Hintersee (See): Unterschied zwischen den Versionen
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In | [[Datei:DSC 0026 Hintersee.jpg|thumb|Der Hintersee.]] | ||
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Der '''Hintersee''' ist ein See im südöstlichen [[Flachgau]] und liegt auf einer Seehöhe von 686 [[m ü. A.]]. | |||
== Geografie == | |||
Er hat eine Länge von 1,5 km und eine Breite von 700 m, seine Tiefe beträgt bei Mittelwasser 22 m. Er ist ein [[Landschaftsschutzgebiet]]. Der See liegt fast zur Gänze auf dem Gemeindegebiet von [[Faistenau]] im Ortsteil [[Vordersee]]. Nur ein kleiner Teil am Südufer gehört zur gleichnamigen Gemeinde [[Hintersee (Ort)|Hintersee]], für die er aber trotzdem Namensgeber war. | |||
[[Datei:Fugger_Hinterseekarte.png|thumb|[[Eberhard Fugger|Fugger, Eberhard]] (1891): Salzburgs Seen II. Der Hintersee bei Faistenau – In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 31. Jg., S. 245–246.]] | |||
Der Hintersee wird umrahmt vom Seeberghorn (1 261 [[m ü. A.]]) und dem Seeberg (1 104 m ü. A.) im Westen, dem [[Kugelberg]] (904 m ü. A.) im Norden und dem Rannberg (1 366 m ü. A.) im Osten. Sein Zufluss ist im Südosten die [[Taugl (Hintersee)|Taugl]] aus Hintersee. Als Abfluss dient der durch die [[Strubklamm]] führende [[Oberalm (Gewässer)|Oberalm]]. | |||
Erreichbar ist der Hintersee auf der [[L 202 Hintersee Landesstraße]] von [[Hof bei Salzburg]] über Faistenau und von [[Hallein]] aus über die [[L 107 Wiestal Landesstraße]] und die Strubklammstraße ([[Strubklammstraße (Faistenau)|Strubklammstraße]] und [[Strubklammstraße (Ebenau)]]). | |||
== Geschichtliche Notizen == | |||
=== Nazi-Gold === | |||
Noch immer hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Ende des [[Zweiter Weltkrieg]]s im Hintersee Nazi-Gold versenkt wurde (genau wie im steirischen [[enns:Toplitzsee|Toplitzsee]]<ref>siehe EnnstalWiki → [[enns:Toplitzsee|Toplitzsee]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref>). Eine [[1977]] durchgeführte U-Boot-Suche brachte keine Ergebnisse. | |||
=== Kurioses === | |||
Am [[25. August]] [[1969]] gab es im See mehrere Tauchversuche eines 1,5‑Tonnen schweren U-Boots. Berichte von Einheimischen ließen einen Goldschatz vermuten, der hier zu [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]] versenkt worden sein soll. Zusätzliche Nahrung erhielten diese Gerüchte durch die Tatsache, dass Joachim von Ribbentrop, [[Adolf Hitler|Hitlers]] Außenminister, im nicht weit entfernten [[Schloss Fuschl]] residiert hatte.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=B1PD5hgjQbst6gGTBiSYabNDtql9kTJKkwG8NIjL5%2BsDgYWZZuFZj7Ckw97kFAHiPt7O7mo6bY3eNeWPGemoLkR1aXTgqYbNwVFQC8sEVoCxKHH1lH9tLEM6viFnmsMh&id1=19690826_05&q=Wiesenthal%252BSalzburg#slide5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 26. August 1969, Seite 5</ref> | |||
=== Problem der Verlandung === | |||
Seit Jahren führt die Taugl große Mengen an Geschiebe mit, die sie bei der Einmündung in den See ablagert. Um dieser Verlandung Einhalt zu gebieten, soll ein Hochwasserschutzprojekt im Gemeindegebiet von Hintersee errichtet werden. Durch diese Maßnahme sei davon auszugehen, dass auch weniger Geschiebe bis in den See gelange. Das Projekt lag im Sommer 2019 bei der [[Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung]] zur Genehmigung. Sowohl die [[Österreichische Bundesforste|Bundesforste]] als Seebesitzer als auch die [[Salzburg AG]] als Inhaber des Nutzungsrechts hätten die Möglichkeit gehabt, Schotter zu entnehmen, erklärte die Faistenauer [[Vizebürgermeister]]in [[Waltraud Ablinger-Ebner]].<ref>{{Quelle FN|11. Juli 2019}}</ref> | |||
