Kobler-Spängler-Briefe von 1875: Unterschied zwischen den Versionen
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==== Brief vom 18. Februar 1875 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ==== Brief vom 18. Februar 1875 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief vom 18. Februar 1875 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> | Brief vom 18. Februar 1875 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> | ||
''Salzburg den 18t[en]/2 [18]75 Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr freute ich mich Euer liebe[s] Briefchen welches ich am Sonntag erhielt es traf mich zwar im Bett. Ich bin schon seit Fasching Montag nicht mehr außgegangen indem ich einen zimmlich starken Husten hatte, nur am letzten Freitag machte ich Nachmittag einen Gang zum Auer etwas zu kauffen und zur Großmutter wolte ich gehen zu sehen wie es ihr geht mit den Herzklopfen, und ich fand sie auch Gottlob zimmlich gut. Am Sammstag Mittag wurde mir so schlecht. Das ich mich legen mußte Heute bin ich Gottlob den größten theil des Tages wider auf, ich hatte auch Fieber, aber Doktor brauchte / ich Gottlob keinen. Ich habe mich nur gut gehalten, und Haußmittel gebraucht. Heute ist mir wider gut nur noch etwas matt bin ich. So gott will wird es bis zur Reise wi[e]der ganz gut. Meine lieben es war in meinen Sinn nie anders gedacht, als amm 6 t[en] Hier abzureisen, um an der Fany ihren Nammensfest unten zu sein, und eben so nicht vor Franz seinen Geburtstfest unten weg zu gehen, Der liebe Gott möge zu meinen'' [unterstrichen:] ''Wollen auch das'' [unterstrichen:] ''Vollbringen geben. Ich wünsche von ganzen Herzen das die Witterung bis dahin wärmer wird. Ich freue mich schon recht sehr Euch meine lieben zu sehen ich glaube schon auch das es sehr angezeugt ist warme Kleider mit zu nehmen, als leichtere / werde ich nur das Graue mit nehmen welches du liebe Fany mir gemacht hast. Das Schwarze Seidenkleid, das Wattmal [?] Kleid zihe ich zur Reise an, und das Quatroliete [?] Kleid, sonst nehme ich mir nichts mit. einen'' [mit latein. Buchstaben:] ''Baldo möchte ich mir in Wien Kauffen. Wen du liebe Fany etwas von Hier wünschest so bitte ich es früh genug zu schreiben. Wie ist es den mit der Butter in Wien, wen sie dort schwer zu bekommen ist, so nehme ich eine große Kaffepichse voll mit, aber ein paar Tage zuvor möchte ich es wissen, damit ich von der Großmutter ihren Buttenbräuern einen bekomme. Was noch ist, bitte ich zu schreiben. Die Großmutter grüßt Euch recht herzlich. Wen nur bey der Großmutter das Herzklopfen sich endlich einmal verlieren möchte, sonst ist sie gottlob gesund. Die Großmutter will mir für das gastbett zum Kieß [?] 1 | ''Salzburg den 18t[en]/2 [18]75 Meine inigst geliebten Theuren! Wie sehr freute ich mich Euer liebe[s] Briefchen welches ich am Sonntag erhielt es traf mich zwar im Bett. Ich bin schon seit Fasching Montag nicht mehr außgegangen indem ich einen zimmlich starken Husten hatte, nur am letzten Freitag machte ich Nachmittag einen Gang zum Auer etwas zu kauffen und zur Großmutter wolte ich gehen zu sehen wie es ihr geht mit den Herzklopfen, und ich fand sie auch Gottlob zimmlich gut. Am Sammstag Mittag wurde mir so schlecht. Das ich mich legen mußte Heute bin ich Gottlob den größten theil des Tages wider auf, ich hatte auch Fieber, aber Doktor brauchte / ich Gottlob keinen. Ich habe mich nur gut gehalten, und Haußmittel gebraucht. Heute ist mir wider gut nur noch etwas matt bin ich. So gott will wird es bis zur Reise wi[e]der ganz gut. Meine lieben es war in meinen Sinn nie anders gedacht, als amm 6 t[en] Hier abzureisen, um an der Fany ihren Nammensfest unten zu sein, und eben so nicht vor Franz seinen Geburtstfest unten weg zu gehen, Der liebe Gott möge zu meinen'' [unterstrichen:] ''Wollen auch das'' [unterstrichen:] ''Vollbringen geben. Ich wünsche von ganzen Herzen das die Witterung bis dahin wärmer wird. Ich freue mich schon recht sehr Euch meine lieben zu sehen ich glaube schon auch das es sehr angezeugt ist warme Kleider mit zu nehmen, als leichtere / werde ich nur das Graue mit nehmen welches du liebe Fany mir gemacht hast. Das Schwarze Seidenkleid, das Wattmal [?] Kleid zihe ich zur Reise an, und das Quatroliete [?] Kleid, sonst nehme ich mir nichts mit. einen'' [mit latein. Buchstaben:] ''Baldo möchte ich mir in Wien Kauffen. Wen du liebe Fany etwas von Hier wünschest so bitte ich es früh genug zu schreiben. Wie ist es den mit der Butter in Wien, wen sie dort schwer zu bekommen ist, so nehme ich eine große Kaffepichse voll mit, aber ein paar Tage zuvor möchte ich es wissen, damit ich von der Großmutter ihren Buttenbräuern einen bekomme. Was noch ist, bitte ich zu schreiben. Die Großmutter grüßt Euch recht herzlich. Wen nur bey der Großmutter das Herzklopfen sich endlich einmal verlieren möchte, sonst ist sie gottlob gesund. Die Großmutter will mir für das gastbett zum Kieß [?] 1 ℔'' [Pfundzeichen] ''Schleiß mitgeben sie sagt es sey gar so leer [?], ich habe gesagt / ich nehme es schon mit, ich bekomme schon einen hübsch großen Koffer, das ich alles unterbringe.'' | ||
''Das Die Kopsa Marie am 4 t[en] April ihre Vermehlung feyert mit einen Ingeneur an der technischen Hochschule in Wien und heißt Friedrich Steiner und hat schon auf den Wieden eine recht nette Wohnung genohmen. Ihr könt Euch denken wie Glücklich sich Marie fühlt. Und wie erfreut die Eltern darüber sind. Rudolf Guttenberg bedauern wir alle von Herzen er war ja so unendlich glücklich. Bey Payer ist auch nun das Mädchen welches so lange Krank war gestorben. Sie bathen selbst den lieben Gott um Auflößung. Hier ist der Doktor Stieger, und Herr Kigele [?] gestorben. Die Doktor Schlögl<ref> [[Katharina Arrigler]], verheiratet [[Richard Franz Schlegel]]</ref> ist nun Gottlob wider auf den Beinen hat sich nun auch schon wider erholt. Otto liegt auch seit 3 Tagen an einer Haldentzündung. Die Ubrigen haben fast alle Husten besonders auch die Frau.'' [drei Stiche] | ''Das Die Kopsa Marie am 4 t[en] April ihre Vermehlung feyert mit einen Ingeneur an der technischen Hochschule in Wien und heißt Friedrich Steiner<ref>Friedrich Steiner (* 1849; † 9. August 1901 in Prag-Smichow, seit dem 4. April 1875 verheiratet mit Marie Kopsa, die Tochter von Anton Kopsa (* 1812; † 1886), seit 1853 verheiratet mit Josefine Sauter (* 1829; † 1914).</ref> und hat schon auf den Wieden eine recht nette Wohnung genohmen. Ihr könt Euch denken wie Glücklich sich Marie fühlt. Und wie erfreut die Eltern darüber sind. Rudolf Guttenberg bedauern wir alle von Herzen er war ja so unendlich glücklich. Bey Payer ist auch nun das Mädchen welches so lange Krank war gestorben. Sie bathen selbst den lieben Gott um Auflößung. Hier ist der Doktor Stieger, und Herr Kigele [?] gestorben. Die Doktor Schlögl<ref> [[Katharina Arrigler]], verheiratet [[Richard Franz Schlegel]]</ref> ist nun Gottlob wider auf den Beinen hat sich nun auch schon wider erholt. Otto liegt auch seit 3 Tagen an einer Haldentzündung. Die Ubrigen haben fast alle Husten besonders auch die Frau.'' [drei Stiche] | ||
[Seite 1 unten:] ''und die kleine Emmile, welches ein liebes Kindlein ist. Die Pepi laße ich nachhauße reisen. Den Cardinal geht es seit 3 Tagen gottlob beßer.'' [drei Striche] [Seite 1 oben auf dem Kopf:] ''An alle Bekanten recht viele Herzliche Grüße. Von Ottoischen viele herzliche Grüße.'' [Seite 2 unten, durch drei Striche markiert:] ''Lebt recht wohl, es küßt Euch mit iniger Liebe Eure Euch von ganzen Herzen liebende Mutter Spángler.'' | [Seite 1 unten:] ''und die kleine Emmile, welches ein liebes Kindlein ist. Die Pepi laße ich nachhauße reisen. Den Cardinal geht es seit 3 Tagen gottlob beßer.'' [drei Striche] [Seite 1 oben auf dem Kopf:] ''An alle Bekanten recht viele Herzliche Grüße. Von Ottoischen viele herzliche Grüße.'' [Seite 2 unten, durch drei Striche markiert:] ''Lebt recht wohl, es küßt Euch mit iniger Liebe Eure Euch von ganzen Herzen liebende Mutter Spángler.'' | ||
