Geschichte der Salzburger Dommusik: Unterschied zwischen den Versionen

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== Orgeln und Kirchenmusik ab 1628 ==
 
== Orgeln und Kirchenmusik ab 1628 ==
 
[[File:Cathédrale de Salzboug en 1682 (Melchior Küsel).jpg|thumb|Aufführung mehrchöriger Kirchenmusik, Kupferstich von Melchior Küsel (ca. 1682)]]
 
[[File:Cathédrale de Salzboug en 1682 (Melchior Küsel).jpg|thumb|Aufführung mehrchöriger Kirchenmusik, Kupferstich von Melchior Küsel (ca. 1682)]]
Für den [[1628]] eingeweihten [[Salzburger Dom]] schuf [[Orgelmacher]] [[Leopold Rotenburger]] drei Instrumente, nämlich Orgeln für die zwei vordersten Emporen unter der Kuppel und ein Regal für das Presbyterium.<ref>Heribert Metzger: ''Die Orgeln im Dom zu Salzburg'', Salzburg 2011, S. 7.</ref> [[1643]] baute er zwei weitere Orgeln für die Trompeteremporen in der Vierung. Damit war eine einzigartige Möglichkeit geschaffen worden, polyphone barocke Kirchenmusik zum Erklingen zu bringen:<ref>Ausführlich Gerhard Walterskirchen zur [http://www.kirchen.net/salzburger-dom/page.asp?id=11840 Funktion der neuen Vierungsorgeln].</ref> an Hochfesten konnte in fünf Gruppen musiziert werden, im Presbyterium und auf den vier Emporen.<br/>Wie die Musiker im 18. Jahrhundert verteilt waren, beschreibt [[Leopold Mozart]] ausführlich.<ref>Leopold Mozart: ''Nachricht von dem gegenwärtigen Zustande der Musik Sr. Hochfürstlichen Gnaden des Erzbischoffs zu Salzburg im Jahr 1757''. In: ''Historisch-Kritische Beyträge zur Aufnahme der Musik'', hg. von Friedrich Wilhelm Marpurg, Bd. 3, St. 3 (1757), [183]–198. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Die Kirchenmusikpraxis der Mozart-Zeit am Dom zu Salzburg''. In: ''Die Vierungsorgeln im Dom zu Salzburg, Wiederherstellung 1991'', hg. vom Domkapitel Salzburg, o.p.</ref>
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Für den [[1628]] eingeweihten [[Salzburger Dom]] schuf [[Orgelmacher]] [[Leopold Rotenburger]] drei Instrumente, nämlich Orgeln für die zwei vordersten Emporen unter der Kuppel und ein Regal für das Presbyterium.<ref>Heribert Metzger: ''Die Orgeln im Dom zu Salzburg'', Salzburg 2011, S. 7.</ref> [[1643]] baute er zwei weitere Orgeln für die Trompeteremporen in der Vierung. Damit war eine einzigartige Möglichkeit geschaffen worden, polyphone barocke Kirchenmusik zum Erklingen zu bringen: an Hochfesten konnte in fünf Gruppen musiziert werden, im Presbyterium und auf den vier Emporen.<br/>Wie die Musiker im 18. Jahrhundert verteilt waren, beschrieb [[Leopold Mozart]] 1757 ausführlich.<ref>Leopold Mozart: ''Nachricht von dem gegenwärtigen Zustande der Musik Sr. Hochfürstlichen Gnaden des Erzbischoffs zu Salzburg im Jahr 1757''. In: ''Historisch-Kritische Beyträge zur Aufnahme der Musik'', hg. von Friedrich Wilhelm Marpurg, Bd. 3, St. 3 (1757), [183]–198. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: ''Die Kirchenmusikpraxis der Mozart-Zeit am Dom zu Salzburg''. In: ''Die Vierungsorgeln im Dom zu Salzburg, Wiederherstellung 1991'', hg. vom Domkapitel Salzburg, o.p.</ref>
 
==== 1. Prinzipal-Chor mit Hoforgel ====
 
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Die südöstliche Empore nannte man ''Prinzipal-Chor'', hier stand die ''Hoforgel'' und ca. ''14 Musiker''; vom ''Prinzipal-Chor'' aus leitete der ''Kapellmeister'' oder sein Vertreter die Musik, auf ihr musizierten der ''Hoforganist'', die ''Solosänger'', ein ''Violoncellist'', ein ''Violinist'', drei ''Fagottisten'' und drei ''Posaunisten''.  
 
