Hundehaltung: Unterschied zwischen den Versionen

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==Leinenzwang und Maulkorbpflicht==
==Leinenzwang und Maulkorbpflicht==
In der Stadt Salzburg gilt ENTWEDER Leinenplficht - ODER Maulkorbpflicht.  Ein Hundehalter kann also seinen Freund MIT Maulkorb frei laufen lassen.  Darauf sollten speziell Radfahrer aufpassen, denn ebenso wie  Kleinkinder, können auch (berechtigt) freilaufende Hunde jederzeit  unvorhersehbare Richtungswechsel machen, weshalb vom Radfahrer gefordert wird, jederzeit bremsbereit zu sein, denn er hat Nachrang gegenüber zwei- und vierbeinigen Lebewesen!
:''Hauptartikel [[Hunde-Leinenpflicht]]


In vielen Salzburger Gemeinden ist Leinenzwang für Hundehalter vorgeschrieben. Leider wird diese Vorschrift immer wieder von Hundehaltern missachtet und es kommt auch immer wieder zu gefährlichen Situationen bzw. zu Auseinandersetzungen mit Passanten, die sich von frei laufenden Hunden bedroht fühlen oder auch nur unangenehm berührt sind, wenn der Hund an ihnen schnuppert; auch Verunreinigungen durch einen sich nach einem Besuch in einem Bach
== Ereignisse ==
schüttelnden Tier;
=== Hundebisse ===
 
Bei größeren Hunden kann auch eine Maulkorbpflicht vorgeschrieben sein, zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber auch hier werden immer wieder Verstöße beobachtet.
 
==Pro und Contra==
Argumente von Hundehaltern, die Vorschriften ignorieren:
* ''mein Hund tut niemanden etwas''
* ''ein Hund braucht den Freilauf, wo soll er sonst laufen als hier im Park?''
* ''was stört Sie an meinem Hund? Er beschnuppert Sie ja nur!''
 
Befürworter von Leinenzwang und Maulkorbpflicht argumentieren:
* ''ein Hund ist ein Tier und demnach kann man seine Reaktionen niemals wirklich voraussehen; ein ungewohnter Geruch, eine ungewohnte Bewegung und der Hund kann zum Raubtier werden oder sich einfach aus seiner Natur heraus wehren''
* ''nicht jedem Menschen ist es Recht, beschnüffelt zu werden''
* ''Radfahrer haben mit Recht vor frei laufenden Hunden Angst; es gab schon Stürze aus Panik vor einem nachlaufenden oder zuschnappenden Hund''
* ''Wer kommt für verschmutzte oder zerbissene Kleidung auf? Auch ein kleiner Schnapper kann ein Loch verursachen!''
 
Beobachtungen
* an der [[Königsseeache]] im Gemeindegebiet [[Anif]] (Leinenzwang):
:abends, wenn die [[Wasservogel|Wasservögel]] sich zur Ruhe begeben möchten, kommt ein Hundebesitzer mit frei laufendem Hund; der Hund springt in das Knietiefe Wasser und läuft auf die Sandbank, auf der die Wasservögel ruhen; aufgeschreckt durch den Hund ergreifen sie die Flucht; Minuten später kehren sie zurück und versuchen erneut zu ruhen, doch der nächste Hundebesitzer lässt sein Tier ins Wasser und das Spiel beginnt von neuem;
:mehrere Hundebesitzer treffen sich und plaudern miteinander, während ihre Hunde (große und kleine) miteinander balgen, knurren und den Weg mehr oder weniger blockieren; Radfahrer müssen anhalten und Fußgänger schieben mal links, mal rechts ein Tier von ihren Beinen weg; Zurechtrufe der Hundebesitzer verhallen meist ungehört in den Hundeohren;
 
Miteinander
* Verordnungen wie Leinenzwang oder Maulkorbpflicht dienen zum Schutz von Mensch ''und'' Tier und zum geregelten Miteinander von Menschen, die unterschiedlicher Meinung in diesem Punkt sind. Je dichter Gebiete besiedelt sind, desto wichtiger werden für alle Menschen die Freiräume wie Naherholungsgebiete, Parks, Rad- oder Wanderwege.
 
