Josef Freiherr Lasser von Zollheim: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach der im Frühjahr 1848 erfolgten Auflösung des Reichstages trat er als Ministerialrat in das Ministerium des Innern ein und wurde 1859 Sektionschef, Oktober 1860 bis Februar 1861 Minister der Justiz, anschießend 1861-65 Minister für die politische Verwaltung, 1868 bis 1870 Statthalter von Tirol, 1871 bis 1878 Minister des Innern. | Nach der im Frühjahr 1848 erfolgten Auflösung des Reichstages trat er als Ministerialrat in das Ministerium des Innern ein und wurde 1859 Sektionschef, Oktober 1860 bis Februar 1861 Minister der Justiz, anschießend 1861-65 Minister für die politische Verwaltung, 1868 bis 1870 Statthalter von Tirol, 1871 bis 1878 Minister des Innern. | ||
Version vom 18. Juli 2012, 14:40 Uhr
Josef Freiherr Lasser von Zollheim (* 30. September 1815 in Weißenbach bei Strobl; † 19. November 1879 in Wien) war Beamter, Jurist, Staatsmann und Ehrenbürger der Stadt Salzburg.
Werdegang und Laufbahn
Er stammte aus dem alten osttirolisch-salzburgischen Adelsgeschlecht der Freiherren von Lasser zu Zollheim. Er studierte in Wien und erwarb dort das Doktorat der Rechte. Er trat in den Staatsdienst ein und wurde bei der Kammerprokuratur in Wien sowie in den Jahren 1846 und 1847 bei der allgemeinen Hofkammer verwendet.
Am 3. September 1841 nahm er an der Erstbesteigung des Großvenedigers in den Hohen Tauern teil. Im Frühling 1848 wurde er im Wahlbezirk Werfen in den österreichischen Reichstag und danach zu Zell am See in das Frankfurter Parlament gewählt, optierte jedoch für das erstere Mandat.
Nach der im Frühjahr 1848 erfolgten Auflösung des Reichstages trat er als Ministerialrat in das Ministerium des Innern ein und wurde 1859 Sektionschef, Oktober 1860 bis Februar 1861 Minister der Justiz, anschießend 1861-65 Minister für die politische Verwaltung, 1868 bis 1870 Statthalter von Tirol, 1871 bis 1878 Minister des Innern.
Während seiner Ministertätigkeit war er zeitweise für das Kronland Salzburg Mitglied des Abgeordnetenhauses des Reichstags.
Als Politiker vertrat Lasser eine liberale und zentralistische Haltung. Zu seinen Leistungen gehören (im Reichstag) die endgültige (weniger weitgehende) Fassung des von Hans Kudlich eingebrachten Gesetzes über die Aufhebung des bäuerlichen Untertänigkeitsverhältnisses (1848), als Justizminister die Schaffung (1862) der bis 1981 in Kraft gestandenen sogenannte „Lasser’schen Artikel“ (die eine Veröffentlichung von Mitteilungen über ein schwebendes Gerichtsverfahren verboten; RGBl. Nr. 8/1862) und als Innenminister eine liberale Wahlrechtsreform.
Auszeichnungen
Am 5. Mai 1850 wurde Lasser von Zollheim die Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg verliehen. Nach ihm ist die Lasserstraße im Salzburger Stadtteil Schallmoos benannt.
Literatur
K. Müllner: Freiherr Joseph Lasser, Dissertation, Wien 1963
Quellen
- Constant von Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Österreich, XIV. Teil (Wien 1865), 174 ff.
- Artikel „Lasser, Josef, Freiherr von Zollheim“ auf www.aeiou.at
- Artikel „Lasser von Zollheim, Josef Freiherr“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayrischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), ab Seite 790
- Martin, Franz: Salzburger Straßennamen. Verzeichnis der Straßen, Gassen, Plätze, Wege, Brücken, Tore und Parks mit Erklärung ihrer Namen. 5., wesentlich überarbeitete Auflage von Leitner-Martin, Willa und Martin, Andreas. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 25. Ergänzungsband, Selbstverlag der Gesellschaft, Salzburg 2006