Skiclub Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
K Textersetzung - „==== Einzelverweise ====“ durch „== Einzelverweise ==“ |
K Textersetzung - „siehe Ennstalwiki“ durch „siehe EnnstalWiki“ |
||
| (2 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 23: | Zeile 23: | ||
Wer ihm geeignet schien, ein guter Skiläufer zu werden, dem schickte er aus der k.k Skiwerkstätte ein Paar selbst gefertigte Bretter ins Haus, mit der wohlwollenden Aufforderung, sich am nächsten Sonn- oder Feiertag zu einer genau festgesetzten Stunde zum ersten Skiausflug an der [[Straßenbahn|Tramway]] - Haltestelle am [[Café Bazar]] einzufinden. Scheinbar hatte Bilgeri mit dieser Werbemethode für den Skilauf Erfolg. Der Kreis, der sich um ihn scharte, wurde langsam so zahlreich, dass man allmählich daran denken konnte, einen Skiclub zu gründen. [[1906]]/[[1907|07]] fanden unter seiner Leitung die ersten militärischen Skiübungen in [[Obertauern]] statt. | Wer ihm geeignet schien, ein guter Skiläufer zu werden, dem schickte er aus der k.k Skiwerkstätte ein Paar selbst gefertigte Bretter ins Haus, mit der wohlwollenden Aufforderung, sich am nächsten Sonn- oder Feiertag zu einer genau festgesetzten Stunde zum ersten Skiausflug an der [[Straßenbahn|Tramway]] - Haltestelle am [[Café Bazar]] einzufinden. Scheinbar hatte Bilgeri mit dieser Werbemethode für den Skilauf Erfolg. Der Kreis, der sich um ihn scharte, wurde langsam so zahlreich, dass man allmählich daran denken konnte, einen Skiclub zu gründen. [[1906]]/[[1907|07]] fanden unter seiner Leitung die ersten militärischen Skiübungen in [[Obertauern]] statt. | ||
Im Jahre [[1909]] machte Bilgeri mit den talentiertesten aus dieser geschlossenen Skigesellschaft richtige Skitouren. Das [[Purtschellerhaus]], das [[Watzmannkar]], der [[Jenner]], der [[Schneeberg]], der [[Mitterberg]], der [[Hochkeil]] und die [[Schmittenhöhe]] waren die ersten Ziele dieser Skisportler. Oberleutnant Bilgeri verstand es, seine glühende Liebe zu den Schneebergen und dem Sport im unberührten Pulverschnee an seine Jünger weiterzugeben. Als man in späteren Jahren vom alten Oberst Bilgeri sprach, hieß es, er habe ungefähr 45 000 Menschen das Skilaufen beigebracht. Und da die Zahl der Skiläufer, die er um sich gesammelt hatte, groß genug war um, ähnlich wie am Arlberg, in Kitzbühel oder in [[Bad Gastein]] vorher einen Skiclub zu gründen, so wurde am 9. November 1910 im [[Hotel Bristol]] die Gründungsversammlung des Skiclub Salzburg abgehalten. | Im Jahre [[1909]] machte Bilgeri mit den talentiertesten aus dieser geschlossenen Skigesellschaft richtige Skitouren. Das [[Purtschellerhaus]], das [[Watzmannkar]], der [[Jenner]], der [[Schneeberg]], der [[Mitterberg]], der [[Hochkeil]] und die [[Schmittenhöhe]] waren die ersten Ziele dieser Skisportler. Oberleutnant Bilgeri verstand es, seine glühende Liebe zu den Schneebergen und dem Sport im unberührten Pulverschnee an seine Jünger weiterzugeben. Als man in späteren Jahren vom alten Oberst Bilgeri sprach, hieß es, er habe ungefähr 45 000 Menschen das Skilaufen beigebracht. Und da die Zahl der Skiläufer, die er um sich gesammelt hatte, groß genug war um, ähnlich wie am Arlberg, in Kitzbühel oder in [[Bad Gastein]] vorher einen Skiclub zu gründen, so wurde am 9. November 1910 im [[Hotel Bristol (Stadt Salzburg)|Hotel Bristol]] die Gründungsversammlung des Skiclub Salzburg abgehalten. | ||
Der erste Ausschuss setzte sich aus folgenden Herren zusammen: | Der erste Ausschuss setzte sich aus folgenden Herren zusammen: | ||
| Zeile 40: | Zeile 40: | ||
