Kobler-Spängler-Briefe von 1876: Unterschied zwischen den Versionen
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==== Visitenkarte Fanni Spängler, beschrieben 7. April 1876, an Franziska Kobler ==== | ==== Visitenkarte Fanni Spängler, beschrieben am 7. April 1876, an Franziska Kobler ==== | ||
[[Datei:Visitenkarte Fanni Spängler, 1876, Rückseite.JPG|thumb| Visitenkarte Fanni Spängler, 1876, Rückseite.]] | [[Datei:Visitenkarte Fanni Spängler, 1876, Rückseite.JPG|thumb| Visitenkarte Fanni Spängler, 1876, Rückseite.]] | ||
[[Datei:Visitenkarte Fanni Spängler, 1876, Vorderseite.JPG|thumb| Visitenkarte Fanni Spängler, 1876, Vorderseite.]] | [[Datei:Visitenkarte Fanni Spängler, 1876, Vorderseite.JPG|thumb| Visitenkarte Fanni Spängler, 1876, Vorderseite.]] | ||
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==== Briefumschlag ohne Marke | ==== Briefumschlag ohne Marke vom 11. Juli 1876 ==== | ||
Stempel Wien-Josefstadt 1876; "Dem Herrn Doctor Franz Spängler [Nr. 18] kk Gerichtsadjunkt in Wien VIII Schlößelgasse Nr. 8, II. Stock, Thür 14", enthaltend: Fanni Spängler an Franz Spängler und zurück: 11. Juli 1876 Postkarte, Bleistift, von Salzburg nach Wien: Lieber Franzl! in Frankenmarkt gut angelangt, fange schon an einigen Hunger zu kriegen, auf Nachricht von dir freue ich mich sehr, es wird schön sein wieder bei dir zu sein, Maria Plain in Sicht [im Zug vor Salzburg], ich hoffe dir heut noch zu schreiben, grüße alle Bekannten, grüße Rosi [Hausangestellte]. | Stempel Wien-Josefstadt 1876; "Dem Herrn Doctor Franz Spängler [Nr. 18] kk Gerichtsadjunkt in Wien VIII Schlößelgasse Nr. 8, II. Stock, Thür 14", enthaltend: Fanni Spängler an Franz Spängler und zurück: 11. Juli 1876 Postkarte, Bleistift, von Salzburg nach Wien: Lieber Franzl! in Frankenmarkt gut angelangt, fange schon an einigen Hunger zu kriegen, auf Nachricht von dir freue ich mich sehr, es wird schön sein wieder bei dir zu sein, Maria Plain in Sicht [im Zug vor Salzburg], ich hoffe dir heut noch zu schreiben, grüße alle Bekannten, grüße Rosi [Hausangestellte]. | ||
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==== Brief vom 16. und 17. Juli 1876 von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ==== Brief vom 16. und 17. Juli 1876 von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Brief vom 16. und 17. Juli 1876 aus Wien von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an Fanni / [[Franziska Spängler]]; ein Bogen; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stellen: ''16. Juli [1876] // Abends // Meine liebe theure Fanny, du bist schon viel fleissiger im Briefschreiben, als ich es bin, u. ich muß daher nicht bloß dir herzlich für deine lieben und so ausführlichen Briefe danken, sondern auch um Entschuldigung bitten, daß ich minder fleissig bin. Du wirst hoffentlich heute (Sonntags) meinen gestern während des Essens geschriebene Karte erhalten haben, u. könntest mit Fug und Recht für Montags einen Brief von mir erwarten, doch kam ich in Folge dessen, dß ich heute Journal hatte, u. daher nicht bloß Vormittags 2 Stunden im Bureau war, nicht dazu einen Brief an dich zu schreiben, u. ich versparte es mir daher lieber für den Abend, da ich nun mehr Muße habe. Deine Biefe machen mir immer sehr große Freude, denn ich ersehe daraus jedesmal neuerdings wie lieb du mich hast, u. entneme überdies daraus, dß es dir geht geht. Es war mir insbesondere sehr angenem, zu hören, dß man dich in Salzburg allgemein gut aussehend findet. Wenn dir dieses gute u. jugendliche Aussehen einige Galanterien u. Aufmerksamkeiten des Herrn v.Daler einträgt, so freut es mich, aber eifersüchtig wirst du mich gewiß nicht machen; dazu habe ich keine Anlage, u. noch weniger eine wirkliche Ursache. – Du fragst mich, was du wegen der Zither thun sollst; ich muß, bevor ich eine Antwort gebe, die Gegenfrage an dich richten, ob du dann einstweilen auf der anderen Zither spielen wirst? U. auch alles das, was du auf der Elegie [?]-Zither spielst spielen kannst; ist das der Fall, so magst du ja die Elegie-Zither in Salzburg lassen wiewohl ich keinen hinlänglichen Grund dafür finde, da wir ja, wenn wir auf Urlaub gehen, u. eine Reise machen, doch wieder einen Koffer mit Sachen nach Salzburg direkt schicken würden; trifft aber die oben aufgestellte Voraussetzung nicht ein, dann nimm doch lieber die Zither mit dir hieher, da mir für dich u. mich leid wäre, wenn du in der ganzen Zeit bis Mitte September nicht spielen würdest. – Daß auch dritte Personen die Unterlassung aller weiteren Besuche natürlich finden, ist mir sehr angenem; nur auf eines mache ich dich aufmerksam, dß du vielleicht doch – sei es allein, sei es mit der Großmutter od. der Mutter zur Frau v Fenzl gehst; bitte sei aber hiebei direkt u entschieden, dß sie sich mit einem Gegenbesuche nicht anstrengen soll. Ich füge dieß deßhalb bei, weil Roll mir sagte, dß ihr das Stiegensteigen beschwerlich falle. Gute Nacht für heute mein lieber Schatz! Morgen früh Fortsetzung!'' | Brief vom 16. und 17. Juli 1876 aus Wien von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an Fanni / [[Franziska Spängler]]; ein Bogen; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stellen:<br /> ''16. Juli [1876] // Abends // Meine liebe theure Fanny, du bist schon viel fleissiger im Briefschreiben, als ich es bin, u. ich muß daher nicht bloß dir herzlich für deine lieben und so ausführlichen Briefe danken, sondern auch um Entschuldigung bitten, daß ich minder fleissig bin. Du wirst hoffentlich heute (Sonntags) meinen gestern während des Essens geschriebene Karte erhalten haben, u. könntest mit Fug und Recht für Montags einen Brief von mir erwarten, doch kam ich in Folge dessen, dß ich heute Journal hatte, u. daher nicht bloß Vormittags 2 Stunden im Bureau war, nicht dazu einen Brief an dich zu schreiben, u. ich versparte es mir daher lieber für den Abend, da ich nun mehr Muße habe. Deine Biefe machen mir immer sehr große Freude, denn ich ersehe daraus jedesmal neuerdings wie lieb du mich hast, u. entneme überdies daraus, dß es dir geht geht. Es war mir insbesondere sehr angenem, zu hören, dß man dich in Salzburg allgemein gut aussehend findet. Wenn dir dieses gute u. jugendliche Aussehen einige Galanterien u. Aufmerksamkeiten des Herrn v.Daler einträgt, so freut es mich, aber eifersüchtig wirst du mich gewiß nicht machen; dazu habe ich keine Anlage, u. noch weniger eine wirkliche Ursache. – Du fragst mich, was du wegen der Zither thun sollst; ich muß, bevor ich eine Antwort gebe, die Gegenfrage an dich richten, ob du dann einstweilen auf der anderen Zither spielen wirst? U. auch alles das, was du auf der Elegie [?]-Zither spielst spielen kannst; ist das der Fall, so magst du ja die Elegie-Zither in Salzburg lassen wiewohl ich keinen hinlänglichen Grund dafür finde, da wir ja, wenn wir auf Urlaub gehen, u. eine Reise machen, doch wieder einen Koffer mit Sachen nach Salzburg direkt schicken würden; trifft aber die oben aufgestellte Voraussetzung nicht ein, dann nimm doch lieber die Zither mit dir hieher, da mir für dich u. mich leid wäre, wenn du in der ganzen Zeit bis Mitte September nicht spielen würdest. – Daß auch dritte Personen die Unterlassung aller weiteren Besuche natürlich finden, ist mir sehr angenem; nur auf eines mache ich dich aufmerksam, dß du vielleicht doch – sei es allein, sei es mit der Großmutter od. der Mutter zur Frau v Fenzl gehst; bitte sei aber hiebei direkt u entschieden, dß sie sich mit einem Gegenbesuche nicht anstrengen soll. Ich füge dieß deßhalb bei, weil Roll mir sagte, dß ihr das Stiegensteigen beschwerlich falle. Gute Nacht für heute mein lieber Schatz! Morgen früh Fortsetzung!'' | ||
