Neustadt: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Bild:Stadtteil_neustadt.jpg|thumb|left|400px|Der Salzburger Stadtteil Neustadt]]
[[Datei:Salzburger Stadtteil Neustadt.jpg|thumb|Lage des [[Salzburger Stadtteil]]s Neustadt, der Pfeil zeigt dabei auf das [[Andräviertel]], das von der [[Franz-Josef-Straße]] im Norden und Osten und der [[Paris-Lodron-Straße]] im Süden begrenzt wird.]]
[[bild:neustadt2.jpg|thumb|300px|left|Blick auf die Neustadt]]
[[Bild:Stadtteil_neustadt.jpg|thumb|Der Salzburger Stadtteil Neustadt.]]
==Eingrenzung==
[[Datei:Planskizze Stadterweiterung1861.JPG|thumb|Planskizze der "Neu-Stadt", Erweiterung der Stadt Salzburg 1861, Farbdruck]]
Die Salzburger '''Neustadt''' im engeren Sinn ist ein Synonym für den Stadt-Salzburger-Stadtteil [[Andräviertel]].  
[[Datei:Weltkugel bei nächtlicher Beleuchtung P1040049.JPG|thumb|Die [[Weltkugel]].]]
[[Datei:Stadt Salzburg Froschheim Neustadt 1932.jpg|thumb|1932: Die Neustadt und [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrige Altstadt]].]]
[[Datei:Hotel Winkler Neustadt Salzburg.jpg|thumb|Das ehemalige [[Grand Hotel Winkler]].]]
Der [[Salzburger Stadtteil]] '''Neustadt''' erstreckt sich am rechten [[Salzach]]<nowiki>ufer</nowiki> zwischen der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechten Altstadt]], [[Schallmoos]] und der  [[Elisabeth-Vorstadt]].


Als ''Neustadt'' wurde ursprünglich jener größere Stadtteil der Stadt [[Salzburg]] bezeichnet, der nach der Schleifung der großen [[Stadtbefestigungen|Bastionen]] im Raum um die [[Andräkirche]] (zwischen [[Ernest-Thun-Straße]] und [[Vierthalergasse]]) entstand (und der deshalb auch "Andräviertel" heißt).  
== Geografie ==
==== Eingrenzung ====
Die Neustadt ist ein Stadtteil der Stadt Salzburg, der nach der Schleifung der großen [[Stadtbefestigungen|Bastionen]] im Raum um die [[Andräkirche]] (zwischen [[Ernest-Thun-Straße]] und [[Vierthalerstraße (Stadt Salzburg)|Vierthalerstraße]]) entstand. Die Grenze nach Norden zum Stadtteil Elisabeth-Vorstadt hin bildet die [[Westbahnstrecke]]linie, sowie die Grenze nach Schallmoos die [[Gabelsbergerstraße]]. Die Neustadt samt rechter Altstadt grenzt im Westen an die Salzach (bis [[Müllner Steg]]) und im Südosten an den [[Kapuzinerberg]].  


Die Grenze der Neustadt nach Norden zum Stadtteil [[Elisabeth-Vorstadt]] hin bildet die Bahnlinie, die Grenze nach [[Schallmoos]] die [[Lasserstraße]]. Die Neustadt samt [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|Rechter Altstadt]] grenzt im Westen an die [[Salzach]] und im Süden an den [[Kapuzinerberg]] sowie den [[Gersbach]]. In der Neustadt leben heute (Stand 2007) gut 4000 Bewohner.  
Der größte Teil des [[Mirabellplatz]]es wird zur Neustadt gezählt. Die Flächen von der Mitte der [[Rainerstraße]] hin zum [[Schloss Mirabell]] gehören bereits zur Altstadt am rechten Salzachufer<ref>siehe [[Digitaler Stadtplan von Salzburg]]</ref>.


