Hollersbachtal: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Hollersbachtal.jpg|thumb|Hollersbachtal, Blick | [[Datei:Hollersbachtal nach Norden 2021.jpg|thumb|Hollersbachtal, Blick nach Norden. Unten links die Talstation der [[Materialseilbahn]] zur [[Neue Fürther Hütte|Neuen Fürther Hütte]].]] | ||
{{Googlemapsort|Hollersbachtal}} | {{Googlemapsort|Hollersbachtal}} | ||
[[Datei:Hollersbachtal Hintermoos.jpg|thumb|Das [[Vordermoos (Hollersbachtal)|Vordermoos]] vom Weg zur [[Neue Fürther Hütte|Neuen Fürther Hütte]].]] | [[Datei:Hollersbachtal Hintermoos.jpg|thumb|Das [[Vordermoos (Hollersbachtal)|Vordermoos]] vom Weg zur [[Neue Fürther Hütte|Neuen Fürther Hütte]].]] | ||
[[Datei:Hollersbachtal Senningerbrau.jpg|thumb|Blick auf die Senningerbräu-Alm im Hollersbachtal, rechts hinten der [[Abretter]] (2 979 [[m ü. A.]]).]] | [[Datei:Hollersbachtal Senningerbrau.jpg|thumb|Blick auf die Senningerbräu-Alm im Hollersbachtal, rechts hinten der [[Abretter]] (2 979 [[m ü. A.]]).]] | ||
Das '''Hollersbachtal''' | [[Datei:Hollersbachtal Vordermoos .jpg|thumb|Das [[Vordermoos (Hollersbachtal)|Vordermoos]].]] | ||
Das '''Hollersbachtal''' ist ein südliches [[Tauern]]tal im [[Salzachtal]] in der [[Oberpinzgau]]er Gemeinde [[Hollersbach im Pinzgau]] südlich der gleichnamigen Ortschaft. | |||
== Geografie == | == Geografie == | ||
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Ziel des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks]] ist auch der Erhalt des Hollersbaches als natürliches Gewässer. "Ein naturnaher Bach ist ein dynamisches Ökosystem, das heißt, es herrscht eine ständige Abfolge zwischen Anlandung, Festigung des Materials durch krautige Pflanzen, Aufkommen von Holzpflanzen und - vor allem bei Hochwässern - Wegreißen der Ufer samt ihren Vegetationskomplexen. Bei verbauten Ufern und "gezähmten" Bächen findet diese Dynamik nicht mehr statt." Zitat Naturführer "Hollersbachtal" des Nationalparks S. 28. | Ziel des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks]] ist auch der Erhalt des Hollersbaches als natürliches Gewässer. "Ein naturnaher Bach ist ein dynamisches Ökosystem, das heißt, es herrscht eine ständige Abfolge zwischen Anlandung, Festigung des Materials durch krautige Pflanzen, Aufkommen von Holzpflanzen und - vor allem bei Hochwässern - Wegreißen der Ufer samt ihren Vegetationskomplexen. Bei verbauten Ufern und "gezähmten" Bächen findet diese Dynamik nicht mehr statt." Zitat Naturführer "Hollersbachtal" des Nationalparks S. 28. | ||
Der [[Kratzenbergsee]] ist mit 24 ha Größe der größte natürliche [[ | Der [[Kratzenbergsee]] ist mit 24 ha Größe der größte natürliche [[Gewässer im Nationalpark Hohe Tauern|Gebirgssee im Nationalpark Hohe Tauern]] und im Raum der Tauern insgesamt. | ||
Der [[Scharrnbach]] im westlichen Seitental des Hollersbaches, dem [[Scharrntal]], wird wegen der dort früher betriebenen Bergbaugruben auch Gruberbach genannt wird. | Der [[Scharrnbach]] im westlichen Seitental des Hollersbaches, dem [[Scharrntal]], wird wegen der dort früher betriebenen Bergbaugruben auch Gruberbach genannt wird. | ||
