Orgelmacher: Unterschied zwischen den Versionen
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Hoforgelmacher gehörten zu den besonders etablierten Orgelbauern, die die Instrumente bei Hof für eine monatliche Entlohnung gestimmt und gewartet halten mussten. Außerdem konnten sie bevorzugt mit Aufträgen zur Errichtung, Vergrößerung oder Reparatur von Orgeln im Stiftsgebiet rechnen. | Hoforgelmacher gehörten zu den besonders etablierten Orgelbauern, die die Instrumente bei Hof für eine monatliche Entlohnung gestimmt und gewartet halten mussten. Außerdem konnten sie bevorzugt mit Aufträgen zur Errichtung, Vergrößerung oder Reparatur von Orgeln im Stiftsgebiet rechnen. | ||
| − | Im Gefolge des Ersten Napoleonischen Kriegs und dem Friedensvertrag von Lunéville kam es 1803 zur Säkularisation des Erzstiftes Salzburg. Der damit einhergehende Umbruch in der Verwaltung führte zu einer neuen Gewerbeordnung. Diese betraf auch das Handwerk der Orgelbauer, für die das Gewerbe des ''Bürgerlichen Orgelmacher''s geschaffen wurde, das Amt des ''Hoforgelmacher''s war mit dem Tode Johann Ev. Schmidts 1804 erloschen. ''Joseph Konradt'' (*1773 in Würzburg; | + | Im Gefolge des Ersten Napoleonischen Kriegs und dem Friedensvertrag von Lunéville kam es 1803 zur Säkularisation des Erzstiftes Salzburg. Der damit einhergehende Umbruch in der Verwaltung führte zu einer neuen Gewerbeordnung. Diese betraf auch das Handwerk der Orgelbauer, für die das Gewerbe des ''Bürgerlichen Orgelmacher''s geschaffen wurde, das Amt des ''Hoforgelmacher''s war mit dem Tode Johann Ev. Schmidts 1804 erloschen. ''Joseph Konradt'' (* 1773 in Würzburg; † 9. September 1838 in Salzburg) war der erste bürgerliche Orgelmacher in Salzburg.<ref>Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 14.</ref> |
== Orgelbauer nach 1804 == | == Orgelbauer nach 1804 == | ||
Version vom 25. März 2015, 21:53 Uhr
Orgeln waren in Salzburg früh in Verwendung, denn schon 1310 wurden bei einer Salzburger Synode alle Musikinstrumente, mit Ausnahme der (bestehenden) Orgeln, verboten.[1] Welche Orgelbauer vor 1400 in Salzburg tätig waren ist nicht bekannt, erst ab Anfang des 15. Jahrhunderts sind einige Namen überliefert.
Orgelmacher vor 1597
Namentlich bekannt sind
- Hanns Vetlär um 1400
- Magister Jacobus 1430
- Hanns von Mansee um 1430 (= Hans von Mondsee)
- Heinrich Traxdorf aus Mainz 1444 (auch Trassdorfer)
- Meister Andre ca. 1450–1470
- Hanns Reicher 1470
- Wolfgang Ruerdorf 1475
- Hanns Vetlär um 1499
- Meister Leonhart um 1500
- Matthäus Schwicker ca. 1500–1515
- Christian Taler aus Wasserburg am Inn 1505
- Ruprecht Glanner 1529
- Josua Pock 1529–1596
- Caspar Pockh ca. 1580–1604
- Christoph Schreiber aus Erfurt 1588
- Fabian Wagner ca. 1596–1600
- Matthäus Grundtman 1604
- Hipolit Erle aus Traunstein 1605.[2]
1587 kam in Salzburg ein Regent an die Macht, der die Stadt Salzburg umgestaltete und das Erzstift Salzburg neu organisierte: Wolf Dietrich von Raitenau, bis 1612 Fürsterzbischof von Salzburg. Er beschloss auch die Neuordnung der Dommusik, die am 1. März 1597 in Kraft trat.[3]
Gemäß dieser führte die Fürsterzbischöfliche Verwaltung in Salzburg das Amt des Hoforgelmachers ein.
