Kolm-Saigurn: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Talschluss_Hüttwinkltal.jpg.jpg|thumb|Talschluss Hüttwinkltal]] | |||
[[Datei:Kolm Saigurn und der Hohe Sonnblick A.jpg|thumb|Kolm-Saigurn mit dem [[Hohen Sonnblick]] rechts im Hintergrund.]] | |||
[[Datei:Kolm Saigurn-Panorama beim Naturfreundehaus.jpg|thumb|Kolm-Saigurn-Panorama beim Naturfreundehaus.]] | |||
[[Datei:Berggasthof Ammererhof in Kolm Saigurn.jpg|thumb|[[Alpengasthof Ammererhof]] in Kolm-Saigurn.]] | |||
[[Datei:Talschluss in Kolm-Saigurn mit Blick zur Niedersachsenhütte Kopie.jpg|thumb|Talschluss in Kolm-Saigurn mit Blick zur [[Niedersachsenhaus]].]] | |||
[[Datei:Brücke über die Hüttwinkler Ache zur Goldzechscharte und zum Hocharn.jpg|thumb|Brücke über die [[Hüttwinklache]] zur [[Goldzechscharte]] und zum [[Hocharn]].]] | |||
[[Datei:Kolm Saigurn 2021 01.jpg|thumb|Übersichtsplan des Talschlusses des [[Hüttwinkltal]]s bei Kolm-Saigurn.]] | |||
'''Kolm-Saigurn''' ist ein Ortsteil der Ortschaft [[Bucheben]] in der [[Pinzgau]]er Marktgemeinde [[Rauris]]. | |||
Kolm-Saigurn | == Geografie == | ||
Kolm-Saigurn liegt am Fuße der [[Goldberggruppe]] auf einer mittleren Höhe von 1 600 [[m ü. A.]] und bildet den südlichen Talschluss des [[Hüttwinkltal]]es. Kolm-Saigurn ist mit Fahrzeugen nur über die die [[Kolm-Mautstraße]] erreichbar, zu Fuß auch über den "Knappenweg", der entlang der [[Hüttwinklache]] verläuft. Die Kolmstraße beginnt beim [[Alpengasthof Bodenhaus|Rauriser Bodenhaus]] und endet auf dem Parkplatz Lenzanger vor dem eigentlichen Talschluss. Während der Sommermonate verkehrt auch ein Postbus nach Kolm-Saigurn. | |||
== | === Fremdenverkehr === | ||
In Kolm-Saigurn gibt es im Winter eine der imposantesten und routenreichsten Eisarenen der [[Ostalpen]]. [[Eisklettern]], Skitouren, Schneeschuhwandern und eine sechs Kilometer lange [[Naturrodelbahn Kolm-Saigurn]] sind vorhanden. | |||
Im Sommer ist es Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen in die Goldberggruppe, zum Beispiel hinauf auf den [[Hoher Sonnblick|Hoher Sonnblick]] zur [[Rojacherhütte]] oder über das [[Niedersachsenhaus]] oder über die [[Bockhartscharte]] über das [[Bockharttal]] in das östlich gelegene [[Naßfeldtal]]. | |||
Kolm-Saigurn mit den umliegenden Bergen ist auch berühmt für seine [[Mineralien in der Goldberggruppe|Mineralienvorkommen]]. Auf der unterhalb von Kolm-Saigurn gelegenen [[Grieswiesalm]] werden im Sommer die [[Noriker Pferd|Norikerhengste]] aufgetrieben. Sie bieten mit ihren [[Noriker Hengstauftrieb in Rauris|Rangkämpfen auf dem eingezäunten Sammelplatz]] ein alljährliches Schauspiel für zahlreiche Besucher. Nahe dem Bodenhaus besteht an der [[Hüttwinklache]] die Möglichkeit zum Goldwaschen, was als eine der touristischen Attraktionen nicht nur von Kindern gerne genutzt wird. | |||
Der Talschluss des Hüttwinkltales liegt im Gebiet des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks Hohe Tauern]], ist einzigartig in seiner Schönheit und sollte im Interesse der Allgemeinheit erhalten und nicht durch weitere technische Neuerschließungen beeinträchtigt oder zerstört werden. | |||
== | === Wetterwarte === | ||
In | In der [[Sonnblickbasis]] befindet sich auch eine Wetterwarte, die Daten an die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sendet. Neben dem Naturfreundehaus steht seit Sommer [[2023]] ein 15 Meter langer [[Klima-Zaun in Kolm-Saigurn|Klima-Zaun]]. | ||
Kolm-Saigurn | |||
== Bauwerke == | |||
* Die Sonnblickbasis mit dem [[Naturfreundehaus Kolm-Saigurn|Naturfreundehaus]] und der [[Zimmererhütte]] mit der [[Nationalpark Informationsstelle Zimmererhütte]] | |||
* [[Kapelle beim Naturfreundehaus in Kolm-Saigurn|Kapelle beim Naturfreundehaus]] | |||
* [[Alpengasthof Ammererhof]] | |||
* Die Talstation der [[Sonnblick-Seilbahn]] | |||
== | === Ehemalige Bauwerke === | ||
* [[ | * [[Aufzugsmaschine (Kolm-Saigurn)|Aufzugsmaschine]] | ||