'' – 17 Juli 1876 Morgens. Guten Morgen! Soeben habe ich mit Rosi den Küchenzettel verabredet, auf welchem heute die Marillenknödel stehen. Weil ich gerade bei einer Bücher Angelegenheit bin, so füge ich noch sogleich die Anfrage der Rosi bei, ob sie vielleicht weil es jetzt recht schöne Ribisel 9-10 Xr [Kreuzer] pr ½ Kilogr bekäme, Ribisel einsieden soll; ich bitte um Antwort im nächsten Briefe u eventuell um Weisung hinsichtlich der Menge. – Nachm ½ 7. In Folge des leidigen Journaldienstes welche die ganze Woche andauert aber dann erst in circa ¼ J wiederkehrt bin ich heute nicht dazu gekommen, dir weiter zu schreiben, u ich beeile mich nur diesen Brief noch rechtzeitig zur Post zu bringen. An Neuigkeiten theile ich dir mit, dß heute um ½ 2 Uhr ein ganz merkl Erdbeben hier war u dß Demeter Mertens mit Weißmayer verlobt ist. Heute Abends bin ich bei Glaier [?], Morgen Fortsetzung Dein treuer Franz'' | '' – 17 Juli 1876 Morgens. Guten Morgen! Soeben habe ich mit Rosi den Küchenzettel verabredet, auf welchem heute die Marillenknödel stehen. Weil ich gerade bei einer Bücher Angelegenheit bin, so füge ich noch sogleich die Anfrage der Rosi bei, ob sie vielleicht weil es jetzt recht schöne Ribisel 9-10 Xr [Kreuzer] pr ½ Kilogr bekäme, Ribisel einsieden soll; ich bitte um Antwort im nächsten Briefe u eventuell um Weisung hinsichtlich der Menge. – Nachm ½ 7. In Folge des leidigen Journaldienstes welche die ganze Woche andauert aber dann erst in circa ¼ J wiederkehrt bin ich heute nicht dazu gekommen, dir weiter zu schreiben, u ich beeile mich nur diesen Brief noch rechtzeitig zur Post zu bringen. An Neuigkeiten theile ich dir mit, dß heute um ½ 2 Uhr ein ganz merkl Erdbeben hier war u dß Demeter Mertens mit Weißmayer verlobt ist. Heute Abends bin ich bei Glaier [?], Morgen Fortsetzung Dein treuer Franz'' | ||
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==== Brief vom 17. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 17. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Fanni Spängler | Brief vom 17. Juli 1876 aus Salzburg von Fanni / [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; zwei Bögen; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stellen:<br /> | ||
''Mein liebster Franzl. Elf Uhr schon vorbei: und noch hoffe ich vergebens auf deinen lieben Brief, du glaubst nicht, wie ungeduldig ich bin, etwas von dir, du Lieber und von deinem Thun zu erfahren! Du fehlst mir ja so sehr, wie freu ich mich, wenn ich wieder bei dir sein werde! Am Ende aber gehe ich dir gar noch nicht ab? Und ich freu mich schon so, wenn meine 14 Tage vorüber sind! Es ist ordentlich undankbar von mir, daß ich mich so fort freue, hier kommt man mir ja mit so viel Freundlichkeit entgegen. – Vorgestern waren wir im Zeller Hof. Emma sieht wirklich sehr gut aus, ihr Buberl ist nicht sehr stark, doch gedeiht es jetzt besser. Albert sieht sehr gut aus, nun ich glaube, er braucht sich nicht viel zu plagen. Liderl ist ein allerliebstes Kind, sie hat wunderschöne Auge. Das Herzweh beim ersten Anblick der Schumacherischen Kinder ist also auch überstanden, denke dir, das Buberl heißt Franz. - - - Im Herzen ist meine Stimmung heiter, nur ab und zu kommt eine kleine Anwandlung von Trauer. So eben jetzt, wo Frau Kockauer [?] geb: Marie [?] bei mir war, und ohne unseren Verlust zu ahnen, nach meinem Kinde frug. Das hat wieder recht weh gethan! Wenn ich nur schon einen Brief von dir hätte, das wäre wieder der beste Trost. Ich fürchte immer, du strengst dich gar zu sehr an. Wie ich es dir gönnen wollte, wenn du wieder einmal etwas freie Zeit hättest. Im August ist hier der deutsche Juristentag, wirst du da nicht nach Salzburg kommen? Man bereitet schon allenthalben Wohnungen für die Juristen-Gäste.'' | ''17. Juli [1876] // Mein liebster Franzl. Elf Uhr schon vorbei: und noch hoffe ich vergebens auf deinen lieben Brief, du glaubst nicht, wie ungeduldig ich bin, etwas von dir, du Lieber und von deinem Thun zu erfahren! Du fehlst mir ja so sehr, wie freu ich mich, wenn ich wieder bei dir sein werde! Am Ende aber gehe ich dir gar noch nicht ab? Und ich freu mich schon so, wenn meine 14 Tage vorüber sind! Es ist ordentlich undankbar von mir, daß ich mich so fort freue, hier kommt man mir ja mit so viel Freundlichkeit entgegen. – Vorgestern waren wir im Zeller Hof. Emma sieht wirklich sehr gut aus, ihr Buberl ist nicht sehr stark, doch gedeiht es jetzt besser. Albert sieht sehr gut aus, nun ich glaube, er braucht sich nicht viel zu plagen. Liderl ist ein allerliebstes Kind, sie hat wunderschöne Auge. Das Herzweh beim ersten Anblick der Schumacherischen Kinder ist also auch überstanden, denke dir, das Buberl heißt Franz. - - - Im Herzen ist meine Stimmung heiter, nur ab und zu kommt eine kleine Anwandlung von Trauer. So eben jetzt, wo Frau Kockauer [?] geb: Marie [?] bei mir war, und ohne unseren Verlust zu ahnen, nach meinem Kinde frug. Das hat wieder recht weh gethan! Wenn ich nur schon einen Brief von dir hätte, das wäre wieder der beste Trost. Ich fürchte immer, du strengst dich gar zu sehr an. Wie ich es dir gönnen wollte, wenn du wieder einmal etwas freie Zeit hättest. Im August ist hier der deutsche Juristentag, wirst du da nicht nach Salzburg kommen? Man bereitet schon allenthalben Wohnungen für die Juristen-Gäste.'' | ||
'' – Gestern waren wir mit Plachetka im Moos. Wir fuhren bis Marienbad, gingen dann zu Fuße ins Ludwigsbad und nach längerem Sitzen dort über Leopoldskron nach Hause. Wie oft habe ich da an dich gedacht! Heute Nachmittag gehen wir zu Zillner, Abends sind wir bei Otto. Unsere Mutter läßt dir sagen, du sollst die Rumänier'' [Aktien] ''nicht auszuwechseln vergeßen. Für die Coupons vom vorigen Jahre bekommst du 24 Mark d. ist 7 fl [Gulden] 20 Kr. Ich laße mir wenn es dir recht ist, das Geld vom Otto geben, um beihändiges Geld zu haben; Großmutter [hat] wol einmal vom Reisegeld gesagt, aber bekommen habe ich noch nichts. Am 2. August gehen Otto und Luise'' [Louise Spängler] ''und Kochs nach Unken. Fr. v. Duregger und unsere Mutter folgen ihnen nach. Fr: v. D: hat Mutter eingeladen mit ihr zu reisen und wird auch das Zimmer mit Mutter gemeinschäftlich haben. Unsere Mutter wird noch ganz kühn im Reisen. Ich freue mich, daß Mutter diese Erholung haben kann. – Nun wird aber kein Buchstabe mehr geschrieben, bis ich einen Brief von dir in Händen habe! die Ungethüme. Wie kann man denn das Weiberl solche Sehnsucht leiden lassen!'' [zweites Blatt Fortsetzung nach dem folgenden Gegenbrief] | '' – Gestern waren wir mit Plachetka im Moos. Wir fuhren bis Marienbad, gingen dann zu Fuße ins Ludwigsbad und nach längerem Sitzen dort über Leopoldskron nach Hause. Wie oft habe ich da an dich gedacht! Heute Nachmittag gehen wir zu Zillner, Abends sind wir bei Otto. Unsere Mutter läßt dir sagen, du sollst die Rumänier'' [Aktien; Anm.] ''nicht auszuwechseln vergeßen. Für die Coupons vom vorigen Jahre bekommst du 24 Mark d. ist 7 fl [Gulden] 20 Kr. Ich laße mir wenn es dir recht ist, das Geld vom Otto geben, um beihändiges Geld zu haben; Großmutter [hat] wol einmal vom Reisegeld gesagt, aber bekommen habe ich noch nichts. Am 2. August gehen Otto und Luise'' [Louise Spängler; Anm.] ''und Kochs nach Unken. Fr. v. Duregger und unsere Mutter folgen ihnen nach. Fr: v. D: hat Mutter eingeladen mit ihr zu reisen und wird auch das Zimmer mit Mutter gemeinschäftlich haben. Unsere Mutter wird noch ganz kühn im Reisen. Ich freue mich, daß Mutter diese Erholung haben kann. – Nun wird aber kein Buchstabe mehr geschrieben, bis ich einen Brief von dir in Händen habe! die Ungethüme. Wie kann man denn das Weiberl solche Sehnsucht leiden lassen!'' [zweites Blatt Fortsetzung nach dem folgenden Gegenbrief] | ||