=== Die Andräkirche ===
Mit Stand 1. Jänner 2022 lebten im "Zählsprengel Neustadt" 3&nbsp;499 Menschen (statistischer Zählbezirk 50), im "Zählsprengel [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechte Altstadt]]-[[Andräviertel]]" 2&nbsp;323 Personen (statitischer Zählbezirk 52)<ref>Quelle [https://www.stadt-salzburg.at/orte/ma-2-kultur-bildung-und-wissen/archiv/statistik/ Statistische Zählbezirke der Stadt Salzburg mit Einwohnerzahlen] sowie [https://www.stadt-salzburg.at/fileadmin/landingpages/statistik/einwohner/2022_bevoelkerung_nach_statistischen_zaehlbezirken.pdf  Stand 1. Jänner 2022]</ref>.
: ''Hauptartikel: [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]]
[[Bild:Andräkirche 22.07.2007 (2).jpg|thumb|right|200px|Andräkirche]]


Die ursprüngliche Andräkirche oder ''Kirche des Heiligen Andreas'' stand einst nächst dem [[Platzl]] - an der östlichen Ecke zur [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Die ursprünglich gotische Kirche wurde zuerst unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zu einem Renaissancebau umgestaltet und unter Erzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] [[1750]] mit hohem Aufwand erneut umgestaltet und barockisiert.  
==== Der Zählbezirk "Andräviertel" ====
: ''Hauptartikel [[Andräviertel]]
Der Zählbezirk mit dem Namen "Andräviertel" umfasst den südwestlichen Teil der Neustadt. Begrenzt wird er durch die [[Franz-Josef-Straße]], [[Paris-Lodron-Straße]] und den [[Mirabellplatz]].<ref>siehe [[Digitaler Stadtplan von Salzburg]] [https://maps.stadt-salzburg.at/#zoom=3&lat=47.80412&lon=13.04437&layers=0-17&feature=17-591 maps.stadt-salzburg.at]</ref> Dieser statistische Zählbezirk hat aber mit den Stadtteilen sehr wenig bis nichts zu tun. Das Andräviertel ist inhaltlich weitestgehend bzw vollständig gleichbedeutend mit dem Begriff Neustadt.


=== Die evangelische Christuskirche ===
== Geschichte ==
: ''Hauptartikel: [[Evangelische Christuskirche]]''
==== Die Stadterweiterung der Gründerzeit ====
Die Eröffnung der [[Westbahnstrecke|Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] im Jahr [[1860]], die Salzburg mit Wien und [[München]] verband, führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Als Kaiser [[Franz Joseph I.]] im selben Jahr Salzburg als Festung aufließ und die Bastionen, die bis dahin die Stadt wie ein Korsett eingeschnürt hatten, der Bürgerschaft schenkte, setzte ein zunehmender Bauboom ein.


Die evangelische Kirche wurde [[1863]] - [[1867]] von [[Jakob Götz]] errichtet, dem gleichen Architekten der (dort gemeinsam mit Laschenky) die katholische Kirche von [[Leopoldskron-Moos]] gestaltete. 370 Gefangene des österreichisch-preußischen Krieges mussten beim Kirchbau mitarbeiten. [[1867]] konnte die erste evangelische Kirche im [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]] feierlich eingeweiht werden.
Die Grundlinien für die Stadterweiterung wurden [[1861]] in mehreren Varianten von einem Planungs-Ko­mi­tee erörtert. In der Sitzung vom [[30. November]] einigte man sich auf die Plan-Skizze von [[Rudolf Bayer]], nach welcher Salzburg nicht den Charakter einer großen [[Residenz]]- oder Fabrikstadt, sondern einer Saisonstadt anstreben sollte.<ref>Die Plan-Skizze sah auf einen neuen Platz radial verlaufende Straßenzüge vor</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18611227&seite=5 ANNO], "[[Salzburger Zeitung]]", 27. Dezember 1861: "Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg"</ref><ref>[[Otto Holzapfel]]; Umut Balci [Batman Üniversitesi, Türkei]: "Stadtentwicklung und Tourismus. Die Salzburger Idee einer "Saisonstadt" anno 1861 im Vergleich zum Beginn des Tourismus im Osmanischen Reich". In: ''RESS Journal. Route Educational & Social Science Journal'' 11/3 (Mai 2024), S. 68-89. Online www.http://dx.doi.org/10.17121/ressjournal.3541.</ref>


