Mathias Gschnitzer: Unterschied zwischen den Versionen
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Mathias Gschnitzer war von [[1841]] bis [[1850]] Mitglied des Gemeindeausschusses und wurde [[1847]] als Nachfolger [[Alois Lergetporer]]s zum Bürgermeister der Stadt Salzburg gewählt. [[1848]] und [[1849]] weilte er als Reichstagsabgeordneter in Wien und Kremsier (heute Kroměříž in Tschechien). | Mathias Gschnitzer war von [[1841]] bis [[1850]] Mitglied des Gemeindeausschusses und wurde [[1847]] als Nachfolger [[Alois Lergetporer]]s zum Bürgermeister der Stadt Salzburg gewählt. [[1848]] und [[1849]] weilte er als Reichstagsabgeordneter in Wien und Kremsier (heute Kroměříž in Tschechien). | ||
Während seiner Amtszeit | Während seiner Amtszeit richtete der Gemeinderat im [[November]] [[1848]] ein Schreiben an die Nationalversammlung in Frankfurt am Main, in der das Festhalten am deutschen Gesamtstaat gefordert wurde, und noch vor dem Ausgleich mit Ungarn [[1849]] eine Petition an die Abgeordnetenkammer in München, in der sich der Salzburger Gemeinderat einstimmig für den Verbleib Österreichs im Deutschen Reichsverband aussprach. | ||
Den wichtigsten Markstein in der Amtsperiode Gschnitzers bildete die am [[1. Jänner]] [[1850]] erfolgte Loslösung des bisheriges [[Salzachkreis]]es vom Kronland Österreich ob der Enns (Oberösterreich) und die damit verbundene Entstehung des Kronlandes Salzburg und | Den wichtigsten Markstein in der Amtsperiode Gschnitzers bildete die am [[1. Jänner]] [[1850]] erfolgte Loslösung des bisheriges [[Salzachkreis]]es vom Kronland Österreich ob der Enns ([[Oberösterreich]]) und die damit verbundene Entstehung des Kronlandes Salzburg und Aufwertung der Stadt Salzburg zur Landeshauptstadt. | ||
Gschnitzer setzte sich sowohl für die Umbenennung des Michaelsplatzes in [[Mozartplatz]] (am [[27. September]] [[1849]] erfolgt) und in weiser Voraussicht für die Regulierung der [[Salzach]] ein. Eine diesbezügliche Petition des Gemeinderates an das Handelsministerium vom [[26. August]] [[1850]] wurde in Wien jedoch noch abschlägig beschieden. | Gschnitzer setzte sich sowohl für die Umbenennung des Michaelsplatzes in [[Mozartplatz]] (am [[27. September]] [[1849]] erfolgt) und in weiser Voraussicht für die Regulierung der [[Salzach]] ein. Eine diesbezügliche Petition des Gemeinderates an das Handelsministerium vom [[26. August]] [[1850]] wurde in Wien jedoch noch abschlägig beschieden. | ||
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==Geschäftstätigkeit== | ==Geschäftstätigkeit== | ||
[[1854]] gründete Gschnitzer gemeinsam mit [[Franz Gessele]] in [[Lehen]] die erste k.k. priv. Kunstwollfabrik Österreichs und damit die erst zweite industrielle | [[1854]] gründete Gschnitzer gemeinsam mit [[Franz Gessele]] in [[Lehen]] die erste k.k. priv. Kunstwollfabrik Österreichs und damit die erst zweite industrielle Unternehmung (in modernerem Sinn) in Salzburgs Wirtschaftsgeschichte (Das erste Unternehmen dieser Art bestand mit [[Franz Zeller]]s [[Andre-Hofer-Feigenkaffeefabrik|Produktionsfirma für Feigenkaffee]] und Schokolade seit [[1849]] in [[Parsch]]). [[1863]] ließ er von Baumeister [[Otto Laschenzky]] eine neue Produktionsstätte in der [[Sinnhubstraße]] 10 und am Rande der Fabriksanlage von Architekt [[Josef Wessicken]] die dazugehörige Villa erbauen. Daneben war er maßgeblich an der Gründung der ehemaligen "Salzburger Gewerbevereinsschule" und der [[Salzburger Sparkasse]] beteiligt. | ||
Als Fachmann in Transportfragen gehörte er als Delegierter einer Enquente in Eisenbahnangelegenheiten an. [[1873]] fungierte er als Vizepräsident der Landeskommission für die Wiener Weltausstellung und [[1878]] war er Präsident der Lokalkommission für die Weltausstellung in Paris. | Als Fachmann in Transportfragen gehörte er als Delegierter einer Enquente in Eisenbahnangelegenheiten an. [[1873]] fungierte er als Vizepräsident der Landeskommission für die Wiener Weltausstellung und [[1878]] war er Präsident der Lokalkommission für die Weltausstellung in Paris. | ||
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Am [[27. Juni]] [[1848]] ernannte ihn die erst wenige Jahre zuvor von [[Alois Taux]] gegründete [[Salzburger Liedertafel]] gemeinsam mit [[Franz Xaver Späth]] für die Mitwirkung und Unterstützung bei der Abhaltung des „Ersten großen Fahnen- und Gesangsfestes in Salzburg“ (das von den Behörden als Ausdruck möglicher revolutionärer Gesinnung gewertet wurde) zu den ersten Ehrenmitgliedern des Vereins. | Am [[27. Juni]] [[1848]] ernannte ihn die erst wenige Jahre zuvor von [[Alois Taux]] gegründete [[Salzburger Liedertafel]] gemeinsam mit [[Franz Xaver Späth]] für die Mitwirkung und Unterstützung bei der Abhaltung des „Ersten großen Fahnen- und Gesangsfestes in Salzburg“ (das von den Behörden als Ausdruck möglicher revolutionärer Gesinnung gewertet wurde) zu den ersten Ehrenmitgliedern des Vereins. | ||
