Herren von Walchen: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Walchen.jpg|thumb|Die Ortschaft Walchen in der Gemeinde Piesendorf]]
Die '''Herren von Walchen''', auch Walcher genannt, stammen aus [[Piesendorf]], in dessen Gemeindegebiet  der ehemalige Herrensitz der Walcher lag. Sie zählen gemeinsam mit den [[Herren von Felben]] zu den zwei großen Geschlechtern des Pinzgaus.     
Die '''Herren von Walchen''', auch Walcher genannt, stammen aus [[Piesendorf]], in dessen Gemeindegebiet  der ehemalige Herrensitz der Walcher lag. Sie zählen gemeinsam mit den [[Herren von Felben]] zu den zwei großen Geschlechtern des Pinzgaus.     
==Das Geschlecht derer von Walchen==
==Das Geschlecht derer von Walchen==
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''Otto'' und ''Albero II. von Walchen'' teilen [[1276]] ihren Besitz. Aus diesem Anlass setzten [[Herzog Heinrich von Niederbayern]] und Erzbischof [[Friedrich II. von Walchen]] ein Schiedsgericht ein. Diese Erbteilung und die damit verbundenen langjährigen Streitigkeiten der Walcher mit den [[Herren von Goldegg]]  ermöglicht  den Historikern einen guten Überblick über den Gesamtbesitz der Walcher.  
''Otto'' und ''Albero II. von Walchen'' teilen [[1276]] ihren Besitz. Aus diesem Anlass setzten [[Herzog Heinrich von Niederbayern]] und Erzbischof [[Friedrich II. von Walchen]] ein Schiedsgericht ein. Diese Erbteilung und die damit verbundenen langjährigen Streitigkeiten der Walcher mit den [[Herren von Goldegg]]  ermöglicht  den Historikern einen guten Überblick über den Gesamtbesitz der Walcher.  
=====Der Besitz der Walcher=====
=====Der Besitz der Walcher=====
Neben den Burgen Walchen und Lichtenberg, der [[Burg Saaleck]] und der [[Burg Kaprun]] waren dies Vogteirechte in [[Lofer]], [[Saalfelden]], [[Maria Alm|Alm]], [[Piesendorf]] und [[Maria Plain|Plain]]. Weiters das Gericht [[Lofer]] und Besitzungen zu [[Saalfelden]], [[Dienten]], [[Unken]], [[Luggau]] im [[Gasteinertal]], in Alm, Hof im [[Brixental]] und im Leukental. Dazu zählten weiters Forste in Lofer und in Unken, sowie Zehente in [[Leogang]]. Darüber hinaus verfügten die Walcher über Lehen vom [[Bistum Regensburg]], vom Kloster Rott am Inn und übten Vogteirechte über Besitzungen des [[Kloster Tegernsee|Klosters Tegernsee]] und das [[Berchtesgaden]]er Gut Niederhaim im Pinzgau, heute [[Schloss Heuberg]] in [[St. Georgen im Pinzgau]], aus.  
Neben den Burgen Walchen und [[Hochbürgl]] in Piesendorf, der [[Burg Lichtenberg]], der [[Burg Saaleck]] und der [[Burg Kaprun]] waren dies Vogteirechte in [[Lofer]], [[Saalfelden]], [[Maria Alm|Alm]], [[Piesendorf]] und [[Maria Plain|Plain]]. Weiters das Gericht [[Lofer]] und Besitzungen zu [[Saalfelden]], [[Dienten]], [[Unken]], [[Luggau]] im [[Gasteinertal]], in Alm, Hof im [[Brixental]] und im Leukental. Dazu zählten weiters Forste in Lofer und in Unken, sowie Zehente in [[Leogang]]. Darüber hinaus verfügten die Walcher über Lehen vom [[Bistum Regensburg]], vom Kloster Rott am Inn und übten Vogteirechte über Besitzungen des [[Kloster Tegernsee|Klosters Tegernsee]] und das [[Berchtesgaden]]er Gut Niederhaim im Pinzgau, heute [[Schloss Heuberg]] in [[St. Georgen im Pinzgau]], aus.  
Da die ''Herren von Walchen'' vermutlich erst nach [[1250]] in die Salzburger Ministerialität eingetreten sind, haben sie vielleicht deshalb kein Hofamt bekleidet und sich auch in keiner anderen Weise in Diensten des Erzstiftes hervorgetan.
Da die ''Herren von Walchen'' vermutlich erst nach [[1250]] in die Salzburger Ministerialität eingetreten sind, haben sie vielleicht deshalb kein Hofamt bekleidet und sich auch in keiner anderen Weise in Diensten des Erzstiftes hervorgetan.


