Andachts- und Heiligenbildchen: Unterschied zwischen den Versionen
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==Quellen== | ==Quellen== | ||
*Deutschsprachige Wikipedia, Stichwort Andachtsbild | *Deutschsprachige Wikipedia, Stichwort Andachtsbild | ||
*Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religiösen Volksglaubens, Verlag Georg D. W. Callwey, München, 1971 | *Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religiösen Volksglaubens, Verlag Georg D. W. Callwey, München, 1971 | ||
*Klaus Beitl, Volksglaube, Zeugnisse religiöser Volkskunst, Residenzverlag, Salzburg und Wien, 1978 | *Klaus Beitl, Volksglaube, Zeugnisse religiöser Volkskunst, Residenzverlag, Salzburg und Wien, 1978 | ||
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Aktuelle Version vom 31. Dezember 2025, 19:41 Uhr
Andachts- und Heiligenbildchen werden als Lesezeichen und Schmuckeinlagen in Gebetbüchern verwendet. Wie Marterl und Opfertiere zählen sie zu den Bildern und Zeichen der Volksfrömmigkeit. Sie spielen im katholischen Glaubensleben seit Jahrhunderten eine bedeutende Rolle.
Geschichte und Funktion
Andachtsbildchen entstanden in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und wurden zuerst in Frauenklöstern hergestellt. In einer weitgehend bildlosen Alltagswelt, in der Heiligendarstellungen nur in Sakralräumen zu finden waren, befriedigten sie das Bedürfnis nach Verbildlichung bei Gebetsanrufungen und zur Illustration von Glaubensinhalten. Man konnte sie persönlich besitzen und leicht mit sich führen. Die Nachfrage war groß, und ihre Herstellung und ihr Verkauf verschafften den Klöstern eine neue Einnahmequelle.
Herstellung
Die ersten Andachtsbildchen wurden von Hand kleinformatig auf Pergament, auf Papier oder auf Stoff gemalt. Motive waren das Jesuskind, die Leidensgeschichte Christi, die Gottesmutter und die Heiligen. Auch die Darstellung einfacher Symbole wie das Kreuzzeichen, Christus- und Marienmonogramme und Gnadenbildabbildungen bis hin zu Kleinstformaten, den sog. Schluckbildchen, war beliebt. Diese Bildchen wurden geweiht und galten damit als geheiligt.
Im 14. und 15. Jahrhundert stellte man Andachts- und Heiligenbildchen mittels einfachen Stempel-, Reibe- oder Brotteigdrucks her. Erst die Erfindung des Holzschnitts und des Kupferstichs ermöglichte die Massenherstellung zur Befriedigung des großen Bedarfs. Kostbarkeiten sind die zu Beginn des 17. Jahrhunderts aufgekommenen Papierschnittbilder, sog. Spitzenbilder. Ihre Herstellung war aufwendig und wurde entsprechend bezahlt. Ab dem 18. Jahrhundert ersetzte man diese teuren Spitzenbildchen durch Bildchen mit billigerer Stanz- und Prägetechnik.
Die im 19. Jahrhundert erfolgte Erfindung von Fotografie und Chromlithografie und der im 20. Jahrhundert erfundene Mehrfarbenrasterdruck ermöglichte es, auch religionsbezogene Gemälde großer Künstler im Miniformat des Andachts- und Heiligenbildchens zu reproduzieren. Solche Bilder sind bis heute im Umlauf.
Anlässe zur Verteilung von Andachts- und Heiligenbildchen
Erstkommunion, Ordensprofess, Priesterweihe, Primiz, Weihetage, Jubiläen, hohe kirchliche Feste wie das Osterfest, Heiligsprechungen und Wallfahrten – sie alle waren und sind Anlässe, um Andachts- und Heiligenbildchen an die Gläubigen zu verteilen.
Die Bildchen passen von ihrer Größe her in jedes Gebets- oder Gesangsbuch, wo sie sich wie Sterbebilder und Beichtzettel – sie gehören ebenfalls zu den Andachts- und Heiligenbildchen – als Lesezeichen und Schmuckeinlage eignen. Sie sind einfach oder gefaltet und tragen meist auf der Rückseite Gebete.
Bildergalerie
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Quellen
- Deutschsprachige Wikipedia, Stichwort Andachtsbild
- Lenz Kriss-Rettenbeck, Bilder und Zeichen religiösen Volksglaubens, Verlag Georg D. W. Callwey, München, 1971
- Klaus Beitl, Volksglaube, Zeugnisse religiöser Volkskunst, Residenzverlag, Salzburg und Wien, 1978