Axt vom Radhausberg: Unterschied zwischen den Versionen
(Axt vom Radhausberg (Seite wurde neu angelegt)) |
K (Textersetzung - „Ernst Penninger“ durch „Ernst Penninger“) |
||
| (10 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | + | Die '''Axt vom Radhausberg''' ist ein Fundstück am [[Radhausberg]] aus der späten <nowiki>Jung</nowiki>[[steinzeit]]. | |
| − | Die '''Axt vom | + | |
==Fundzeitpunkt und Fundort== | ==Fundzeitpunkt und Fundort== | ||
Die Axt wurde im Jahr [[1910]] am Radhausberg bei [[Böckstein]] aufgelesen, und zwar am [[Kreuzkogel (Bad Gastein)]] auf einer Höhe von 2.600 [[m ü. A.]]. Es handelt sich um einen Einzelfund. | Die Axt wurde im Jahr [[1910]] am Radhausberg bei [[Böckstein]] aufgelesen, und zwar am [[Kreuzkogel (Bad Gastein)]] auf einer Höhe von 2.600 [[m ü. A.]]. Es handelt sich um einen Einzelfund. | ||
| − | G. Kyrle beschreibt den Fundort wie folgt: | + | G. Kyrle beschreibt den Fundort wie folgt: "''Auf der sogenannten Keuche (Kar) unterhalb des Gipfels, neben dem Touristenweg, der vom Hieronymusberghaus über die Grubachalpe auf den Kreuzkogel führt.''" |
| + | |||
==Beschreibung== | ==Beschreibung== | ||
| − | Die Lochaxt besteht aus Serpentin. .. | + | Die Lochaxt besteht aus [[Serpentin]]. .."''das Bahnende ist gerundet, die Schneide etwas beschädigt, der Querschnitt ist ein stark ausgerundetes Rechteck.''" Das Fundstück weist eine Länge von 9,5 cm, eine Breite von 3,0 cm und die Höhe in Richtung des Loches beträgt 3,6 cm. Das Schaftloch ist leicht konisch und weist auf der Rückseite 1,5 cm und auf der Vorderseite 1,7 cm Lichtweite auf. Die Axt ist 178 g schwer. Sie ist also klein, sehr schmal und verfügt nur über ein geringes Gewicht. Es kann sich daher weniger um ein Werkzeug sondern muss sich vielmehr um eine Waffe handeln. |
| − | Ein Vergleichsstück aus der Ansiedlung vom [[Grillberg]] in [[Elsbethen]] aus dem Jahr [[1943]] verweist den Axtfund vom [[Radhausberg]] in die späte | + | Ein Vergleichsstück aus der Ansiedlung vom [[Grillberg]] in [[Elsbethen]] aus dem Jahr [[1943]] verweist den Axtfund vom [[Radhausberg]] in die späte Jungsteinzeit. |
| + | |||
==Bemerkenswertes== | ==Bemerkenswertes== | ||
| − | Dieser Axtfund ist deshalb erwähnenswert, da er durch die Nähe des Fundortes zum [[Niederer | + | Dieser Axtfund ist deshalb erwähnenswert, da er durch die Nähe des Fundortes zum [[Niederer Tauern|Niederen Tauern]] und in der Zusammenschau mit dem Fund der [[Axt vom Korntauern]] einen deutlichen Hinweis auf die Begehung der [[Alpenübergänge]] schon in spätneolithischer Zeit bringt. Zudem handelt es sich um den höchstgelegensten Steinbeilfund der [[Ostalpen]]. |
| + | |||
==Quelle== | ==Quelle== | ||
| − | * Gedenkschrift für [[Martin Hell]], mit ausgewählten Aufsätzen von Martin Hell, mit einem Nachruf von [[Ernst Penninger]], redigiert von [[Heinz Dopsch]], Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 6. Ergänzungsband, | + | * Gedenkschrift für [[Martin Hell]], mit ausgewählten Aufsätzen von Martin Hell, mit einem Nachruf von [[Ernst Penninger (Archäologe)|Ernst Penninger]], redigiert von [[Heinz Dopsch]], Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 6. Ergänzungsband, Salzburg, [[1977]] |
[[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie:Geschichte]] | ||
[[Kategorie:Archäologie]] | [[Kategorie:Archäologie]] | ||
| − | [[Kategorie: | + | [[Kategorie:Steinzeit]] |
| + | [[Kategorie:Jungsteinzeit]] | ||
| + | [[Kategorie:Ostalpen]] | ||
[[Kategorie:Zentralalpen]] | [[Kategorie:Zentralalpen]] | ||
[[Kategorie:Ostalpen]] | [[Kategorie:Ostalpen]] | ||
Aktuelle Version vom 11. Oktober 2023, 09:03 Uhr
Die Axt vom Radhausberg ist ein Fundstück am Radhausberg aus der späten Jungsteinzeit.
Fundzeitpunkt und Fundort
Die Axt wurde im Jahr 1910 am Radhausberg bei Böckstein aufgelesen, und zwar am Kreuzkogel (Bad Gastein) auf einer Höhe von 2.600 m ü. A.. Es handelt sich um einen Einzelfund.
G. Kyrle beschreibt den Fundort wie folgt: "Auf der sogenannten Keuche (Kar) unterhalb des Gipfels, neben dem Touristenweg, der vom Hieronymusberghaus über die Grubachalpe auf den Kreuzkogel führt."
Beschreibung
Die Lochaxt besteht aus Serpentin. .."das Bahnende ist gerundet, die Schneide etwas beschädigt, der Querschnitt ist ein stark ausgerundetes Rechteck." Das Fundstück weist eine Länge von 9,5 cm, eine Breite von 3,0 cm und die Höhe in Richtung des Loches beträgt 3,6 cm. Das Schaftloch ist leicht konisch und weist auf der Rückseite 1,5 cm und auf der Vorderseite 1,7 cm Lichtweite auf. Die Axt ist 178 g schwer. Sie ist also klein, sehr schmal und verfügt nur über ein geringes Gewicht. Es kann sich daher weniger um ein Werkzeug sondern muss sich vielmehr um eine Waffe handeln.
Ein Vergleichsstück aus der Ansiedlung vom Grillberg in Elsbethen aus dem Jahr 1943 verweist den Axtfund vom Radhausberg in die späte Jungsteinzeit.
Bemerkenswertes
Dieser Axtfund ist deshalb erwähnenswert, da er durch die Nähe des Fundortes zum Niederen Tauern und in der Zusammenschau mit dem Fund der Axt vom Korntauern einen deutlichen Hinweis auf die Begehung der Alpenübergänge schon in spätneolithischer Zeit bringt. Zudem handelt es sich um den höchstgelegensten Steinbeilfund der Ostalpen.
Quelle
- Gedenkschrift für Martin Hell, mit ausgewählten Aufsätzen von Martin Hell, mit einem Nachruf von Ernst Penninger, redigiert von Heinz Dopsch, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 6. Ergänzungsband, Salzburg, 1977