== Hundebisse ==
Pro Jahr müssen im Bundesland Salzburg laut  Kuratorium für Verkehrssicherheit 500 Menschen nach Hundeattacken im  Krankenhaus behandelt werden. In der [[Stadt Salzburg]] gingen  Hundebisse jedoch seit Ende der [[1990er]] Jahre stark zurück. 1999 gab  es 135 Attacken, 2010 waren es nur mehr 18. Probleme treten aber nach  wie vor mit frei laufenden Hunden auf. So wurden 2010 in der Stadt  Salzburg 80 Besitzer wegen Verletzung des Leinen- und Maulkorbzwanges  angezeigt.  
Pro Jahr müssen im Bundesland Salzburg laut  Kuratorium für Verkehrssicherheit 500 Menschen nach Hundeattacken im  Krankenhaus behandelt werden. In der [[Stadt Salzburg]] gingen  Hundebisse jedoch seit Ende der [[1990er]] Jahre stark zurück. 1999 gab  es 135 Attacken, 2010 waren es nur mehr 18. Probleme treten aber nach  wie vor mit frei laufenden Hunden auf. So wurden 2010 in der Stadt  Salzburg 80 Besitzer wegen Verletzung des Leinen- und Maulkorbzwanges  angezeigt.  


Im Jahr 2009 wurden 160 Hundebiss-Anzeigen erstattet, 2010 waren es 156, exakt gleich viel im Jahr 2011 (156).
Im Jahr 2009 wurden 160 Hundebiss-Anzeigen erstattet, 2010 waren es 156, exakt gleich viel im Jahr 2011 (156).


=== Fälle 2010 ===
==== Fälle 2010 ====
Anfang Oktober  2010 wurde beim [[Gasthaus  Zillreith]] am Fuße des [[Schlenken]]s im  [[Tennengau]] ein  vierjähriges Mädchen vom bayerischen  Gebirgsschweißhund ''Aiko'' im  Gesicht gebissen. Das Mädchen wird  lebenslang eine Narbe davontragen.  
Anfang Oktober  2010 wurde beim [[Gasthaus  Zillreith]] am Fuße des [[Schlenken]]s im  [[Tennengau]] ein  vierjähriges Mädchen vom bayerischen  Gebirgsschweißhund ''Aiko'' im  Gesicht gebissen. Das Mädchen wird  lebenslang eine Narbe davontragen.  


=== Fälle 2011 ===
==== Fälle 2011 ====
Im Februar [[2011]] wurde Marie Beatrix Deubler in [[Thalgau]] bei  einem Spaziergang mit ihrem Husky-Schäferhund-Mischling von einem Rüden  aus einer Glaswerkstätte angefallen und zwei Mal in die linke Hand  gebissen. Eine vierstündige Operation war notwendig, jedoch konnten  durchtrennte Nerven nicht mehr korrigiert werden. Fr. Deubler hat  seither ein Gefühl der Taubheit in ihrer Hand. Der 24-Jährige  Hundehalter gab an, der Hund hätte sich die Tür ins Freie selbst  geöffnet. Das Verfahren gegen ihn wurde jedoch Wochen später  eingestellt. Begründung: Da es sich um den ''ersten'' Hundebiss handelt  und dies nicht vorhersehbar war.
Im Februar [[2011]] wurde Marie Beatrix Deubler in [[Thalgau]] bei  einem Spaziergang mit ihrem Husky-Schäferhund-Mischling von einem Rüden  aus einer Glaswerkstätte angefallen und zwei Mal in die linke Hand  gebissen. Eine vierstündige Operation war notwendig, jedoch konnten  durchtrennte Nerven nicht mehr korrigiert werden. Fr. Deubler hat  seither ein Gefühl der Taubheit in ihrer Hand. Der 24-Jährige  Hundehalter gab an, der Hund hätte sich die Tür ins Freie selbst  geöffnet. Das Verfahren gegen ihn wurde jedoch Wochen später  eingestellt. Begründung: Da es sich um den ''ersten'' Hundebiss handelt  und dies nicht vorhersehbar war.