Diese "Skiwelle", die Salzburg damals in den Jahren 1910/11/12 erfasst hatte, färbte vom gesellschaftlichen Sektor langsam auch auf den Sport ab. Der Skiclub Salzburg blieb Sammelbecken und Mittelpunkt. Auf seine Initiative wurde [[1912]] der [[Salzburger Landes-Skiverband]] gegründet und wenig später verlagerte der "Österreichische Skiverband" seinen Sitz von Innsbruck nach Salzburg. | Diese "Skiwelle", die Salzburg damals in den Jahren 1910/11/12 erfasst hatte, färbte vom gesellschaftlichen Sektor langsam auch auf den Sport ab. Der Skiclub Salzburg blieb Sammelbecken und Mittelpunkt. Auf seine Initiative wurde [[1912]] der [[Salzburger Landes-Skiverband]] gegründet und wenig später verlagerte der "Österreichische Skiverband" seinen Sitz von Innsbruck nach Salzburg. | ||
Die Länderkonferenz des Österreichischen Skiverbandes wählte am [[7. September|7.]] und [[8. September]] [[1912]] in <span style="color:green">Bad Aussee</span><ref>siehe | Die Länderkonferenz des Österreichischen Skiverbandes wählte am [[7. September|7.]] und [[8. September]] [[1912]] in <span style="color:green">Bad Aussee</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Bad Aussee]]</ref> die Salzburger Funktionäre Geza von Wolfstein (1. Vorsitzender), Dr. [[Friedrich Rigele (Alpinist)|Fritz Riegele]] (2. Vorsitzender), Dr. Otto Duffek (Schriftführer) und Richard Volker (Kassier) in den Hauptvorstand des ÖSV. | ||
==== Die Brüder Hauser und Markus "Moarli" Maier ==== | ==== Die Brüder Hauser und Markus "Moarli" Maier ==== | ||
Als im November [[1911]] eine Enquete über die Hebung des [[Fremdenverkehr]]s stattfand, sprachen die Vertreter des Skiclubs Salzburg ein gewichtiges Wort mit. Im ersten Vereinsjahr wurden im engeren Vereinsgebiet 15, außerhalb von Skiclubmitgliedern 14 Skikurse abgehalten. Es wurden zahlreiche Touren, darunter eine große alpine Führungstour unter Bilgeri ins Venedigergebiet, durchgeführt. Clubmitglieder starteten bei Konkurrenzen in <span style="color:green">Bad Mitterndorf</span><ref>siehe | Als im November [[1911]] eine Enquete über die Hebung des [[Fremdenverkehr]]s stattfand, sprachen die Vertreter des Skiclubs Salzburg ein gewichtiges Wort mit. Im ersten Vereinsjahr wurden im engeren Vereinsgebiet 15, außerhalb von Skiclubmitgliedern 14 Skikurse abgehalten. Es wurden zahlreiche Touren, darunter eine große alpine Führungstour unter Bilgeri ins Venedigergebiet, durchgeführt. Clubmitglieder starteten bei Konkurrenzen in <span style="color:green">Bad Mitterndorf</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Bad Mitterndorf]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref>, Kitzbühel und Davos und errangen schöne Plätze. | ||
[[1912]] unternahmen Geza von Wolfstein, Barth und Dir. Elsner eine mehrmonatige Norwegen-Tournee, um den Skilauf in seiner ursprünglichen Methode kennenzulernen. Von Wolfstein nahm als erster österreichischer Delegierter an einem Holmenkollenrennen in Oslo, [[Norwegen]], teil. | [[1912]] unternahmen Geza von Wolfstein, Barth und Dir. Elsner eine mehrmonatige Norwegen-Tournee, um den Skilauf in seiner ursprünglichen Methode kennenzulernen. Von Wolfstein nahm als erster österreichischer Delegierter an einem Holmenkollenrennen in Oslo, [[Norwegen]], teil. | ||
| Zeile 55: | Zeile 55: | ||
[[Siegfried Amanshauser]] nahm sich als erster der sportbegeisterten Jugend an. Man traf sich damals in der "Birne" (jetzt Gehmacher, [[Alter Markt]]), las im "Schwartling", der bunten Monatszeitschrift des Skiclubs, die Clubneuigkeiten und suchte ein Skigelände, das näher an Salzburg lag und von der Schuljugend leichter zu erreichen war. | [[Siegfried Amanshauser]] nahm sich als erster der sportbegeisterten Jugend an. Man traf sich damals in der "Birne" (jetzt Gehmacher, [[Alter Markt]]), las im "Schwartling", der bunten Monatszeitschrift des Skiclubs, die Clubneuigkeiten und suchte ein Skigelände, das näher an Salzburg lag und von der Schuljugend leichter zu erreichen war. | ||