=== Kein Abfluss mehr === | |||
Aufgrund des gesunkenen Seespiegels – das Wasser wird durch einen Druckstollen zum [[Speicherkraftwerk Wiestal]] talwärts abgeleitet – bildet der ursprüngliche Abfluss der Oberalm Ende der [[2010er]]-Jahre einen Zufluss und nicht mehr Abfluss.<ref>Quelle Buch [[Das Dilemma und die Paradoxien der Raumplanung]], Seite 188 und 189</ref> | |||
Univ.-Doz. Dr. [[Franz Dollinger]] hatte am [[12. September]] [[2020]] folgende Aufnahmen gemacht: | |||
Bild 1 zeigt die Holzbrücke auf Höhe des Forsthauses, die dort den Abfluss quert. Bild 2 zeigt die Situation des "Abflusses, der zum Zufluss geworden ist". Bild 3 zeigt deutlicher, dass das Wasser hier zum See fließt. Bild 4 zeigt den Aufstau hinter der Klause, verursacht durch den kleinen Bach, der hier zufließt. Bild 5 zeigt die Situation des ehemaligen Abflusses im Überblick vom Pumpwerk aus. | |||
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Oberalm_Zufluss_des_Hintersees_Bild_01.jpg|Bild 1 zeigt die Holzbrücke auf Höhe des Forsthauses, die dort den Abfluss quert. | |||
Oberalm_Zufluss_des_Hintersees_Bild_02.jpg|Bild 2 zeigt die Situation des "Abflusses, der zum Zufluss geworden ist". | |||
Oberalm_Zufluss_des_Hintersees_Bild_03.jpg|Bild 3 zeigt deutlicher, dass das Wasser hier zum See fließt. | |||
Oberalm_Zufluss_des_Hintersees_Bild_04.jpg|Bild 4 zeigt den Aufstau hinter der Klause, verursacht durch den kleinen Bach, der hier zufließt. | |||
Oberalm_Zufluss_des_Hintersees_Bild_05.jpg|Bild 5 zeigt die Situation des ehemaligen Abflusses im Überblick vom Pumpwerk aus. | |||
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== Wasserspeicher für das Speicherkraftwerk Wiestal == | |||
[[Datei:DSC 0027 Wasserschloss am Hintersee.jpg|thumb|Wasserableitung aus dem Hintersee]] | |||
Der Hintersee hat einen unter der Wasseroberfläche liegenden Abflusses. Eine 4 400 Meter lange Rohrleitung transportiert seit [[1981]] Wasser zum [[Speicherkraftwerk Wiestal]] der [[Salzburg AG]], das Strom für den [[Salzburger Becken|Zentralraum Salzburg]] erzeugt. Zuvor hatte ein Pumpwerk ab [[1924]] bereits Wasser vom Hintersee über Holzrohrleitungen zum [[Speicherkraftwerk Strubklamm (historisch)|Speicherkraftwerk Strubklamm]] zur Stromerzeugung geleitet, was zur Folge hatte, dass Häuser, die nahe am Ufer standen, Risse bekamen und abgetragen werden mussten. Betroffen waren z. B. die Krämerei Wenger und das Hotel Landgasthof Fischerwirt am Nordufer, dessen Keller und [[Kegelbahn]] noch heute im See existieren und bei Niederwasser zu sehen sind (beide wurden aber etwas entfernter wieder aufgebaut und bestehen heute noch). | |||
== Freizeit == | |||
[[Datei:Hirschpoint DSC 0035.JPG|thumb|Hirschpoint]] | |||
[[Datei:Hintersee Ort Blick Hintersee See.jpg|thumb|Blick von Hintersee zum gleichnamigen See.]] | |||
* Im Hintersee gibt es drei öffentliche Badeplätze: | |||
:- Badeplatz Hirschpoint: Liegewiese, Kiosk, Kinderspielplatz, Volleyballplatz. Eintritt: 2 Euro (Kinder bis 16 Jahre frei) | |||
:- Badeplatz Taugl-Spitz: Kiosk (Eintritt frei) | |||
:- ÖBf‑Badestrand bei Asi’s Seestüberl: Liegewiese | |||
* Beachvolleyball: am Badeplatz Hirschpoint | |||
