Levin Graf Schaffgotsch: Unterschied zwischen den Versionen

TriQ (Diskussion | Beiträge)
Neuanlage; ähnlicher selbstverfasster Artikel bei wikipedia:
 
 
(21 dazwischenliegende Versionen von 6 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''Levin Graf Schaffgotsch''', genannt Semperfrei ''von und zu Kynast und Greiffenstein'' (* [[3. Mai]] [[1854]] in Bonn, Deutschland; † [[1. August]] [[1913]] in [[Salzburg]]) war K.k. [[Landespräsident]] des [[Herzogtum Salzburg|Herzogtums Salzburg]].
'''Levin Gotthard Graf Schaffgotsch''', genannt Semper-Frey ''von und zu Kynast und Greifenstein, Freiherr von Trachenberg'' (* [[3. Mai]] [[1852]] in Bonn, [[Deutschland]]; † [[1. August]] [[1913]] in der [[Stadt Salzburg]]), war k. k. [[Landespräsident]] im [[Herzogtum Salzburg]],  wirklicher [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Geheimer Rat]], [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Kämmerer]] und  Ehrenritter des souveränen Maltheserordens.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19130802&query=%22Trakl%22&ref=anno-search&seite=7 ANNO], [[Salzburger Wacht]], Ausgabe vom 2. August 1913, Seite 7, Parte und Konduktbeschreibung</ref>


==Biographie==
== Leben  ==
Levin Graf Schaffgotsch entstammte einem alten schlesischen Adelsgeschlecht das ehemals große Besitzungen in Böhmen unterhielt und wurde am [[3. Mai]] [[1853]] als Sohn von Josef Graf Schaffgotsch und dessen Gemahlin Marie Gräfin zu Stolberg-Stolberg in Bonn geboren. Er absolvierte das Gymnasium in Hildesheim und studierte ab [[1872]] an der Universität Innsbruck.
Levin Graf Schaffgotsch entstammte einem alten [[Schlesien|schlesischen]] Adelsgeschlecht, das ehemals große Besitzungen in [[Böhmen]] unterhielt, und wurde am [[3. Mai]] [[1853]] als Sohn von Josef Graf Schaffgotsch und dessen Gemahlin Marie Gräfin zu Stolberg-Stolberg in Bonn geboren. Er absolvierte das Gymnasium in Hildesheim und studierte ab [[1872]] an der Universität Innsbruck.


Am [[1. Oktober]] [[1878]] trat er in den politischen Dienst Österreich-Ungarns und fand seine erste Anstellung bei der Statthalterei für Tirol und Vorarlberg. In den folgenden Jahren wurde er mehrfach versetzt und wirkte unter anderem in Meran, von 1893 bis 1895 als Amtsleiter der Bezirkshauptmannschaft in Lienz, von [[1895]] bis [[1899]] als Bezirkshauptmann in Feldkirch und im Jahr [[1900]] in Innsbruck. Am [[7. Jänner]] [[1902]] wurde er mit dem Titel eines Statthaltereirates nach Bregenz versetzt und im August [[1906]] zum Hofrat ernannt.  
Am [[1. Oktober]] [[1878]] trat er in den politischen Dienst Österreich-Ungarns und fand seine erste Anstellung bei der Statthalterei für Tirol und Vorarlberg. In den folgenden Jahren wurde er mehrfach versetzt und wirkte unter anderem in Meran, von [[1893]] bis 1895 als Amtsleiter der Bezirkshauptmannschaft in [[Lienz]], von [[1895]] bis [[1899]] als Bezirkshauptmann in Feldkirch und im Jahr [[1900]] in Innsbruck. Am [[7. Jänner]] [[1902]] wurde er mit dem Titel eines Statthaltereirates nach Bregenz versetzt und im August [[1906]] zum Hofrat ernannt.  


Nach dem Ableben des Salzburger Landespräsidenten [[Klemens Graf St. Julien-Wallsee]] wurde er zum neuen [[Landespräsident|K.k. Landespräsidenten von Salzburg]] ernannt und trat sein Amt, das erst seit der Erhebung des ehemaligen Erzstifts zum Kronland im Jahr [[1850]] bestand, am [[1. Oktober]] [[1908]] an. Am [[11. Jänner]] [[1912]] erfolgte die Ernennung zum k.k. Geheimen Rat. Neben seiner politischen und verwaltungstechnischen Aufgabe fungierte Schaffgotsch auch als Präsident des "Katholisch-Politischen Volksvereins, der [[1870]] aus dem "Katholischen Bürgerverein" hervorgegangen war und dessen Zielsetzung es war, die katholische Parteirichtung zu stärken und ihre Anhänger in die Vertretungskörper zu bringen.  
Nach dem Ableben des Salzburger Landespräsidenten [[Clemens Graf Saint-Julien-Wallsee]] wurde er zum neuen [[Landespräsident|k.k. Landespräsidenten von Salzburg]] ernannt und trat sein Amt, das erst seit der Erhebung des ehemaligen oberösterreichischen [[Salzachkreis]]es zum [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]] im Jahr [[1850]] bestand, am [[1. Oktober]] [[1908]] an. Am [[11. Jänner]] [[1912]] erfolgte die Ernennung zum k.k. [[Erklärungen_früherer_Bezeichnungen_und_Ausdrücke#G|wirklichen Geheimen Rat]]. Neben seiner politischen und verwaltungstechnischen Aufgabe fungierte Schaffgotsch auch als Präsident des "Katholisch-Politischen Volksvereins, der [[1870]] aus dem "Katholischen Bürgerverein" hervorgegangen war und dessen Zielsetzung es war, die katholische Parteirichtung zu stärken und ihre Anhänger in die Vertretungskörper zu bringen.  