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==== Brief vom 18. Juli 1876 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler ==== | ==== Brief vom 18. Juli 1876 von Franz II. Xaver Gregor Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Franz Spängler | Brief vom 18. Juli 1876 von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an Fanni / [[Franziska Spängler]] aus Wien, eineinhalb Bogen; [Ergänzung]; ... = Auslassungen:<br /> ''18. Juli [1876] // Meine liebe Fanny! ... Demeter Mertens Verlobungsanzeige... Erdbeben wohl schon in den Zeitungen, keine Unglücksfälle bekannt, in der Kanzlei spürten ziemlich starkes Schütteln... Geld Sparkasse, wie steht es mit dir? von der Großmutter oder von Otto aus den in seiner Verwahrung befindl Gulden? – schon 8 Tage in Salzburg, in weiteren 8 Tagen hoffe ich dich wieder hier zu haben... Ich weiß nicht wie es kommt, dß ich zu Hause nichts rechtes ausrichte, u auch zum Spazierengehen keine besondere Passion habe; es geht mir halt offenbar jemand ab, u. dieser Jemand scheint mein liebes Weiberl zu sein... Hast du den neugewählten Erzbischof nicht gesehen'' [[Franz de Paula Albert Eder]], siehe "Briefe 1860 ff. an Franz Spängler", 1883, und öfter] ''? Ich habe ihm noch immer nicht geschrieben, vielleicht komme ich heute Abends dazu. – deine Karte erhalten... nicht Zeit gehabt, um dir einen ordentlichen Brief zu schreiben... Rosi läßt dir "alle Hand küßen"... grüße Großmutter, Mutter u. Otto... dein treuer Franz.'' – Nachschrift... [nicht alles gelesen]. - Zu Mertens vgl. Brief vom 27. September 1871. | ||
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==== Brief vom 18. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 18. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Fanni Spängler | Brief vom 18. Juli 1876 aus Salzburg von Fanni / [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; zweites Blatt vom obigen Brief vom 17. Juli 1876 aus Salzburg:<br /> | ||
''18. 7. ¾ 12 Uhr Mittags. Herzlieber Franzl! Sehnsüchtig, wie ein Kind seinen Weihnachtsbaum habe ich deinen Brief erwartet, und, was nie in der Brautzeit vorgekommen ist, kostete es mich eben frische Thränen, da ich zu fürchten begann, ich werde auch heute Nichts von dir hören, und meine so leicht bewegte Fantasie dich schon krank wähnte. Das sieht wieder deinem kindischen Weiberl gleich, nicht wahr? Daß ich dir nunmehr herzlichst für deine lieben Zeilen danke, brauche ich kaum zu sagen. Nun bin ich ja wieder ganz vergnügt. N. B.: Von den eben erwähnten Thränen hat Niemand etwas zu sehen gekriegt, dieß zu meiner Beschönigung:/. Bei Frau von Fenzl gedenke ich mit Großmutter heute oder allernächstens einen Besuch zu machen. Über Verlobung und Erdbeben war ich gleicher Weise erstaunt. Wegen der Ribisel sage der Rosi, die ich schön grüße, daß sie 2 bis 3 Kilo einsieden kann, daß sie dieselben aber entweder gar nicht passieren soll, oder aber zuerst ohne Zucker überkochen dann passieren und erst den Saft mit Zucker einkochen soll. Sonst bleibt so viel Zucker im Rückstand der Ribisel. Haben dir die Marillenknödel geschmeckt? Nun bin ich schon eine volle Woche hier, ich weiß gar nicht wo die Zeit hinkommt! Gestern habe ich wieder einmal gespielt, was ich mit der Zither machen werde, weiß ich vor der Hand noch nicht, spielen kann ich Alles auf der kleinen Zither ich müßte dieselbe nur wieder herrichten. Großmutter hat oft allerlei Ansichten, wer weiß, ob sie ihre Meinung nicht wieder ändert. Großmutter ist recht wol, ärgert sich auch mitunter, besonders ist das Thema von einer Kindermagt ein ziemlich gefährliches. – Nach dem Grundsatze, daß man selten Jemand kennen lernt, mit welchem man nicht gemeinsame Bekannte hat, kennt Frau v Daler auch deinen Freund Plager in Graz und neulich im Moos traf ich die Gesellschäfterin der Frau v Tschusi, die wieder den Stigner recht gut kennt. Hast du von Ehepaar Kaserer nichts gesehen? – Also, das Reisegeld, glaube ich, zahlt Großmutter, wenigstens sprach sie gestern davon. Wenn ich dich recht verstehe, so darf ich mich morgen auf einen Brief freuen. Vederemo! Heute hätte ich eigentlich Lust zu schwimmen, da es wirklich heiß ist. Leidest du doch nicht recht von Hitze? – Wir wollen heute Tante Alois besuchen, trafen sie aber nicht. – Manchmal überkommt mich eine große Sehnsucht nach dir, du Lieber, mag es hier noch so schön sein bei dir ist’s doch viel schöner. – Und nun behüte dich Gott mein Herzens Franzl behalte lieb dein kindisches verliebtes Weiberl. – Alle grüßen dich auf’s Beste, auch Otto’s Kinder. Paula u Luise hingen gestern wie die Kletten an mir. Die kleine Emilie ist noch nicht recht warm geworden. – Nochmals lebe wol und sei tausendmal geküßt von deiner alten, treuen Fanni.'' | ''18. 7. ¾ 12 Uhr Mittags. Herzlieber Franzl! Sehnsüchtig, wie ein Kind seinen Weihnachtsbaum habe ich deinen Brief erwartet, und, was nie in der Brautzeit vorgekommen ist, kostete es mich eben frische Thränen, da ich zu fürchten begann, ich werde auch heute Nichts von dir hören, und meine so leicht bewegte Fantasie dich schon krank wähnte. Das sieht wieder deinem kindischen Weiberl gleich, nicht wahr? Daß ich dir nunmehr herzlichst für deine lieben Zeilen danke, brauche ich kaum zu sagen. Nun bin ich ja wieder ganz vergnügt. N. B.: Von den eben erwähnten Thränen hat Niemand etwas zu sehen gekriegt, dieß zu meiner Beschönigung:/. Bei Frau von Fenzl gedenke ich mit Großmutter heute oder allernächstens einen Besuch zu machen. Über Verlobung und Erdbeben war ich gleicher Weise erstaunt. Wegen der Ribisel sage der Rosi, die ich schön grüße, daß sie 2 bis 3 Kilo einsieden kann, daß sie dieselben aber entweder gar nicht passieren soll, oder aber zuerst ohne Zucker überkochen dann passieren und erst den Saft mit Zucker einkochen soll. Sonst bleibt so viel Zucker im Rückstand der Ribisel. Haben dir die Marillenknödel geschmeckt? Nun bin ich schon eine volle Woche hier, ich weiß gar nicht wo die Zeit hinkommt! Gestern habe ich wieder einmal gespielt, was ich mit der Zither machen werde, weiß ich vor der Hand noch nicht, spielen kann ich Alles auf der kleinen Zither ich müßte dieselbe nur wieder herrichten. Großmutter hat oft allerlei Ansichten, wer weiß, ob sie ihre Meinung nicht wieder ändert. Großmutter ist recht wol, ärgert sich auch mitunter, besonders ist das Thema von einer Kindermagt ein ziemlich gefährliches. – Nach dem Grundsatze, daß man selten Jemand kennen lernt, mit welchem man nicht gemeinsame Bekannte hat, kennt Frau v Daler auch deinen Freund Plager in Graz und neulich im Moos traf ich die Gesellschäfterin der Frau v Tschusi, die wieder den Stigner recht gut kennt. Hast du von Ehepaar Kaserer nichts gesehen? – Also, das Reisegeld, glaube ich, zahlt Großmutter, wenigstens sprach sie gestern davon. Wenn ich dich recht verstehe, so darf ich mich morgen auf einen Brief freuen. Vederemo! Heute hätte ich eigentlich Lust zu schwimmen, da es wirklich heiß ist. Leidest du doch nicht recht von Hitze? – Wir wollen heute Tante Alois besuchen, trafen sie aber nicht. – Manchmal überkommt mich eine große Sehnsucht nach dir, du Lieber, mag es hier noch so schön sein bei dir ist’s doch viel schöner. – Und nun behüte dich Gott mein Herzens Franzl behalte lieb dein kindisches verliebtes Weiberl. – Alle grüßen dich auf’s Beste, auch Otto’s Kinder. Paula u Luise hingen gestern wie die Kletten an mir. Die kleine Emilie ist noch nicht recht warm geworden. – Nochmals lebe wol und sei tausendmal geküßt von deiner alten, treuen Fanni.'' | ||