* Wandern und Laufen: Der Rundweg mit knapp fünf Kilometern Länge verfügt über Kilometermarkierungen für Läufer. | |||
=== Um 2020: Probleme mit Müll- und Parksündern, Nacktbadenden, Wildcampern, frei laufenden Hunden und illegalen Feuern === | |||
Bereits um das Jahr [[2020]] häuften sich Beschwerden über Müll- und Parksünder sowie illegale Feuer. Im Sommer [[2021]] wurde von der Gemeinde Faistenau ein Wachdienst an Wochenenden mit Schönwetter, zum Teil aber auch an Wochentagen, engagiert. Immer wieder kam es dabei zu Konfrontationen mit Nacktbadenden am Westufer. Nacktbaden in der Öffentlichkeit sei nun einmal nach dem Landessicherheitsgesetz verboten, stellt [[Bürgermeister der Gemeinde Faistenau|Bürgermeister]] [[Josef Wörndl (Faistenau)|Josef Wörndl]] ([[ÖVP]]) fest. Ausgewiesene FKK-Strände gebe es am Hintersee nicht. | |||
Ein weiteres, immer größer werdendes Problem stellen illegales Parken sowie das "Feuerbrennen" dar. "Beim Parken im Landschaftsschutzgebiet gibt es Anzeigen. Wir können da nicht mehr länger zuschauen", sagt Wörndl. Auch Parksünder am Rand – oder gar auf – der Landesstraße müssen auf Anzeigen gefasst sein. Die Gemeinde möchte zusätzliche Parkflächen schaffen. Die bereits 2020 geplante Einführung einer Gebührenpflicht gestaltet sich schwieriger als erwartet. Das Ziel bleibe aufrecht. Aber "heuer werden wir es nicht schaffen". Die bestehenden Parkplätze seien größtenteils Holzlagerflächen, auf denen die Bundesforste das Parken dulden. | |||
Wildes Campen und die illegale Entsorgung von Abwässern und Fäkalien scheinen zuzunehmen. Würden Camper mit ihren Fahrzeugen an einem Ort vertrieben, würden sie eben gleich wieder an einer anderen Stelle im Tal stehen bleiben. Mehrmals pro Woche war eine 1 100 Liter fassende Mülltonne voll, und noch einmal dieselbe Menge wurde neben der Tonne gefunden. Besucher ließen sogar Rasenmäher sowie Liegen und Griller zurück. Die Maßnahmen gegen Umweltsünder sind längst auch ein finanzielles Thema. Die Gemeinde Faistenau beziffert die "massiven" jährlichen Kosten für Müllbeseitigung, Toiletten und Sicherheitsdienst mit mehr als 30.000 Euro. | |||
[[Datei:Hintersee Uferromantik.jpg|thumb|Der Hintersee, Uferromantik]] | |||
[[Bild:hintersee1.jpg|thumb|Der Hintersee vom Südufer aus gesehen]] | |||
== In der Umgebung == | |||
* Die [[Eiskapelle]] | |||
== Bilder == | |||
{{Bildkat}} | |||
== Weblinks == | |||
* [https://www.facebook.com/chrishoferfotofilm/photos/a.2079601048851426/2413323448812516/ www.facebook.com/chrishoferfotofilm], Drohnenaufnahme der Verlandung, Stand Sommer 2021 | |||
== Quellen == | |||
{{homepage|http://www.faistenau.at}} | |||
* [http://www.salzburg-ag.at/infomenu/erzeugung/wasserkraftwerke/flachgautennengau/ www.salzburg-ag.at] | |||
* {{Quelle SAGIS}} | |||
* [https://www.sn.at/salzburg/chronik/erholungsgemeinde-faistenau-hat-ihre-liebe-not-mit-suendern-aller-art-106127809 www.sn.at] "Erholungsgemeinde Faistenau hat ihre liebe Not mit 'Sündern' aller Art", 5. Juli 2021, ein Beitrag von [[Thomas Auinger]] | |||
== Einzelnachweise == | |||
<references/> | |||
{{Oberalm-Kraftwerke}} | |||
[[Kategorie:Tourismus]] | |||
[[Kategorie:Wissenschaft]] | |||
[[Kategorie:Geografie]] | |||
[[Kategorie:Hydrogeografie]] | |||
[[Kategorie:Gewässer]] | |||
[[Kategorie:Stillgewässer]] | |||
[[Kategorie:See]] | |||
[[Kategorie:Badesee]] | |||
[[Kategorie:Flachgau]] | |||
[[Kategorie:Faistenau]] | |||
[[Kategorie:Hintersee]] | |||
[[Kategorie:Ausflugsziel]] | |||