Auch zahlreiche weitere kleine Seitenbäche nimmt der Hollersbach in seinem Verlauf auf. Südlich der [[Leitneralm]] etwa | Auch zahlreiche weitere kleine Seitenbäche nimmt der Hollersbach in seinem Verlauf auf. Südlich der [[Leitneralm]] etwa den "Krameteker", den Grummetecker Graben und seinen Bach und nördlich der Senningeralm die Speibingklamm mit ihrem Bach. | ||
=== Klammen und Felsen === | === Klammen und Felsen === | ||
Die steilen Trogschultern des Hollersbachtales sind vielfach als hohe aber stark gegliederte Felswände ausgebildet, die Seitenbäche im Tal bildeten in diesen Felsen z. T. tiefe Klammen. Bemerkenswert ist oberhalb des Ofner Bodens die [[Geier]]-Schlafplätze unweit des Berggipfels "Geiering". Nichtbrütende und daher in den Hohen Tauern übersommernde [[Weißkopfgeier]] aus [[Kroatien]] (z. B. von den Inseln Krk und Cres und deren Umgebung) suchen abends gerne traditionelle gemeinsame Schlafplätze auf. Zu den bekanntesten Schlafplätzen in den Tauern zählen das [[Krumltal]] als Seitental des [[Raurisertal]]es und das | Die steilen Trogschultern des Hollersbachtales sind vielfach als hohe aber stark gegliederte Felswände ausgebildet, die Seitenbäche im Tal bildeten in diesen Felsen z. T. tiefe Klammen. Bemerkenswert ist oberhalb des Ofner Bodens die [[Geier]]-Schlafplätze unweit des Berggipfels "Geiering". Nichtbrütende und daher in den Hohen Tauern übersommernde [[Weißkopfgeier]] aus [[Kroatien]] (z. B. von den Inseln Krk und Cres und deren Umgebung) suchen abends gerne traditionelle gemeinsame Schlafplätze auf. Zu den bekanntesten Schlafplätzen in den Tauern zählen das [[Krumltal]] als Seitental des [[Raurisertal]]es und das Hollersbachtal. Unmittelbar unter den Geier-Schlafpätzen haben sich stickstoffliebene Flechtenteppiche entwickelt, deren matt-rot bis mattorange Farbe auffällt. Die sehr auffällige Schwefelgelbe Leuchtflechte gedeiht auch im Hollersbachtal am besten regengeschützt an Felsen und Mauern mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ihr werden wegen des intensiven Farbtones fluoreszierende Eigenschaften nachgesagt. | ||
=== Umrahmende Berggipfel des Hollersbachtales === | === Umrahmende Berggipfel des Hollersbachtales === | ||
Der [[Pihapper]] (2 513 [[m ü. A.]]) ist ein häufig von | Der [[Pihapper]] (2 513 [[m ü. A.]]) ist ein häufig von Bergwanderern begangener Berggipfel oberhalb der Lachalmen und der Rosskaralm. Oberhalb der Ottacher Hochalm liegen der Hohe Herd (2 824 m ü. A.) und südlich davon die Geiering Höhe (2 748 m ü. A.) mit dem Geiering Horn (2 516 m ü.A.). Der [[Tauernkogel (Felber Tauern)|Tauernkogel]] ragt mit 2 989 m ü. A. hoch über die vorgenannten Gipfel auf. Er ist auf markierten Wegen aber nur von der Felbertaler Seite her über die [[St. Pöltener Hütte]] gut erreichbar. Dichtenkogel oder Weißeneck (2 843 m ü. A.), Roter Kogel (2 945 m ü. A.), Rote Säule (2 994 m ü. A.) und [[Abretter]] (2 980 m ü. A.) sind im Süden des Vorder- und des Hintermooses aufragend alle fast 3 000 m ü. A. hoch, touistisch aber nicht erschlossen. Südwestlich des Kratzenbergsees erhebt sich der [[Kratzenberg]] (3 023 m ü. A.). Bekannt und von der Neuen Fürther Hütte gut erreichbar ist als Bergspitze der [[Larmkogel]] (3 017 m ü. A.) neben der gleichnamigen Scharte, die ins Habachtal hinüber führt. Das durch die Klimaerwärmung zunehmend schwindende Watzfeldkees wird im Süden begrenzt vom Blessachkopf (3 050 m ü. A., höchster Gipfel des Hollersbachtals), im Norden durch den Graukogel (2 834 m ü. A.), der nach Nordnordost hin als Grat bis zum Wildloseck (2 245 m ü. A.) weiterführt. Nördlich des Scharrntales begrenzen Breitkopf (2 420 m ü. A.) und Mahdleitenkogel (2 348 m ü. A.) das Hollersbachtal. | ||