Hoforgelmacher
Im Laufe der Zeit übten acht Hoforgelbauer, ab 1700 auch Landorgelmacher genannt, dieses Amt aus:
- Leopold Rotenburger 1598–1653
- Paul Rotenburger 1653–1661
- Mathias Rotenburger 1661–1668
- Heinrich Hermeler 1669–1673
- Christoph Egedacher 1673–1706
- Johann Christoph Egedacher 1706–1747
- Johann Rochus Egedacher 1747–1785
- Johann Ev. Schmidt 1785–1804.
Hoforgelmacher gehörten zu den besonders etablierten Orgelbauern, die die Instrumente bei Hof für eine monatliche Entlohnung gestimmt und gewartet halten mussten. Außerdem konnten sie bevorzugt mit Aufträgen zur Errichtung, Vergrößerung oder Reparatur von Orgeln im Stiftsgebiet rechnen.
Im Gefolge des Ersten Napoleonischen Kriegs und dem Friedensvertrag von Lunéville kam es 1803 zur Säkularisation des Erzstiftes Salzburg. Der damit einhergehende Umbruch in der Verwaltung führte zu einer neuen Gewerbeordnung. Diese betraf auch das Handwerk der Orgelbauer, für die das Gewerbe des Bürgerlichen Orgelmachers geschaffen wurde, das Amt des Hoforgelmachers war mit dem Tode Johann Ev. Schmidts 1804 erloschen. Joseph Konradt (* 1773 in Würzburg; † 9. September 1838 in Salzburg) war der erste bürgerliche Orgelmacher in Salzburg.[4]
Orgelbauer nach 1804
Eine der bekanntesten Orgelbau-Dynastien sind die Maurachers, eine Zillertaler Orgelbauerfamilie, die vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts durch viele Generationen in allen Ländern Österreichs wirkte.
- Johann Nepomuk Carl Mauracher
- Matthäus Mauracher II.
- Mathias Mauracher
- Matthäus Mauracher I.
- Andreas Mauracher
- Karl Mauracher (Orgelbauer)
- Albert Mauracher
- Ludwig Mauracher
- Josef Mauracher
- Hans Mauracher
- Franz Mauracher
Quelle
- Salzburgwiki-Artikel
Literatur
- Hintermaier, Ernst: »Es gehe confuse in verrichtung des Gottesdienstes zue, vnnd wolle demnach denn Chorum in ein bessere und richtigere Ordnung bringen.« Liturgie-Reform, Kirchenmusik und höfisches Musikleben unter den Erzbischöfen Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612) und Markus Sittikus von Hohenems (1612–1619). In: Salzburger Musikgeschichte. Vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, hrsg. von Jürg Stenzl / Ernst Hintermaier / Gerhard Walterskirchen, Salzburg 2005, S. 121–138.
- Spies, Hermann: Beiträge zur Geschichte der Kirchenmusik in Salzburg im Spätmittelalter und zu Anfang der Renaissance. In: MGSLK 91 (1951) S. 132–152.
- Walterskirchen, Gerhard: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Universität Salzburg 1982.
Anmerkungen und Einzelnachweise
- ↑ Herman Spies: Beiträge zur Geschichte der Kirchenmusik in Salzburg im Spätmittelalter und zu Anfang der Renaissance. In: MGSLK 91 (1951) S. 142.
- ↑ Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 15.
- ↑ Ernst Hintermaier: »Es gehe confuse in verrichtung des Gottesdienstes zue, vnnd wolle demnach denn Chorum in ein bessere und richtigere Ordnung bringen.« Liturgie-Reform, Kirchenmusik und höfisches Musikleben unter den Erzbischöfen Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612) und Markus Sittikus von Hohenems (1612–1619). In: Salzburger Musikgeschichte. Vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, hrsg. von Jürg Stenzl / Ernst Hintermaier / Gerhard Walterskirchen, Salzburg 2005, S. 125.
- ↑ Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 14.