== | == Geschichte == | ||
Der Name Kolm leitet sich aus dem spätmittelhochdeutschen ''kolben'' ab, woraus später ''Kolm'' entstand. Bergmännisch bedeutet ''Kolm'' Poch-, Hammerwerk. Über die Herkunft des Namensteiles ''Saigurn'' gibt es verschiedene Ansichten und muss diese Frage zur Zeit als ungeklärt angesehen werden. Sicher ist, dass die namentliche Existenz von Kolm-Saigurn im Zusammenhang mit dem [[Goldbergbau]] steht. Dieser wird urkundlich [[1342]] erstmals erwähnt und erreichte vor Ende des [[16. Jahrhundert]] seinen Höhepunkt. Der Schlussakt des einst weltweit wichtigen Abbaus erfolgte in Kolm-Saigurn [[1923]]. | |||
Mit Kolm-Saigurn sind die Namen [[Ignaz Rojacher]], der letzte [[Gewerke]] im Hüttwinkltal, und der seines Mentors, [[Wilhelm Ritter von Arlt]], untrennbar verbunden. | |||
Im [[Mittelalter]] wurde das heute zum Pinzgau gehörende Rauris wiederholt zum [[Pongau]] gerechnet und gehörte Kolm-Saigurn zum Bergbaurevier [[Gasteinertal|Gastein]]-Rauris. Die Erzgänge erstreckten sich im Westen über [[Hocharn]], [[Hoher Sonnblick|Sonnblick]], [[Goldbergspitze]], [[Schareck (Goldberggruppe)|Schareck]] und Silberpfennig, im Osten über das Böcksteiner [[Naßfeld]] bis zum Gasteiner [[Radhausberg]]. In Kolm-Saigurn liegt auch der Ausgang des [[Imhofstollen]], der für montanistische Zwecke unter [[Karl Imhof]] erbaut, nach dem [[Zweiter Weltkrieg]] in zwei Versuchen für den [[Fremdenverkehr]] geöffnet und wegen Geldmangel und aus Gründen der Sicherheit nach einiger Zeit beide Male wieder geschlossen wurde. | |||
Das Erz wurde mittels sog. [[Sackzug|Sackzüge]] in das Tal befördert. Auf dem Talboden wurde das Erz zerkleinert und aufbereitet und im Anschluss zu den Schmelzhütten transportiert. | |||
=== Gegenwart=== | |||
Neben einigen Jagd- und Almhütten befinden sich in Kolm-Saigurn heute zwei Gast- und Beherbergungsbetriebe: die Sonnblickbasis, Vertragspartner der [[Naturfreunde Salzburg]] und der Alpengasthof Ammererhof, Vertragspartner des [[Alpenverein]]s. Darüber hinaus die Talstation der Seilbahn auf den Sonnblickgipfel, die die weltberühmte [[Observatorium Sonnblick|Wetterbeobachtungsstation]] erschließt und Reste von Bergbauanlagen samt dem in den letzten Jahren interessant gestalteten kleinen Bergbaumuseum, sowie das verschlossene Portal des [[Imhofstollen]]. | |||
Kurz vor Kolm-Saigurn lädt der [[Rauriser Urwald]] zum Durchwandern eines einzigartigen Hoch[[moor]]es ein. | |||
[[2013]] fanden auf der [[Naturrodelbahn Kolm-Saigurn]] die [[Afrikanische Rodelmeisterschaften|1. Afrikanischen Rodelmeisterschaften]] statt. | |||
== Bilder == | |||
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== Quellen == | |||
* {{Quelle SAGIS}} | |||
{{Quelle AMap}} | |||
* [[Benutzer:Wald1siedel|Christina Nöbauer]] | |||
* [[Franz Hörburger]], ''[[Salzburger Ortsnamenbuch]]''. [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], 9. Ergänzungsband, im Selbstverlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982. | |||
* [[Heinz Dopsch]], [[Hans Spatzenegger (Publizist)|Hans Spatzenegger]] (Hg.): ''Geschichte Salzburgs. Stadt und Land'', Band I/1, Universitätsverlag Anton Pustet, Salzburg 1983 | |||
* [[Josef Lahnsteiner]], ''Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. Geschichtlich und heimatkundlich beschrieben.'', Hollersbach, Pinzgau, Selbstverlag 1960. | |||
[[Kategorie:Pinzgau]] | |||
[[Kategorie:Rauris]] | |||
[[Kategorie:Kolm-Saigurn]] | |||
[[Kategorie:Wissenschaft]] | |||
[[Kategorie:Geografie]] | [[Kategorie:Geografie]] | ||
[[Kategorie:Ostalpen]] | [[Kategorie:Ostalpen]] | ||
[[Kategorie:Zentralalpen]] | [[Kategorie:Zentralalpen]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:Hohe Tauern]] | ||
[[Kategorie: | [[Kategorie:Goldberggruppe]] | ||
[[Kategorie:Alpinismus]] | |||
[[Kategorie:Ausflugsziel]] | |||
[[Kategorie:Wandern]] | |||
[[Kategorie:Bergbau]] | |||
[[Kategorie:Bergbau (Geschichte)]] | |||