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==== Brief vom 20. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 20. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Fanni Spängler | Brief vom 20. Juli 1876 von Fanni / [[Franziska Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; eineinhalb Bogen; aus "Wien" [richtig: Salzburg]; [Ergänzung]; Leseabsätze eingefügt:<br /> | ||
''Mein Herzensfranzl! Dein gestriger so lieber und ausführlicher Brief hat mir doppelte Freude gemacht, einmal durch seine Länge, und dann, weil ich ihn nicht zu hoffen gewagt hatte. Also meinen herzinnigen Dank für die lieben Zeilen, in weniger als einer Woche hoffe ich wieder bei dir zu sein. Heute habe ich dir allerlei zu berichten. Erstens folgt die Verrechnung mit, wobei Otto dir bemerken läßt, daß selbstverständlich nur die zweite Seite, wo die 14 fl [Gulden] Kassirrest obenan stehen, dir neu ist. Wie du siehst, hat Otto für dich 20 fl 4 Xr; wenn es dir recht ist, nehme ich dieses Geld mit, nur mußt du dann im September dem Otto das Geld für die Mutter geben. /:Schau, was ich für ein Esel bin:/'' [der Brief beginnt auf Seite 2 des Bogens, was sie beim Umblättern bemerkt] ''Ich meine, es soll dir recht sein wenn ich die 20 fl bringe, da ja im August der fatale Zins zu zahlen ist. Ich bitte dich mir jedenfalls bald hierüber zu schreiben. Die doppelte Hannoverer Ausbeute'' [Aktien] ''liegt in Mark bei Otto, ist in die Verrechnung nicht einbezogen, soll ich dir dieselbe auch bringen? – Und nun mein Herzensfranzl muß ich dir auch mittheilen, daß ich von deiner Erlaubniß Gebrauch gemacht, und heute meine Schwester Rosa eingeladen habe, mit mir nach Wien zu reisen, und einige Wochen bei uns zu bleiben. Vater giebt ihr das Reisegeld, wir fahren über Tag, aber dritte Klaße. – Ich habe erst mit Großmutter darüber gesprochen, die, was ich kaum erwartete, ganz dafür war, dann sprach ich mit dem Vater und mit der Mutter. Beide sind sichtlich erfreut. Während ich mit Minna und Maria im neuen Schulhause die oben aufgelegten Zeichnungen ansah, hat Vater der Rosa die Erlaubnis zur Reise ertheilt. Bei meiner Rückkehr fand ich das arme Mädchen zitternd vor Aufregung u Freude. Rosa sieht nicht gut aus, ich hoffe Luftveränderung und Zerstreuung werden ihr gut thun. Du Guter Lieber hast mir ja selbst die erste Idee eingegeben, eine meiner Schwestern mitzunehmen, und ich halte mich wirklich für überzeugt, daß es für Rosa recht gut sein wird. – Ich hoffe, unser Wirtschaftsbudget wird nicht allzusehr belastet werden, da Rosa ein sehr bescheidenes Mädchen ist. Ich habe ihr schon gesagt, daß sie mit unserer Rosi das Zimmer theilen muß, somit macht ihr Ankunft keinerlei Umstände. Sage der Rosi, die ich schön grüße, daß meine Schwester mit mir kommt. und daß ich die Bettwäsche sogleich nach meiner Ankunft hergeben werde, da ich nur um das Nöthige in meinen Kasten zu langen brauche, wo ich sonst eine ganze Beschreibung brauchen würde. Bis wir schlafen gehen ist ja längst Alles in Ordnung. Ich denke, es wird beim nächsten Mittwoch bleiben, mit der Abreise. Großmutter ist schon für den Dienstag vorbereitet, ich habe immer gesagt, daß ich nur 14 Tage Urlaub habe. Großmutter läßt dich herzlich grüßen und dir sagen, daß, falls Rosa und ich dir zu viel Unruhe machen sollten, du nur deine Frau, "die alte Schachtel" hieher zurück schicken sollst, sie nimmt dieselbe auch auf länger als 14 Tage auf. Was meinst, mein Herzensmann?'' | ''20. Juli [1876] // Mein Herzensfranzl! Dein gestriger so lieber und ausführlicher Brief hat mir doppelte Freude gemacht, einmal durch seine Länge, und dann, weil ich ihn nicht zu hoffen gewagt hatte. Also meinen herzinnigen Dank für die lieben Zeilen, in weniger als einer Woche hoffe ich wieder bei dir zu sein. Heute habe ich dir allerlei zu berichten. Erstens folgt die Verrechnung mit, wobei Otto dir bemerken läßt, daß selbstverständlich nur die zweite Seite, wo die 14 fl [Gulden] Kassirrest obenan stehen, dir neu ist. Wie du siehst, hat Otto für dich 20 fl 4 Xr; wenn es dir recht ist, nehme ich dieses Geld mit, nur mußt du dann im September dem Otto das Geld für die Mutter geben. /:Schau, was ich für ein Esel bin:/'' [der Brief beginnt auf Seite 2 des Bogens, was sie beim Umblättern bemerkt] ''Ich meine, es soll dir recht sein wenn ich die 20 fl bringe, da ja im August der fatale Zins zu zahlen ist. Ich bitte dich mir jedenfalls bald hierüber zu schreiben. Die doppelte Hannoverer Ausbeute'' [Aktien; Anm.] ''liegt in Mark bei Otto, ist in die Verrechnung nicht einbezogen, soll ich dir dieselbe auch bringen?'' | ||
'' – Und nun mein Herzensfranzl muß ich dir auch mittheilen, daß ich von deiner Erlaubniß Gebrauch gemacht, und heute meine Schwester Rosa eingeladen habe, mit mir nach Wien zu reisen, und einige Wochen bei uns zu bleiben. Vater giebt ihr das Reisegeld, wir fahren über Tag, aber dritte Klaße. – Ich habe erst mit Großmutter darüber gesprochen, die, was ich kaum erwartete, ganz dafür war, dann sprach ich mit dem Vater und mit der Mutter. Beide sind sichtlich erfreut. Während ich mit Minna und Maria im neuen Schulhause die oben aufgelegten Zeichnungen ansah, hat Vater der Rosa die Erlaubnis zur Reise ertheilt. Bei meiner Rückkehr fand ich das arme Mädchen zitternd vor Aufregung u Freude. Rosa sieht nicht gut aus, ich hoffe Luftveränderung und Zerstreuung werden ihr gut thun. Du Guter Lieber hast mir ja selbst die erste Idee eingegeben, eine meiner Schwestern mitzunehmen, und ich halte mich wirklich für überzeugt, daß es für Rosa recht gut sein wird. – Ich hoffe, unser Wirtschaftsbudget wird nicht allzusehr belastet werden, da Rosa ein sehr bescheidenes Mädchen ist. Ich habe ihr schon gesagt, daß sie mit unserer Rosi das Zimmer theilen muß, somit macht ihr Ankunft keinerlei Umstände. Sage der Rosi, die ich schön grüße, daß meine Schwester mit mir kommt. und daß ich die Bettwäsche sogleich nach meiner Ankunft hergeben werde, da ich nur um das Nöthige in meinen Kasten zu langen brauche, wo ich sonst eine ganze Beschreibung brauchen würde. Bis wir schlafen gehen ist ja längst Alles in Ordnung. Ich denke, es wird beim nächsten Mittwoch bleiben, mit der Abreise. Großmutter ist schon für den Dienstag vorbereitet, ich habe immer gesagt, daß ich nur 14 Tage Urlaub habe. Großmutter läßt dich herzlich grüßen und dir sagen, daß, falls Rosa und ich dir zu viel Unruhe machen sollten, du nur deine Frau, "die alte Schachtel" hieher zurück schicken sollst, sie nimmt dieselbe auch auf länger als 14 Tage auf. Was meinst, mein Herzensmann?'' | |||