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Im September 2012 wurde der Hundehalter in einer Berufungsverhandlung rechtskräftig zu einer Haftstrafe von einem Monat auf Bewährung verurteilt. Dem Opfer des Hundebisses wurden 13.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. In erster Instanz waren es nur 6.000 Euro. Der Rottweiler wurde mittlerweile eingeschläfert, der Hundebesitzer hat stets seine Unschuld beteuert<ref>Bezirksblätter online, Ausgabe Flachgau Süd vom 3. Oktober 2012</ref>.
Im September 2012 wurde der Hundehalter in einer Berufungsverhandlung rechtskräftig zu einer Haftstrafe von einem Monat auf Bewährung verurteilt. Dem Opfer des Hundebisses wurden 13.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. In erster Instanz waren es nur 6.000 Euro. Der Rottweiler wurde mittlerweile eingeschläfert, der Hundebesitzer hat stets seine Unschuld beteuert<ref>Bezirksblätter online, Ausgabe Flachgau Süd vom 3. Oktober 2012</ref>.


==Hundewiesen==
==== 2020 ====
2011 gab es im Bereich der Stadt Salzburg fünf [[Hundezonen im Pinzgau|Hundewiesen]], ab dem Frühjahr kommen drei weitere hinzu: 4&nbsp;000 m² beim [[Salzachsee]], eine Wiese im [[Hans-Donnenberg-Park]] in Salzburg-[[Nonntal]] (2&nbsp;000 m²) und eine in [[Hellbrunn]] (5&nbsp;000 m²).
Mehrere teils schwere Verletzungen hat am Montagnachmittag, den [[20. Juli]] [[2020]], ein 45-jähriger Mann bei einer Hundeattacke in Salzburg-[[Gnigl]] erlitten. Der Salzburger war nach Darstellung der Polizei gegen 15:30 Uhr mit seinem Fahrrad unterwegs als er von einem freilaufenden schäferhundgroßen, schwarzen Hund in beide Oberarme sowie in die Wade gebissen wurde. Der 45-Jährige konnte sich selbst losreißen und hinter sein Fahrrad stellen, woraufhin der Hund in unbekannte Richtung davonlief. Nach Erstversorgung durch Passanten vor Ort wurde das Opfer in ein Krankenhaus eingeliefert, wo mehrere Rissquetschwunden, Prellungen, ein Nerven- sowie ein Muskelfaserriss diagnostiziert wurden.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/salzburg-gnigl-freilaufender-hund-attackierte-radfahrer-90448633 www.sn.at], 21. Juli 2020</ref>


Im Mai 2013 wurde auf dem Areal von [[Hellbrunn]] neben dem Hellbrunner Spielplatz hinter dem Wirtschaftshof-Tor ein 2&nbsp;500 Quadratmeter großes Rasenstück, das umzäunt wurde, als Hundewiese eröffnet. Die Kosten beliefen sich auf 7.000 Euro<ref>{{Quelle SW-SN|8. Mai 2013}}</ref>.
=== Hund hetzte trächtiges Schaf ===
Ein Leserbrief in den "[[Salzburger Nachrichten]]" vom 19. September 2023:<ref>[https://www.sn.at/leserforum/leserbrief/hund-hetzte-traechtiges-schaf-145550752 www.sn.at], SN, 19. September 2023</ref><blockquote>''Am Freitag, dem [[25. August|25. 8.]] [[2023]], kam es im Gemeindegebiet von [[Eugendorf]]-[[Sommeregg (Eugendorf)|Sommeregg]] zu einem folgenschweren Vorfall durch einen unverantwortlichen Hundehalter. Der Hundebesitzer ging mit seinem Vierbeiner spazieren, ohne das Tier an der Leine zu halten. Unsere Schafe weideten auf einer Wiese, die mit drei Elektrozaunbändern gesichert war. Der freilaufende Hund durchbrach den Weidezaun und folgte seinem Instinkt. Er sonderte ein trächtiges Schaf von der Herde ab und hetzte es so lange, bis es den Weidezaun durchbrach. Das Schaf stürzte über eine Böschung, wo es, verfangen in den Zaunbändern, inmitten von Dornen liegen blieb. Wir konnten das Schaf wieder befreien. Durch den Stress sind allerdings die zwei Lämmer im Uterus abgestorben und das Schaf musste eingeschläfert werden. Leider stimmte die angegebene Telefonnummer des Hundehalters nicht, wodurch wir ihn nicht einmal über die Folgen seines fahrlässigen Handelns informieren konnten. Andrea und Andreas Huber, Schafbauern, 5301 Eugendorf</blockquote>


==Weblinks==
==Weblinks==