== Wirtschaft == | == Wirtschaft == | ||
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An der Ostseite im Tal befindet sich der Großteil der Almen im Hollersbacher Tal: | An der Ostseite im Tal befindet sich der Großteil der Almen im Hollersbacher Tal: | ||
* Die Almhütten der vorderen und der hinteren [[Ofneralm]] mit ihren Almhütten nächst dem [[Ofner Boden]], | * Die Almhütten der vorderen und der hinteren [[Ofneralm]] mit ihren Almhütten nächst dem [[Ofner Boden]], | ||
* Die | * Die Rossgrubalm; | ||
* Die Hütte der | * Die Hütte der Sauersteinalm liegt direkt auf einem steilen Felsen über dem Talboden. Hinter der Almhütte sorgt eine künstliche Erhebung dafür dass allfällige [[Lawine]]n im Winter neben die Hütte abgelenkt werden. Die Alm wird vom neuen Eigentümer, dem Schuhbichlbauern, seit einigen Jahrzehnten auch als "Schuhbichlalm" bezeichnet. Auch der Name "Bramlalm" war früher geläufig. Nachdem im Hollersbachtal aber seit fürsterzbischöflicher Zeit bereits eine Schuhbichlalm besteht, wird zur Vermeidung von Verwirrung dieser Name hier nicht verwendet. | ||
* Im Raum der Sauersteinalm befindet sich auch der ehemalige | * Im Raum der Sauersteinalm befindet sich auch der ehemalige Gasthof "Edelweiß", | ||
* Talauswärts folgt die große | * Talauswärts folgt die große Ottacher Grundalm mit zwei Ställen und einer neu erbauten großen [[Almhütte]]. | ||
* Die | * Die Senningeralm (auch "Senningerbräualm") wird seit vielen Jahrzehnten nicht mehr als Almwirtschaft geführt. Die dortige Hütte ist ein Ausflugsgasthof. | ||
* Die | * Die Lahneralm, früher nach dem "Speibinggraben" auch Speibingalm genannt. | ||
* Nach der | * Nach der Wirtsalm] folgt talauswärts | ||
* die [[Leitneralm]] (früher auch Leitenalm). | * die [[Leitneralm]] (früher auch Leitenalm). | ||
An der Westseite im Tal liegt die gegenüber der Edelweißhütte die große | An der Westseite im Tal liegt die gegenüber der Edelweißhütte die große Scharrer Grundalm, von der zwei [[Materialseilbahn]]en auf die Hochalmen Marchleggalm und auf der gegenüberliegenden Talseite auf die Ottacher Hochalm führen. Die bis vor einigen Jahrzehnten zusätzlich bestehende [[Materialseilbahn]]auf die Scharrer Hochalm besteht nicht mehr und auch nicht mehr die kurze [[Materialseilbahn]]zur nahen Edelweißhütte. Westlich der Almhütte mündet der [[Gamskarlbach]] über einen bemerkenswerten Wasserfall in den Hollersbach. | ||
Neben der Scharrer Grundalm befindet sich in Richtung Talausgang die alte | Neben der Scharrer Grundalm befindet sich in Richtung Talausgang die alte Schuhbichleralm, die derzeit im Wesentlichen der Ziegenhaltung dient. Weiter talauswärts folgt linksufrig die kleine Dorferwirtsalm. | ||
Weiter talauswärts folgt linksufrig die kleine | |||
====Die Almen im Scharrntal ==== | ====Die Almen im Scharrntal ==== | ||
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Im Westen: | Im Westen: | ||
