [[Attersee]], am Traunsee, am [[Mondsee (See)|Mondsee]] und am [[Irrsee]]. Darüber hinaus gibt es Einschränkungen am Langbathsee und am Offensee (beide Ebensee), am Almsee in Grünau, am [[Gosausee]] und rund um [[Gosau]]. Auch die Stellflächen bei der Feuerkogel-Seilbahn in Ebensee, bei der Krippenstein-Bahn in Obertraun, der Gosau-Hornspitzbahn sowie in Hinterstoder bei der Wurzeralm und am Kasberg sind betroffen. | ||
== Sonstige Ereignisse in Österreich == | == Sonstige Ereignisse in Österreich == | ||
=== Experten skeptisch bei Maskenpflicht für Gesunde === | === Experten skeptisch bei Maskenpflicht für Gesunde === | ||
'''1. April | '''1. April | ||
* So weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Video darauf hin, dass das alleinige Tragen von "medizinischen Masken" nicht vor dem Coronavirus schützt. Das Tragen müsse | * So weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Video darauf hin, dass das alleinige Tragen von "medizinischen Masken" nicht vor dem Coronavirus schützt. Das Tragen müsse mit zusätzlichen Maßnahmen wie Händewaschen kombiniert werden. Daher empfiehlt die WHO das Tragen von Masken "nur in speziellen Fällen": "''Wenn Sie Husten, Fieber und Atemschwierigkeiten haben, tragen Sie eine Maske und suchen Sie medizinische Versorgung auf. Wenn Sie diese Symptome nicht haben, brauchen Sie auch keine Maske tragen, da es keine Beweise gibt, dass sie Menschen schützt, die nicht krank sind.''" | ||
* Das Zentrum für Krankheitskontrolle (CDC) schreibt auf seiner Website: "''Das CDC empfiehlt nicht, dass Menschen, denen es gut geht, eine Gesichtsmaske tragen, um sich vor Atemwegserkrankungen, einschließlich Covid-19, zu schützen.''" Eine Gesichtsmaske solle von Menschen, die das Coronavirus haben und Symptome zeigen, getragen werden. | * Das Zentrum für Krankheitskontrolle (CDC) schreibt auf seiner Website: "''Das CDC empfiehlt nicht, dass Menschen, denen es gut geht, eine Gesichtsmaske tragen, um sich vor Atemwegserkrankungen, einschließlich Covid-19, zu schützen.''" Eine Gesichtsmaske solle von Menschen, die das Coronavirus haben und Symptome zeigen, getragen werden. | ||
* Die Berliner | * Die Berliner Charité schreibt auf ihrer Website, dass es nicht bewiesen sei, dass "''sich das Ansteckungsrisiko für eine gesunde Privatperson signifikant verringert, wenn sie einen Mund-Nasen-Schutz trägt''". | ||
* Das deutsche Robert-Koch-Institut vertritt wie schon das CDC und die WHO die Ansicht, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) sinnvoll ist, "''sich eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person im öffentlichen Raum bewegen muss''". | * Das deutsche Robert-Koch-Institut vertritt wie schon das CDC und die WHO die Ansicht, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) sinnvoll ist, "''sich eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person im öffentlichen Raum bewegen muss''". | ||
* So sieht das auch das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECD), | * So sieht das auch das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECD), | ||
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=== Anzeigenflut === | === Anzeigenflut === | ||