== Sehenswerte historische Profanbauten ==
==== Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg ====
=== Das Schloss Mirabell ===
Entworfen von Architekt [[Rudolf Bayer]]; angenommen vom Stadterweiterungskomitee am 30. November 1861.<ref>Vgl. dazu den davorstehenden Sonderdruck "Randglossen" 30. November 1861 (siehe [[Kobler-Spängler-Briefe von 1860 bis 1869]], Briefe von 1861); aus diesem Bericht ergeben sich auch manche Ergänzungen hier; vgl. dazu die [[Geschichte der Stadt Salzburg]] / Die Stadterweiterung der Günderzeit</ref> Farbdruck: N. Kränzl, Salzburg; Format 34 x 27,5 cm. Aus dem Besitz von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]. Handschriftliche Anmerkungen am Rand; [Ergänzungen]; [?] fragliche Stellen, für mich [O. H.] unleserlich; {heutige Entsprechungen und Hinweise}; die handschriftliche Nummerierung beginnt am Ende der [[Linzergasse]] neben dem geplanten "Exercier- und Dult-Platz" D und setzt sich von dort nach Westen in Richtung Bahnhof fort:<br />
: ''Hauptartikel: [[Schloss Mirabell]]


[[Bild:Schloss mirabell.jpg|thumb|300px|left|
''Plan-Skizze zur Erweiterung der Stadt Salzburg'' […] ''Nach Pezolts Randglossen sollen die neuen Straßen, Plä[t]ze und Höfe folgende Namen erhalten: 1 Rupertusstraße'' {Verlängerung der Linzergasse} ''/ 2 Museumsstraße'' {[[Wolf-Dietrich-Straße]]; vgl. 14} ''/ 3 XXXstr. [?] / 4 Bürgerspitalstr. / 5. [[Schrannengasse (Stadt Salzburg)|Schrannengasse]]. / 6 Schrannenpla[t]z'' {mit nahem Bahnanschluss; nicht ausgeführt, vgl. 28} ''/ 7 [[Bahnhofstraße (Stadt Salzburg)|Bahnhofstr]]. / 8 u. 9. [[Gurkerhof|Gurker]]- u. [[Lavanterhof|Lavanter.hof]].<ref>nicht ausgeführt und nicht identisch mit dem [[Gurkerhof]] und dem [[Lavanterhof]] in der Kaigasse</ref> / 10, 11, 12. Waginger- Teisendorfer- Windischmatreyer-Hof.'' {Pezolt malte um 1849 "Windischmatrey gegen den Tauern"} ''/ 13 Sekkauerhof. / 14 Wolfdietrichstr.'' {[[Schwarzstraße]], vgl. 2} ''/ 15 Kuen Belasy-straße.'' {Kuen-Belasy-; vgl. [[Johann Jakob Kuen von Belasy]]} ''/ 16. Schrannenprom.[enade] / 17 Sachsenb[ur]gerstr. / 18. Mühlstätterstr. / 19 Sausalerstr.<ref>vgl. [[Sausal]]</ref> / 20 Lodronhof.<ref>vgl. [[Lodron]]</ref> / 21 Sittichhof ? <ref>[[Markus Sittikus von Hohenems]]</ref> / 22 Kronprinz-Rudolph-Str.'' {[[Rainerstraße]]} ''/ 23 Landschaftsprom.[enade]'' {nicht ausgeführt; zwischen [[Hubert-Sattler-Gasse]] und [[Franz-Josef-Straße]]<ref>"Landschaft" bezieht sich auf die alte Bezeichnung der Salzburger Landesvertretung.</ref>} ''/ 24 Heinrichgasse / 25 Kasernenstr. / 26 u 27. Colloredo u Hemmahof. <ref>vgl.[[Hieronymus Graf Colloredo]] und [[Äbtissin der Benediktinerinnenabtei Nonnberg]]</ref> / 28 Fruchtpla[t]z.'' {heutige [[Schranne (Markt)]], vor der [[Andräkirche]], die in anderer Form und zurückgesetzt gebaut wurde; vgl. 6} ''/ 29 Parazelsusstr.'' {[[Faberstraße]]; [[Paracelsusstraße]]} ''/ 30 Klostergasse.'' {nicht ausgeführt: hier Verlauf der Stadtmauer} ''/ 31. Dultgasse / 32 Exerzierg. ? / 33 Schillerpl.[atz]'' {[[Makartplatz]]} ''/ 34. Vitalsstr. / 35 K.[aiserin] Elisabeth-Damm'' {[[Elisabethkai]]} ''/ 36. Virgil-Pl.[atz] / 37. Virgilstr.<ref>Der Name bezieht sich auf das frühere Virgiltor bzw. [[Mirabelltor]].</ref> / 38. Arnstraße. / 39. Friedrichstr. / 40. Thiemostraße.<ref>vgl. [[Thiemo]]</ref> / 41, 42, 43 Mühldorfer- Laufner- Friesacher-Hof<ref>vgl. [[Mühldorf am Inn]], [[Laufen an der Salzach]] und [[Friesach]]</ref> / 44. Harrach Promenade<ref>vgl. [[Franz Anton Fürst Harrach]]</ref> / 45, 46, 47, 48 Kleinmayrn-, Moll- u Vierthaler Hof, Herzog v. Salzburg. <ref>vgl. [[Johann Franz Thaddäus von Kleimayrn]], auch von Kleinmayr; [[Moll]]; vgl. [[Vierthalerstraße (Stadt Salzburg)|Vierthalerstraße]]</ref> / 49. Süddamm'' {[[Giselakai]]} ''/ 50 Oberer- [Mozartdamm]'' {Rudolfskai} ''/ 51 u. Unterer Mozartdamm'' {[[Rudolfskai]]} ''/ 52 Wellenburger Hof.<ref>vgl. [[Lang von Wellenburg]]</ref> / 53. Kajetanergasse'' {Kajetanerplatz} ''/ 54 Max Gandolph-Hof.<ref>vgl. [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]]</ref> / 55 Keutschachgasse ?'' {[[Landhausgasse]]} ''/ 56 Ehrentrudgasse.'' {in etwa: [[Sebastian-Stief-Gasse]]} ''/ 57 Sterngasse.'' {[[Sterngässchen]]}
[[Schloss Mirabell]]]]
<ref>Quelle siehe [[Kobler-Spängler-Briefe_von_1860_bis_1869#1861#Planskizze zur Stadterweiterung 1861|Kobler-Spängler-Briefe von 1860 bis 1869]]</ref>