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==== Brief vom 14. Mai 1875 von | ==== Brief vom 14. Mai 1875 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
[[Datei:Brief vom 14. Mai 1875, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 14. Mai 1875, Seite 1.]] | [[Datei:Brief vom 14. Mai 1875, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 14. Mai 1875, Seite 1.]] | ||
Brief vom 14. Mai 1875 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle; die erste Seite des Briefes ist abgebildet:<br /> | |||
''Salzburg den 14/5 [18]75 Meine lieben Theuren! Wie gerne ergreife ich die Feder um mit Euch meine Lieben ein wenig plaudern zu können. Recht sehr danke ich vor allen für Eure lieben Briefe. Mit meinen fortgehen auß Wien<ref>Das bedeutet offenbar entgegen dem Wortlaut, dass sie die Reise nach Wien kurzfristig und überraschend abgesagt hat. Vgl. die Briefe davor und danach.</ref> ging es freilich so schnell, das ich nirgends mehr hin gehen konnte, daher werden auch die Leute überrascht geweßen sein. Mit meiner Gesundheit geht es gottlob beßer, ich bin wohl noch nicht so kräftig wie früher, aber ich sehe doch schon viel beßer auß. Ich habe gestern den letzten Malaga getruncken, er hat mir sehr gut gethan, und wird es noch nothwendig, so kaufe ich mir einen, die gesundheit ist ja alles werth. Ich bitte dich recht schön liebe Fany allen welche an mich grüße aufgegeben haben / ebenfalls viele grüße zu entrichten, war es mir ja selbst zu schnell. Wegen Sieber [?] bedaure ich sehr das die Nachrichten immer schlecht lauten. Liebe Fany wie froh bin ich das dein Befinden ein gutes ist, auch hoffe ich wirst du getröstet sein, wen du diesen Schmerz der F v Sauter bedennckst, welche schon so viele Freude an ihren Kindlein hatte, da es sie schon kannte, dan ist die Natalie so sehr geschwächt, das wohl zu fürchten ist, das sie kein Kind mehr bekömt. Bey dir liebe Fany ist dieß ganz anders. Ich bitte dich folge mir und trü[n]cke alle Tage etwas Wein, besonders gut wäre ein Türoller'' [Tiroler, Anm.] ''weil dieser ein gutes Blut macht, und Kraft giebt – ich dencke bey dir wird noch alles recht werden. Dencke dir bey Lürzer Otto ist Ihnen das / Kindlein mit 6 Wochen wider gestorben, der kleine Paul hat einen Lungenhusten bekommen, und ist daran gestorben kannst dir dencken wie schwer es ihnen ist. Am Dinnstag geht die Lürzer Pepi hinein<ref>Zell am See</ref> zu ihnen damit sie doch ein wenig sich zerstreut. Die kleine Margaretha ist auch schon überal aufgestanden, und hat so viel verstanden, was man mit ihr gesprochen, es thut gewiß auch sehr weh ein solches Kindlein zu verlieren. Man muß sich fiegen'' [fügen] ''und in den Willen Gottes ergeben.'' | ''Salzburg den 14/5 [18]75 Meine lieben Theuren! Wie gerne ergreife ich die Feder um mit Euch meine Lieben ein wenig plaudern zu können. Recht sehr danke ich vor allen für Eure lieben Briefe. Mit meinen fortgehen auß Wien<ref>Das bedeutet offenbar entgegen dem Wortlaut, dass sie die Reise nach Wien kurzfristig und überraschend abgesagt hat. Vgl. die Briefe davor und danach.</ref> ging es freilich so schnell, das ich nirgends mehr hin gehen konnte, daher werden auch die Leute überrascht geweßen sein. Mit meiner Gesundheit geht es gottlob beßer, ich bin wohl noch nicht so kräftig wie früher, aber ich sehe doch schon viel beßer auß. Ich habe gestern den letzten Malaga getruncken, er hat mir sehr gut gethan, und wird es noch nothwendig, so kaufe ich mir einen, die gesundheit ist ja alles werth. Ich bitte dich recht schön liebe Fany allen welche an mich grüße aufgegeben haben / ebenfalls viele grüße zu entrichten, war es mir ja selbst zu schnell. Wegen Sieber [?] bedaure ich sehr das die Nachrichten immer schlecht lauten. Liebe Fany wie froh bin ich das dein Befinden ein gutes ist, auch hoffe ich wirst du getröstet sein, wen du diesen Schmerz der F v Sauter bedennckst, welche schon so viele Freude an ihren Kindlein hatte, da es sie schon kannte, dan ist die Natalie so sehr geschwächt, das wohl zu fürchten ist, das sie kein Kind mehr bekömt. Bey dir liebe Fany ist dieß ganz anders. Ich bitte dich folge mir und trü[n]cke alle Tage etwas Wein, besonders gut wäre ein Türoller'' [Tiroler, Anm.] ''weil dieser ein gutes Blut macht, und Kraft giebt – ich dencke bey dir wird noch alles recht werden. Dencke dir bey Lürzer Otto ist Ihnen das / Kindlein mit 6 Wochen wider gestorben, der kleine Paul hat einen Lungenhusten bekommen, und ist daran gestorben kannst dir dencken wie schwer es ihnen ist. Am Dinnstag geht die Lürzer Pepi hinein<ref>Zell am See</ref> zu ihnen damit sie doch ein wenig sich zerstreut. Die kleine Margaretha ist auch schon überal aufgestanden, und hat so viel verstanden, was man mit ihr gesprochen, es thut gewiß auch sehr weh ein solches Kindlein zu verlieren. Man muß sich fiegen'' [fügen] ''und in den Willen Gottes ergeben.'' | ||
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==== Brief vom 17. Mai 1875 von | ==== Brief vom 17. Mai 1875 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
[[Datei:Brief vom 17. Mai 1875, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 17. Mai 1875, Seite 1.]] | [[Datei:Brief vom 17. Mai 1875, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 17. Mai 1875, Seite 1.]] | ||
Brief vom 17. Mai 1875 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); die erste Seite des Briefes ist abgebildet:<br /> | |||
''Salzburg den 17/5 [18]75 Meine liebsten Theuren! Wie ich oft sage, der Mensch denckt – der liebe Gott lenckt. Als ich neulich Euren Brief erhielt, welcher wohl sehr dringend mich auffordete zu kommen, ich beschloß daher zu gehen, wen es mir auch nicht so gut bekommen möge, wie die so herliche Landluft hier, ich richtete mir schon alles zusammen auf den kasten herauß die Schuhe Kleider, habe schon den Kofer besorgt schon die Nothwendigsten Abschieds besuche gemacht, kurz ich war ganz reiseferig und wollte am Dinstag den 11 t[en] reisen<ref>Zur Frage nach der Reise nach Wien vgl. den obigen Brief vom 24. bis 28. April 1875 (Anmerkung). Der 11. Mai 1875 war ein Dienstag.</ref>, als mir von 9 t[en] auf den 10 t[en] in der Nacht so unwohl wurde, und ich so auf geregt war, das ich nur zu deutlich sach, das dieß, keine Verfaßung / ist, um eine so weite Reise zu unternehmen; ich wußte mir nun nicht anders zu helfen als ich ging zum Vater der Fany<ref>[[Richard Franz Schlegel]]</ref> , um ihm zu rathe zu ziehen, und er sagte mir auch beßer als die Wienerreise wird mir gewiß der Aufenthalt auf dem Land thun, ich bath im dan er möge Euch selbst ein paar Zeilen schreiben, was er mir auch versprochen hat. Ich bin dan noch den selben Tag mit denen Ottoischen aufs Land gezogen, wo wir die herlichste Luft nebst den schönsten Wetter genießen, ich bin nur gestern in die Stadt in die Kirche gegangen, sonst bin ich den ganzen Tag im freyen, und habe immer das herliche Grün / vor den Augen was mir wohl, unendlich gut thut, diese Woche werde ich anfangen Moßbäder [!] zu brauchen.'' | ''Salzburg den 17/5 [18]75 Meine liebsten Theuren! Wie ich oft sage, der Mensch denckt – der liebe Gott lenckt. Als ich neulich Euren Brief erhielt, welcher wohl sehr dringend mich auffordete zu kommen, ich beschloß daher zu gehen, wen es mir auch nicht so gut bekommen möge, wie die so herliche Landluft hier, ich richtete mir schon alles zusammen auf den kasten herauß die Schuhe Kleider, habe schon den Kofer besorgt schon die Nothwendigsten Abschieds besuche gemacht, kurz ich war ganz reiseferig und wollte am Dinstag den 11 t[en] reisen<ref>Zur Frage nach der Reise nach Wien vgl. den obigen Brief vom 24. bis 28. April 1875 (Anmerkung). Der 11. Mai 1875 war ein Dienstag.</ref>, als mir von 9 t[en] auf den 10 t[en] in der Nacht so unwohl wurde, und ich so auf geregt war, das ich nur zu deutlich sach, das dieß, keine Verfaßung / ist, um eine so weite Reise zu unternehmen; ich wußte mir nun nicht anders zu helfen als ich ging zum Vater der Fany<ref>[[Richard Franz Schlegel]]</ref> , um ihm zu rathe zu ziehen, und er sagte mir auch beßer als die Wienerreise wird mir gewiß der Aufenthalt auf dem Land thun, ich bath im dan er möge Euch selbst ein paar Zeilen schreiben, was er mir auch versprochen hat. Ich bin dan noch den selben Tag mit denen Ottoischen aufs Land gezogen, wo wir die herlichste Luft nebst den schönsten Wetter genießen, ich bin nur gestern in die Stadt in die Kirche gegangen, sonst bin ich den ganzen Tag im freyen, und habe immer das herliche Grün / vor den Augen was mir wohl, unendlich gut thut, diese Woche werde ich anfangen Moßbäder [!] zu brauchen.'' | ||
