Stubachtal: Unterschied zwischen den Versionen

Geografie: der Tauernmoosbach führt eigentlich nicht wieder zum Weißsee, dort ist nur ein Seitenablass über einen flachen Sattel ins Nachbartal hinüber; Glocknergruppe erwähnt; redundanter Gipfel gelöscht; Stil (z.B. Bäche enden nicht oben sondern beginnen dort), Tippfehler, Format
K Textersetzung - „August Prinzinger junior“ durch „August Prinzinger der Jüngere
 
(Eine dazwischenliegende Version von einem anderen Benutzer wird nicht angezeigt)
Zeile 12: Zeile 12:
Seitentäler sind von Norden nach Süden:
Seitentäler sind von Norden nach Süden:
* Westlich:  
* Westlich:  
: Das nach Südwesten verlaufende Tal des Guggernbaches ('Guggernbachtal') mit der Harland Grund- und Hochalm, Hofer Grund- und Hochalm, Wiedrechtshauser Alm (1 411 m ü. A.); Länge ca. fünf Kilometer, im Norden zunächst starker Anstieg von 884 m ü. A. auf 1 200 m ü. A. (Harland Grundalm) und dann stetig Anstieg bis auf ca. 2 100 m ü. A. ([[Karsee]] am Südende des Tals);
** Das nach Südwesten verlaufende Tal des Guggernbaches ('Guggernbachtal') mit der Harland Grund- und Hochalm, Hofer Grund- und Hochalm, Wiedrechtshauser Alm (1 411 m ü. A.); Länge ca. fünf Kilometer, im Norden zunächst starker Anstieg von 884 m ü. A. auf 1 200 m ü. A. (Harland Grundalm) und dann stetig Anstieg bis auf ca. 2 100 m ü. A. ([[Karsee]] am Südende des Tals);
: [[Dorfer Öd]]: Das etwa sechs Kilometer lange südwestliche Tal wird vom Ödbach entwässert. Es steigt von etwa 1 000 m ü. A. auf etwa 1 600 m ü. A. Almen sind die Gastegger Grund- und Hochalm, die Vorderödhütte und die Ödtalhütte. Oberhalb des Südendes des Tals befinden sich der Salzplattensee, die Schwarze Lacke, der Eissee sowie ein weiterer kleiner Eissee. Genau im Süden erhebt sich der [[Stubacher Sonnblick]] (3 088 m ü. A.) über dem Landeggkees.
** [[Dorfer Öd]]: Das etwa sechs Kilometer lange südwestliche Tal wird vom Ödbach entwässert. Es steigt von etwa 1 000 m ü. A. auf etwa 1 600 m ü. A. Almen sind die Gastegger Grund- und Hochalm, die Vorderödhütte und die Ödtalhütte. Oberhalb des Südendes des Tals befinden sich der Salzplattensee, die Schwarze Lacke, der Eissee sowie ein weiterer kleiner Eissee. Genau im Süden erhebt sich der [[Stubacher Sonnblick]] (3 088 m ü. A.) über dem Landeggkees.


* Östlich:
* Östlich:
: Das Tal des Ferschbaches: Von der Vorderferschbachalm (991 m ü. A.) bis zur Ferschbach Hochalm (1 876 m ü. A.) im Südosten des Tals sind es etwa zwei Kilometer. Dazwischen liegt die verfallene Ferschbach Grundalm.
** Das Tal des Ferschbaches: Von der Vorderferschbachalm (991 m ü. A.) bis zur Ferschbach Hochalm (1 876 m ü. A.) im Südosten des Tals sind es etwa zwei Kilometer. Dazwischen liegt die verfallene Ferschbach Grundalm.
* Das [[Wurfbachtal]], das Tal des Wurfbachs, erstreckt sich etwa über zwei Kilometer in leicht südöstliche Richtung.
** Das [[Wurfbachtal]], das Tal des Wurfbachs, erstreckt sich etwa über zwei Kilometer in leicht südöstliche Richtung.


