Salzburger Fischmarkt: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Salzburger Fischmarkt''' der [[Altstadt|Stadt Salzburg]] befand sich sich ursprünglich vor der "Alten Thürnitz".
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[[Datei:Salzburger Fischmarkt Josef Hübl Wilder-Mann-Brunnen 1900.jpg|thumb|Der Salzburger Fischmarkt von Josef Hübl beim [[Wilder-Mann-Brunnen]] vor dem [[Hofmarstall]].]]
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Der älteste, urkundlich belegbare '''Fischmarkt''' in der [[Altstadt|Stadt Salzburg]] wurde zwischen [[1548]] und [[1641]] auf dem Löchlplatz (heute [[Hagenauerplatz]]) abgehalten.  
  
Als die Thürnitz abgerissen wurde, verlegte man den Fischmarkt auf den [[Hagenauer Platz]], später zur alten Reitschule, wo heute das Bühnenhaus des [[Haus für Mozart|alten Festspielhauses]] steht. [[1927]] wurde er erneut verlegt, auf den [[Ferdinand-Hanusch-Platz]], wo er uns unter dem Namen ''Fischkrieg'' bekannt ist.  
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==Geschichte==
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Seit 1641, mit der Unterbrechung 1872–1925, wird [[Fisch]] "[[Am Gries]]" ([[Ferdinand-Hanusch-Platz]]) verkauft.
  
Der Fischbrunnen wanderte stets mit, blieb aber gegenüber dem Festspielhaus stehen. Die Fische kamen aus den umliegenden Seen und Flüssen, aber auch von den [[Lieferinger Fischer]]n.
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Um angebotenen Fisch frisch zu halten, waren fließendes Wasser und Fischkalter vonnöten. Das Wasser lieferte jeweils ein Röhrenbrunnen, der die Fischbecken mit laufendem Wasser versorgte. Die in Salzburg entstandenen Anlagen (→ [[Salzburger Fischmarkt-Brunnen]]) waren kunstvoll ausgeführt, einen Höhepunkt dieser Entwicklung stellt der [[Wilder-Mann-Brunnen|Wilde-Mann-Brunnen]] dar.
  
==Quelle==
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Der erste nachweisbare Salzburger Fischmarkt wurde am Löchlplatz, heute Hagenauerplatz, abgehalten. Für das Fischputzen hatte man [[1548]] einen hölzernen Brunnen für fließendes Wasser errichtet, mit dem auch die Fischkalter gespeist wurden. [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]] ließ ihn [[1599]] durch den [[Löchlbrunnen]], einen Röhrenbrunnen, ersetzen, der mit Fischbecken umgeben war und später mit einer Maria-Immaculata-Statue geziert wurde. Die quadratische Anlage aus [[Untersberger Marmor]] wurde [[1873]] abgetragen, die [[Maria Immaculata am alten Fischmarkt|Maria-Immaculata-Statue]] befindet sich seither im Garten des [[Herz-Jesu-Heim|Herz-Jesu-Heimes]] in der [[Riedenburg]].
* Josef Hübl ''Heimatkunde Stadt Salzburg'', [[Salzburger Druckerei]], 1974
 
  
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Als Anfang des [[17. Jahrhundert]]s der Löchlplatz für die Abhaltung des Fischmarktes zu klein wurde, verlegte die [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadtgemeinde]] von Salzburg unter [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Kaspar Hahn]]  ([[1611]]– † [[1636]]) den Fischmarkt an den Gries, dem heutigen [[Ferdinand-Hanusch-Platz]], vor die [[Alte Thürnitz]], wobei der Brunnen mit den alten Fischbecken am Löchlplatz verblieb. Die neuen Fischkalter mit einem dazugehörigen "Wilde-Mann-Brunnen" entwarf vermutlich [[Santino Solari]], die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister Martin Pfenninger aus [[Himmelreich]].
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Als [[1872]]  das neue Schulgebäude für die [[Bürgerschule Salzburg|Bürgerschule]] und [[Bundesrealgymnasium Salzburg|Realgymnasium]] am Gries erbaut wurde musste der Fischmarkt vorübergehend wieder auf den Hagenauerplatz, wo noch der Löchlbrunnen aus dem Jahre 1599 stand, abgehalten werden. Der "Wilde-Mann-Brunnen" wurde vor die [[Hofmarstall|alte Hofreitschule]], gleich gegenüber dem heutigen [[Bühnenhaus Haus für Mozart|Bühnenhaus]] des ehemaligen [[Haus für Mozart|kleinen Festspielhauses]], versetzt. Beginnend mit [[1. Jänner]] [[1873]] konnten Interessierte im Dezember 1872 einen Fischbehälter am neuen Standort in Pacht nehmen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18721130&seite=4&zoom=33 ANNO], "[[Salzburger Zeitung]]", Ausgabe vom [[30. November]] 1872, Seite 4.</ref> [[1896]] eröffnete Josef Hübl beim Wilde-Mann-Brunnen nahe der Hofreitschule einen Fische-Verkaufsstand, der bis [[1925]] bestand. [[1926]] erbaute die Stadtgemeinde dann ein festes Gebäude für den Fischmarkt am Ferdinand-Hanusch-Platz, in dem bis [[2024]] der [[Fisch Krieg]] bestanden hatte.
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==Quellen==
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* {{Quelle Heimatkunde Hübl}}
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* [[Herbert Dorn|Dorn, Herbert]]: ''Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen''. In: ''Spurensuche in Salzburg''. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten, hg. vom [[Salzburg Museum|SMCA]], Salzburg 1996, ISBN 3-901014-49-7, S. 7–12.
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* [[Die Getreidegasse (Buch 1)]]
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* {{Quelle SN|18. September 2024, Lokalteil Seite 15, "Wie der Fischmarkt samt Brunnen durch die Stadt wanderte", ein Beitrag von [[Iris Burtscher]]}}
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==Einzelnachweis==
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[[Kategorie:Geschichte]]
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[[Kategorie:Markt]]
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Markt]]
 