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==== Brief vom 31. Mai 1875 von der Mutter Antonia Spängler | ==== Brief vom 31. Mai 1875 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief vom 31. Mai 1875 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | |||
''Salzburg den 31/5 [18]75 Meine liebe theuerste Fani! Heute gilt mein Schreiben eigentlich nur dir. Morgen ist dein Geburtstag, Ich bringe dir daher meine herzlichsten aufrichtigsten Glückwünsche – der liebe Gott möge Euer Ehe liches Glück Euch fort – und fort erhalten, mir bewahret Eure Liebe. Nun nur noch 6 Wochen und ich kann in Eure Arme fliegen, o wie freue ich mich Euch zu sehen, so Gott will so wollen wir recht viel beysammen sein, und mehrere Außfliege zusammen machen. Ich bin, Gott sey lob, und dannck, viel / kräftiger, und hoffe wen ich noch ein Monnath auf den Land bin meine vorige Kraft wider zu erlangen. Ich bin sehr gerne auf den Land, und ich weiß gar nicht wie es möglich ist, das die Tage mir so schnel verfließen.'' | ''Salzburg den 31/5 [18]75 Meine liebe theuerste Fani! Heute gilt mein Schreiben eigentlich nur dir. Morgen ist dein Geburtstag, Ich bringe dir daher meine herzlichsten aufrichtigsten Glückwünsche – der liebe Gott möge Euer Ehe liches Glück Euch fort – und fort erhalten, mir bewahret Eure Liebe. Nun nur noch 6 Wochen und ich kann in Eure Arme fliegen, o wie freue ich mich Euch zu sehen, so Gott will so wollen wir recht viel beysammen sein, und mehrere Außfliege zusammen machen. Ich bin, Gott sey lob, und dannck, viel / kräftiger, und hoffe wen ich noch ein Monnath auf den Land bin meine vorige Kraft wider zu erlangen. Ich bin sehr gerne auf den Land, und ich weiß gar nicht wie es möglich ist, das die Tage mir so schnel verfließen.'' | ||
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==== Brief vom 20. Juni 1875 von der Mutter Antonia Spängler | ==== Brief vom 20. Juni 1875 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief vom 20. Juni 1875 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> | |||
''Salzburg den 20/6 [18]75 Meine lieben Theuren Nun liegen 2 Briefe vor mir von Euch zur Beantwortung für welche ich Euch herzlich danke. Den ersten wo mir die Fany mittheilte das sie an ihren Geburtstag in Mödling war, und sich gut unterhalten hat. Der 2 t[e] enthielt den Glückwunsch zu meinen Nammenstag. Der liebe Gott möge Eure guten Wünsche erfühlen. Gott seys gedanckt ich fühle mich im Hof recht wohl und vergnügt Die Witterung war bis zu dato noch fast immer schön, und wir daher auch fast immer im freyen. Wie freue ich mich schon jetzt auf Eure Ankunft ich werde'' [oben auf dem Kopf:] ''Otto und Louise grüßen recht herzlich'' / ''am 20 t[en] Juli in die Stadt ziehen, damit ich vor Euerer Ankunft, in meiner Wohnung noch alles in Ordnung bringe. Ich hoffe Euch recht oft bey mir zu sehen, da die Großmutter oft mit Herzklopfen belastet ist, will ich sie mehr ruhen lassen ich hoffe Ihr werdet schon au[c]h mit meinen einfachen Speisen zufrieden sein. So Gott will wollen wir recht vergnügte Tage verleben. '' | ''Salzburg den 20/6 [18]75 Meine lieben Theuren Nun liegen 2 Briefe vor mir von Euch zur Beantwortung für welche ich Euch herzlich danke. Den ersten wo mir die Fany mittheilte das sie an ihren Geburtstag in Mödling war, und sich gut unterhalten hat. Der 2 t[e] enthielt den Glückwunsch zu meinen Nammenstag. Der liebe Gott möge Eure guten Wünsche erfühlen. Gott seys gedanckt ich fühle mich im Hof recht wohl und vergnügt Die Witterung war bis zu dato noch fast immer schön, und wir daher auch fast immer im freyen. Wie freue ich mich schon jetzt auf Eure Ankunft ich werde'' [oben auf dem Kopf:] ''Otto und Louise grüßen recht herzlich'' / ''am 20 t[en] Juli in die Stadt ziehen, damit ich vor Euerer Ankunft, in meiner Wohnung noch alles in Ordnung bringe. Ich hoffe Euch recht oft bey mir zu sehen, da die Großmutter oft mit Herzklopfen belastet ist, will ich sie mehr ruhen lassen ich hoffe Ihr werdet schon au[c]h mit meinen einfachen Speisen zufrieden sein. So Gott will wollen wir recht vergnügte Tage verleben. '' | ||
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==== Brief vom 11. September 1875 von Antonia Spängler an Franz | ==== Brief vom 11. September 1875 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ==== | ||
Brief von [ | Brief vom 11. September 1875 von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] und Fanni / [[Franziska Spängler]]; [Ergänzung]]; XX = unleserliche Stelle:<br /> | ||
''Salzburg den 11. 9. [18]75: Meine lieben Theuren! Wie lange habe ich mir schon vorgenohmen, an Euch meine lieben zu schreiben, und erst heute komme ich zur Außführung. Ich bin viel auf dem Land bald bey Otto, und bald bei Duregger, dan wird im Hauß in allen 3 Stöcken die Wasserleitung gerichtet wo ich besonders im 3te Stock oft nachschauen muß in meinem Spiegel wurden auch 3 Löcher zu Röhrenlegung durchgebrochen, ist aber noch nicht ganz fertig, es giebt so manchmal unangenehme dabey. Daß Ihr glücklich und wohlbehalten in Wien angekommen seit freute mich sehr, und ich hoffe es wird alles in Ordnung bleiben. Fany [Fanni, schwanger] soll sich nun halten, und besonders nicht schwer heben, und nicht zu weite S[p]atziergänge machen. Besonders bevor die ersten 4 Monnathe vorbey sind muß man in jeder Beziehung vorsichtig sein. Seit 2 Tagen geht es der Natalie, auch beßer, sie hatt Fieber die Mama wird sehr viele angst außgestanden haben, das Kindlein soll sehr gedeien. | ''Salzburg den 11. 9. [18]75: Meine lieben Theuren! Wie lange habe ich mir schon vorgenohmen, an Euch meine lieben zu schreiben, und erst heute komme ich zur Außführung. Ich bin viel auf dem Land bald bey Otto, und bald bei Duregger, dan wird im Hauß in allen 3 Stöcken die Wasserleitung gerichtet wo ich besonders im 3te Stock oft nachschauen muß in meinem Spiegel wurden auch 3 Löcher zu Röhrenlegung durchgebrochen, ist aber noch nicht ganz fertig, es giebt so manchmal unangenehme dabey. Daß Ihr glücklich und wohlbehalten in Wien angekommen seit freute mich sehr, und ich hoffe es wird alles in Ordnung bleiben. Fany'' [Fanni, schwanger; Anm.] ''soll sich nun halten, und besonders nicht schwer heben, und nicht zu weite S[p]atziergänge machen. Besonders bevor die ersten 4 Monnathe vorbey sind muß man in jeder Beziehung vorsichtig sein. Seit 2 Tagen geht es der Natalie, auch beßer, sie hatt Fieber die Mama wird sehr viele angst außgestanden haben, das Kindlein soll sehr gedeien.'' | ||
