Acanthopsyche atra: Unterschied zwischen den Versionen
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[[File:BE-MK-5932b.jpg|thumb|Weibchen: Osttirol, Lienzer Dolomiten, Insteinalm Umgebung, 2004.06.11, e.p.]] | [[File:BE-MK-5932b.jpg|thumb|Weibchen: [[Osttirol]], Lienzer Dolomiten, Insteinalm Umgebung, 2004.06.11, e.p.]] | ||
[[File:BE-MK-5929b.jpg|thumb|Sack: Osttirol, Lienzer Dolomiten, Insteinalm Umgebung, 2004.06.11]] | [[File:BE-MK-5929b.jpg|thumb|Sack: Osttirol, Lienzer Dolomiten, Insteinalm Umgebung, 2004.06.11]] | ||
'''Acanthopsyche atra''' (''Bombyx atra'' Linnaeus, 1767) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Psychidae]]. | |||
'''Acanthopsyche atra''' (''Phalaena (Bombyx) atra'' <span style="font-variant:small-caps">Linnaeus</span>, 1767: 823) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] ([[Schmetterling]]e), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Psychidae]] (Echte Sackträger). | |||
==Diagnose== | |||
Die Art ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] sowohl bei den Männchen, als auch bei den Säcken bereits im Habitus zweifelsfrei zu erkennen. | |||
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | ||
''A. atra'' wurde bereits aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II ([[Salzburger Kalkalpen]]) und IV ([[Zentralalpen]]) nach [[Gernot Embacher#Embacher et al.|Embacher et al.]] ( | ''A. atra'' wurde bereits aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II ([[Salzburger Kalkalpen]]) und IV ([[Zentralalpen]]) nach [[Gernot Embacher#Embacher et al.|Embacher et al.]] (2024) nachgewiesen und war früher im [[Flachgau]] an zahlreichen Orten verbreitet. Am [[14. April]] [[2014]] wurde die Art erstmals auch in den [[Grauwackenzone|Schieferalpen]] (Zone III) gefunden. [[Wolf Kunnert]] entdeckte eine Raupe im [[Wasenmoos Mittersill|Wasenmoos]] in der Nähe des [[Pass Thurn|Passes Thurn]]. Die Höhenverbreitung umfasst einen relativ weiten Bereich (400 bis 1700 m nach [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Lebensraum der Art sind im Gebirge kurzrasige, extensiv genutzte Magerwiesen und felsdurchsetzte Magerweiden höherer Lagen, im Flachland ist die Art aber nur (noch ?) auf Hoch[[moore]]n in Rasengesellschaften zwischen Heidekrautflächen zu finden. | ||
Die [[Glossar Biologie#I|''Imagines'']] treten in einer Generation im Jahr auf und schlüpfen nach kurzer Puppenruhe von Ende April bis Mai, die Raupen überwintern und verpuppen sich im Mai oder Juni. | |||
==Nachbarfaunen== | |||
Mit Ausnahme von [[Wien]] wurde ''A. atra'' bereits in allen österreichischen Bundesländern gefunden (Huemer 2013). Die Art ist in [[Oberösterreich]] aus allen drei Landesteilen bekannt (Kusdas & Reichl 1974), ebenso aus allen vier Landesteilen von [[Bayern]], rezent aber nur mehr aus dem Schichtstufenland und dem ostbayrischen Grundgebirge (Haslberger & Segerer 2016). | |||
==Biologie und Gefährdung== | ==Biologie und Gefährdung== | ||
Über die Biologie der ''Imagines'' ist nur recht wenig bekannt. Die Männchen fliegen tagsüber auf der Suche nach den Weibchen schnell und niedrig über der Vegetation und sterben wie alle Psychiden kurz nach der Begattung. Die Weibchen verlassen den Sack zunächst nicht. Dieser öffnet sich nur am Hinterende ein wenig und ermöglicht den Männchen so die Begattung. Kurz nach der Eiablage, die bald | Über die Biologie der ''Imagines'' ist nur recht wenig bekannt. Die Männchen fliegen tagsüber auf der Suche nach den Weibchen schnell und niedrig über der Vegetation und sterben wie alle Psychiden kurz nach der Begattung. Die Weibchen verlassen den Sack zunächst nicht. Dieser öffnet sich nur am Hinterende ein wenig und ermöglicht den Männchen so die Begattung. Kurz nach der Eiablage, die bald danach beginnt, verlassen auch die madenförmigen Weibchen den Sack und sterben wenig später. | ||
Der Verlust extensiver bewirtschafteter Wiesen im Gebirge durch die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen, aber auch die Eutrophierung der Hochmoore durch Nährstoffeintrag aus der Luft stellen eine potentielle Bedrohung für die meisten Populationen dieser Art im Land dar. Zudem sind die Populationen im Flachgau heute fast vollständig voneinander isoliert, sodass praktisch kein Genaustausch zwischen ihnen mehr stattfinden kann. | Der Verlust extensiver bewirtschafteter Wiesen im Gebirge durch die Aufgabe traditioneller Bewirtschaftungsformen, aber auch die Eutrophierung der Hochmoore durch Nährstoffeintrag aus der Luft stellen eine potentielle Bedrohung für die meisten Populationen dieser Art im Land dar. Zudem sind die Populationen im Flachgau heute fast vollständig voneinander isoliert, sodass praktisch kein Genaustausch zwischen ihnen mehr stattfinden kann (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024). | ||
==Weiterführende Informationen== | ==Weiterführende Informationen== | ||
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{{Commonscat|Acanthopsyche atra}} | {{Commonscat|Acanthopsyche atra}} | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
{{Quelle Embacher et al.}} | {{Quelle Embacher et al. 2024}} | ||
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. | ||
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | |||
*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.01.22]. | |||
*Kusdas, K. & E. R. Reichl 1974. Die Schmetterlinge Oberösterreichs. Teil 2. Schwärmer und Spinner. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-263. | |||
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