Aktuelle Version vom 23. September 2024, 09:49 Uhr

Der Salzburger Fischmarkt von Josef Hübl beim Wilder-Mann-Brunnen vor dem Hofmarstall.
Karte

Der älteste, urkundlich belegbare Fischmarkt in der Stadt Salzburg wurde zwischen 1548 und 1641 auf dem Löchlplatz (heute Hagenauerplatz) abgehalten.

Geschichte

Seit 1641, mit der Unterbrechung 1872–1925, wird Fisch "Am Gries" (Ferdinand-Hanusch-Platz) verkauft.

Um angebotenen Fisch frisch zu halten, waren fließendes Wasser und Fischkalter vonnöten. Das Wasser lieferte jeweils ein Röhrenbrunnen, der die Fischbecken mit laufendem Wasser versorgte. Die in Salzburg entstandenen Anlagen (→ Salzburger Fischmarkt-Brunnen) waren kunstvoll ausgeführt, einen Höhepunkt dieser Entwicklung stellt der Wilde-Mann-Brunnen dar.

Der erste nachweisbare Salzburger Fischmarkt wurde am Löchlplatz, heute Hagenauerplatz, abgehalten. Für das Fischputzen hatte man 1548 einen hölzernen Brunnen für fließendes Wasser errichtet, mit dem auch die Fischkalter gespeist wurden. Fürsterzbischof Wolf Dietrich ließ ihn 1599 durch den Löchlbrunnen, einen Röhrenbrunnen, ersetzen, der mit Fischbecken umgeben war und später mit einer Maria-Immaculata-Statue geziert wurde. Die quadratische Anlage aus Untersberger Marmor wurde 1873 abgetragen, die Maria-Immaculata-Statue befindet sich seither im Garten des Herz-Jesu-Heimes in der Riedenburg.

Als Anfang des 17. Jahrhunderts der Löchlplatz für die Abhaltung des Fischmarktes zu klein wurde, verlegte die Stadtgemeinde von Salzburg unter Bürgermeister Kaspar Hahn (1611– † 1636) den Fischmarkt an den Gries, dem heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz, vor die Alte Thürnitz, wobei der Brunnen mit den alten Fischbecken am Löchlplatz verblieb. Die neuen Fischkalter mit einem dazugehörigen "Wilde-Mann-Brunnen" entwarf vermutlich Santino Solari, die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister Martin Pfenninger aus Himmelreich.

Als 1872 das neue Schulgebäude für die Bürgerschule und Realgymnasium am Gries erbaut wurde musste der Fischmarkt vorübergehend wieder auf den Hagenauerplatz, wo noch der Löchlbrunnen aus dem Jahre 1599 stand, abgehalten werden. Der "Wilde-Mann-Brunnen" wurde vor die alte Hofreitschule, gleich gegenüber dem heutigen Bühnenhaus des ehemaligen kleinen Festspielhauses, versetzt. Beginnend mit 1. Jänner 1873 konnten Interessierte im Dezember 1872 einen Fischbehälter am neuen Standort in Pacht nehmen.[1] 1896 eröffnete Josef Hübl beim Wilde-Mann-Brunnen nahe der Hofreitschule einen Fische-Verkaufsstand, der bis 1925 bestand. 1926 erbaute die Stadtgemeinde dann ein festes Gebäude für den Fischmarkt am Ferdinand-Hanusch-Platz, in dem bis 2024 der Fisch Krieg bestanden hatte.

Quellen

  • Dorn, Herbert: Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen. In: Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten, hg. vom SMCA, Salzburg 1996, ISBN 3-901014-49-7, S. 7–12.
  • Die Getreidegasse (Buch 1)
  • "Salzburger Nachrichten", 18. September 2024, Lokalteil Seite 15, "Wie der Fischmarkt samt Brunnen durch die Stadt wanderte", ein Beitrag von Iris Burtscher

Einzelnachweis

  1. ANNO, "Salzburger Zeitung", Ausgabe vom 30. November 1872, Seite 4.