''Die Großmutter'' [ [[Fanny Kobler]], Anm.] ''ist im ganzen zimmlich gleich, bald beßer, dan muß sie wider einige Stunden liegen, nach und nach wird es sich schon geben. Dermalen hat die Großmutter noch gar nichts von der Wasch'' [große Wäsche] ''gesprochen, es ist wohl auch noch Zeit. Die Großmutter hat neulich der Conto'' [Rechnung] ''gebracht, von dem Herrn Joseph Müllner, welcher das Bild'' | ''Die Großmutter'' [ [[Fanny Kobler]], Anm.] ''ist im ganzen zimmlich gleich, bald beßer, dan muß sie wider einige Stunden liegen, nach und nach wird es sich schon geben. Dermalen hat die Großmutter noch gar nichts von der Wasch'' [große Wäsche; Anm.] ''gesprochen, es ist wohl auch noch Zeit. Die Großmutter hat neulich der Conto'' [Rechnung] ''gebracht, von dem Herrn Joseph Müllner, welcher das Bild'' [Foto; Anm.] ''für dich ferfertigt hat, es mach[t] 2 f 75 der Otto wird es schon berichtigen wie es zeit hat, ich lasse ihm nicht vergeßen. Wegen der Pezi im Hoff ist es schon wie wir gesehen, es ist ihr bis 1te Ocktober aufgesagt. Vieleicht heurathet er sie bis dahin, noch weiß man nichts, er ist nicht hier, er muß aber dieser Tage kommen, weil die Stelle beginnt am 16te. Die Angermeier gehen Heute von hier fort sommit weil Ihr so nahe wohnt gebe ich ihn diesen Brief mit. Die Zeit läuft so schnel, wie bald werden auch wieder diese Monathe vergehen bis wir uns widersehen. Nicht wahr, ich dachte es mir, wie wohl dir wider gewesen sein wird, in deinen eigenen Haußwesen zu dirXXXnen zu könen. Es ist überal gut aber zu Hauße amm besten.'' | ||
''Den Herrn Prälaten habe ich noch nicht gesprochen. Das dir das viele Abstossen nichts getahn, ist ein großes Glück. auch ein Beweiß das es festen Sitz genohmen hat. Lida Plachetka ist eine ganz glückliche Braut. Im November ist die Vermählung. Auch Frau Auer soll verlobt sein mit dem jungen Weber. Ob wahr oder nicht kann ich nicht behaupten. Otto und Louise grüßen Euch recht herzlich Otto wird schon alles besorgen. Otto kann noch nicht herein Ziehen weil wir noch keine Wasser zum putzen haben das neue ist nicht fertig und das alte kömmt nicht mehr. Lebt recht wohl mit aller liebe Eure Euch herzlich liebende Mutter Spángler von allen Bekanten herzliche Grüße.'' | ''Den Herrn Prälaten habe ich noch nicht gesprochen. Das dir das viele Abstossen nichts getahn, ist ein großes Glück. auch ein Beweiß das es festen Sitz genohmen hat. Lida Plachetka ist eine ganz glückliche Braut. Im November ist die Vermählung. Auch Frau Auer soll verlobt sein mit dem jungen Weber. Ob wahr oder nicht kann ich nicht behaupten. Otto und Louise grüßen Euch recht herzlich Otto wird schon alles besorgen. Otto kann noch nicht herein Ziehen weil wir noch keine Wasser zum putzen haben das neue ist nicht fertig und das alte kömmt nicht mehr. Lebt recht wohl mit aller liebe Eure Euch herzlich liebende Mutter Spángler von allen Bekanten herzliche Grüße.'' | ||
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==== Brief vom 26. September 1875 von der Mutter Antonia Spängler | ==== Brief vom 26. September 1875 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief vom 26. September 1875 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; [Ergänzung); [?] = fraglich; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> | |||
''Salzburg den 26/9 [18]75 Meine lieben Theuren! Ich bringe Euch durch Otto, meinen herzlichsten Gruß. Wie ich von Leopold Spángler hörte so befindet Ihr Ech beide recht wohl, Fany soll schon zimlich dick werden. Ich bitte dich liebe Fany ziehe ja doch ein leichtes Mieder an, dammit die Außdehnung nicht zu groß wird, den dieses geht in der Mutter auß, weil die Kinder dan oft so groß werden, das beyde darunter leiden, Mutter und Kind. Gestern war die Begräbniß von der alten Großmutter<ref>Theresia Schlegel, geb. Heigel (Heygel) (* 1783; † 23. September 1875 in der [[Stadt Salzburg]]), verheiratet mit dem militär. Oberarzt Franz Schlegel (* 1769; † ca. 1845 in Leitmeritz [Litoměřice], Böhmen, Tschechien). Wann sich nach Salzburg kommt, ist unbekannt; sie lebt zuletzt beim Sohn und der zweiten Schwiegertochter Katharina am Kranzlmarkt Nr. 6; begraben auf St. Sebastian (in der Arrigler-Gruft); vgl. Dompfarre Salzburg Sterbebuch VII, fol. 87 (Auskunft Walter Schlegel, Salzburg, 2022). Franz Schlegel ist der Vater von [[Richard Franz Schlegel]].</ref> , deine Großmutter, und ich, sind mitsammen gegangen. Der Großmutter geht es halt so pasabel, sie hat trotz alles halten, und auch der Beobachtung / was der doktor verschreibt doch oft das Herzklopfen. aber sie hoft von der kühleren Witterung einen beßren Erfolg'' | ''Salzburg den 26/9 [18]75 Meine lieben Theuren! Ich bringe Euch durch Otto, meinen herzlichsten Gruß. Wie ich von Leopold Spángler hörte so befindet Ihr Ech beide recht wohl, Fany soll schon zimlich dick werden. Ich bitte dich liebe Fany ziehe ja doch ein leichtes Mieder an, dammit die Außdehnung nicht zu groß wird, den dieses geht in der Mutter auß, weil die Kinder dan oft so groß werden, das beyde darunter leiden, Mutter und Kind. Gestern war die Begräbniß von der alten Großmutter<ref>Theresia Schlegel, geb. Heigel (Heygel) (* 1783; † 23. September 1875 in der [[Stadt Salzburg]]), verheiratet mit dem militär. Oberarzt Franz Schlegel (* 1769; † ca. 1845 in Leitmeritz [Litoměřice], Böhmen, Tschechien). Wann sich nach Salzburg kommt, ist unbekannt; sie lebt zuletzt beim Sohn und der zweiten Schwiegertochter Katharina am Kranzlmarkt Nr. 6; begraben auf St. Sebastian (in der Arrigler-Gruft); vgl. Dompfarre Salzburg Sterbebuch VII, fol. 87 (Auskunft Walter Schlegel, Salzburg, 2022). Franz Schlegel ist der Vater von [[Richard Franz Schlegel]].</ref> , deine Großmutter, und ich, sind mitsammen gegangen. Der Großmutter geht es halt so pasabel, sie hat trotz alles halten, und auch der Beobachtung / was der doktor verschreibt doch oft das Herzklopfen. aber sie hoft von der kühleren Witterung einen beßren Erfolg'' | ||
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==== Brief vom 28. Oktober 1875 von Antonia Spängler an Franz | ==== Brief vom 28. Oktober 1875 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ==== | ||
Brief von [ | Brief vom 28. Oktober 1875 von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] und Fanni / [[Franziska Spängler]]; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br /> | ||
''Salzburg den 28. 10. [18]75: Meine innigst geliebten Theuren! Ich hatte schon große Sensucht, von Euch meine Lieben einen Brief zu erhalten, endlich am Montag wurde ich mit einer Nachricht erfreut, und zwar doppelt erfreulich, weil ich nun mit aller Ruhe hoffen kann das alles in Ordnung ist. Der liebe Gott gebe seinen Segen dazu: Ich bitte dich liebe Fany'' [Fanni] ''schon dich- thue ja nichts was dir oder den Kinde nachtheilig sein könte. Besonders Verkühlung ist sehr nachtheilig. Wie froh bin ich daß du so heiter und ruhig bist, so hoffe ich wird auch das Kindlein so werden. Ich habe bey durchlesung des Briefes Freudenthränen vergoßen. Ich freue mich schon auf das Kindlein. Gott gebe das alles glücklich Vorübergehe, dan werden wir uns alle im stillen glück erfreuen. Liebe Fany ich bin schon immer jetzt schon sehr bedacht auf meine Gesundheit und auch auf meine Kraft das ich Euch meine wenige Kraft bieten kann, auch giebt der liebe Gott für besodere Fälle auch besondere Kräfte, und dieß erwarte auch ich, von den lieben Gott. Wie schnel wird die Zeit, diese wenigen Monathe vorüber gehen bis ich fort reise von hier. Ich habe nun schon angefangen an den Leibchen zu strücken und Morgen nehmen wir bey der Großmutter eine restliche durchschau der Kindswasch vor, auch nehme ich Wückelthuch und unterlegel mit und so binderln wie man sie nimmt wen man die Kinder nicht mehr fatscht'' [eng in Binden wickelt] ''einen Flanel nehme ich auch mit damit sie alles sieht, wie es die Louise hat. Du hast gewiß schon manches gemacht, für das Kindlein. 1 Barterl werde ich auch minehmen. | ''Salzburg den 28. 