Siegfried Amanshauser legte den Grundstein zum Skilauf am [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]], Otto und Hermann Amanshauser setzten die begonnene Tradition fort. Erst sprang die "Jungschar", der Feichtner, Reitmayr, Henning, Strahal u.a. angehörten, auf der selbstgebauten Schneeschanze am [[Rossfeld]]. Dort feilte Ski-Maestro Amanshauser an der Technik seiner Schützlinge, die [[1923]] die erste Prüfung auf der neu gebauten [[Zistelschanze]] am [[Mitteregg]] mit Auszeichnung bestanden (siehe [[Wintersport auf dem Gaisberg (historisch)]]). Der damals 17jährige Karl Strahal stand mit 31 m den schönsten Sprung des Tages. Aber dies war nicht der einzige Sieg von Karl Strahal. [[1925]] konnte er beim Semmering-Springen den [[Norwegen|norwegischen]] "Springer-König" Dagfin Carlson und die ganzen Riesengebirgler einwandfrei bezwingen. [[1926]] gewann er die Skimeisterschaft Salzburg – Kärnten in Mallnitz. | Siegfried Amanshauser legte den Grundstein zum Skilauf am [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]], Otto und Hermann Amanshauser setzten die begonnene Tradition fort. Erst sprang die "Jungschar", der Feichtner, Reitmayr, Henning, Strahal u. a. angehörten, auf der selbstgebauten Schneeschanze am [[Rossfeld]]. Dort feilte Ski-Maestro Amanshauser an der Technik seiner Schützlinge, die [[1923]] die erste Prüfung auf der neu gebauten [[Zistelschanze]] am [[Mitteregg]] mit Auszeichnung bestanden (siehe [[Wintersport auf dem Gaisberg (historisch)]]). Der damals 17jährige Karl Strahal stand mit 31 m den schönsten Sprung des Tages. Aber dies war nicht der einzige Sieg von Karl Strahal. [[1925]] konnte er beim Semmering-Springen den [[Norwegen|norwegischen]] "Springer-König" Dagfin Carlson und die ganzen Riesengebirgler einwandfrei bezwingen. [[1926]] gewann er die Skimeisterschaft Salzburg – Kärnten in Mallnitz. | ||
Der damalige Obmann des Skiclubs Salzburg, Josef Pölzleitner, hatte sich um den Bau der Sprungschanze am Mitteregg besonders verdient gemacht. Bis hinein in die [[1950er]] Jahre war diese Sprungschanze der Austragungsort beachtlicher Skispringen. | Der damalige Obmann des Skiclubs Salzburg, Josef Pölzleitner, hatte sich um den Bau der Sprungschanze am Mitteregg besonders verdient gemacht. Bis hinein in die [[1950er]] Jahre war diese Sprungschanze der Austragungsort beachtlicher Skispringen. | ||
| Zeile 76: | Zeile 76: | ||
Skiclubabende, Skiclubkränzchen und durch eine Reihe von Jahren der Skiclubball im [[Großes Festspielhaus|Festspielhaus]] waren die gesellschaftliche Seite. Von der sportliche Seite machte man Skiausflüge und Skitouren nicht nur in die Umgebung von Salzburg, sondern auch hinein in die Gebirgsorte, die damals in bezug auf Wintersport noch einen "Dornröschenschlaf" hielten. Autobusse standen keine zur Verfügung, so waren es Samstag und Sonntag mit Holzbrettern, Spriegel und Plane versehene Lkw, die die Mitglieder an den [[Weißsee]], nach [[Wagrain]] oder Zell am See brachten. Frühjahrsskiläufe oder Bergtouren im Bereiche der [[Großglockner Hochalpenstraße|Glocknerstraße]] und [[Raurisertal]] gehörten ebenso dazu. Das Zistelspringen war in den ersten Nachkriegsjahren eine besondere Attraktion und die Schanze am Mitteregg erwachte zu neuem Leben. | Skiclubabende, Skiclubkränzchen und durch eine Reihe von Jahren der Skiclubball im [[Großes Festspielhaus|Festspielhaus]] waren die gesellschaftliche Seite. Von der sportliche Seite machte man Skiausflüge und Skitouren nicht nur in die Umgebung von Salzburg, sondern auch hinein in die Gebirgsorte, die damals in bezug auf Wintersport noch einen "Dornröschenschlaf" hielten. Autobusse standen keine zur Verfügung, so waren es Samstag und Sonntag mit Holzbrettern, Spriegel und Plane versehene Lkw, die die Mitglieder an den [[Weißsee]], nach [[Wagrain]] oder Zell am See brachten. Frühjahrsskiläufe oder Bergtouren im Bereiche der [[Großglockner Hochalpenstraße|Glocknerstraße]] und [[Raurisertal]] gehörten ebenso dazu. Das Zistelspringen war in den ersten Nachkriegsjahren eine besondere Attraktion und die Schanze am Mitteregg erwachte zu neuem Leben. | ||