Das Schloss Mirabell im Zentrum Salzburgs wurde [[1606]] von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]] als Landsitz für die Geliebte oder heimliche Ehefrau des Erzbischofs, [[Salome Alt]] errichtet und als [[Schloss Mirabell|Schloss Altenau]] bezeichnet. [[Markus Sittikus von Hohenems|Markus Sittikus]] gab dem Schloss seinen heutigen Namen. [[1818]] durch ein Feuer stark beschädigt, wurde das Schloss danach nicht in seiner alten feingliedrigen Form aufgebaut, sondern im nüchternen klassizistischen Stil, der mächtige Turm in der Mitte der Ostfassade wurde abgetragen.  
Die Plan-Skizze war 1882 Gegenstand einer lebhaften öffentlichen Diskussion.
<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18611016&seite=1&query=%22stadterweiterung%22 ANNO], "Salzburger Zeitung", 16. Oktober 1861</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620226&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 26. Februar 1862</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620227&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 27. Februar 1862</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620228&seite=1 ANNO], "Salzburger Zeitung", 28. Februar 1862</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620307&seite=1 ANNO], Salzburger Zeitung, 7. März 1862</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620409&seite=1 ANNO], "Salzburger Zeitung", 9. April 1862</ref> Im Juni 1862 überließ die [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadt Salzburg]] zur [[Salzachregulierung|Regulierung]] der Salzach den Bauunternehmern [[Carl Andeßner]] und dem Eisenbahn-Bauunternehmer [[Karl Freiherr von Schwarz]] vertraglich das Areal zwischen der [[Staatsbrücke|Stadtbrücke]] und der [[Eisenbahnbrücke (Stadt Salzburg)|Eisenbahnbrücke]],<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18620623&query=%22Stadterweiterung%22&ref=anno-search&seite=1 ANNO], "Salzburger Zeitung", 23. Juni 1862</ref> wodurch dort die bauliche Entwicklung mit Villen entlang dem neuen [[Elisabethkai|'Elisabeth-Damm']] und der neuen  [[Schwarzstraße|'Rudolf-Straße']] am rechten Salzachufer praktisch festgelegt war. Karl Freiherr von Schwarz legte dem [[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] in der Folge auch für den Teil östlich von [[Schloss Mirabell]] einen neuen Plan vor, wodurch in der Neustadt die typische Straßengliederung in Form von parallelen und rechtwinkelig angeordneten Straßen innerhalb und außerhalb des Bogens der ehemaligen Stadtbefestigungen festgelegt wurde.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18621224&seite=2 ANNO], "Salzburger Zeitung", 24. Dezember 1862</ref>