Die südöstliche Empore nannte man ''Prinzipal-Chor'', hier stand die ''Hoforgel'' und ca. ''14 Musiker''; vom ''Prinzipal-Chor'' aus leitete der ''Kapellmeister'' oder sein Vertreter die Musik, auf ihr musizierten der ''Hoforganist'', die ''Solosänger'', ein ''Violoncellist'', ein ''Violinist'', drei ''Fagottisten'' und drei ''Posaunisten''.  

Version vom 16. Juli 2017, 23:41 Uhr

Orgeln und Kirchenmusik ab 1628

Datei:Cathédrale de Salzboug en 1682 (Melchior Küsel).jpg
Aufführung mehrchöriger Kirchenmusik, Kupferstich von Melchior Küsel (ca. 1682)

Für den 1628 eingeweihten Salzburger Dom schuf Orgelmacher Leopold Rotenburger drei Instrumente, nämlich Orgeln für die zwei vordersten Emporen unter der Kuppel und ein Regal für das Presbyterium.[1] 1643 baute er zwei weitere Orgeln für die Trompeteremporen in der Vierung. Damit war eine einzigartige Möglichkeit geschaffen worden, polyphone barocke Kirchenmusik zum Erklingen zu bringen: an Hochfesten konnte in fünf Gruppen musiziert werden, im Presbyterium und auf den vier Emporen.
Wie die Musiker im 18. Jahrhundert verteilt waren, beschrieb Leopold Mozart 1757 ausführlich.[2]

1. Prinzipal-Chor mit Hoforgel

Die südöstliche Empore nannte man Prinzipal-Chor, hier stand die Hoforgel und ca. 14 Musiker; vom Prinzipal-Chor aus leitete der Kapellmeister oder sein Vertreter die Musik, auf ihr musizierten der Hoforganist, die Solosänger, ein Violoncellist, ein Violinist, drei Fagottisten und drei Posaunisten.

2. Chor mit Heilig-Geist-Orgel

Ihnen gegenüber, auf der nordöstlichen Empore, standen ca. zwölf Violinisten mit ihrem Konzertmeister und dem Organisten an der Heilig-Geist-Orgel.

3. + 4. Trompeterchöre

Auf den beiden westlichen Emporen, den sog. Trompeterchören, standen ca. sechs schwarz gekleidete Trompeter, Pauker und zwei weitere Orgelspieler.

5. Ripienochor

Das fünfte Ensemble, die sog. Ripienisten, war um das Regal oder die Chororgel im Presbyterium gruppiert und bestand aus Kapellknaben, Domchorvikaren und Domchoralisten. Sie hatten die Aufgabe, das Tutti zu verstärken oder zu bilden.

Bekleidet waren die Musiker mit weißen Chorröcken, ausgenommen die Trompeter, die schwarze Uniformen trugen.

Quellen

  • Metzger, Heribert: Die Orgeln im Dom zu Salzburg. Hrsg. vom Metropolitankapitel zu Salzburg. Salzburg 2011.

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Heribert Metzger: Die Orgeln im Dom zu Salzburg, Salzburg 2011, S. 7.
  2. Leopold Mozart: Nachricht von dem gegenwärtigen Zustande der Musik Sr. Hochfürstlichen Gnaden des Erzbischoffs zu Salzburg im Jahr 1757. In: Historisch-Kritische Beyträge zur Aufnahme der Musik, hg. von Friedrich Wilhelm Marpurg, Bd. 3, St. 3 (1757), [183]–198. Zitiert nach: Gerhard Walterskirchen: Die Kirchenmusikpraxis der Mozart-Zeit am Dom zu Salzburg. In: Die Vierungsorgeln im Dom zu Salzburg, Wiederherstellung 1991, hg. vom Domkapitel Salzburg, o.p.