* | *Marchlecker Kar (Schafalm) | ||
* | *Marchlegger Alm | ||
* | *Scharrer Hochalm | ||
* | *Senninger Hochalm (auch Senninger Karalm genannt) | ||
Im Osten: | Im Osten: | ||
* | *Ottacher Hochalm und nördlich angrenzend die Groß-Lachalmen mit der Lachgrundalm und der Lachhochalm. | ||
es folgt nach Norden die | es folgt nach Norden die Rossalm (alte Schreibweise Roßalm) mit der hoch gelegenen Rosskaralm | ||
und weiter im Norden die | und weiter im Norden die Vordere und die Hintere Lachalm. Die Hintere Lachalm wurde früher ebenfalls als Schuhbichler Alm bezeichnet. | ||
==== Nutzung der Almen==== | ==== Nutzung der Almen==== | ||
:'' siehe auch [[Almwirtschaft im Pinzgau um 1935]] | :'' siehe auch [[Almwirtschaft im Pinzgau um 1935]] | ||
In Hollersbach wurden [[1950]] insgesamt 368 Kühe und 414 Kälber aufgetrieben, zudem 2 276 Schafe und 85 Schweine. Den Tiefpunkt der [[Almwirtschaft|Almbewirtschaftung]] lag um das Jahr [[1970]], wo nur mehr 254 Kühe und 285 Kälber und 790 Schafe auf den Hollersbacher Almen weideten. Schweinehaltung und Pferdehaltung gingen im Tal fast gänzlich zurück. Seit 1970 steigen die Zahlen der Weidetiere wieder erheblich an: [[1980]] waren wieder 309 Kühe, 570 Kälber und über 800 Schafe auf der Weide. Durch die besonderen Förderung im Zuge der Errichtung des Nationalparkes stiegen die Viehauftriebszahlen deutlich weiter an. | |||
=== Fremdenverkehr === | === Fremdenverkehr === | ||
==== Schutzhütte ==== | ==== Schutzhütte ==== | ||
Die Alte Fürther Hütte war [[1903]] am Gänsebichljoch in [[Südtirol]] gebaut worden, die nach [[1919]] vom italienischen Staat enteignet worden war. Die [[Neue Fürther Hütte|Neue Hütte]] der Sektion Fürth des Alpenvereines sollte im Hollersbachtal zuerst auf dem | Die Alte Fürther Hütte war [[1903]] am Gänsebichljoch in [[Südtirol]] gebaut worden, die nach [[1919]] vom italienischen Staat enteignet worden war. Die [[Neue Fürther Hütte|Neue Hütte]] der Sektion Fürth des Alpenvereines sollte im Hollersbachtal zuerst auf dem Sandebentörl gebaut werden. Sie wurde aber dann [[1929]] idyllisch und [[lawine]]nsicher neben dem Kratzenbergsee in 2 200 m Höhe erbaut. Mehrfach wurde die Hütte erweitert, [[2006]] folgte eine biologische Kläranlage. Vom Ende des Almweges zur Fürther Hütte führt eine zur Versorgung der Hütte notwendige [[Materialseilbahn]]. | ||
==== Wanderungen ==== | ==== Wanderungen ==== | ||
Das | Das Hollersbachtal ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. Drei Gastwirtschaften bestehen heute im Talbereich, nachdem die Edelweißhütte (1 219 m ü. A.) nicht mehr als Gastwirtschaft geführt wird: | ||
* die Seestube am Eingang (885 m ü. A.) zum Tal | * die Seestube am Eingang (885 m ü. A.) zum Tal | ||
* die Senningeralm in der Mitte des Tales (1 130 m ü. A.) | * die Senningeralm in der Mitte des Tales (1 130 m ü. A.) | ||
* die Neue Fürther Hütte (v. a. für Hochalpinisten) (2 201 m ü. A.) | * die Neue Fürther Hütte (v. a. für Hochalpinisten) (2 201 m ü. A.) | ||