* Südlich des Enzingerbodens (1 480 m ü. A.)
* Südlich des Enzingerbodens (1 480 m ü. A.)
Zeile 23: Zeile 23:
** Ein Tal, das dem Tauernmoosbach zum [[Tauernmoossee]] (2 023 m ü. A.) folgt und von dort zur Eisbodenlacke (2 068 m ü. A.) führt, wo ein Seitenablass vom Weißsee herüberkommt. Von der Eisbodenlacke führt das Tal weiter über das [[Ödenwinkelkees]] in den [[Ödenwinkel]], wo sich [[Gletscherlehrweg Ödenwinkelkees]] befindet. Hier, am Südostende des Stubachtals erhebt sich auf dem "Dreiländereck" [[Osttirol]] (südwestlich), [[Kärnten]] (südöstlich) und Salzburg (nördlich) das [[Eiskögele]] mit 3 423 m ü. A., östlich der [[Johannisberg]] (3 453 m ü. A.), wo die [[Pasterze]] ihren Beginn hat. Im Südwesten liegt der Medelzkopf (2 761 m ü. A.), der auch über dem Weißsee liegt.
** Ein Tal, das dem Tauernmoosbach zum [[Tauernmoossee]] (2 023 m ü. A.) folgt und von dort zur Eisbodenlacke (2 068 m ü. A.) führt, wo ein Seitenablass vom Weißsee herüberkommt. Von der Eisbodenlacke führt das Tal weiter über das [[Ödenwinkelkees]] in den [[Ödenwinkel]], wo sich [[Gletscherlehrweg Ödenwinkelkees]] befindet. Hier, am Südostende des Stubachtals erhebt sich auf dem "Dreiländereck" [[Osttirol]] (südwestlich), [[Kärnten]] (südöstlich) und Salzburg (nördlich) das [[Eiskögele]] mit 3 423 m ü. A., östlich der [[Johannisberg]] (3 453 m ü. A.), wo die [[Pasterze]] ihren Beginn hat. Im Südwesten liegt der Medelzkopf (2 761 m ü. A.), der auch über dem Weißsee liegt.


Im Südwesten erhebt sich die [[Granatspitzgruppe]] mit dem [[Stubacher Sonnblick]] als ihrem höchsten Gipfel (3 088 [[m ü. A.]]). An der südöstlichen Gemeindegrenze zu [[Osttirol]] und [[Kärnten]] befindet sich die [[Glocknergruppe]] mit der [[Hohe Riffl|Hohen Riffl]] (3 338 m ü. A.), dem [[Johannisberg]] (3 453 m ü. A.) und dem [[Eiskögele]] (3 426 m ü. A.).
Im Südwesten des Stubachtals erhebt sich die [[Granatspitzgruppe]] mit dem [[Stubacher Sonnblick]] als ihrem höchsten Gipfel (3 088 [[m ü. A.]]). An der südöstlichen Gemeindegrenze zu [[Osttirol]] und [[Kärnten]] befindet sich die [[Glocknergruppe]] mit der [[Hohe Riffl|Hohen Riffl]] (3 338 m ü. A.), dem [[Johannisberg]] (3 453 m ü. A.) und dem [[Eiskögele]] (3 426 m ü. A.).


Die [[Gletscher]] sind seit dem [[19. Jahrhundert]] auch in diesem Tal stark zurück gegangen und liegen heute über 2 100 [[m ü. A.]]. Es sind dies u. a. das [[Sonnblickkees|Sonnblick]]-, das [[Ödenwinkelkees|Ödenwinkel]]-, die beiden Rifflkeese, das Rifflkar-, das Kleineiser-, das Schwarzkarl- und das Maurerkees.
Die [[Gletscher]] sind seit dem [[19. Jahrhundert]] auch in diesem Tal stark zurück gegangen und liegen heute über 2 100 [[m ü. A.]]. Es sind dies u. a. das [[Sonnblickkees|Sonnblick]]-, das [[Ödenwinkelkees|Ödenwinkel]]-, die beiden Rifflkeese, das Rifflkar-, das Kleineiser-, das Schwarzkarl- und das Maurerkees.


