Salzburger Erbämter: Unterschied zwischen den Versionen
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Am [[Salzburger Fürstenhof|fürsterzbischöflichen Hof]] gab es, wie auch an anderen Fürstenhöfen seit karolingischer Zeit üblich, vier ''Hofämter'' von nur mehr protokollarischer Bedeutung; sie wurden als '''"Erbämter"''' bezeichnet. | |||
==Hofämter== | ==Hofämter== | ||
* '''Erblandmarschall''' (zuerst im Geschlecht der [[Kuchler]], dann seit [[1436]] der [[Nußdorfer|Nußdorfer zu Prünning]], seit [[1633]] (der Zeit des Fürsterzbischofs [[Paris Graf von Lodron]]) im Geschlecht der [[Lodron|Grafen von Lodron]] erblich) | |||
* '''Erblandmarschall''' (seit [[Paris Graf von | * '''Erbschenk''' (zuerst im Geschlecht der [[Herren von Goldegg|Herren von Pongau und Goldeck]], dann bis [[1624]] der Herren von [[Thurn]], schließlich seit [[1671]] (der Zeit des Fürsterzbischofs [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg|Max Gandolf von Kuenburg]]) im Geschlecht der [[Kuenburg (Adelsgeschlecht)|Grafen von Kuenburg]] erblich) | ||
* '''Erbschenk''' (seit [[Maximilian | * '''Erbkämmerer''' (bis [[1396]] bei den Herren von [[Tann]], nach deren Aussterben bis [[1574]] bei den [[Wispeck]], dann den [[Khuen von Belasy|Kuen-Belasy]],<ref name= " HRS " /> dann ab [[1618]] im Geschlecht der [[Törring|Grafen von Törring und Dengling]] erblich) | ||
* '''Erbkämmerer''' (im Geschlecht der [[ | * '''Erbtruchsess''' (seit [[1408]] im Geschlecht der [[Albm|Herren von der Albm]], nach deren Aussterben (1561) der [[Thannhausen]]<ref>[[Robert Ritter von Raab]], ''Die Thannhausen. Ein Beitrag zur Kunde von Salzburgs Adelsgeschlechtern'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1860-1900|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK)]] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18720003&zoom=2&seite=00000003 12, 1872, S. 3-33] [S. [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18720003&zoom=2&seite=00000021 21] und [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=18720003&zoom=2&seite=00000033 33]<nowiki></nowiki>]</ref>, nach deren Aussterben (1684) von [[1685]] an der [[Lamberg|Fürsten von Lamberg]] erblich) | ||
* '''Erbtruchsess''' (im [[ | |||
Die Erbämter sind zu unterscheiden von arbeitsintensiveren [[Hofämter]]n wie [[Salzburger Hofkanzler|Hofkanzler]], [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#H|Hofrat]], [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#K|Kämmerer]], Oberst-Kämmerer udgl. | |||
==Rechtsstellung== | |||
Die vier Hof- oder Erbämter am Hofe des Erzbischofs waren seit Ende des [[13. Jahrhundert]]s an die benachbarten Fürsten verlehnt: das Ehrenamt eines Marschalls an den Herzog der [[Steiermark]], das eines Truchsessen an den Herzog von [[Kärnten]], das eines Schenken an den Herzog von [[Österreich]] und das eines Kämmerers an den Herzog von [[Bayern]]. Die Herzöge übertrugen die Ämter als erbliche Lehen an Salzburger Dienstleute.<ref name= " HRS " >[[Helga Reindel-Schedl]]: [http://www.notthafft.de/sitze/winklhof.htm Die Herren von Wispeck,] in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 122. Vereinsjahr, Salzburg 1982, S. 270.</ref> | |||
Der Inhaber eines Erbamtes war verpflichtet, in Salzburg ansässig zu sein, um dem Erzbischof zu dienen, dem neuen Erzbischof zu huldigen und hier seinen Dienst auszuüben. | |||
Bis zum Ende des Mittelalters beschränkte sich der Dienst auf die Mitwirkung an den den Regierungsantritt eines neuen Erzbischofs umgebenden Zeremonien.<ref name= " HRS " /> | |||
Die Träger der vier Erbämter nahmen aber innerhalb des [[Salzburger Adel]]s eine Sonderstellung ein, sie besaßen mehr Rechte: z. B. das Recht, selbst Lehen zu verleihen, und weiterreichende Gerichtsrechte über ihre Hintersassen als der übrige Adel.<ref name= " HRS " /> | |||
==Andere Erbämter== | ==Andere Erbämter== | ||
Auch andere Ämter waren erblich – so das [[Erbausfergenamt]] – oder wurden fallweise erblich vergeben, wie das Amt eines [[Pfleger]]s (dann: "''Erb''pflege"), zB die Pflege [[Matrei|Windisch-Matrei]] der [[Lasser zu Zollheim|Herren von Lasser zu Zollheim]]. | Auch andere Ämter waren erblich – so das [[Erbausfergenamt]] – oder wurden fallweise erblich vergeben, wie das Amt eines [[Pfleger]]s (dann: "''Erb''pflege"), zB die Pflege [[Matrei|Windisch-Matrei]] der [[Lasser zu Zollheim|Herren von Lasser zu Zollheim]]. | ||
==Siehe auch== | |||
* [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke]] | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
*[[Lorenz Hübner]], ''Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte'', Zweiter Band (Statistik), Salzburg 1793, [http://books.google.at/books?id=kWYAAAAAcAAJ&pg=PA213&lpg=PA213 S. 213 ff.] | |||
* [http://books.google.at/books?id=Sm4AAAAAcAAJ&pg=RA1-PA16&source=gbs_selected_pages&cad=2#v=onepage&q=&f=false Salzburgischer Kirchen- und Hof-Kalender 1765, S. 16.] | * [http://books.google.at/books?id=Sm4AAAAAcAAJ&pg=RA1-PA16&source=gbs_selected_pages&cad=2#v=onepage&q=&f=false Salzburgischer Kirchen- und Hof-Kalender 1765, S. 16.] | ||
* Die jeweiligen (verlinkten) | * Die jeweiligen (verlinkten) SALZBURGWIKI-Artikel | ||
==Einzelnachweise== | |||
<references/> | |||
[[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie:Geschichte]] | ||