Beliebte alpinistische Ziele sind | Beliebte alpinistische Ziele sind vor allem die Pihapperspitze, welche im Winter auch von Tourengehern gerne bestiegen wird, der Weg über den [[Kratzenbergsee]] zum Sandebentörl und weiter zur [[Alte Prager Hütte|Alten Prager Hütte]] und zum Venediger Höhenweg und ins Innergschlöss sowie der Weg über die Larmkogelscharte zum Larmkogel und weiter zur [[Neue Thüringer Hütte|Neuen Thüringer Hütte]] im [[Habachtal]]. Angesichts des allgemeinen Fahrverbotes für den privaten Pkw-Verkehr auf dem Almweg besteht die Möglichkeit, mit dem Bus zur Senningeralm gebracht zu werden, oder von dieser zum Tal oder ebenfalls mit dem Bus zur Talstation der Neuen Fürther Hütte. Sehr beliebt ist der gut ausgebaute Almweg (mit oder ohne Elektrounterstützung) für Radfahrer. Sehr beliebt ist auch der abwechslungsreiche Weg entlang des [[Bachlehrweg Hollersbach|Bachlehrweges Hollersbachtal]] zur Senningeralm. | ||
Im Nordosten des Tales: Vom Berghof mit der Wegnummer 934 folgend bis zur Pölsneralm - weiter die Rückseite der "Mittersiller Platte", dem Weg mit der Nummer 935 folgend leicht ansteigend zuerst Richtung Westen - weiter auf dem Bergrücken Richtung Süden zum Vorgipfel "Plugsberg" (2 414 m ü. A.) - dann auf schmalem Weg den Grat entlang bis zum Aufschwung des Pihappergipfels (2 513 m ü. A.) - nach kurzem Blockgelände folgt eine kleine Kletterpassage mit kurzer Leiter und Seilsicherungen - dann auf steilem Steig zum Pihapper. Als zusätzliche Sicherheit ist bei Bedarf ein kurzes Seil nützlich. Durch den schmalen Grat und die Kletterpassage ist ein hohen Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung für diese wunderschöne Bergtour! | Im Nordosten des Tales: Vom Berghof mit der Wegnummer 934 folgend bis zur Pölsneralm - weiter die Rückseite der "Mittersiller Platte", dem Weg mit der Nummer 935 folgend leicht ansteigend zuerst Richtung Westen - weiter auf dem Bergrücken Richtung Süden zum Vorgipfel "Plugsberg" (2 414 m ü. A.) - dann auf schmalem Weg den Grat entlang bis zum Aufschwung des Pihappergipfels (2 513 m ü. A.) - nach kurzem Blockgelände folgt eine kleine Kletterpassage mit kurzer Leiter und Seilsicherungen - dann auf steilem Steig zum Pihapper. Als zusätzliche Sicherheit ist bei Bedarf ein kurzes Seil nützlich. Durch den schmalen Grat und die Kletterpassage ist ein hohen Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung für diese wunderschöne Bergtour! | ||
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Das [[Speicherkraftwerk Hollersbach]] wurde in den Jahren [[1947]] bis [[1949]] errichtet. [[2010]] und [[2011]] wurde das Kraftwerk erneuert und das Stauziel um gut 1,5 m erhöht. Zugehörige Kraftwerkshaus wurde an der Mündung des Hollersbaches in die Salzach verlegt. Damit kann das Kraftwerk zusätzlich zehn Meter Gefälle nutzen. | Das [[Speicherkraftwerk Hollersbach]] wurde in den Jahren [[1947]] bis [[1949]] errichtet. [[2010]] und [[2011]] wurde das Kraftwerk erneuert und das Stauziel um gut 1,5 m erhöht. Zugehörige Kraftwerkshaus wurde an der Mündung des Hollersbaches in die Salzach verlegt. Damit kann das Kraftwerk zusätzlich zehn Meter Gefälle nutzen. | ||