Seit [[1947]] sind hier die Amtssitze des [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeisters]] und seiner Stellvertreter und einige Magistratsabteilungen untergebracht. Sehenswert sind die [[Georg Raphael Donner]]-Stiege, der Marmorsaal (der bekannt in aller Welt als einer der schönsten Trauungssäle wurde), und die Schlosskapelle.
== Historische Gärten ==
==== Der Kurgarten ====
Zur historischen Gartenanlage des Schlosses gehören (neben Teilen, die heute verbaut sind - etwa durch die Universität [[Mozarteum]]) das große Gartenparterre, das Heckentheater, die Wasserbastei und der ursprüngliche [[Zwergerlgarten]].
:''Hauptartikel [[Kurgarten]]  
Dort, wo sich heute der Kurgarten befindet lag einst das große [[St. Vital Bollwerk]], die westlichste von vier mächtigen Geschützbasteien und einer weiteren Halbbastei, die Fürsterzbischof [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] und sein Baumeister [[Santino Solari]] in den Jahren nach [[1621]] zur Sicherung der Neustadt errichten ließ.  


[[Datei:Salzburg Pano v. Mülln 4.5.08.jpg|thumb|1000px|left|Panorama-Blick vom [[Mönchsberg]] auf die Neustadt]]
Als dieser starke Festungsring [[1861]] als Wehrbauwerk aufgelassen wurde, wurden die weitläufigen Anlagen als Steinbruch freigegeben und zur Uferbeschlachtung der begradigten Salzach verwendet.
== Bemerkenswerte historische Gassen und Plätze ==
=== Der Mirabellplatz ===
: ''Hauptartikel: [[Mirabellplatz]]''


Das Areal um das [[Schloss Mirabell]] lag lange Zeit vor den [[Stadttore in Salzburg|Stadttore]]n und somit nicht verbaut. Im [[19. Jahrhundert]] entstanden dann langsam auch dort Gebäude, die [[Rainerstraße]] wurde zu einer Art Prachtstraße, die die alte Stadt mit dem [[Salzburger Hauptbahnhof]] verband. Großzügig angelegt, blieb Platz vor dem Schloss Mirabell.
Der Erdkern der Bastei ist teilweise als "Rosenhügel" erhalten und als solcher den Salzburgern gut bekannt. Die umgebenden Flächen wurden eingeebnet und die alten Wehrgräben zugeschüttet (einschließlich der Grabenanlage vor der heutigen Wasserbastei). Dabei entstand zwischen dem historischen [[Mirabellgarten]], dem [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Kurhaus Salzburg]] und dem [[Salzburg Congress|Kongresshaus]] ein eigenständiger Parkteil, der heutige Kurgarten.


Gegenüber dem Schloss wurde dann [[1892]] bis [[1898]] die neue [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]] erbaut (die alte befand sich am [[Platzl]].
==== Rosenhügel ====
Der Rosenhügel als Teil des Kurparks bildet die Grenze zum südlich anschließenden [[Mirabellgarten]].