10. [18]75: Meine innigst geliebten Theuren! Ich hatte schon große Sensucht, von Euch meine Lieben einen Brief zu erhalten, endlich am Montag wurde ich mit einer Nachricht erfreut, und zwar doppelt erfreulich, weil ich nun mit aller Ruhe hoffen kann das alles in Ordnung ist. Der liebe Gott gebe seinen Segen dazu: Ich bitte dich liebe Fany'' [Fanni] ''schon dich- thue ja nichts was dir oder den Kinde nachtheilig sein könte. Besonders Verkühlung ist sehr nachtheilig. Wie froh bin ich daß du so heiter und ruhig bist, so hoffe ich wird auch das Kindlein so werden. Ich habe bey durchlesung des Briefes Freudenthränen vergoßen. Ich freue mich schon auf das Kindlein. Gott gebe das alles glücklich Vorübergehe, dan werden wir uns alle im stillen glück erfreuen. Liebe Fany ich bin schon immer jetzt schon sehr bedacht auf meine Gesundheit und auch auf meine Kraft das ich Euch meine wenige Kraft bieten kann, auch giebt der liebe Gott für besodere Fälle auch besondere Kräfte, und dieß erwarte auch ich, von den lieben Gott. Wie schnel wird die Zeit, diese wenigen Monathe vorüber gehen bis ich fort reise von hier. Ich habe nun schon angefangen an den Leibchen zu strücken und Morgen nehmen wir bey der Großmutter eine restliche durchschau der Kindswasch vor, auch nehme ich Wückelthuch und unterlegel mit und so binderln wie man sie nimmt wen man die Kinder nicht mehr fatscht'' [eng in Binden wickelt; Anm.] ''einen Flanel nehme ich auch mit damit sie alles sieht, wie es die Louise hat. Du hast gewiß schon manches gemacht, für das Kindlein. 1 Barterl werde ich auch minehmen. | ||
''Otto kömmt nicht nach Wien man weiß nicht wem es eingefallen ist so etwas hinein setzen zu lassen'' [in die Zeitung] ''er hat es auch schon wider ruffen lasen. Wegen Hechen [?] Beschau wirst du wie alle hier sehr erfreut geweßen sein besonders die Holzschu Fräulein welche so kümmerlich leben mußten diese können nun wen sie dieses Geld bekommen ganz anständig leben. Sie haben bey einer Außbeute'' [Rente, Zinsen]'' 57 [[Gulden|fl]] mit der Außbeute welche auch zugleich mit der großen Zahlung vereint wird bekommen die Holzschuischen bey 3000 fl nebst dem wird auch beantragt, das ferner 6 bis 7 Außbeuten, allzahnlich sind. Dieß ist wohl ein großes Glück, für die gesellschaft. Die Großmutter ist Gottlob zimmlich wohl, im ganzen hält dies Klopfen nicht mehr so lange an wie sonst. Ich habe zu Otto gesagt wen Ihr die Zahlung von der Hannerau [ | ''Otto kömmt nicht nach Wien man weiß nicht wem es eingefallen ist so etwas hinein setzen zu lassen'' [in die Zeitung] ''er hat es auch schon wider ruffen lasen. Wegen Hechen [?] Beschau wirst du wie alle hier sehr erfreut geweßen sein besonders die Holzschu Fräulein welche so kümmerlich leben mußten diese können nun wen sie dieses Geld bekommen ganz anständig leben. Sie haben bey einer Außbeute'' [Rente, Zinsen; Anm.]'' 57 [[Gulden|fl]] mit der Außbeute welche auch zugleich mit der großen Zahlung vereint wird bekommen die Holzschuischen bey 3000 fl nebst dem wird auch beantragt, das ferner 6 bis 7 Außbeuten, allzahnlich sind. Dieß ist wohl ein großes Glück, für die gesellschaft. Die Großmutter ist Gottlob zimmlich wohl, im ganzen hält dies Klopfen nicht mehr so lange an wie sonst. Ich habe zu Otto gesagt wen Ihr die Zahlung von der Hannerau'' [Hammerau; Anm.] ''bekömmt so wäre es sehr angezeugt wen Ihr für den guten Vater einen Grabstein setzen laßen würdet. Lebt recht wohl meine innigstgeliebten Euch segnend und herzlich grüßend verbleibe ich Eure Euch treuliebende Mutter Antonia Spángler. – Otto und Louise grüßen Euch herzlich.'' | ||
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==== Brief vom 25. November 1875 von Antonia Spängler an Franz | ==== Brief vom 25. November 1875 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ==== | ||
Brief von [ | Brief vom 25. November 1875 von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] und Fanni / [[Franziska Spängler]]; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stelle; XX = unlesbar:<br /> | ||
''Salzburg den 25. 11. [18]75: [verkehrt:] Die Länge dieses Schiiel [?] ist die größe von den Unterlegeln ganz 4 XXX zum Saume ist schon zugegeben. - Meine lieben- lieben Theuren. Hiemit meinen herzlichen innigen Dank für Eure Wünsche zum 49te Hochzeitstag, es ist mir dieser Tag immer ein Tag, selliger Erinnerung- und Schmerz- das mir mein Glück so bald zu Grabe ging. Der Vater war mehr als gut wir lebten sehr glücklich. Nun seit Er tod ist suche ich mein Glück, im Glücke meiner Kinder. Nun will ich genau der lieben Fany [Fanni] ihre Fragen beantworten wegen der Kindswasch'' [Kinderwäsche, Ausstattung]''. Im ganzen bin ich zufrieden was ich für dich liebe Fany errungen habe. Am schlechtesten geht es mit den Wückeltüchern und Unterlegeln es sind in der Zahl 26 Wückeltücher aber nur 9 haben die größe von der Louise ihren Muster. die anderen sind halt viel kürzer. Unterlegeln sind es 42 Stück, 13 davon sehr schon [schön] und groß, die U[e]brigen, kann ich mir nicht recht denken das wir sie brauchen können. Die Großmutter giebt mir aber immer zur Antwort, sind 2 Kinder damit groß geworden so wird diß Kind sie auch brauchen können. Ich mag sie nicht böse machen, sonst kauft sie uns die anderen Sachen zuletzt auch nicht mehr. Wir haben 4 ganz neue gute Flanell gekauft 5 [[Alte Maße und Gewichte im Fürsterzbistum Salzburg|Ell]] für 4 Stück die El 1 f 20 X'' [Gulden/Kreuzer] ''dan recht sehr liebe Bens [?] auf deckerl und duchentziehen [Bettüberzüge] fürs Bett. dan 4 Kapenleintücheln, und ich hoffe auch noch 4 Unterleinlicherln [?] dan 3 Einbinddeckerln. eines davon ist sehr lieb dan bekömmst du 4 recht gute Leibchen neue 2 kleine Leibchen. Dan einen Pfleiben-Sack als Unterbett im Korb, und darauf eine Matratze von Seegraß. und Polster. Vieleicht köntest du einmal ein Maß von der größe des Korbes, in Lange und Breite schücken. damit alles ordentlich wird. - Fatschpolster Kappe und Zieher bekömmst du auch hinunter. Wegen den Unterlegeln glaube ich wir sollen gar nichts sagen ich schücke die an den Santemetter ''[Zentimeter]'' abgemeßen ganz genau die länge sie sind 4 ekicht. Ich bitte dich in der 27 X Handlung auf meine Rechnung 12 Ell Leinwand zu kaufen und zu machen, und es von mir als Christgeschenk zu nehmen, für dich und statt Franz etwas zu schücken kaufe dir Gutaberger Einlage für das Bett. Sie kostet auch ein paar gulden. Den sie bedeckt beynahe den ganzen Korb. So wären gute und Sachen gedeckt. Sage aber der großmutter nichts davon, weil sie es nicht zugiebt das die Unterlegeln nichts taugen. 2 Einlagen für die Einbinddeckerln gab mir die Louise für dich die nehme ich dan mit, oder wen ich mit deinen Leibchen fertig werde, schücke ich alles zusammen auf [[Weihnachten]] mit der Großmutter ihren Sachen. Otto ist Heute und Gestern in Achthall [Achtal] er läßt dich recht herzlich grüßen. Wie froh bin ich immer zu hören das es dir liebe Fany recht gut geht, so wird gewiß auch dan alles recht gut und glücklich vorüber gehen. Gieb auch vor Verkühlung recht obacht. Lebe recht wohl es küßt und Segnet Euch alle 3 Euere Euch von ganzen Herzen liebende Mutter Spángler.'' | ''Salzburg den 25. 11. [18]75:'' [verkehrt herum:] ''Die Länge dieses Schiiel [?] ist die größe von den Unterlegeln ganz 4 XXX zum Saume ist schon zugegeben. - Meine lieben- lieben Theuren. Hiemit meinen herzlichen innigen Dank für Eure Wünsche zum 49te Hochzeitstag, es ist mir dieser Tag immer ein Tag, selliger Erinnerung- und Schmerz- das mir mein Glück so bald zu Grabe ging. Der Vater war mehr als gut wir lebten sehr glücklich. Nun seit Er tod ist suche ich mein Glück, im Glücke meiner Kinder. Nun will ich genau der lieben Fany'' [Fanni] ''ihre Fragen beantworten wegen der Kindswasch'' [Kinderwäsche, Ausstattung; Anm.]''