Vorgesehen war vor (sehr beschränkt auch um 1970) im Hollersbachtal die Errichtung von hohen Staumauern beim Kratzenbbergsee einerseits und südlich der Edelweißhütte anderseits zur energetischen Erzeugung von Spitzenstrom. Das Wasser der umgebenden Tauerntäler, vor allem im Westen, sollte dabei teilweise in die neu geschaffenen [[Speichersee]]n abgeleitet werden. In der Folge hat sich aber die Begründung eines Nationalparks gegenüber der energetischen Nutzung des Tales durchgesetzt. Schon vor und um [[1900]] waren vom Verein Naturpark Stuttgart vier große prägende Nationalparke im deutschsprachigen Raum angedacht worden (Wattenmeer, Lüneburger Heide, Bayrischer Wald, und Hohe Tauern), die [[1909]] durch den Verein zum Ankauf von Flächen im Stubachtal geführt hatten. | Vorgesehen war vor (sehr beschränkt auch um 1970) im Hollersbachtal die Errichtung von hohen Staumauern beim Kratzenbbergsee einerseits und südlich der Edelweißhütte anderseits zur energetischen Erzeugung von Spitzenstrom. Das Wasser der umgebenden Tauerntäler, vor allem im Westen, sollte dabei teilweise in die neu geschaffenen [[Speichersee]]n abgeleitet werden. In der Folge hat sich aber die Begründung eines Nationalparks gegenüber der energetischen Nutzung des Tales durchgesetzt. Schon vor und um [[1900]] waren vom Verein Naturpark Stuttgart vier große prägende Nationalparke im deutschsprachigen Raum angedacht worden (Wattenmeer, Lüneburger Heide, Bayrischer Wald, und Hohe Tauern), die [[1909]] durch den Verein zum Ankauf von Flächen im Stubachtal geführt hatten. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
===Historischer Bergbau=== | ===Historischer Bergbau=== | ||
Bergbaue waren das wirtschaftliche Rückgrat des [[Fürsterzbistum]]s. Unterhalb der Geralm bei "Bärenbad" (auch Bärnbad) begannen die Gebrüder Rosenberger schon [[1593]] mit einem [[ | Bergbaue waren das wirtschaftliche Rückgrat des [[Fürsterzbistum]]s. Unterhalb der Geralm bei "Bärenbad" (auch Bärnbad) begannen die Gebrüder Rosenberger schon [[1593]] mit einem [[Kupfererzbergbau|Kupferkiesabbau]], der sich in der Folge aber nicht als wirtschaftlich ertragreich herausstellte. [[Werner H. Paar]] und Mitarbeiter beschrieben [[1983]] an diesem Ort ein neu entdecktes Kupfer-Eisen-Blei-Wismut-Sulfid mit dem Namen "Eclarit". | ||
Im Jahr [[1625]] ließen die Gebrüder Rosenberger unweit der heutigen "Seestube" am Eingang zum Tal nach Kupferkies schürfen. Wassereinbrüche in die Probestollen im Unterhang ließen die Hoffnung auf Nutzbarkeit rasch sinken. | Im Jahr [[1625]] ließen die Gebrüder Rosenberger unweit der heutigen "Seestube" am Eingang zum Tal nach Kupferkies schürfen. Wassereinbrüche in die Probestollen im Unterhang ließen die Hoffnung auf Nutzbarkeit rasch sinken. | ||
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Im Raum der Achselalm und der Flecktrogalm begann Matthias Reindl aus [[Wald im Pinzgau|Wald]] nach [[Bleiglanz]] zu graben. Der Bergbau benötigte aber hohe Geldmittel für das Aufschließen der Erzlagerstätten, die Reindl nicht aufbringen konnte. Der Bergbau wurde so wieder eingestellt und auch weitere Versuche für einen Bergbau im späten [[17. Jahrhundert|17.]] im [[18. Jahrhundert|18.]], und im [[19. Jahrhundert]] hatten keinen Erfolg. | Im Raum der Achselalm und der Flecktrogalm begann Matthias Reindl aus [[Wald im Pinzgau|Wald]] nach [[Bleiglanz]] zu graben. Der Bergbau benötigte aber hohe Geldmittel für das Aufschließen der Erzlagerstätten, die Reindl nicht aufbringen konnte. Der Bergbau wurde so wieder eingestellt und auch weitere Versuche für einen Bergbau im späten [[17. Jahrhundert|17.]] im [[18. Jahrhundert|18.]], und im [[19. Jahrhundert]] hatten keinen Erfolg. | ||