Zwei- bis dreitausend Zuschauer säumten die Aufsprungbahn, wenn Toni Schauer, [[Heinz Palme]] und auch [[Sepp Bradl|Bubi Bradl]] über den Bakken gingen. Aber auch andere verdiente Sportler standen damals in den Reihen des Clubs. Es seien nur einige davon erwähnt: [[Annelore Zrost|Annelore Zückert]] (ÖSV-Meisterin [[1947]]/[[1950|50]]), Gretl Haslauer, der früh verstorbene <span style="color:green">Hans Derkogner</span><ref>siehe | Zwei- bis dreitausend Zuschauer säumten die Aufsprungbahn, wenn Toni Schauer, [[Heinz Palme]] und auch [[Sepp Bradl|Bubi Bradl]] über den Bakken gingen. Aber auch andere verdiente Sportler standen damals in den Reihen des Clubs. Es seien nur einige davon erwähnt: [[Annelore Zrost|Annelore Zückert]] (ÖSV-Meisterin [[1947]]/[[1950|50]]), Gretl Haslauer, der früh verstorbene <span style="color:green">Hans Derkogner</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Hans Derkogner]]</ref> (Olympiateilnehmer [[1948]]), [[Fred Rössner]] und schließlich der Wahl-Salzburger [[Engele Haider]]. | ||
Der Jugendarbeit wurde besonderes Augenmerk zugewandt und so veranstaltete der Skiclub in den ersten Nachkriegsjahren jährlich den Jugendskitag der Stadt. [[1949]] hatte der Skiclub für diese Veranstaltung so viele Anmeldungen (450 Schüler), dass der Transport auf die Zistelalm ein großes Problem wurde. Die Rettung für die Funktionäre waren damals die Amerikaner, die solcher Jugendarbeit gegenüber aufgeschlossen waren. Sie stellten Militärfahrzeuge zur Verfügung und so war ein rascher und klagloser Transport der Mädchen und Buben hinauf zur Zistel möglich. | Der Jugendarbeit wurde besonderes Augenmerk zugewandt und so veranstaltete der Skiclub in den ersten Nachkriegsjahren jährlich den Jugendskitag der Stadt. [[1949]] hatte der Skiclub für diese Veranstaltung so viele Anmeldungen (450 Schüler), dass der Transport auf die Zistelalm ein großes Problem wurde. Die Rettung für die Funktionäre waren damals die Amerikaner, die solcher Jugendarbeit gegenüber aufgeschlossen waren. Sie stellten Militärfahrzeuge zur Verfügung und so war ein rascher und klagloser Transport der Mädchen und Buben hinauf zur Zistel möglich. | ||
| Zeile 193: | Zeile 193: | ||
* Herbert Thayer - österreichischer Profiskifahrer und Masters Weltmeister | * Herbert Thayer - österreichischer Profiskifahrer und Masters Weltmeister | ||
* Grete Weickert - österreichische Skirennläuferin, Olympiateilnehmerin | * Grete Weickert - österreichische Skirennläuferin, Olympiateilnehmerin | ||
* Hannelore Zückert - österreichischer Skirennläufer, u. a. dreifache Siegerin (Abfahrt, Slalom und damit auch Kombination) bei der <span style="color:green">Vierländermeisterschaft 1947</span><ref>siehe | * Hannelore Zückert - österreichischer Skirennläufer, u. a. dreifache Siegerin (Abfahrt, Slalom und damit auch Kombination) bei der <span style="color:green">Vierländermeisterschaft 1947</span><ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Vierländermeisterschaft 1947]]</ref> sowie mehrfache Weltcupsiegerin der Nachkriegszeit | ||
Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! | Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit! | ||