Geschichte der Salzburger Dommusik: Unterschied zwischen den Versionen
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[[ | [[Datei:Salzburger_dom_stich_1668-1687.jpg|thumb|Aufführung mehrchöriger Kirchenmusik, Kupferstich von Melchior Küsel (ca. 1682)]] | ||
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der historischen '''Salzburger Dommusik'''. | Dieser Artikel beschäftigt sich mit der historischen '''Salzburger Dommusik'''. | ||
== Orgeln und Kirchenmusik ab 1628 == | == Orgeln und Kirchenmusik ab 1628 == | ||
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[[File:Salzburg Dom St. Virgil & Rupert Innen Langhaus Ost 12.jpg|thumb|Rekonstruktionen 1991. Rechts: ''Prinzipal-Chor'' mit | [[File:Salzburg Dom St. Virgil & Rupert Innen Langhaus Ost 12.jpg|thumb|Rekonstruktionen 1991. Rechts: ''Prinzipal-Chor'' mit "''Hoforgel''"; links: "''Heilig-Geist-Orgel''"]] | ||
Für den [[1628]] eingeweihten [[Salzburger Dom]] schuf [[Orgelmacher]] [[Leopold Rotenburger]] drei Instrumente, nämlich Orgeln für die zwei vordersten Emporen unter der Kuppel und ein Regal für das Presbyterium.<ref>[[Heribert Metzger]]: ''Die Orgeln im Dom zu Salzburg'', Salzburg 2011, S. 7.</ref> [[1643]] baute er zwei weitere Orgeln für die Trompeteremporen in der Vierung. Damit war eine einzigartige Möglichkeit geschaffen worden, polyphone barocke Kirchenmusik zum Erklingen zu bringen: an Hochfesten konnte in fünf Gruppen musiziert werden, im Presbyterium und auf den vier Emporen. | Für den [[1628]] eingeweihten [[Salzburger Dom]] schuf [[Orgelmacher]] [[Leopold Rotenburger]] drei Instrumente, nämlich Orgeln für die zwei vordersten Emporen unter der Kuppel und ein Regal für das Presbyterium.<ref>[[Heribert Metzger]]: ''Die Orgeln im Dom zu Salzburg'', Salzburg 2011, S. 7.</ref> [[1643]] baute er zwei weitere Orgeln für die Trompeteremporen in der Vierung. Damit war eine einzigartige Möglichkeit geschaffen worden, polyphone barocke Kirchenmusik zum Erklingen zu bringen: an Hochfesten konnte in fünf Gruppen musiziert werden, im Presbyterium und auf den vier Emporen. | ||
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Die südöstliche Empore nannte man ''Prinzipal-Chor'', hier stand die ''Hoforgel'' und ca. ''14 Musiker''; vom ''Prinzipal-Chor'' aus leitete der ''Kapellmeister'' oder sein Vertreter die Musik, auf ihr musizierten der ''[[Hoforganist]]'', die ''Solosänger'', ein ''Violoncellist'', ein ''Violinist'', drei ''Fagottisten'' und drei ''Posaunisten''. | Die südöstliche Empore nannte man ''Prinzipal-Chor'', hier stand die ''Hoforgel'' und ca. ''14 Musiker''; vom ''Prinzipal-Chor'' aus leitete der ''Kapellmeister'' oder sein Vertreter die Musik, auf ihr musizierten der ''[[Hoforganist]]'', die ''Solosänger'', ein ''Violoncellist'', ein ''Violinist'', drei ''Fagottisten'' und drei ''Posaunisten''. | ||
== 2. Chor mit Heilig | == 2. Chor mit Heilig Geist-Orgel == | ||
Ihnen gegenüber, auf der nordöstlichen Empore, standen ca. zwölf ''Violinisten'' mit ihrem ''Konzertmeister'' und dem Organisten an der ''Heilig-Geist-Orgel''. Die Pfeifen der 1859 abgebrochenes Orgel kamen auf den [[Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt|Dürnnberg]], wo [[Johann Nepomuk Carl Mauracher|J. N. C. Mauracher]] ein aus gebrauchten Teilen zusammengefügtes Instrument herstellte. | Ihnen gegenüber, auf der nordöstlichen Empore, standen ca. zwölf ''Violinisten'' mit ihrem ''Konzertmeister'' und dem Organisten an der ''Heilig-Geist-Orgel''. Die Pfeifen der 1859 abgebrochenes Orgel kamen auf den [[Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt|Dürnnberg]], wo [[Johann Nepomuk Carl Mauracher|J. N. C. Mauracher]] ein aus gebrauchten Teilen zusammengefügtes Instrument herstellte. | ||
== 3. Ripienochor == | == 3. Ripienochor == | ||
Das dritte Ensemble, die sog. ''Ripienisten'', war um das Regal oder die Chororgel im Presbyterium gruppiert und bestand aus ''Kapellknaben'', ''Domchorvikaren'' und ''Domchoralisten''. Sie hatten die Aufgabe, das ''Tutti'' zu verstärken oder zu bilden. | Das dritte Ensemble, die sog. ''Ripienisten'', war um das Regal oder die Chororgel im Presbyterium gruppiert und bestand aus ''[[Salzburger Domkapellknaben und -mädchen|Kapellknaben]]'', ''Domchorvikaren'' und ''Domchoralisten''. Sie hatten die Aufgabe, das ''Tutti'' zu verstärken oder zu bilden. | ||
== 4. + 5. Trompeterchöre mit Orgeln von 1643 == | == 4. + 5. Trompeterchöre mit Orgeln von 1643 == | ||
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== Wiedererrichtung der Pfeileremporen und Orgeln ab 1990 == | == Wiedererrichtung der Pfeileremporen und Orgeln ab 1990 == | ||
1985 gewann der Denkmalpfleger Corneille Jansson das Ausschreibungsverfahren zur Wiedererrichtung des | 1985 gewann der Denkmalpfleger Corneille Jansson das Ausschreibungsverfahren zur Wiedererrichtung des 1859 zerstörten Ensembles der Orgeltribünen im Kuppelraum. Die Gehäuse der Orgeln wurde von Jansson nach dem baukünstlerischen Motiv der "Serliana" entworfen, benannt nach dem Architekten Sebastian Serlio (1475–1555).<ref>In England wird es als "Scamozzi-Window" bezeichnet, da das "Serliana"-Motiv von [[Vincenzo Scamozzi]] bekannt gemacht wurde.</ref> 1990 wurde wieder vier Emporen errichtet, darauf konnten fünf Orgelwerke aufgestellt werden. Die östlichen, ''zwei Süddeutschen Orgeln'' schuf 1991 Johann Pirchner (aus Steinach am Brenner), die drei westlichen wurden 1995 errichtet: die ''Venezianische Orgel'' auf der nördlichen Seite stammt von Franz Zanin (aus Camino al Tagliamento), die ''Renaissance-Orgel'' auf der südlichen Seite schuf Francesco Zanin (aus Codroipo). Auf einem zweiten ''Spielwerk'' wird ein Continuoregister (Copula 8′) zum Erklingen gebracht, das im Gehäuse der ''Renaissance-Orgel'' untergebracht ist. | ||
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