[[1905]] gründete Benno Sommer aus Berlin den "Zink- und Bleierzbau Hollersbach". Ein Fahrweg zu den Stollen wurde erbaut und Unterkünfte für die [[Bergknappen]] errichtet. 50 Bergleute begannen mit verschiedenen Suchstollen. Dabei entdeckte man auch zahlreiche Vorkommen von Flussspat. Verschiedene wirtschaftliche aber auch bürokratische Probleme führten zu Übernahme des Bergwerkshoffnungsgebiet durch neue Eigentümer und in der Folge auch zur Einstellung der Bergbautätigkeit. Reste von Grubenhunten und von bergmännischen | [[1905]] gründete Benno Sommer aus Berlin den "Zink- und Bleierzbau Hollersbach". Ein Fahrweg zu den Stollen wurde erbaut und Unterkünfte für die [[Bergknappen]] errichtet. 50 Bergleute begannen mit verschiedenen Suchstollen. Dabei entdeckte man auch zahlreiche Vorkommen von Flussspat. Verschiedene wirtschaftliche aber auch bürokratische Probleme führten zu Übernahme des Bergwerkshoffnungsgebiet durch neue Eigentümer und in der Folge auch zur Einstellung der Bergbautätigkeit. Reste von Grubenhunten und von bergmännischen Gebäude sind bis heute im Gebiet zu erkennen. | ||
==Die Pflanzenwelt== | ==Die Pflanzenwelt== | ||
===Grau-Erlenwald=== | ===Grau-Erlenwald=== | ||
Der Schluchtwald zwischen den Almflächen bis zum Talausgang wird vor allem westseitigen Blockschutthang sehr stark von Grau- | Der Schluchtwald zwischen den Almflächen bis zum Talausgang wird vor allem westseitigen Blockschutthang sehr stark von Grau-Erlen-Wäldern bestimmt. Die Unterhänge der Tauerntäler sind vielfach natürlich nährstoffreich, dazu kommt der Nährstoff der stickstoffbindenden Knöllchenbakterien in den Wurzeln der [[Grau-Erle]]n. Verbunden mit der hohen Luftfeuchtigkeit im Schluchtwald bestehen hier daher sehr gute Lebensbedingungen für [[Farne]] und [[Moose]] und die vielfach üppigen krautigen Blütenpflanzenbestand. Besonders typisch für den Grau-Erlen-Hangwald im Hollersbachtal sind verschiedene Farnarten, vor allem der [[Straußenfarn]] mit seinem großen trichterförmig angeordneten Wedeln. Weitere häufige Farne sind Buchenfarn, Eichenfarn und breitblättriger Dornfarn. | ||
===Fichtenwälder=== | ===Fichtenwälder=== | ||
Die hochmontanen gelegenen [[Fichte]]<nowiki>nwälder</nowiki> mit dem typischen Vorkommen der Hainsimse sind auf sauren Böden in der Regel deutlich artenärmer als die Grau-Erlen-Bestände. Sie wachsen einerseits auf wenige entwickelten trockeneren Fels- und Schuttböden, anderseits auf sauren nassen anmoorigen Böden. | Die hochmontanen gelegenen [[Fichte]]<nowiki>nwälder</nowiki> mit dem typischen Vorkommen der Hainsimse sind auf sauren Böden in der Regel deutlich artenärmer als die Grau-Erlen-Bestände. Sie wachsen einerseits auf wenige entwickelten trockeneren Fels- und Schuttböden, anderseits auf sauren nassen anmoorigen Böden. | ||