'' – Ich habe mit dem Vater auch gesprochen, ob er etwas Eisen für mich für zuträglich hielte, er sagt aber, es sei überflüßig, wenn ich auch nicht blutreich bin, so könne er mich doch nicht blutarm nennen. Ich bin natürlich froh. Ich befinde mich ganz wol, mir fehlt nichts als nur mein lieber Franzl, der eben mein Alles ist. Von den Eltern, Mutter und Otto die besten Grüße. Dich küßt x mal dein verliebtes Weiberl. - Gott sei mir dir. – Eduard Zillner ist schon hier. – Heute habe ich mit Erna Lauser gesprochen, sie war recht lieb, hat mich abermals mit du angesprochen, und ich habe ihr einfach auch du gesagt. – Heute sind wir bei Zillner für den Nachmittag, zuerst will ich zu Fenzl gehen. Salzburg ist noch geflagt, was sich aber bei dem regnerischen Wetter nicht besonders gut ausnimmt. Die Dekoration ist natürlich mir zu Ehren, zufällig ist auch der Kaiser hier. Den neuen Erzbischof habe ich noch nicht gesehen. Die Mutter tituliert ihn auf Ottos Wunsch "hochfürstlich Gnaden". – Vom Erdbeben hatte ich noch nichts Näheres gehört, war aber nachträglich noch verschreckt darüber. - Mutter ist zufrieden, durch mich von dir zu hören. Nächster Tage kommt ihre Pepi zu Schiestl nach Innsbruck.'' [auf dem Kopf:] ''Allen Bekannten u. Verwandten meine besten Grüße.'' | '' – Ich habe mit dem Vater auch gesprochen, ob er etwas Eisen für mich für zuträglich hielte, er sagt aber, es sei überflüßig, wenn ich auch nicht blutreich bin, so könne er mich doch nicht blutarm nennen. Ich bin natürlich froh. Ich befinde mich ganz wol, mir fehlt nichts als nur mein lieber Franzl, der eben mein Alles ist. Von den Eltern, Mutter und Otto die besten Grüße. Dich küßt x mal dein verliebtes Weiberl. - Gott sei mir dir. – Eduard Zillner ist schon hier. – Heute habe ich mit Erna Lauser gesprochen, sie war recht lieb, hat mich abermals mit du angesprochen, und ich habe ihr einfach auch du gesagt. – Heute sind wir bei Zillner für den Nachmittag, zuerst will ich zu Fenzl gehen. Salzburg ist noch geflagt, was sich aber bei dem regnerischen Wetter nicht besonders gut ausnimmt. Die Dekoration ist natürlich mir zu Ehren, zufällig ist auch der Kaiser hier. Den neuen Erzbischof habe ich noch nicht gesehen. Die Mutter tituliert ihn auf Ottos Wunsch "hochfürstlich Gnaden". – Vom Erdbeben hatte ich noch nichts Näheres gehört, war aber nachträglich noch verschreckt darüber. - Mutter ist zufrieden, durch mich von dir zu hören. Nächster Tage kommt ihre Pepi zu Schiestl nach Innsbruck.'' [auf dem Kopf:] ''Allen Bekannten u. Verwandten meine besten Grüße.'' | ||
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==== Brief vom 21. Juli 1876 von Franz | ==== Brief vom 21. Juli 1876 von Franz Spängler an Fanni Spängler ==== | ||
Franz Spängler | Brief vom 21. Juli 1876 von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] aus Wien an Fanni / [[Franziska Spängler]]; ein Bogen; [Ergänzung]; ... = Auslassungen:<br /> | ||
''21. Juli [1876] // Liebe Fanny! ... Partezettel von Nina Griemauer erhalten; sie ist gestern Früh ihrem Leiden erlegen... Journaldienst... Wirst du Mittwoch kommen?... Es ist doch allein recht langweilig zu Hause u. mein Leben nach dem eines Junggesellen einzurichten habe ich auch keine Lust! Also bleibe nicht mehr gar zu lange weg... von deinem Franz. Rosi grüßt''... [nicht alles gelesen] | |||
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==== Brief vom 21. und 23. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 21. und 23. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Fanni Spängler | Brief vom 21. und 23. Juli 1876 von Fanni / [[Franziska Spängler]] aus Salzburg an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stelle:<br /> | ||
''Lieber Franz! Heute habe ich eine große Bitte. Fani hat uns angetragen die Rosa mitzunehmen ein zwei Wochen u. da der Vater glaubt, daß das ihr gut thut u. Rosa sich so freut so nehmen wir es an u. plagen Euch so. ich bitte dich aber macht gewiß, wie Ihr sonst lebt nichts anderes, es wäre uns leid, wenn Ihr gestört wäret, es macht so schon eine große Aenderung, auch Rosa läßt dich bitten. Indem wir dich herzlich grüßen verbleibe ich deine Mutter Kathi Sch.'' [Schlegel] ''– 23. 7. Mein herzlieber Mann! Beiliegenden, beßer gesagt vorstehenden Brief kann ich nicht fortschicken, ohne dir, du Lieber wieder etwas vorgeplauscht zu haben. Vorerst danke ich dir, daß du mir heute eine Karte zukommen liesest, ich [bin] schon gerade wie jener Jude, der sich durch die Überschrift der Adresse von dem Wol der Seinen überzeugte. Eine Korrespondenzkarte von dir wirkt wie ein nervenberuhigendes Mittel bei mir; der Anblick deiner Schrift gibt mir die Versicherung, daß es dir gut geht, und daß du an mich denkst. – Heute hoffe ich wirst du mit Vetter Leopold in’s Fonie [?] gehen, unterhalte dich nur recht gut du Lieber.'' | ''21. Juli [1876] // Lieber Franz! Heute habe ich eine große Bitte. Fani hat uns angetragen die Rosa mitzunehmen ein zwei Wochen u. da der Vater glaubt, daß das ihr gut thut u. Rosa sich so freut so nehmen wir es an u. plagen Euch so. ich bitte dich aber macht gewiß, wie Ihr sonst lebt nichts anderes, es wäre uns leid, wenn Ihr gestört wäret, es macht so schon eine große Aenderung, auch Rosa läßt dich bitten. Indem wir dich herzlich grüßen verbleibe ich deine Mutter Kathi Sch.'' [Schlegel; Anm.] ''– 23. 7. Mein herzlieber Mann! Beiliegenden, beßer gesagt vorstehenden Brief kann ich nicht fortschicken, ohne dir, du Lieber wieder etwas vorgeplauscht zu haben. Vorerst danke ich dir, daß du mir heute eine Karte zukommen liesest, ich [bin] schon gerade wie jener Jude, der sich durch die Überschrift der Adresse von dem Wol der Seinen überzeugte. Eine Korrespondenzkarte von dir wirkt wie ein nervenberuhigendes Mittel bei mir; der Anblick deiner Schrift gibt mir die Versicherung, daß es dir gut geht, und daß du an mich denkst. – Heute hoffe ich wirst du mit Vetter Leopold in’s Fonie [?] gehen, unterhalte dich nur recht gut du Lieber.'' | ||
'' – Nächsten Samstag machen wir, so Gott will, wieder zusammen einen Ausflug, wie wird das hübsch sein! Du glaubst nicht, wie ich mich wieder freue, dich meinen Herzensfranzl zu umarmen. Ob ich wirklich Mittwoch Salzburg verlaße, werde ich dir endgiltig am Dienstag zu wißen machen, ich habe nicht die Absicht eine Zugabe zu machen, da ich fühle, daß Großmutter sich stündlich mehr an meine Anwesenheit gewöhnt, so daß, je länger ich hier bleibe, desto schwerer für sie der Abschied wird. – Rosa ist sehr glücklich über die Wiener Reise. – Ida Spängler flößt meiner schweren Besorgniß ein, die Ohnmachten wiederholen sich, sogar ein leichter Starrkrampf ist einmal eingetretten. Alles ist sehr in Sorge. - Morgen wollen wir für den ganzen Tag nach Maria Plain. Unsere Mutter fährt auch mit. Plachetka kommen nach. Tante Alois wollte auch mit, doch Idas Befinden hält sie ab. – Heute war Mutter, Tante Alois, Herr v. Zillner und Anna u. Cousine und Pepi Angermayer bei mir. Alle grüßen dich. – Gestern waren wir also wieder im Moos, Frau v. Gattermayer kann bereits allein gehen. – Dr. Zillner sagt, es sei wunderbar, wie diese Frau sich erholt, der Bluterguß hat in der gefährlichsten Parthie des Gehirns stattgefunden. Eingehinderter Trettnisse wegen komme ich nicht zum Baden. Die Luftveränderung mag an der Verfrühung schuld sein. X'' [auf dem Kopf:] ''Es küßt dich innig deine treue Fanni. Großmutter grüßt dich. Grüße Rosi.'' [quer:] ''Grüße Vetter Leopold und alle Anderen. Dienstag kommt kein Brief von mir.'' | '' – Nächsten Samstag machen wir, so Gott will, wieder zusammen einen Ausflug, wie wird das hübsch sein! Du glaubst nicht, wie ich mich wieder freue, dich meinen Herzensfranzl zu umarmen. Ob ich wirklich Mittwoch Salzburg