Das Tal wird als eines der landschaftlich schönsten und vielseitigsten [[Tauerntäler]] beschrieben. Schon [[1864]] stellte Dr. [[Anton von Ruthner]] (Berg- und Gletscherreisen) fest, der große Reiz des Stubachtales beruhe auf seinen abwechslungsreichen Formen und auf der reichen Gliederung seiner Teile. [[1916]] berichtet der Salzburger Rechtsanwalt und [[Landeshauptmann-Stellvertreter]] Dr. [[August Prinzinger junior]], zwar mächtigere Gebirgsformen und [[Gletscher]] gesehen zu haben, aber kaum schönere, daher war es für ihn nahe liegend, dass die Errichtung eines Nationalparks von diesem Tal ausgehen sollte. Den [[Kalser Tauern]]-Übergang ganz im Süden, bereits auf dem [[Alpenhauptkamm]] gelegen, bezeichnete er als landschaftlich weitaus schönsten aller dieser Übergänge. Dieser war schon in vorhistorischer Zeit ein viel begangener Weg, wie Funde beweisen (z. B. Bronzeschwert). Im [[Mittelalter]] war dieser [[Tauern]] der [[Salztransport|Salzweg]] der Kalser in Osttirol. Der alte Weg führte hinter Fellern, sonnseitig über die Hopfbachalm, über den Kühtauern und auf das Tauernmoos, von dort zum [[Weißsee]], der schattseitige andere Weg auf den [[Enzingerboden]] über Tapperl und Französach.  
Das Tal wird als eines der landschaftlich schönsten und vielseitigsten [[Tauerntäler]] beschrieben. Schon [[1864]] stellte Dr. [[Anton von Ruthner]] (Berg- und Gletscherreisen) fest, der große Reiz des Stubachtales beruhe auf seinen abwechslungsreichen Formen und auf der reichen Gliederung seiner Teile. [[1916]] berichtet der Salzburger Rechtsanwalt und [[Landeshauptmann-Stellvertreter]] Dr. [[August Prinzinger der Jüngere]], zwar mächtigere Gebirgsformen und [[Gletscher]] gesehen zu haben, aber kaum schönere, daher war es für ihn nahe liegend, dass die Errichtung eines Nationalparks von diesem Tal ausgehen sollte. Den [[Kalser Tauern]]-Übergang ganz im Süden, bereits auf dem [[Alpenhauptkamm]] gelegen, bezeichnete er als landschaftlich weitaus schönsten aller dieser Übergänge. Dieser war schon in vorhistorischer Zeit ein viel begangener Weg, wie Funde beweisen (z. B. Bronzeschwert). Im [[Mittelalter]] war dieser [[Tauern]] der [[Salztransport|Salzweg]] der Kalser in Osttirol. Der alte Weg führte hinter Fellern, sonnseitig über die Hopfbachalm, über den Kühtauern und auf das Tauernmoos, von dort zum [[Weißsee]], der schattseitige andere Weg auf den [[Enzingerboden]] über Tapperl und Französach.  


Auch der bekannte Kunstmaler [[Rudolf Ferbus]] aus [[Zell am See]] schreibt in seinem Buch "Pinzgauer Spaziergang", einer malerischen Reise bis in den [[Nationalpark Hohe Tauern]], von "einer beinahe gewalttätigen Schönheit rund um den [[Weißsee]]".
Auch der bekannte Kunstmaler [[Rudolf Ferbus]] aus [[Zell am See]] schreibt in seinem Buch "Pinzgauer Spaziergang", einer malerischen Reise bis in den [[Nationalpark Hohe Tauern]], von "einer beinahe gewalttätigen Schönheit rund um den [[Weißsee]]".