. Im ganzen bin ich zufrieden was ich für dich liebe Fany errungen habe. Am schlechtesten geht es mit den Wückeltüchern und Unterlegeln es sind in der Zahl 26 Wückeltücher aber nur 9 haben die größe von der Louise ihren Muster. die anderen sind halt viel kürzer. Unterlegeln sind es 42 Stück, 13 davon sehr schon'' [schön] ''und groß, die U[e]brigen, kann ich mir nicht recht denken das wir sie brauchen können. Die Großmutter giebt mir aber immer zur Antwort, sind 2 Kinder damit groß geworden so wird diß Kind sie auch brauchen können. Ich mag sie nicht böse machen, sonst kauft sie uns die anderen Sachen zuletzt auch nicht mehr. Wir haben 4 ganz neue gute Flanell gekauft 5 [[Alte Maße und Gewichte im Fürsterzbistum Salzburg|Ell]] für 4 Stück die El 1 f 20 X'' [Gulden/Kreuzer; Anm.] ''dan recht sehr liebe Bens [?] auf deckerl und duchentziehen'' [Bettüberzüge; Anm.] ''fürs Bett. dan 4 Kapenleintücheln, und ich hoffe auch noch 4 Unterleinlicherln [?] dan 3 Einbinddeckerln. eines davon ist sehr lieb dan bekömmst du 4 recht gute Leibchen neue 2 kleine Leibchen. Dan einen Pfleiben-Sack als Unterbett im Korb, und darauf eine Matratze von Seegraß. und Polster. Vieleicht köntest du einmal ein Maß von der größe des Korbes, in Lange und Breite schücken. damit alles ordentlich wird. - Fatschpolster Kappe und Zieher bekömmst du auch hinunter. Wegen den Unterlegeln glaube ich wir sollen gar nichts sagen ich schücke die an den Santemetter ''[Zentimeter; Anm.]'' abgemeßen ganz genau die länge sie sind 4 ekicht. Ich bitte dich in der 27 X Handlung auf meine Rechnung 12 Ell Leinwand zu kaufen und zu machen, und es von mir als Christgeschenk zu nehmen, für dich und statt Franz etwas zu schücken kaufe dir Gutaberger Einlage für das Bett. Sie kostet auch ein paar gulden. Den sie bedeckt beynahe den ganzen Korb. So wären gute und Sachen gedeckt. Sage aber der großmutter nichts davon, weil sie es nicht zugiebt das die Unterlegeln nichts taugen. 2 Einlagen für die Einbinddeckerln gab mir die Louise für dich die nehme ich dan mit, oder wen ich mit deinen Leibchen fertig werde, schücke ich alles zusammen auf [[Weihnachten]] mit der Großmutter ihren Sachen. Otto ist Heute und Gestern in Achthall [Achtal] er läßt dich recht herzlich grüßen. Wie froh bin ich immer zu hören das es dir liebe Fany recht gut geht, so wird gewiß auch dan alles recht gut und glücklich vorüber gehen. Gieb auch vor Verkühlung recht obacht. Lebe recht wohl es küßt und Segnet Euch alle 3 Euere Euch von ganzen Herzen liebende Mutter Spángler.'' | ||
"Hochzeitstag": Vermählung mit Franz II. Xaver Gregor Spängler am [[14. November]] [[1826]]; Ehemann gestorben am 1. März 1852. | "Hochzeitstag": Vermählung mit Franz II. Xaver Gregor Spängler am [[14. November]] [[1826]]; Ehemann gestorben am 1. März 1852. | ||
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==== Brief vom 14. Dezember 1875 von der Mutter Antonia Spängler | ==== Brief vom 14. Dezember 1875 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler in Wien ==== | ||
Brief vom 14. Dezember 1875 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen; [Ergänzung]]; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt):<br /> | |||
''Salzburg den 14/12 1875<ref>"1875": "5" undeutlich, könnte auch eine "6" sein; der Brief liegt aber in diesem Bündel und die "6" bei den Briefen für 1876 wird eindeutig anders geschrieben.</ref> Meine inigst geliebten Theuren! Endlich komme ich heute dazu Eure lieben 3 Briefe zu beantworten, es ist zwar meine Hand noch zitternd, aber ich will es doch nicht mehr verschieben, und von mir Euch ein Lebenszeichen geben. Es geht mir gottlob im ganzen gut, aber an kraft fehlt noch viel, das merke ich nur zu gut, ob sie sich noch ersetzen wird, ist meine große Frage; ich dencke ich werde um mich zu erhollen und für den Winter vorzusorgen gewiß auf ein paar Monnathe in eine Gebürgsluft wandern müßen, hat es mir in den frühern Jahren immer so gut gethan. Der liebe Gott wird es richten, wie es zu / meinen beßten ist. Gerade am selben Tag wurde ich krank als ich Eure[n] lieben Brief beantworten wollte, mir scheint es sind, nun bald 4 Wochen seit ich kranck geworden bin. 9 Tage hatte ich eine Kreutzschwester zur Bedienung welche sehr lieb war. Nun kann ich mir im Zimmer das nöthigste schon selbst thun, was mir sehr angenehm ist. Gestern wolte ich zum erstenmal außgehen, und da Otto dieß hörte, und er ohnedieß einen weg aufs land machen mußte so nahm er einen Wagen, und wir fuhren, wenigstens eine Stunde herum, was mir sehr gut gethan hat. Otto und Louise waren wohl sehr gut, und sorgsam gegen mich, auch versorgten sie die Kreutzschwester ganz, bis Abends bekamm sie die Kost von F v Duregger, so durfte ich / mich nicht sorgen weil die Anna doch noch so wenig kann.'' | ''Salzburg den 14/12 1875<ref>"1875": "5" undeutlich, könnte auch eine "6" sein; der Brief liegt aber in diesem Bündel und die "6" bei den Briefen für 1876 wird eindeutig anders geschrieben.</ref> Meine inigst geliebten Theuren! Endlich komme ich heute dazu Eure lieben 3 Briefe zu beantworten, es ist zwar meine Hand noch zitternd, aber ich will es doch nicht mehr verschieben, und von mir Euch ein Lebenszeichen geben. Es geht mir gottlob im ganzen gut, aber an kraft fehlt noch viel, das merke ich nur zu gut, ob sie sich noch ersetzen wird, ist meine große Frage; ich dencke ich werde um mich zu erhollen und für den Winter vorzusorgen gewiß auf ein paar Monnathe in eine Gebürgsluft wandern müßen, hat es mir in den frühern Jahren immer so gut gethan. Der liebe Gott wird es richten, wie es zu / meinen beßten ist. Gerade am selben Tag wurde ich krank als ich Eure[n] lieben Brief beantworten wollte, mir scheint es sind, nun bald 4 Wochen seit ich kranck geworden bin. 9 Tage hatte ich eine Kreutzschwester zur Bedienung welche sehr lieb war. Nun kann ich mir im Zimmer das nöthigste schon selbst thun, was mir sehr angenehm ist. Gestern wolte ich zum erstenmal außgehen, und da Otto dieß hörte, und er ohnedieß einen weg aufs land machen mußte so nahm er einen Wagen, und wir fuhren, wenigstens eine Stunde herum, was mir sehr gut gethan hat. Otto und Louise waren wohl sehr gut, und sorgsam gegen mich, auch versorgten sie die Kreutzschwester ganz, bis Abends bekamm sie die Kost von F v Duregger, so durfte ich / mich nicht sorgen weil die Anna doch noch so wenig kann.'' | ||
''Recht herzlich danke ich für die guten Wünsche zum Hochzeitstag es war eigentlich ein recht schwerer Tag war mir ja der erste Hochzeitstag<ref>14. November 1826</ref> noch so frisch im Gedächtniß, aber man muß alles ertragen. Tausend Erinnerungen glücklicher Zeiten – – kammen auß den innersten des Herzens. O meine lieben ich glaube – und hoffe es sicher zu errathen, das Ihr nun [gestrichen:] sicher wider Hoffnung habt, [euch] eines Nachkömling zu erfreuen Gott gebe das es ein recht kräftiges Kindlein werde, O liebe Fany thue ja alles um dich recht kräf[t]ig zu erhollen, vergiß auch ja nicht, öfter Schwarzkirschenwasser zu nehmen. Ich habe eine große Freude, aber ich sagte niemand etwas davon außer zur Großmutter welche sich im / stillen mit mir freute. Ob ich das Glück das Kindlein mit Euch zum ersten [ | ''Recht herzlich danke ich für die guten Wünsche zum Hochzeitstag es war eigentlich ein recht schwerer Tag war mir ja der erste Hochzeitstag<ref>14. November 1826</ref> noch so frisch im Gedächtniß, aber man muß alles ertragen. Tausend Erinnerungen glücklicher Zeiten – – kammen auß den innersten des Herzens. O meine lieben ich glaube – und hoffe es sicher zu errathen, das Ihr nun'' [gestrichen:] ''sicher wider Hoffnung habt,'' [euch] ''eines Nachkömling zu erfreuen Gott gebe das es ein recht kräftiges Kindlein werde, O liebe Fany thue ja alles um dich recht kräf[t]ig zu erhollen, vergiß auch ja nicht, öfter Schwarzkirschenwasser zu nehmen. Ich habe eine große Freude, aber ich sagte niemand etwas davon außer zur Großmutter welche sich im / stillen mit mir freute. Ob ich das Glück das Kindlein mit Euch zum ersten'' [Mal] ''in meine Arme zu schließen, theilen kan mit Euch daß muß ich den lieben Gott anheim stellen, – noch darf ich nicht daran dencken. Louise bekömmt auch schon im May wider ein kleines – die Koch im Juny – bey dir würde ich es bis ende Juny außrechnen. Recht herzlich danke ich für das hübsche Tuch welches mir im Winter gewiß recht gut taugen wird. Liebe Fany was könnte wohl dir zum Glüst[cks]kind einige Freude bereiten ich bitte dich recht schön es zu schreiben Franz bitte ich in meinen Nahmen 6 Krägen zu kauffen diese kann er immer brauchen. Ich dancke recht sehr für die vielen Nachfragen Lebt wohl mit 1000 Küßen Euch gute Feyertage w[ü]nschend verbleibe, ich Eure Euch herzlichliebende Mutter Spángler'' | ||