Auf dem freien Platz stand bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs das [[1788]] erbaute Getreidemagazin, die [[Schrannenmarkt|Schranne]].
== Bauwerke ==
:''Hauptartikel [[Denkmalgeschützte Objekte im Salzburger Stadtteil Neustadt]]
:''Hauptartikel [[Kapellen und Kirchen im Salzburger Stadtteil Neustadt]]
:''Hauptartikel [[Kleindenkmäler und Kunstwerke im Salzburger Stadtteil Neustadt]]


== Historische Friedhöfe und Gärten ==
==== Die Andräkirche ====
 
: ''Hauptartikel [[Stadtpfarrkirche St. Andrä]]
=== Der Mirabellgarten ===  
: ''Hauptartikel: [[Mirabellgarten]]''
Die ursprüngliche Andräkirche oder ''Kirche des heiligen Andreas'' stand einst nächst dem [[Platzl]] - an der östlichen Ecke zur [[Dreifaltigkeitsgasse]]. Die ursprünglich gotische Kirche wurde zuerst unter [[Wolf Dietrich von Raitenau]] zu einem [[Renaissance]]-Bau umgestaltet und unter [[Fürsterzbischof]] [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] [[1750]] mit hohem Aufwand erneut umgestaltet und [[barock]]isiert.
 
Der Mirabellgarten umgibt das [[Schloss Mirabell]]. Die barocke Gartenanlage wurde von Johann Bernhard [[Fischer von Erlach]] angelegt und um [[1730]] von [[Anton Danreiter]] verändert. Auch die Marmorballustrade mit ihren Vasen wurde von Fischer von Erlach entworfen. Die auf den Ballustraden stehenden antiken Statuen sind [[1689]] geschaffen worden. Um das zentrale Springbrunnenbecken gruppieren sich vier Figurengruppen, "Raub der Proserpina", "Raub der Helena", "Aeneas und Anchises" sowie "Anthaeus". Die beiden borghesischen Fechterpaare am stadtseitigen Eingang sind historische Kopien.
 
Der geflügelte Pferd Pegasus im gleichnamigen Brunnen war unsprünglich Teil der [[Kapitelschwemme]], übersiedelte dann auf den Mirabellplatz zur Mirabellschwemme und kam [[1913]] an den heutigen Standort. Die paarweisen Löwen und die Einhörner stammen wohl aus dem [[Schloss Klessheim|Schlossgarten Klessheim]].
 
Die '''Orangerie''' mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Das kleine langgestreckte '''Heckentheater''' mit seinen von geschnitteten Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde zwischen [[1704]] und [[1718]] auf der Lodronsche Wehrmauer errichtet wird auch heute noch gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet.
 
Die '''Wasserbastei'''  ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen Basteigürtels. Die Basis dieser erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden. Hier sind derzeit provisorisch die bekannten Marmorzwerge aufgestellt. Der historische [[Zwergerlgarten]] vor der Wasserbastei wurde im frühen [[19. Jahrhundert]] zerstört und kann anhand alter Pläne in seiner barocken Ursprünglichkeit wiederhergestellt werden. Hier können auf Podesten wieder ein Großteil der ursprünglich 28 bekannten grotesken Marmorzwerge aufgestellt werden, die um [[1715]] entstanden sind, unter Erzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] aber verkauft worden waren.
 
=== Der Kurgarten ===
:''Hauptartikel: [[Kurpark (Salzburg)]]''
Dort, wo sich heute der Kurgarten befindet lag einst die große St. Vitals-Bastei, die westlichste von vier mächtigen Geschützbasteien und einer weiteren Halbbastei, die [[Paris Graf von Lodron|Paris Lodron]] und sein Baumeister [[Santino Solari]] in den Jahren nach [[1621]] zur Sicherung der Neustadt errichten ließ.  
 
Als dieser starke Festungsring [[1821]] als Wehrbauwerk aufgelassen wurde, wurden die weitläufigen Anlagen als Steinbvruch freigegeben und zur Uferbeschlachtung der begradigten Salzach verwendet.
 
Der Erdkern der Bastei ist teilweise als "Rosenhügel" erhalten und als solcher den Salzburgern gut bekannt. Die umgebenden Flächen wurden eingeebnet und die alten Wehrgräben zugeschüttet (einschließlich der Grabenanlage vor der heutigen Wasserbastei). Dabei entstand zwischen dem historischen [[Mirabellgarten]], dem Kurhaus und dem [[Salzburg Congress|Kongresshaus]] ein eigenständiger Parkteil, der heutige Kurgarten.
 