Seit [[1860]] war er Mitglied und für einige Zeit auch Vorstands-Stellvertreter der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], an deren Gründung er auch mitgewirkt haben soll. Am [[18. Juni]] [[1869]] gehörte er zu jenen 15 honorigen Salzburger Bürgern, die im Gasthof „Zur Krone“ die Gründung der "[[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Mozartstiftung]]" und damit das Loslösen des [[Mozarteum]]s vom [[1841]] gegründeten [[Dom-Musik-Verein und Mozarteum|Dom-Musik-Verein]] | Seit [[1860]] war er Mitglied und für einige Zeit auch Vorstands-Stellvertreter der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], an deren Gründung er auch mitgewirkt haben soll. Am [[18. Juni]] [[1869]] gehörte er zu jenen 15 honorigen Salzburger Bürgern, die im Gasthof „Zur Krone“ die Gründung der "[[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Mozartstiftung]]" und damit das Loslösen des [[Mozarteum]]s vom [[1841]] gegründeten [[Dom-Musik-Verein und Mozarteum|Dom-Musik-Verein]] beschlossen; ein Vorhaben, das gegen heftigen Widerstand von Seiten [[Franz Edler von Hilleprandt]]s und [[Salzburger Erzbischöfe|Erbischof]] [[Maximilian Josef von Tarnóczy]] erst [[1880]] umgesetzt werden konnte. | ||
==Familie== | |||
Mathias Gschnitzer, Sohn des Kaufmanns Mathias [[Gschnitzer]], war verheiratet mit Marie geb. [[Zeller]] († 10. Dezember 1871), die nach vieljährigen unsäglichen Leiden im 56. Lebens- und 37. Ehejahr starb. Beider einziger Sohn Josef (* 28. Jänner 1836 Salzburg, † 11. November 1856 Hamburg) starb, als er seit drei Monaten zur kaufmännischen Ausbildung in Hamburg weilte, an einer plötzlich aufgetretenen Gehirnerkrankung. Das Ehepaar hatte auch einige Töchter, zB | |||
* Maria (* [[4. Juni]] [[1838]], † [[23. November]] [[1895]]), verh. mit [[Ignaz Harrer]], Notar und Bürgermeister von Salzburg | |||
* Auguste (* 18. Jänner 1842, † 10. Mai 1816<sup>?</sup>), verh. mit [[Franz Gessele]] (* 12. März 1829, † 11. November 1892), Industrieller, Mitgesellschafter ihres Vaters<ref>Quelle: Schlussfolgerung aus Grabinschriften in der Gschnitzer/Gessele’schen Gruft</ref> | |||
==Grabstelle== | ==Grabstelle== | ||
Nach seinem Ableben fand Mathias Gschnitzer seine letzte Ruhestätte am [[Petersfriedhof]] in Salzburg. | Nach seinem Ableben fand Mathias Gschnitzer seine letzte Ruhestätte am [[Petersfriedhof]] in Salzburg. | ||
== | ==Quellen== | ||
* Ludwig Netsch: ''Die Salzburger Bürgermeister ab 1847''. Magistrat Salzburg. Dokumentation über das Geschehen in der Stadt. Salzburg 1980 | * Nekrolog auf Mathias Gschnitzer, [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 24, 1884, S. 191. | ||
* Geza Rech: ''Carl Spängler, 1825-1902. Vom Revolutionär zum Großbankier.'' In: In Salzburg geboren. August Stockklausner (Hg.). SN-Verlag. Salzburg 1972. ISBN 3-85304-032-2 (Mit Angaben zu Gschnitzer) | * [[Ludwig Netsch]]: ''Die Salzburger Bürgermeister ab 1847''. Magistrat Salzburg. Dokumentation über das Geschehen in der Stadt. Salzburg 1980 | ||
* Isolde Schlager-Dattenböck: ''Die „Lebenserinnerungen“ des Franz Xaver Späth.'' In Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 144. S. 145-218. Eigenverlag der Gesellschaft. Salzburg 2004 (mit Angaben zu Gschnitzer) | * [[Geza Rech]]: ''Carl Spängler, 1825-1902. Vom Revolutionär zum Großbankier.'' In: ''In Salzburg geboren''. [[August Stockklausner]] (Hg.). SN-Verlag. Salzburg 1972. ISBN 3-85304-032-2 (Mit Angaben zu Gschnitzer) | ||
* Prof. Dr. Christian Dirninger: [http://www.ebn24.com/?page=3&id=1114&sprach_id=1&projekt=88&land=&st_id=68&seite=4 Salzburg als Wirtschaftsstandort in historischer Perspektive. Wirtschaftsgeschichte.] (zur Gründung der Kunstwollfabrik) | * [[Isolde Schlager-Dattenböck]]: ''Die „Lebenserinnerungen“ des Franz Xaver Späth.'' In Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. Band 144. S. 145-218. Eigenverlag der Gesellschaft. Salzburg 2004 (mit Angaben zu Gschnitzer) | ||
* Prof. Dr. [[Christian Dirninger]]: [http://www.ebn24.com/?page=3&id=1114&sprach_id=1&projekt=88&land=&st_id=68&seite=4 Salzburg als Wirtschaftsstandort in historischer Perspektive. Wirtschaftsgeschichte.] (zur Gründung der Kunstwollfabrik) | |||
* Grabinschriften in der Gschnitzer/[[Gessele]]<nowiki>’schen</nowiki> Gruft (Nr. XXVIII) auf dem Salzburger Petersfriedhof | |||
==Literatur == | ==Literatur == | ||