verlaße, werde ich dir endgiltig am Dienstag zu wißen machen, ich habe nicht die Absicht eine Zugabe zu machen, da ich fühle, daß Großmutter sich stündlich mehr an meine Anwesenheit gewöhnt, so daß, je länger ich hier bleibe, desto schwerer für sie der Abschied wird. – Rosa ist sehr glücklich über die Wiener Reise. – Ida Spängler flößt meiner schweren Besorgniß ein, die Ohnmachten wiederholen sich, sogar ein leichter Starrkrampf ist einmal eingetretten. Alles ist sehr in Sorge. - Morgen wollen wir für den ganzen Tag nach [[Maria Plain]]. Unsere Mutter fährt auch mit. Plachetka kommen nach. Tante Alois wollte auch mit, doch Idas Befinden hält sie ab. – Heute war Mutter, Tante Alois, Herr v. Zillner und Anna u. Cousine und Pepi Angermayer bei mir. Alle grüßen dich. – Gestern waren wir also wieder im Moos, Frau v. Gattermayer kann bereits allein gehen. – Dr. Zillner sagt, es sei wunderbar, wie diese Frau sich erholt, der Bluterguß hat in der gefährlichsten Parthie des Gehirns stattgefunden. Eingehinderter Trettnisse [?] wegen komme ich nicht zum Baden. Die Luftveränderung mag an der Verfrühung schuld sein. X'' [auf dem Kopf:] ''Es küßt dich innig deine treue Fanni. Großmutter grüßt dich. Grüße Rosi.'' [quer:] ''Grüße Vetter Leopold und alle Anderen. Dienstag kommt kein Brief von mir.'' | ||
"Pepi": Eine Cousine Maria Spängler ist mit Vinc. Angermayer verh., deren Sohn heißt Josef, geb. 1853. | "Pepi": Eine Cousine Maria Spängler ist mit Vinc. Angermayer verh., deren Sohn heißt Josef, geb. 1853. | ||
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==== Brief vom 22. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz | ==== Brief vom 22. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Fanni Spängler | Brief vom 22. Juli 1876 von Fanni / [[Franziska Spängler]] aus Salzburg an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; zwei Bögen; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stellen:<br />''22. Juli [1876] // Mein liebster Franzl! Sicher hoffend, heute von dir, du Lieber zu hören, beginne ich diesen Brief, um ihn gewiß heute als Antwort auf deine Zeilen noch fortschicken zu können. Ich hoffe, du bist mir nicht böse darüber, daß ich in eigener Machtvollkommenheit Schwester Rosa eingeladen habe zu uns, das Mädchen ist so erfreut darüber, und ich hoffe, sie wird sich mit ihrer stillen anspruchslosen Weise recht gut in unser kleines Heim hineinfügen. Ich bin schon so neugierig welchen Eindruck die Großstadt auf Rosa machen wird. – Vorgestern waren Großmutter und ich bei Frau v. Fenzl. Wir wurden sehr freundlich empfangen, ich glaube es hat Frau v. Fenzl und Frau v. Biragki wirklich gefreut. Sie empfehlen sich dir bestens. Frau v. Biragki sieht sehr gut aus, auch die Kinder, Frau v. Fenzl ist aber immer noch recht angegriffen, und sieht ziemlich übel aus. Daß Koll als Auskultant nach Salzburg kommt, weißt du natürlich. Herzensfranzl, einen innigen Kuß für deinen lieben Brief, den ich vor ¼ Stunde erhalten habe. – Nach Enigl gingen wir zu Zillner, und zwar an der Johannesapotheke vorbei, wo ich mir den Pepi Angermayer holen ließ um ihn zu sehen. Es geht ihm gut, er läßt dich grüßen. Bei Zillner wurde es gemütlich wie immer. Herr von Peterwandl /: der Messerfex [?]:/ kam auch für kurze Zeit, wir waren recht heiter. Eduard hat eine kleine Reich von Wien gebracht, ein allerliebstes 13jähriges Mädchen mit wahren Rehaugen. Emilie Reich bleibt über die Ferien hier. Gestern nach der h.Messe, ich gehe meistens um 8 ½ Uhr in die Franziskanerkirche, machte ich einen Gang über den Friedhof von St: Peter, wo ich mich am Grab unseres guten Vaters'' [Spängler] '', an dem der armen Maria Gattermayer und der armen Schlögelhofer in kurzem Gebete aufhielt. Meine arme, verstorbene Mutter'' ([[Zäzilia Amalia Kobler]], verh. Schlegel; Anm.) ''habe ich noch nicht besucht, vielleicht komm ich morgen dazu. Nachmittag war ich bei Schumacher, dann im oberen Hof bei der Wahlin. Maria sieht übel aus, ist häufig leidend, zudem in anderen Umständen. Aus einigen Äußerungen der Emma sehe ich, daß auch ihre Ehe nicht die allervergnüglichste ist. Ihre Kinder sah ich nicht. Emmas Lida ist ein reizendes Geschöpf so klug und zutraulich'' [Emma Seehofer, Freundin; Anm.] ''. - - - Abends waren Großmutter und ich bei deiner guten Mutter eingeladen. Otto u. Luise'' [Louise Spängler; Anm.] ''waren da u. Maria Koch. Alle grüßen dich herzlich. | ||
''Gestern begegnete uns der Herr Domkapitular Klingler, er war recht lieb mit mir, empfiehlt sich dir. Bei der Mutter war es hübsch und gemütlich wie jedesmal, die Heiterkeit wurde durch das Leiden der armen Ida, welches das Hauptthema des Gespräches bildete, einigermaßen beeinträchtigt. Die Arme ist so schwach, daß das Rücken eines ihrer Kopfkissen sie für mehrere Minuten ohnmächtig machte. Die Krämpfe kehren auch immer wieder. Trotzdem geben die Ärzte Hoffnung, auch Pater Alois aus Steyr, der eben hier ist. – Mit meinem Entschluße, Rosa mit mir zu nehmen, sind Alle sehr einverstanden. Alle gönnen ihr so sehr eine kleine Erheiterung. Vater u. Mutter sind sehr erfreut. Bruder Richard'' [Richard Franz Schlegel | ''Gestern begegnete uns der Herr Domkapitular Klingler, er war recht lieb mit mir, empfiehlt sich dir. Bei der Mutter war es hübsch und gemütlich wie jedesmal, die Heiterkeit wurde durch das Leiden der armen Ida, welches das Hauptthema des Gespräches bildete, einigermaßen beeinträchtigt. Die Arme ist so schwach, daß das Rücken eines ihrer Kopfkissen sie für mehrere Minuten ohnmächtig machte. Die Krämpfe kehren auch immer wieder. Trotzdem geben die Ärzte Hoffnung, auch Pater Alois aus Steyr, der eben hier ist. – Mit meinem Entschluße, Rosa mit mir zu nehmen, sind Alle sehr einverstanden. Alle gönnen ihr so sehr eine kleine Erheiterung. Vater u. Mutter sind sehr erfreut. Bruder Richard'' [Richard Franz Schlegel, * 1853; † 1878; Anm.] ''ist gestern nach Gmunden abgereist, wo er bei der Materialverwaltung der Eisenbahn eine Stelle bekommen hat. Er hat außer freier Wohnung 50 fl. [Gulden] monatlich, wenn er befriedigt bekommt er mehr und hat dabei die Aussicht, Beamter der Bahn zu werden. Gott gebe, daß es ihm dort gut gehe. Die Stelle im Saullich’schen Cement-Geschäft mußte er durch die Übersiedlung des Geschäftes nach Wien, wobei das Personal vermindert wurde, verlieren. Ich werde mir also vom Otto das Geld geben laßen, schon deshalb, weil ich nicht darauf angewiesen sein möchte, ob Großmutter mir Reisegeld giebt. Ausgegeben habe ich hier etwa 2-3 fl [Gulden], doch muß ich noch für Rosi etwas kaufen, der Theres gebe ich 1 Kilo Käse [?] u. der Luise ein Trinkgeld. Die arme Lina Griesenauer hat also auch vollendet. Schade um das liebenswürdige, talentvolle Mädchen. Per Marie brauchst du mir nichts zu schicken, in wenigen Tagen packe ich ja ohnehin unsere 7 Sachen zusammen. O, wie ich mich auf dich freue, mein lieber Franzl. Wie viel werde ich dir zu erzählen haben. Ich bin fest entschloßen, Mittwoch früh Salzburg zu verlaßen, ich möchte, abgesehen davon, daß ich mich ja so sehr auf dich freue, meine Heimreise schon der Großmutter wegen nicht verzögern, denn ja länger ich hier bin, desto mehr gewöhnt sie sich wieder an mich. Ich ersehe mit Freuden, daß ich dir doch ein wenig fehle, es ist sehr lieb von dir, daß du dein altes Hauskreuz so gern hast. – Doch nun heißt es schließen, wir unternehmen heute abermals eine kühne Fahrt per "Arche Noah" vulgo Stellwagen, nach Moos. Ach Franzl behalte mich lieb und schreibe bald u viel deinem über den Kopf verliebten Weiberl. – Von Großmutter die schönsten Grüße. Wir grüßen auch Rosi. – Hat sie Ribisel eingesotten?'' | ||