Der höher gelegene subalpine Fichtenwald mit [[Rippenfarn]] und [[Heidelbeere]] (im [[Oberpinzgau]] "Schwarzbeere" genannt) und dem Stockwerkmoos. Nicht selten kommt in höheren Lagen auch die [[Rostrote | Der höher gelegene subalpine Fichtenwald mit [[Rippenfarn]] und [[Heidelbeere]] (im [[Oberpinzgau]] "Schwarzbeere" genannt) und dem Stockwerkmoos. Nicht selten kommt in höheren Lagen auch die [[Rostrote Alpenrose]] in dem lockeren Waldbestand vor. | ||
===Lärchen-Zirben-Wälder=== | ===Lärchen-Zirben-Wälder=== | ||
[[Lärche]]n-[[Zirbe]]<nowiki> | [[Lärche]]n-[[Zirbe]]<nowiki>n-Wälder</nowiki> sind im Hollersbachtal nur mehr reliktär erhalten. Verantwortlich ist dabei der Raubbau an Wäldern im [[Mittelalter]] und z. T. auch der der frühen [[Neuzeit]] im Zuge der Gewinnung von Brennholz für die [[Saline Hallein|Halleiner Saline]]. Das langsame Wachstum der Zirbe verhindern eine rasche Verjüngung nach dem Einstellen großflächiger Holzschlägerungen im Tal. Auch wurde durch mehrmaligen Kahlschlag auch die Möglichkeit der natürliche Verjüngung des Lärchen-Zirben-Waldes unmöglich gemacht. Namhafte Zirbenbestände sind heute nur noch im Raum im südlichen Teil des Scharrntales zu finden. | ||
===Almweiden=== | ===Almweiden=== | ||
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===Hochstauden und Grün-Erlen-Bestände=== | ===Hochstauden und Grün-Erlen-Bestände=== | ||
In enger Beziehung zu den Grün-Erlen-Bestände an wasserzügigen und nährstoffangereicherten Standorten gedeihen Meisterwurz, Grauer Alpendost, Alpenmilchlattich und öfter auch die Österreichische Gemswurz. | In enger Beziehung zu den [[Grünerle|Grün-Erlen]]-Bestände an wasserzügigen und nährstoffangereicherten Standorten gedeihen Meisterwurz, Grauer Alpendost, Alpenmilchlattich und öfter auch die Österreichische Gemswurz. | ||
===Alpine Rasen=== | ===Alpine Rasen=== | ||
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===Schneetälchen=== | ===Schneetälchen=== | ||
Die Schneetälchen der alpinen Stufe, die nur wenige Monate schneefrei bleiben sind vor allem durch die Krautweide geprägt, bei der die nieder liegenden kleinen Äste des "kleinsten Baumes der Welt (Carl von Linné, ein schwedischer Naturforscher) im Erdreich verborgen bleiben und nur Blätter und Blattwirtel des Zwergstrauches aus dem Boden herausragen. Hie | Die Schneetälchen der alpinen Stufe, die nur wenige Monate schneefrei bleiben, sind vor allem durch die Krautweide geprägt, bei der die nieder liegenden kleinen Äste des "kleinsten Baumes der Welt" (Carl von Linné, ein schwedischer Naturforscher) im Erdreich verborgen bleiben und nur Blätter und Blattwirtel des Zwergstrauches aus dem Boden herausragen. Hie blühen im Frühjahr die Zwergprimel, die Klebrige Primel, die Kleine Soldanelle, aber auch der Kleine Schnee-Enzian neben dem Zwerg-Ruhrkraut. In angrenzenden steinigen Standorten gedeiht das Stengellose Leimkraut. | ||
===Moore und Feuchtflächen=== | ===Moore und Feuchtflächen=== | ||
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[[Kategorie:Landschaft]] | [[Kategorie:Landschaft]] | ||
[[Kategorie:Tal]] | [[Kategorie:Tal]] | ||
[[Kategorie:Ostalpen]] | [[Kategorie:Ostalpen]] | ||
[[Kategorie:Zentralalpen]] | |||
[[Kategorie:Hohe Tauern]] | [[Kategorie:Hohe Tauern]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]] | ||
[[Kategorie:Pinzgau]] | [[Kategorie:Pinzgau]] | ||
[[Kategorie:Hollersbach im Pinzgau]] | [[Kategorie:Hollersbach im Pinzgau]] | ||