== Die Innere Rechtsstadt heute ==
Die Neustadt samt dem alten Siedlungskern um [[Linzer Gasse]] und [[Steingasse]] ist heute auch als Wirtschaftsstandort wichtig:


Viele Geschäfte des Detailhandels haben vor allem in der Linzer Gasse ihre Niederlassung.
==== Die Faberhäuser ====
: ''Hauptartikel [[Faberhäuser]]


In diesem Stadtteil befindet sich an der [[Schwarzstraße]] das alte, [[1914]] vom Münchner Architekten Richard Berndl geschaffene Gebäude des Alten [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteum]]s, in dem die Stiftung Mozarteum ihren Sitz hat. In diesem Gebäude befindet sich auch der [[Wiener Saal der Stiftung Mozarteum|Wiener Saal]], der als kleiner Konzertsaal dient.
==== Die Andräschule ====
: ''Hauptartikel [[Städtisches Schulgebäude St. Andrä]]


Gleich daneben liegt das vom gleichen Architekten geplante Gebäude für den [[Großer Saal der Stiftung Mozarteum|Großen Saal des Mozarteums]]. Diese Gebäude blicken mit ihrer Rückseite in den [[Mirabellgarten]]. An der gegenüber liegenden Seite dieses Gartens, liegt gegen die [[Rainerstraße]] zu das Gebäude der Universität für Musik und darstellenden Kunst "[[Mozarteum]]", welche seit kurzem an ihren früheren Ort zurückgekehrt ist. In sehr ansprechender Form wurde das Gebäude kürzlich unter Berücksichtigung des historischen Erbes völlig neu gestaltet.
== Unternehmen ==
In der Neustadt befinden sich unter anderem:
* [[Salzburg Congress]]
* [[Salzburg Convention Bureau]]
* [[Großglockner Hochalpenstraßen AG]]
* [[Kurhausbetriebe der Stadt Salzburg]] mit [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Kurhaus Salzburg]] und [[Paracelsusbad]]
* [[Oesterreichische Nationalbank Zweiganstalt Nord Salzburg]]
* [[Tourismus Salzburg GmbH]]
* [[Wirtschaftskammer Salzburg]]
* [[Wirtschaftsförderungsinstitut]]
<!-- == Verkehr ==
Der Stadtteil ist durch die Obuslinien {{Symbol-Obuslinie|0}}  und die [[Postbus|Postbuslinie]] {{Symbol-Buslinie|000}}  mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
* [[ergänze (Haltestelle)]] -->
<!-- === Straßen === 
alphabetisch, Hauptverkehrsstraßen sind ''kursiv'' gekennzeichnet<br/>
* alle mit A
* alle mit B ... -->
<!-- === Plätze ===
[[ergänze]], -->
<!-- == Betriebe und Unternehmen ==
* [[ergänze]]]] -->
<!-- == Gesellschaft und Soziales ==
* [[ergänze]] -->
<!-- == Kultur ==
* [[ergänze]] -->
<!-- == Natur == -->
<!-- === Flora ===
* [[ergänze]] -->
<!-- === Gewässer ===
* [[ergänze]] -->
<!-- === Fauna ===
* [[ergänze]] -->
<!-- == Persönlichkeiten == -->
<!-- : lebende
* [[]] -->
<!-- : verstorbene
* [[]] -->
== Bilder ==
{{Bildkat}}
<!-- {{Commonscat}} -->
== Quellen ==
* SALZBURGWIKI-Artikel
* [http://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/salzburg_in_zahlen/einwohner_321402/statistische_zaehlbezirke_und_zaehlspren_251948.htm?redirect=404 Statistische Zählbezirke der Stadt Salzburg mit Einwohnerzahlen Stand 1. Jänner 2015]


{{Bezirke Stadt Salzburg}}
== Einzelnachweise ==
<references/>
{{Stadtteile Stadt Salzburg}}


[[Kategorie:Salzburg]]
[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Neustadt|!]]
[[Kategorie:Geografie]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Neustadt|!|]]