[Seite 1 oben auf dem Kopf:] ''Otto und Louise grüßen Euch herzlich.'' | [Seite 1 oben auf dem Kopf:] ''Otto und Louise grüßen Euch herzlich.'' | ||
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==== Brief vom 21. Dezember 1875 von Antonia Spängler an Franz | ==== Brief vom 21. Dezember 1875 von Antonia Spängler an Franz Spängler und Fanni Spängler ==== | ||
Brief von [ | Brief vom 21. Dezember 1875 von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] und Fanni / [[Franziska Spängler]]; [Ergänzung]; [?] = fragliche Lesung:<br /> | ||
''Salzburg den 21. 12. [18]75:'' [verkehrt:] ''Otto Louise grüßen Euch recht herzlich, mit Kindern'' [und] ''Bekannten. - Meine lieben Theuren! Soeben erhielt ich Euren lieben theuren Brief und danke schon im vorauß für das zu bekommende Weihnachts geschenk, der liebe Gott wolle mich gesund erhalten, das ich Euch an den so wichtigen Zeitpunkt, einige Hülfe leisten kann. Auch danke ich recht schön, das Ihr beschloßen, Ihr wollet mir in Zukunft jeden 11 fl Papier'' [11 Gulden Papiergeld] ''geben statt 10 f'' [Gulden; monatliche Unterstützung beider Brüder]'', was mir bleibt gehört ja wieder Euch meine lieben Kinder. Die Louise sagte neulich das eine Gutenberger einlage über 2 f [Gulden] kostet, so dachte ich mir damit Ihr das Geld nicht dafür auß geben dürftet wil ich sie als Christgeschenk kauffen lassen nun hat sie aber eine schöne große gekauft und hat be[i]weiten nicht das gekostet. Nun glaube ich Franz soll sich lieber in meine Rech[n]ung beziehend 6 Hals krägen'' [Hemdkragen] ''kaufen wie er sie brauchen kann, oder was er sonst brauchen kann, es würde mich freuen, wen du etwas kaufen würdest was dir eine Freude oder Nutzen bringt. - Heute haben wir bey der Großmutter die Sachen gepackt für den kleinen Ankömling auch von mir sind 2 Heubchen und 2 Leibchen dabey du wirst sie schon kenen, sie sind, in den Ermeln roth und Blau eingezogen, und des gleichen auch die Hëubchen. Eines hoffe ich noch zu strücken welches ich selbst mitbringe. Die Großmutter hat sich schrecklich viel Mühe gegeben, bis sie alles so beysammen hatte,- und endlich eingepackt wurde; Ich hoffe es wird alles glücklich dort angelangen, sehet ja die Kiste so bald als moglich auf zu machen damit die Würste nicht verderben, welche die Großmutter / wie ich hoffe noch zur rechten Zeit bekommen hat / ''[und]'' bey packt. Die Großmutter hat sich viel kosten lassen, bis sie alles hat machen lassen. Gieb ja beim Außpacken obacht es liegt in den Bettdeckeln Ein Dutten''<ref>Vielleicht Retorte, Destillierkolben? "Dutte" ist aber auch die weibliche Brust. Ist es eine Art Schnuller?</ref> '', und die Schale zum Dizerlwasser'' [vielleicht destilliertes Wasser?] ''samt deckel, das es nicht zerbrechen wird, auch glaubt die Großmutter du solst die Sachen wen du sie angesehen, wieder in die Kiste geben bis man sie braucht damit du nicht schon jetzt den Platz verlierst. Die Kiste solst du ja nicht zusammen schlagen, da sie eine so gute ist. 22 h [Uhr] Die Großmutter war soeben bey mir und sagte das sie die Kiste soeben aufgegeben hat, und man sagte ihr das selbe Morgen schon nach Wien kömt, ich schücke daher heute noch diesen Brief ab dammit Ihr von der Kiste in Kentniß seid die Würste hat sie auch noch bekommen für die Kiste dürft Ihr nicht mehr zahlen, den die Großmutter hat die Fracht schon hier bezahlt. Sie läßt Euch recht herzlich grüßen- gute Feyertage und guten Apetit zu den Würsten wünschen. | ''Salzburg den 21. 12. [18]75:'' [verkehrt:] ''Otto Louise grüßen Euch recht herzlich, mit Kindern'' [und] ''Bekannten. - Meine lieben Theuren! Soeben erhielt ich Euren lieben theuren Brief und danke schon im vorauß für das zu bekommende Weihnachts geschenk, der liebe Gott wolle mich gesund erhalten, das ich Euch an den so wichtigen Zeitpunkt, einige Hülfe leisten kann. Auch danke ich recht schön, das Ihr beschloßen, Ihr wollet mir in Zukunft jeden 11 fl Papier'' [11 Gulden Papiergeld; Anm.] ''geben statt 10 f'' [Gulden; monatliche Unterstützung beider Brüder; Anm.]'', was mir bleibt gehört ja wieder Euch meine lieben Kinder. Die Louise sagte neulich das eine Gutenberger einlage über 2 f [Gulden] kostet, so dachte ich mir damit Ihr das Geld nicht dafür auß geben dürftet wil ich sie als Christgeschenk kauffen lassen nun hat sie aber eine schöne große gekauft und hat be[i]weiten nicht das gekostet. Nun glaube ich Franz soll sich lieber in meine Rech[n]ung beziehend 6 Hals krägen'' [Hemdkragen; Anm.] ''kaufen wie er sie brauchen kann, oder was er sonst brauchen kann, es würde mich freuen, wen du etwas kaufen würdest was dir eine Freude oder Nutzen bringt. - Heute haben wir bey der Großmutter die Sachen gepackt für den kleinen Ankömling auch von mir sind 2 Heubchen und 2 Leibchen dabey du wirst sie schon kenen, sie sind, in den Ermeln roth und Blau eingezogen, und des gleichen auch die Hëubchen. Eines hoffe ich noch zu strücken welches ich selbst mitbringe. Die Großmutter hat sich schrecklich viel Mühe gegeben, bis sie alles so beysammen hatte,- und endlich eingepackt wurde; Ich hoffe es wird alles glücklich dort angelangen, sehet ja die Kiste so bald als moglich auf zu machen damit die Würste nicht verderben, welche die Großmutter / wie ich hoffe noch zur rechten Zeit bekommen hat / ''[und]'' bey packt. Die Großmutter hat sich viel kosten lassen, bis sie alles hat machen lassen. Gieb ja beim Außpacken obacht es liegt in den Bettdeckeln Ein Dutten''<ref>Vielleicht Retorte, Destillierkolben? "Dutte" ist aber auch die weibliche Brust. Ist es eine Art Schnuller?</ref> '', und die Schale zum Dizerlwasser'' [vielleicht destilliertes Wasser? Anm.] ''samt deckel, das es nicht zerbrechen wird, auch glaubt die Großmutter du solst die Sachen wen du sie angesehen, wieder in die Kiste geben bis man sie braucht damit du nicht schon jetzt den Platz verlierst. Die Kiste solst du ja nicht zusammen schlagen, da sie eine so gute ist. 22 h'' [Uhr; Anm.] ''Die Großmutter war soeben bey mir und sagte das sie die Kiste soeben aufgegeben hat, und man sagte ihr das selbe Morgen schon nach Wien kömt, ich schücke daher heute noch diesen Brief ab dammit Ihr von der Kiste in Kentniß seid die Würste hat sie auch noch bekommen für die Kiste dürft Ihr nicht mehr zahlen, den die Großmutter hat die Fracht schon hier bezahlt. Sie läßt Euch recht herzlich grüßen- gute Feyertage und guten Apetit zu den Würsten wünschen. | ||
