Oberlechner-Grab am Petersfriedhof: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Oberlechner-Grab''' ist einer der ältesten auf dem Gräberfeld stehenden und bemerkenswertesten Grabsteine des Salzburger [[Friedhof von St. Peter|Friedhofs von St. Peter]] des Dominicus Oberlechner. Künstlerisch ist er unscheinbar, doch in seiner Umgebung ungewöhnlich durch die aus insgesamt sechs Sprachen zusammengesetzten Aufschriften. | |||
==Beschreibung== | ==Beschreibung== | ||
Die Vorderseite des auf quadratischem Grundriss stehenden Grabsteines trägt die Widmung an | Die Vorderseite des auf quadratischem Grundriss stehenden Grabsteines trägt die Widmung von [[Stadtärzte in Salzburg|Stadtphysikus]] Dr. [[Wolfgang Oberlechner]] an seinen verstorbenen Sohn, die linke und die rechte Seitenfläche kurze Sinnsprüche in lateinischer, französischer, altgriechischer und englischer Sprache, die Rückseite ein italienisches Gedicht in Sonettform. | ||
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| ''der Beginn der Glückseligkeit des Hades.'' | | ''der Beginn der Glückseligkeit des Hades.'' | ||
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| ''krank nicht hält der Geist stand dem Begehren sein!'' | | ''krank nicht hält der Geist stand dem Begehren sein!'' | ||
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Es handelt sich um die vierte und letzte Strophe des Sonetts "La Rosa Morale" von Bernardo Morando ( | Es handelt sich dabei um die vierte und letzte Strophe des Sonetts "La Rosa Morale" von Bernardo Morando (* [[1589]]; † [[1656]]), einem Ordensmann und Autor. Das Sonett ist dem in der [[Barock]]zeit auflagenstarken Roman "La Rosalinda" (1. Auflage in Piacenza 1650), I, 72, entnommen. In dem Roman stoßen einem frommen katholischen (italienisch-englischen) Liebespaar so viele Widrigkeiten zu, dass es, daraus den Willen des Himmels erschließend, auf eine Heirat verzichtet: Er tritt in ein Mönchs-, sie in ein Nonnenkloster ein. Vgl. dazu Emanuele Arata: ''La resistibile ascesa di un narratore secentista: "La Rosalinda" di Bernardo Morando'' (1999/2000). | ||
Die im Artikel angesprochene melancholische Schönheit entspricht freilich nicht der Absicht des Autors, der vielmehr der irdischen Vergänglichkeit die Vorzugswürdigkeit der Weltentsagung gegenüberstellt. | Die im Artikel angesprochene melancholische Schönheit entspricht freilich nicht der Absicht des Autors, der vielmehr der irdischen Vergänglichkeit die Vorzugswürdigkeit der Weltentsagung gegenüberstellt. | ||
==Anmerkung== | ==Anmerkung== | ||
Für einen im Jahr 1821 gesetzten Grabstein erscheint es als ungewöhnlich, dass er zwei Zitate (lateinisch und italienisch) aus der längst verblassten religiösen Barockliteratur trägt; dies verknüpft mit stoisch anmutenden Lobpreisungen des Todes. | Für einen im Jahr [[1821]] gesetzten Grabstein erscheint es als ungewöhnlich, dass er zwei Zitate (lateinisch und italienisch) aus der längst verblassten religiösen Barockliteratur trägt; dies verknüpft mit stoisch anmutenden Lobpreisungen des Todes. | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | ||
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[[Kategorie:Erzabtei St. Peter]] | |||
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]] | [[Kategorie:Salzburgs Schätze]] | ||
[[Kategorie:Friedhof]] | [[Kategorie:Friedhof]] | ||
[[Kategorie:Grab]] | [[Kategorie:Grab]] | ||