"Schlögelhofer": Partezettel für Katharina Schlögelhofer, geb. Miller (* 1805 in Salzburg; † 2. Mai 1875). | "Schlögelhofer": Partezettel für Katharina Schlögelhofer, geb. Miller (* 1805 in Salzburg; † 2. Mai 1875). | ||
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==== Brief vom 24. Juli 1876 von Franz | ==== Brief vom 24. Juli 1876 von Franz Spängler an Fanny Spängler ==== | ||
Franz Spängler | Brief vom 24. Juli 1876 von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] aus Wien an Fanny / [[Franziska Spängler]]; ein Bogen; Inhalt nur skizziert:<br /> ''24. Juli [1876] // Liebe Fanny!'' ... Brief erhalten mit Zeilen der Mutter... Leopold Spängler gestern abgereist, vorher zusammen in Schönbrunn; Spingbrunnen, mit Hochquellenleitung gespeist, die in bedeutende Höhe springen; schon 14 Tage, ''dß du mich allein läßt''; ''hoffentlich kommst du bald wieder! Ich freue mich schon auf mein liebes Weiberl!'' – keine Neuigkeiten, ''die Wirtschaft geht in Ordnung; ich hoffe du wirst entzükt sein.'' Grüße... komm bald in die Arme deines dich herzlich liebenden Franz. [nicht alles gelesen] | ||
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==== Postkarte vom 25. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz | ==== Postkarte vom 25. Juli 1876 von Fanni Spängler an Franz Spängler ==== | ||
Fanni Spängler | Postkarte vom 25. Juli 1876 von Fanni / [[Franziska Spängler]] aus Salzburg an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; Inhalt nur skizziert:<br /> 25. Juli [1876]: Lieber Franzl! Fahren Salzburg [mit dem Zug] ab 7 Uhr 42 Rosa [die jüngere Stiefschwester] und ich. ''So Gott will also frohes Wiedersehen Abends in Wien'', danke für Brief, Grüße deine Fanni, grüße Rosi. ''Jeder Schritt ist Gottes Wille, ist ein Schritt zum Wiedersehen.'' | ||
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==== Brief vom 21. August 1876 von | ==== Brief vom 21. August 1876 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); | Brief von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Fanni und [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); [Ergänzung]; [?] = fragliche Stellen:<br /> | ||
''Salzburg den 21/8 [18]76 Meine innigst geliebten Theuren! Es ist nicht lange, seit ich Euch geschrieben, aber da morgen Otto nach Wien reist will ich recht gerne mit Euch ein wenig plaudern. Ich bin seit Donnerstag Abends, wieder in meiner eigenen Behaußung; habe seit Freitag Abends meine neue Magd, und hoffe so gott will einen guten Tausch gemacht zu haben, – noch nicht an Kentnißen – aber an guten Willen, daß andere wird sich leicht finden, da sie sich bemüht etwas zu lernen, sie hat eine sorgfältige Erziehung bekomen, und hat daher im ganzen eine feinere Mannier, was mir sehr wohl thut. Gott gebe das es so bleibt. Mir geht es gottlob gut ich habe mich sehr erholt, ich war wider 15 Tag in Duregger Hof, und sehr vergnügt. / So lange wir allein waren haben wir viel gelesen, bald F v Duregger bald ich wie es kamm, bis am Freitag zuvor die Schistl'' [Schiestl, Anm.] ''kammen und bis 24 t[en] Hier bleiben, ich wolte sogleich nachhauße gehen – habe schon alles zusammen gepackt, aber sie ließen mich nicht fort bis Emile und Ko[c]hs [?], welche auch draußen wohnen zurückkammen'' | ''Salzburg den 21/8 [18]76 Meine innigst geliebten Theuren! Es ist nicht lange, seit ich Euch geschrieben, aber da morgen Otto nach Wien reist will ich recht gerne mit Euch ein wenig plaudern. Ich bin seit Donnerstag Abends, wieder in meiner eigenen Behaußung; habe seit Freitag Abends meine neue Magd, und hoffe so gott will einen guten Tausch gemacht zu haben, – noch nicht an Kentnißen – aber an guten Willen, daß andere wird sich leicht finden, da sie sich bemüht etwas zu lernen, sie hat eine sorgfältige Erziehung bekomen, und hat daher im ganzen eine feinere Mannier, was mir sehr wohl thut. Gott gebe das es so bleibt. Mir geht es gottlob gut ich habe mich sehr erholt, ich war wider 15 Tag in Duregger Hof, und sehr vergnügt. / So lange wir allein waren haben wir viel gelesen, bald F v Duregger bald ich wie es kamm, bis am Freitag zuvor die Schistl'' [Schiestl, Anm.] ''kammen und bis 24 t[en] Hier bleiben, ich wolte sogleich nachhauße gehen – habe schon alles zusammen gepackt, aber sie ließen mich nicht fort bis Emile und Ko[c]hs [?], welche auch draußen wohnen zurückkammen'' | ||
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==== Brief vom 9. September 1876 von | ==== Brief vom 9. September 1876 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler ==== | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; drei Seiten beschreiben, gefaltet, vierte Seite in der Mitte ''An meine lieben in Wien.'' / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> | Brief von der Mutter [[Antonia Spängler]] an Fanni und [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; drei Seiten beschreiben, gefaltet, vierte Seite in der Mitte ''An meine lieben in Wien.'' / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] Stellen:<br /> | ||
''Salzburg den 9/9 [18]76. Meine lieben Theuren! Abermals will ich Euch einen Brief durch Otto senden, welcher Morgen nach Wien reisen wird, so gott will. Die Zeit ist nun nicht mehr ferne wo Ihr Euere Urlaubsreise antretten werdet. Wir vergönnen sie Euch von ganzen Herzen, nur möget Ihr meine Lieben bedenken, Ihr hattet Heuer schon an Außgaben ein starkes Jahr, es thut so we(c)h in einigen Tagen des Vergnügens so viel Geld hinauß zugeben, und dan in anderen Verlauf des Jahres, sich fretten [?] müßen, es ließe sich ja beschrenken, auf München, und das Bayerische Gebürg, und über die Gisseler[?]bahn, denckt selbst nun bleiben Euch 200 statt 400, und ist noch nicht der Ocktober da, und das trieft gewiß / auch noch die Fany einen großen Theil als Monnathgeld – ich glaube es ist dieß der Franz, der so eine Wuhl [!] zu eigen hat, aber man muß auch, wen es die Verhältnüß nicht erlauben mit weniger sich begnügen, ich meine man ist vergnügter dabey wen man auch die Vernunft regieren läst. Ihr seit ja noch jung und ein anderes Jahr thut es sich vieleicht leichter. Ich meine es [mit] Euch gut, und spreche mit ruhiger Uberlegung.'' | ''Salzburg den 9/9 [18]76. Meine lieben Theuren! Abermals will ich Euch einen Brief durch Otto senden, welcher Morgen nach Wien reisen wird, so gott will. Die Zeit ist nun nicht mehr ferne wo Ihr Euere Urlaubsreise antretten werdet. Wir vergönnen sie Euch von ganzen Herzen, nur möget Ihr meine Lieben bedenken, Ihr hattet Heuer schon an Außgaben ein starkes Jahr, es thut so we(c)h in einigen Tagen des Vergnügens so viel Geld hinauß zugeben, und dan in anderen Verlauf des Jahres, sich fretten [?] müßen, es ließe sich ja beschrenken, auf München, und das Bayerische Gebürg, und über die Gisseler[?]bahn, denckt selbst nun bleiben Euch 200 statt 400, und ist noch nicht der Ocktober da, und das trieft gewiß / auch noch die Fany einen großen Theil als Monnathgeld – ich glaube es ist dieß der Franz, der so eine Wuhl [!] zu eigen hat, aber man muß auch, wen es die Verhältnüß nicht erlauben mit weniger sich begnügen, ich meine man ist vergnügter dabey wen man auch die Vernunft regieren läst. Ihr seit ja noch jung und ein anderes Jahr thut es sich vieleicht leichter. Ich meine es [mit] Euch gut, und spreche mit ruhiger Uberlegung.'' | ||