''Wie sie kann wird sie Euch schreiben- jetzt muß sie einmal ein paar Tage rasten, den sie ist dermalen sehr auf geregt, aber im ganzen nicht übel. Im ganzen ist die Gesundheit der Großmutter beßer, da das Klopfen'' [Herzklopfen] ''nicht so lange anhält als früher. Liebe Fany du wirst wirst mich schon verstanden haben wegen denen Unterlegeln das du auf meine Rechnung 12 Stück kaufen solst und Franz 6 Krägen oder wen er sonst etwas nothwendig braucht ein gutes Meßer oder dergleichen, dann wen alles gekauft ist mit den Otto verrechnen. Du wirst schon sehen das es nothwendig ist den diese denke ich kann man wie sie sind nicht gebrauchen. bitte nur dir Nantalin [?] das sie dir ein Unterlegel leiht, dan weist du gleich schon was zu machen ist. Meine lieben gute glückliche Feyertage und ein gutes gutes neues Jahr, und ein frisches Kindlein mit krausten Hare. Gott Segen Euch und uns alle Mit Liebe Eure Euch herzlich liebende. Mutter Spángler'' | ''Wie sie kann wird sie Euch schreiben- jetzt muß sie einmal ein paar Tage rasten, den sie ist dermalen sehr auf geregt, aber im ganzen nicht übel. Im ganzen ist die Gesundheit der Großmutter beßer, da das Klopfen'' [Herzklopfen; Anm.] ''nicht so lange anhält als früher. Liebe Fany du wirst wirst mich schon verstanden haben wegen denen Unterlegeln das du auf meine Rechnung 12 Stück kaufen solst und Franz 6 Krägen oder wen er sonst etwas nothwendig braucht ein gutes Meßer oder dergleichen, dann wen alles gekauft ist mit den Otto verrechnen. Du wirst schon sehen das es nothwendig ist den diese denke ich kann man wie sie sind nicht gebrauchen. bitte nur dir Nantalin [?] das sie dir ein Unterlegel leiht, dan weist du gleich schon was zu machen ist. Meine lieben gute glückliche Feyertage und ein gutes gutes neues Jahr, und ein frisches Kindlein mit krausten Hare. Gott Segen Euch und uns alle Mit Liebe Eure Euch herzlich liebende. Mutter Spángler'' | ||
Wohl im März 1876 hat Fanni Spängler ein Kind, das (namenlos) stirbt (in den Briefen vom Dezember 1875 und März/April 1876 genannt); die älteste Tochter, Nr. 9 a, Franziska Spängler, ist dann am 18. Juni 1877 in Wien geboren. Siehe auch Brief vom 17. November 1877. | Wohl im März 1876 hat Fanni Spängler ein Kind, das (namenlos) stirbt (in den Briefen vom Dezember 1875 und März/April 1876 genannt); die älteste Tochter, Nr. 9 a, Franziska Spängler, ist dann am 18. Juni 1877 in Wien geboren. Siehe auch Brief vom 17. November 1877. | ||
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==== Brief vom 22. Dezember 1875 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | ==== Brief vom 22. Dezember 1875 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ==== | ||
Brief vom 22. Dezember 1875 von [[Fanny Kobler]] an Fanni / [[Franziska Spängler]]; eineinhalb Bogen ohne Umschlag aus Salzburg; [Ergänzung]; [?] = fragliche Lesung:<br /> | |||
''Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind<ref>Erst 1877 wird Franzi, die älteste der Spängler-Geschwister, geboren, vgl. folgenden Brief vom 15. April 1876; es ist offenbar ein totgeborenes [?] Kind davor gemeint. Auch im voranstehenden Brief vom 14. Mai 1875 ist wohl von solcher Sorge die Rede.</ref> befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch'' [erreichen] ''du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin'' [ich] ''für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter<ref>Spängler, geb. Lürzer, gest. 1882, Nr. 37; Fannis eigene Mutter stirbt bei der Geburt der Tochter 1848; auch deshalb ist die Verbindung zur Großmutter besonders eng.</ref> bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße'' [Interesse]''. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. | ''Liebe Fanni! Es ist gerade 11 Uhr Mittag und ich habe das Kistl wo sich die kleine Ausstat[t]ung für euer kleines Kind<ref>Erst 1877 wird Franzi, die älteste der Spängler-Geschwister, geboren, vgl. folgenden Brief vom 15. April 1876; es ist offenbar ein totgeborenes [?] Kind davor gemeint. Auch im voranstehenden Brief vom 14. Mai 1875 ist wohl von solcher Sorge die Rede.</ref> befindet den Eillgut übergeben. Morgen wirst du es in Haus gestellt erhalten. ich hoffe das Christkind wird euch'' [erreichen] ''du kannst es glauben liebe Fanni es hat mir viele Mühe und Sorge gemach alles zusammen zu bringen. Ich habe es mit Freuden gethan. Wenn Gott mir die Gnade schänkt das kleine Wesen an mein Herz zu drücken und ihm den Urgroßmütterlichen Kuß zu geben, bin'' [ich] ''für alles belohnt. Du wirst sehn wie mit Mühe und Sorge für das kleine Wuzi<ref>Vielleicht ist hier eine etwas persönlichere Anmerkung erlaubt: ''Wuzi'', ''Wuzerl'' und ''Wuzl'' nennen [[Fanny Kobler]] und [[Antonia Spängler]] das zu erwartende Kind; vgl. auch die Briefe von 18. Februar 1876, vom 21. Februar 1876 und vom 12. und 13. Juli 1876. Das Österreichische Wörterbuch / ÖWB-Online / oewb.at verzeichnet "Wuzerl" für ein "dickes Kind", "Putzerl" / "Butzerl" für ein "kleines Kind". Als meine, [[Otto Holzapfel]], Großmutter "Hansimutti", Johanna Spängler, verheiratet Holzapfel (*1882; † 1973) uns im Jänner/Februar 1972 in Freiburg i.Br. besuchte, nannte sie unsere 1971 geborene Tochter Birgit Elisabeth, da sie sich ihren Namen nicht merken konnte, "unser Wutzi Butzi" [meine Transkription]. Ich dachte bisher, dass das ihre individuelle Erfindung war. Vgl. auch in Grimms Wörterbuch / Deutsches Wörterbuch / woerterbuchnetz.de "Purzel" für ein "kleines täppisches Kind" (zu: purzeln) und "Wutzerl" für ein kleines Kind mit einem Beleg aus Österreich von 1815.</ref> wächst, nur meine ich immer es wird dir zu viel werden ohne Magd, weil dir dir schlaflosen Nächt oft Müdigkeit und Unwohlsein bereitet gemacht haben, und auch für das Geschäft deines Franzes beschwerlich ist. Doch wenn der liebe Gott dem ich täglich inig bitte Gesundheit schänkt, wirst du dich schon daran gewöhnen, die Lieb überwindet alles. Der Güttig Gott schänke dir an Geist und Korper ein gesunds Kind. Ich brauche dir nicht erst zu sagen wie gern ich dir in den Wochenbett zur Seite gestanden wäre und alles überwacht hätte. Doch ich weis ja die gute Mutter<ref>Spängler, geb. Lürzer, gest. 1882, Nr. 37; Fannis eigene Mutter stirbt bei der Geburt der Tochter 1848; auch deshalb ist die Verbindung zur Großmutter besonders eng.</ref> bey dir die ja Sorgsam, lieb und gut ist, Gott möge ihrr Gesundheit schänken. Wie wird sich dein guter Mann freuen das kleine Püpchen auf seinen Arm zu tragen und auf seinen Knien zu schaukeln. Euer Leben wird jetzt ein ganz anderes sein. Eine Kinderlose Ehe wird mit den Jahren zu Monoton, es fehl dem Leben an Jntreße'' [Interesse; Anm.] ''. Nun liebe Fanni hab ich einmal über das was uns beyde so sehr intresiert sprächen können nach dem ich mich schon lange gesähnt habe. Heute hab ich gerade die Lichte für meine Augen da ich mehr sehe als gewöhnlich. Ich füge daher dem besten Wunsch zum freudigen Christkind, dem aufrichtigen herzlichen Wunsch bey zum Neuenjahr bey, Gott wolle uns Gesundheit und ein Wiedersehn verleihn. | ||
''Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 fl [Gulden] zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr'' [zweites Blatt, Prägedruck "Bath"] ''zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.'' | ''Meine Gesundheit hat sich viel gebessert, doch frey bin ich von meinen Magenklopfen nicht, aber ich darf doch wieder etwas mehr genießen, und es dauert nicht 4-5 Stunden lang. Ich danke dir für den Stoff den du mir hast färben lassen er gefählt mir gut, was daraus wird, weis ich noch nicht. Die Näherin ist im Spital bedenklich krank, wenn sie wieder besser wird, werden ihr die 3 fl'' [Gulden; Anm.] ''zur Erholung recht wohl thun. Ida welche dich vielmals grüßt, ist jetzt recht beschäftigt. sie geht in 3-4 Häuser wo sie Kleider macht, man ist mit ihr'' [zweites Blatt, Prägedruck "Bath"; Anm.] ''zufrieden, da muß von 4 ½ Uhr bis 7 ½ Uhr fleißig nähn, und kann nicht davon laufen. Gestern war sie den ganzen Tag bey mir, da haben wir die Kindswäsche geordnet und zusammen gebunden, es hat ihr Freude gemacht, es thun zu dürfen. Jetzt muß ich schlüßen eds wird schon dunkl die Augen versagen mir ihrn Dienst. Ich meine du sollst die Wäsche wenn du selbr gesehn hast in der Küste lassen, du darfst nur einen Tepich darunter legen, da kanst du sie in jeden Zimmer stehn lassen. Grüße die Rosi, ich hoffe das Mieder wird recht sein Lebe recht wohl es umarmt Euch beyde Euere Großmutter Fanni.'' | ||
Beigelegt [gehört nicht unbedingt hierher] zwei Visitenkarten "Fanni Kobler. Private". | Beigelegt [gehört nicht unbedingt hierher] zwei Visitenkarten "Fanni Kobler. Private". | ||
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