Am [[31. Juli]] [[1913]] erlitt Levin Graf Schaffgotsch einem Schlaganfall, dem er am folgenden Tag erlag. Seine wegen ihrer Monumentalität bemerkenswerte Grabstelle befindet sich am [[Salzburger Kommunalfriedhof]].
Am [[31. Juli]] [[1913]] erlitt Levin Graf Schaffgotsch einem Schlaganfall, dem er am folgenden Tag erlag. Seine wegen ihrer Monumentalität bemerkenswerte Grabstelle befindet sich am [[Salzburger Kommunalfriedhof]]. Der Leichenzug am [[4. August]] bewegte sich vom k. k. Landesregierungsgebäude über den [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozart]]- und [[Residenzplatz]], den Ludwig Viktor-Platz  (heute [[Alter Markt]]), über [[Kranzlmarkt]], [[Getreidegasse|Getreide]]- und [[Bürgerspitalgasse]] weiter über den Sigmundsplatz (heute [[Herbert-von-Karajan-Platz]]) und den [[Universitätsplatz]], die [[Churfürststraße]], den Ludwig Viktor-Platz und den Residenzplatz zum [[Dom]].


==Familie==
==Familie==
Sein Sohn [[Franz Schaffgotsch|Franz Graf Schaffgotsch]] ([[1902]]-[[1942]]) war ein bekannter Maler und Grafiker sowie Bühnenbildner des [[Salzburger Marionettentheater]]s.
Levin Graf Schaffgotsch war seit [[11. Jänner]] [[1888]] mit Rosa, geborene Freiin von Schönberg (* 21. Juni 1867; † 27. September 1940), die ihm zehn Kinder schenkte:


==Literatur und Quellen==
* Hedwig Maria Julia (* 16. Februar 1889 in [[Meran]], [[Südtirol]]; † 1. März 1967 in Salzburg)
* Friederike Zaisberger, Reinhard R. Heinisch: ''Leben über den Tod hinaus... Prominente im Salzburger Kommunalfriedhof.'' Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]]. 23. Ergänzungsband. Selbstverlag der Gesellschaft. Salzburg 2006
* Gotthard (* 12. Jänner 1890; † 2. Oktober 1914)
* Mechtildis Maria Hedwig (* 26. Februar 1892 in Meran; † 30. September 1973 in Salzburg)
* Bernward (* 27. September 1893 in [[Lienz]], [[Osttirol]]; † 18. Dezember 1971 in Salzburg)
* Guido (* 16. Dezember 1894 in Lienz; † 15. Oktober 1958 in Salzburg)
* Rosa Maria Hedwig (* 20. Februar 1896 in Innsbruck, [[Tirol]]; † 8. Dezember 1978 in Salzburg)
* Julia Hedwig Maria (* 14. September 1900 in Innsbruck; † )
* [[Franz Schaffgotsch|Franz Gotthard]] (* 13. Dezember 1902 in Bregenz, [[Vorarlberg]]; † 21.12.1942 in Dubrovnik, [[Kroatien]])
* Gertrud (* 21. Oktober 1906 in Bregenz; † 25. Juli 1990 in Lauterbach)
* Maria Josefa (* 28. Oktober 1908 in Bregenz; † 28. Jänner 1996 in Baden bei Wien, [[NÖ]])
 
== Ehrungen ==
In Anerkennung seiner Verdienste verlieh ihm am [[1. März]] [[1909]] die Gemeinde [[Henndorf am Wallersee|Henndorf]] unter [[Bürgermeister der Gemeinde Henndorf am Wallersee|Gemeindevorsteher]] [[Josef Gruber (Henndorf)|Josef Gruber]] ihre [[Ehrenbürger der Gemeinde Henndorf am Wallersee|Ehrenbürgerschaft]].
 
== Literatur und Quellen ==
* {{Quelle Leben über den Tod hinaus}}
* Nekrolog. In: Mitteilungen der Gesellschaft Salzburger Landeskunde. Band 53. Selbstverlag der Gesellschaft; Salzburg 1913.
* Nekrolog. In: Mitteilungen der Gesellschaft Salzburger Landeskunde. Band 53. Selbstverlag der Gesellschaft; Salzburg 1913.
== Einzelnachweis ==
<references/>


{{Landespräsidenten}}
{{Landespräsidenten}}


[[Kategorie:Landeshauptmann|Schaffgotsch, Levin Graf]]
{{SORTIERUNG:Schaffgotsch, Levin Graf}}
[[Kategorie:Landeshauptmann]]
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Geschichte (Person)]]
[[Kategorie:Person (Geschichte)]]
[[Kategorie:Beamter]]
[[Kategorie:Ehrenbürger]]
[[Kategorie:Ehrenbürger der Gemeinde Henndorf am Wallersee]]
[[Kategorie:Zuagroaste]]
[[Kategorie:Deutschland]]
[[Kategorie:Geboren 1854]]