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==== Brief vom 5. November 1876 von | ==== Brief vom 5. November 1876 von Antonia Spängler an die Familie Franz Spängler ==== | ||
[[Datei:Brief vom 5. November 1876, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 5. November 1876, Seite 1.]] | [[Datei:Brief vom 5. November 1876, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 5. November 1876, Seite 1.]] | ||
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; vier Seiten beschrieben, markiert mit römisch I bis IIII; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] und XX unleserliche Stellen:<br /> | Brief vom 5. November 1876 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an die Familie Fanni und [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien; ein Bogen, Prägedruck "A S" mit Kranz und Verzierung; vier Seiten beschrieben, markiert mit römisch I bis IIII; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); [Ergänzung]; fragliche [?] und XX unleserliche Stellen:<br /> | ||
''I Salzburg den 5/11 1876 Meine lieben Theuren! Endlich konte auch ich ein Briefchen von Euch erleben, – wahr ist es schon ich hörte durch 2 Briefe das es Euch gut geht, was mir immer das Liebste zu hören ist. Bey uns ging es sehr lebhaft – und festlich zu. Ihr werdet alles in denen Zeitungen geleßen haben, Die kirchliche Feier bey der Pischof Weihe'' [von [[Franz de Paula Albert Eder]], Anm.] ''dauerte von 8 Uhr bis nach 12 Uhr, wo ich ein ½ Stund weggeblieben, die übrige Zeit war ich gegenwärtig. Er selbst war sehr angegriffen, und sah völig weiß auß. Die Beleichtung welche der Magistrat gewiß 1000 f[l] gekostet war wunderschön, beim Fackelzug waren 700 Lampions alle verschieden Färbig, dan die PriXX mußick, die Veterannen / II und Liedertafel wechselten mit der Mußick ab alles auf den Kapitelplatz, auf der Katz [?] wo er gerade von seinen Fenstern hinsehen konnte war eine so große Stelasch aufgestehlt wo sein Wagen [?] sein Namme'' [latein. Schrift:] ''Salve alles in Priliant Feuer, groß, herlich, beleuchtet war. Der neue Herr Erzpischhof hat wie seine Bedienten alles neu, und das sieht so schön auß, er sieht auch heute schon wider viel beßer aus. Dann war von beyden Prälaten die Weih, und von der Abtissin. Nun ist Ruhe eingetreten.'' | ''I Salzburg den 5/11 1876 Meine lieben Theuren! Endlich konte auch ich ein Briefchen von Euch erleben, – wahr ist es schon ich hörte durch 2 Briefe das es Euch gut geht, was mir immer das Liebste zu hören ist. Bey uns ging es sehr lebhaft – und festlich zu. Ihr werdet alles in denen Zeitungen geleßen haben, Die kirchliche Feier bey der Pischof Weihe'' [von [[Franz de Paula Albert Eder]], Anm.] ''dauerte von 8 Uhr bis nach 12 Uhr, wo ich ein ½ Stund weggeblieben, die übrige Zeit war ich gegenwärtig. Er selbst war sehr angegriffen, und sah völig weiß auß. Die Beleichtung welche der Magistrat gewiß 1000 f[l] gekostet war wunderschön, beim Fackelzug waren 700 Lampions alle verschieden Färbig, dan die PriXX mußick, die Veterannen / II und Liedertafel wechselten mit der Mußick ab alles auf den Kapitelplatz, auf der Katz [?] wo er gerade von seinen Fenstern hinsehen konnte war eine so große Stelasch aufgestehlt wo sein Wagen [?] sein Namme'' [latein. Schrift:] ''Salve alles in Priliant Feuer, groß, herlich, beleuchtet war. Der neue Herr Erzpischhof hat wie seine Bedienten alles neu, und das sieht so schön auß, er sieht auch heute schon wider viel beßer aus. Dann war von beyden Prälaten die Weih, und von der Abtissin. Nun ist Ruhe eingetreten.'' | ||
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==== Brief des Erzbischofs Albert Eder vom 3. Dezember 1876 an Franz | ==== Brief des Erzbischofs de Paula Albert Eder vom 3. Dezember 1876 an Franz Spängler ==== | ||
Ohne Ortsangabe [Salzburg], 3. Dezember 1876 [zusammengebunden mit den Briefen von 1853; siehe dort] auf einfachem Briefpapier ein Brief des Salzburger Erzbischofs Albert Eder an | Ohne Ortsangabe [Salzburg], 3. Dezember 1876 [zusammengebunden mit den Briefen von 1853; siehe dort] auf einfachem Briefpapier ein Brief des Salzburger Erzbischofs [[Franz de Paula Albert Eder]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]:<br />''Dilectissime Amice! Das liebe Briefchen dto Wien 15. Nov.'' <small>[Franz Spänglers Brief]</small> ''erhielt ich auf meiner Rückreise von [[Trentino|Trient]] am 18. zu [[Reith bei Kitzbühel|Reith]] bei [[Brixlegg]], woselbst ich am 19. den sonntägl. Gottesdienst und darauf die Spendung der hl. Firmung übernommen hatte. Die Gratulation zu meinem Namenstage traf aber dennoch früh genug ein, weil ich hinfüro [fernerhin] meinen Taufnamenstag den [[2. April]] feiern werde; es ist dieß üblich, wenn ein Ordensmann als Bischof einer Diöcese eingesetzt wird. Am 7.'' <small>[11. 1876]</small> ''hatte ich die Consekration der [[Pfarrkirche Taxenbach|Pfarrkirche]] von [[Taxenbach]], am 8. Firmung in [[Fieberbrunn]], am 9. dto'' <small>[gleiches]</small> ''in [[St. Johann in Tirol]], am 10. in [[Kitzbühel]], 11. in [[Kirchberg in Tirol|Kirchberg]] 12. zu [[Brixen im Thale|Brixen im Brixenthal]], am 13. zu [[Westendorf]], 14. zu [[Hopfgarten im Brixental|Hopfgarten]], am 15. und 16. war ich in Trient auf Besuch des Fürstbischofs v. Riccabona <ref>[Benedikt von Riccabona, Bischof von Trient/Trentino von 1861 bis 1879; Trient war [[Suffraganbistum]] von Salzburg 1825 bis 1920</ref> und des Bischofs Coadj. Maller, am 16. abends u. 17. bis Mittag in Brixen, 17. abends u. 18. vormittags in Innsbruck. – Am 20. hatte ich die Firmung in [[Rattenberg]], am 21. in [[Kundl]], am 22. in [[Kössen]], am 23. hielt ich'' <small>[mich]</small> ''in [[Saalfelden]], am 24. in [[Zell am See]] auf, am 25. hatte ich die Firmung in Taxenbach, am 26. in [[Rauris]], am 27. Kirchweih und Firmung in [[Wildbad Gastein|Wildbadgastein]], am 28. Firmung in [[Hofgastein]], 29. dto in [[Dorfgastein]] und abends 6 Uhr desselben Tages gelangte ich nach Salzburg heim. Im Ganzen hatte ich 5676 Firmlingen die hl. Firmung gespendet. Te unacum uxore Tua amicissime salutans Deique protectioni Vos commendans perenno. Vobis in Xto addictissimus amicus'' <small>[Dich samt deiner Frau als sehr guter Freund grüßend empfehle ich Euch dem immerwährenden Schutz Gottes. Euch in Christo gewidmet von dem Freund]</small> ''F. Al Archiep. 3/12 [1]876.'' | ||
Die genannten Ortschaften in Tirol gehörten damals zur [[Salzburger Kirchenprovinz]]. Die Reise, vor allem nach Trient, war sicherlich nur möglich, nachdem die Brennerbahn 1867 eingeweiht worden war. Es scheint eine der ersten, vielleicht die erste größere Reise des am 22. Oktober 1876 neu geweihten Erzbischofs zu sein mit einer bemerkenswerten Fülle von Terminen [entspr. Text von mir in SALZBURGWIKI.at eingefügt, April 2011, unter "[[Franz de Paula Albert Eder]]"]. | Die genannten Ortschaften in Tirol gehörten damals zur [[Salzburger Kirchenprovinz]]. Die Reise, vor allem nach Trient, war sicherlich nur möglich, nachdem die Brennerbahn 1867 eingeweiht worden war. Es scheint eine der ersten, vielleicht die erste größere Reise des am 22. Oktober 1876 neu geweihten Erzbischofs zu sein mit einer bemerkenswerten Fülle von Terminen [entspr. Text von mir in SALZBURGWIKI.at eingefügt, April 2011, unter "[[Franz de Paula Albert Eder]]"]. | ||
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