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Die Ortschaft [[Walchen]] gehört zum Gemeindegebiet von [[Piesendorf]] im [[Pinzgau]]. Der Walcherturm als Stammburg der Walcher befand sich auf dem vorderen Höcker eines sich in den Walcher Graben hinein ziehenden Rückens oberhalb der heutigen Ortschaft Walchen. Er war durch Schutztürme auf dem dahinter liegenden Hügel gedeckt. Die Burgstandort hatte Sichtverbindung zur [[Burg Kaprun]] und zum [[Schloss Fischhorn]], was im Falle von Angriffen von Vorteil war, da man Signale geben konnte.  
Die Ortschaft [[Walchen]] gehört zum Gemeindegebiet von [[Piesendorf]] im [[Pinzgau]]. Der Walcherturm als Stammburg der Walcher befand sich auf dem vorderen Höcker eines sich in den Walcher Graben hinein ziehenden Rückens oberhalb der heutigen Ortschaft Walchen. Er war durch Schutztürme auf dem dahinter liegenden Hügel gedeckt. Die Burgstandort hatte Sichtverbindung zur [[Burg Kaprun]] und zum [[Schloss Fischhorn]], was im Falle von Angriffen von Vorteil war, da man Signale geben konnte.  
   
   
Die [[Walcherburg]] war ein dem [[Felberturm]] ähnlicher Wehrbau, der aus dem [[12. Jahrhundert]] stammte. Später befand sich daneben ein Turm jüngeren Datums.   
Die [[Burg Walchen|Walcherburg]] war ein dem [[Felberturm]] ähnlicher Wehrbau, der aus dem [[12. Jahrhundert]] stammte. Später befand sich daneben ein Turm jüngeren Datums.   
=====Zerstörung im Bauernkrieg=====  
=====Zerstörung im Bauernkrieg=====  
Im Jahr [[1526]] wurde die Burg im Zuge der [[Salzburger Bauernaufstände und Bauernkriege|Salzburger Bauernkriege]] angezündet und niedergebrannt. Da das früher dort angesiedelte [[Pfleggerichte|Pfleggericht]] in der Folge nach [[Kaprun]] kam, wurde die Burg nicht mehr aufgebaut.
Im Jahr [[1526]] wurde die Burg im Zuge der [[Salzburger Bauernaufstände|Salzburger Bauernkriege]] angezündet und niedergebrannt. Da das früher dort angesiedelte [[Pfleggerichte|Pfleggericht]] in der Folge nach [[Kaprun]] kam, wurde die Burg nicht mehr aufgebaut.


=====Gegenwart=====
=====Gegenwart=====
Die Reste der Ruine waren bis in die zweite Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s im Gelände zu erkennen. Steine des Bauwerkes wurden für den Bau nahe gelegener [[Bauernhof|Bauernhöfe]] und der [[Walcher Kirche]] verwendet. Heute ist der Standort zur Gänze verbaut.
Die Reste der Ruine waren bis in die zweite Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s im Gelände zu erkennen. Steine des Bauwerkes wurden für den Bau nahe gelegener [[Bauernhof|Bauernhöfe]] und der [[Filialkirche Walchen|Walcher Kirche]] verwendet. Heute ist der Standort zur Gänze verbaut.


==Das Wappen der Walcher==
==Das Wappen der Walcher==
Das Wappen der Herren von Walchen ist ein rotes Schild, das eine silberne Mauerkrone mit Zacken nach oben und nach unten quert.
Das Wappen der Herren von Walchen ist ein rotes Schild, das eine silberne Mauerkrone mit Zacken nach oben und nach unten quert.
==Quellen==
==Quellen==
* Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Mittelalter, Band I/1, S. 395 – 396, Hrsg. Heinz Dopsch und Band I/2, Hrsg. Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger, Universitätsverlag Anton Pustet, [[Salzburg]], [[1983]]
* Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Mittelalter, Band I/1, S. 395 – 396, Hrsg. Heinz Dopsch und Band I/2, Hrsg. Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger, Universitätsverlag Anton Pustet, Salzburg, [[1983]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Piesendorf]]
[[Kategorie:Piesendorf]]