'''30. März'''. Exakt '''10 426 Anzeigen''' wurden in den vergangenen zwei Wochen laut Innenministerium gegen Personen registriert, die gegen die von der Regierung gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 | '''30. März'''. Exakt '''10 426 Anzeigen''' wurden in den vergangenen zwei Wochen laut Innenministerium gegen Personen registriert, die gegen die von der Regierung gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 – etwa das Bilden von Personengruppen im öffentlichen Raum oder das Nichteinhalten eines Mindestabstands von einem Meter – verstoßen hatten. 2 046 waren es an den beiden vergangenen Tagen, davon 699 in Wien, 410 in Tirol, 222 in Oberösterreich und 186 in Niederösterreich. Am Diszipliniertesten waren – in absoluten Zahlen – die Burgenländer und die Vorarlberger, wo am Samstag 14 bzw. 52 Anzeigen ausgesprochen wurden. Am Sonntag kam es in diesen beiden Bundesländern zu gar keinen Beanstandungen. | ||
=== Die Pestsäule am Wiener Graben === | === Die Pestsäule am Wiener Graben === | ||
Die '''Pestsäule am Wiener Graben''' scheint derzeit (25. März) Anlaufstelle für manch besorgten Städter zu sein: Am Sockel finden sich zahlreiche Kerzen, Kinderzeichnungen mit Gebeten hängen an der Balustrade. "Schütze uns vor dem Coronavirus" steht auf einer Zeichnung zu lesen, auf einer anderen "Bitte lieber Gott hilf". | Die '''Pestsäule am Wiener Graben''' scheint derzeit (25. März) Anlaufstelle für manch besorgten Städter zu sein: Am Sockel finden sich zahlreiche Kerzen, Kinderzeichnungen mit Gebeten hängen an der Balustrade. "Schütze uns vor dem Coronavirus" steht auf einer Zeichnung zu lesen, auf einer anderen "Bitte lieber Gott hilf". | ||
Die Pestsäule bzw. Dreifaltigkeitssäule, wie sie offiziell heißt, ist nach der großen Pestepidemie im Jahr 1679 errichtet worden. Damals sind in der Donaumetropole | Die Pestsäule bzw. Dreifaltigkeitssäule, wie sie offiziell heißt, ist nach der großen Pestepidemie im Jahr 1679 errichtet worden. Damals sind in der Donaumetropole – samt Vororten – rund 80.000 Menschen dem Schwarzen Tod zum Opfer gefallen. Kaiser Leopold I. versprach, der Stadt eine Säule zu stiften, sollte die Pest aus Wien weichen, was im Herbst 1679 schließlich geschah. Noch im selben Jahr wurde ein Holzprovisorium errichtet, das aber dennoch fast acht Jahre hielt. Dann, am 30. Juni 1687, wurde der Grundstein zur heutigen Skulptur gelegt, die am Dreifaltigkeitstag 1693 eingeweiht wurde. | ||
== International == | == International == | ||
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== Quellen == | == Quellen == | ||
* [[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/live-coronavirus-die-naechsten-zwei-wochen-sind-fuer-oesterreich-entscheidend-83921980 24. Februar 2020] sowie vom 11. und 20. Februar 2020 und darin [https://www.sn.at/panorama/international/dossier-das-coronavirus-und-seine-folgen-82694359 fortlaufend] und [https://www.sn.at/salzburg/chronik/ich-heisse-corona-was-frauen-mit-diesem-vornamen-gerade-erleben-84708616 12. März 2020] | * [[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/live-coronavirus-die-naechsten-zwei-wochen-sind-fuer-oesterreich-entscheidend-83921980 24. Februar 2020] sowie vom 11. und 20. Februar 2020 und darin [https://www.sn.at/panorama/international/dossier-das-coronavirus-und-seine-folgen-82694359 fortlaufend] und [https://www.sn.at/salzburg/chronik/ich-heisse-corona-was-frauen-mit-diesem-vornamen-gerade-erleben-84708616 12. März 2020] | ||
: aufgrund der Vielzahl von Daten werden nicht alle Detail-Quelllinks angeführt, als Quellen dien(t)en | : aufgrund der Vielzahl von Daten werden nicht alle Detail-Quelllinks angeführt, als Quellen dien(t)en – sofern nicht anders angeführt – die Salzburger Nachrichten online | ||
* fvw Magazin für Touristiker & Business-Travel | * fvw Magazin für Touristiker & Business-Travel | ||
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=62997 24. Februar 2020] | * [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=62997 24. Februar 2020] | ||